Grüße aus Shanghai

8. September 2015

Hallo zusammen,

nachdem drei ereignisreiche Wochen vergangen sind, melde ich mich aus Shanghai zurück. Eine Tatsache möchte ich vorweg sagen, die Zeit vergeht hier rasend schnell. Heute ist ein Feiertag in China und ich möchte etwas meine Eindrücke zusammenfassen. Heute ist eigentlich der erste ruhige Tag für mich in China. In Beijing finden heute die Feierlichkeiten zum siebzigjährigen Ende des Zweiten Weltkrieges statt. Deshalb wurde für diesen Tag in China ein neuer Feiertag eingeführt.

Vielleicht zunächst ein paar Worte zur Unterbringung, die von PwC organisiert wurde. Als ich nach dem Flug an meiner Wohnung ankam, war ich ziemlich überrascht. Eigentlich wohne ich in einem Hotel in einer Suite. Es ist eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit einer Küche. Eigentlich benutze ich die Küche nie, da man in Shanghai in der Regel außerhalb essen geht und die Preise für deutsche Verhältnisse günstig sind. Die Wohnung befindet sich am südlichen Ende der französischen Konzession und ist etwa 20 bis 30 Minuten mit Bus oder U-Bahn von der Arbeit entfernt.

Ich habe bereits das Thema Essen angesprochen. Kulinarisch hat Shanghai viel zu bieten. Es gibt hier jede Art von Küche und das passende Restaurant für jeden Geldbeutel. Nach der Arbeit gehe ich gerne zu einem kleinen Uiguren und esse dort Lammsuppe mit Nudeln. Wenn man aber mehr Zeit hat und sich in einer großen Runde befindet, kann ich euch empfehlen Feuertopf (Hot Pot) essen zu gehen. In der Mitte des Tisches steht ein beheizter Topf mit einer sehr stark gewürzten Flüssigkeit. In diesem Topf kochen alle Anwesenden die noch rohen Zutaten wie z.B. dünn geschnittenes Lamm oder Garnelen. Einmal war ich auch mit Kollegen Teppanyaki essen. Das ist eigentlich eine Methode zu kochen aus Japan. Dabei befinden sich die Gäste an einem Tisch in dem eine große Metallplatte eingelassen ist. Auf dieser heißen Platte bereitet der Kochen vor den Gästen das Essen zu. Dies kann recht spektakulär werden, da der Koch das Essen flambiert oder sonst irgendwie mit dem Feuer spielt. Unten seht ihr ein paar Fotos von meinen Hotpot- und Teppanyaki-Abenden und anderen Köstlichkeiten.

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Teppanyaki

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Teppanyaki

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Spezialität aus Nanjing

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Teigtaschen mit Entenfleisch und Suppe

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Yunnan Küche

Hot Pot

Hot Pot

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Lammsuppe beim Uiguren

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gebratene Jiaozi und gedämpfte Baozi

Das erste Wochenende war bereits sehr schön. Freitag abends kam bereits ein kleines Afterwork in Xintandi zustande. Das ist ein Trend- und Weggehviertel in der Nähe zur Arbeit. Danach sind wir zur berühmten Bar Rouge gefahren, welche sich auf einem Dach am Bund befindet. Von dort aus bietet sich einem ein wunderschöner Ausblick auf die Skyline von Pudong. Ich empfehle dorthin noch vor 23 Uhr zu fahren, um zu seinen Drinks auch noch die schön beleuchtete Skyline genießen zu können. Eine weitere empfehlenswerte Roof-Top-Bar ist die Vue Bar, diese befindet sich im Hyatt Hotel und bietet eine Aussicht auf dem Bund aus einer anderen Richtung.

Bar Rouge Ausblick

Bar Rouge Ausblick

Desweiteren habe ich an meinem zweiten Wochenende ein Ausflug in die Altstadt unternommen. Dieses Viertel sollte man sich noch anschauen, solange es dieses noch gibt. Als ich durch diese engen Gassen gelaufen bin, hatte ich den Eindruck durch eine fremde Wohnung zu laufen. Dort spielt sich das Leben nämlich noch stark auf der Straße ab. Als ich durch diese Gassen spaziert bin, habe ich gesehen, wie die Leute kochen, Karten spielen oder sich einfach ein Nickerchen gönnen. Zwei weitere wichtige Stationen in der Altstadt sind der Konfuzius- und der Stadttempel. Im Stadttempel gibt es verschiedene Gottheiten z.B. den Stadtgott von Shanghai aber auch ein Gott für Wohlstand. Bei letzterem standen die Menschen Schlange, um ihn anzubeten. Zwar sind die meisten Chinesen nicht religiös, aber viele gehen doch zu diesen Statuen mit dem Motto, dass ein solcher Besuch ja nicht schaden kann. Ansonsten kann ich noch sagen, dass ich buddistische oder taoistische Tempel sehr mag, vor allem wegen dem Geruch der Räucherstäbchen und der Atmosphäre. Wer etwas Ruhe im turbulenten Shanghai sucht sollte zum Konfuzius-Tempel gehen, der ist selbst am Wochenende nicht überlaufen. In direkter Nähe zum Stadttempel befindet sich der Yuyuan Garten. Eine sehr schöne Anlage, welche aus interessant arrangierten Steinen, Wasserstellen und Pagoden besteht.

Yuyuan Garten

Yuyuan Garten

Yuyuan Garten

Yuyuan Garten

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Stadttempel

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Stadttempel

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Konfuzius-Tempel

Am darauf folgenden Wochenende hatte ich das völlige Kontrastprogramm zu meinem Ausflug in die Altstadt. Ich bin zur anderen Seite des Huangpu Flusses gefahren nämlich nach Pudong. Auf diesem Gebiet auf dem jetzt die futuristische Skyline in den Himmel ragt, standen noch Anfang der 90iger Jahre die Bauern in den Reisfeldern. Diese Gebäude können mit Berechtigung als Wolkenkratzer bezeichnet werden, da an den Höchsten tatsächlich ab und zu eine Wolke vorbeizieht. Zum Übersetzen auf die andere Flussseite habe ich eine etwas skurrile Fortbewegungsmethode gewählt nämlich den Bund-Sightseeing-Tunnel. Auf der Bundseite bin ich in einem kleinen Glaswagen eingestiegen und dieser hat mich durch einen bunt beleuchteten Tunnel befördert. In Pudong bin ich dann auf einer Fußgängerbrücke von Hochhaus zu Hochhaus gelaufen. Ich bin auf den Pearl Oriental Tower und dem Shanghai World Financial Center (SWFC)  hoch gefahren. Ich kann besonders den SWFC empfehlen, da dort sowohl die Wartezeit kürzer ist als auch die Aussicht schöner ist. Wenn jemand also nur wenig Zeit in Shanghai hat, sollte er dem SWFC den Vorzug geben.

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Ausblick aus dem SWFC

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Ausblick aus dem SWFC

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Pudong

Jetzt plane ich für die verbliebenen Feiertage noch meinen Kurztrip nach Hangzhou. Natürlich werde ich euch auch von diesem Ausflug berichten.

Zaijian!

Martin