Adeu pequeño guiri, nos vamos o qué?

21. May 2016

Nun ist es schon fast Ende Mai und mein Praktikum in Barcelona seit fast einem Monat vorbei. Der Monat April war noch mal besonders aufregend und euphorisierend. Sicherlich hat die immer wärmer strahlende Frühlingssonne Barcelonas ihren Beitrag hierzu geleistet.IMG_5001

Während meiner PwC Zeit hatte ich das Glück auf relativ vielen unterschiedlichen und dadurch auch thematisch breit gestreuten Kunden eingesetzt worden zu sein. Dabei habe ich Einblicke in die Dienstleistungs-, Versicherungs-, Einzelhandels- und Logistikbranche gewinnen können. Was sofort ins Auge sticht, wenn man in Barcelonas Audit Department eintritt: Um Längen viel mehr Frauen als in Deutschland. Zu meiner verwunderten Frage, warum ich das einzige Männlein in dem 8-köpfigem Prüfungsteam bin: Das ist oft so!

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Wenn ich so auf meine Zeit in Barcelona zurückblicke, bin ich wahnsinnig glücklich sehr gute und feste Sportschuhe gehabt zu haben, denn wenn ihr wirklich die Stadt wie Einheimische und nicht oberflächlich wie typische Guiris entdecken wollt, dann werdet ihr wandern was das Zeug hält (zur Begriffserklärung eines  europäischen “Guiris” verweise ich euch auf meinen vorigen Beitrag). Rauf zum Tempel von Tibidabo, rauf zum Bunker von Carmel, rauf zum Park Güelle – und natürlich wieder alles runter. Da helfen kein Fahrrad und kein Auto, aber die Aussichten als Belohnung sind wahnsinnig. Nehmt euch ein bisschen Proviant mit und auf jeden Fall viel Wasser. Solltet ihr in diesem Fall nicht auf mich hören und mitten im Nirgendwo fast verdursten, stehen überall nette „Verkäufer“, die euch immer kaltes Wasser anbieten werden. Ein ungeschriebenes Gesetz beim Wasserkaufen auf Barcelonas Straßen: Nicht mehr als einen Euro pro 0,5 L zahlen. Mein Herz ist fast stehen geblieben, als meine Mutter auf dem Bunker von Carmel eine Flasche für 2 € kaufen wollte. Habe sie dann an die Hand genommen und dem Herren erklärt: Wasserpreis beträgt in Barcelona 1  €  – und er stimmte mir dann verärgert zu. In diesem Augenblick habe ich also die offizielle Guiri Probe bestanden. Gekauft haben wir dann bei seinem Kollegen nebenan. Die Konkurrenz ist nämlich groß. Setzt also zu jeder Zeit in Barcelona euer Verhandlungsgeschick ein, sei es am Strand, am Zentrum oder in den kleinen Souvenirgeschäften. Offensichtliche Guiris werden natürlich versucht zunächst ausgebeutet zu werden. Oft half mir persönlich der Satz: „Dann kauf ich das Shirt halt nebenan, da war es 5 € billiger.“

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Ein besonderes Highlight während der Arbeitstage für mich war das Mittagessen. Für diejenigen, die mich besser kennen, nicht wirklich überraschend. Ein großer Unterschied zu Deutschland jedoch ist der, dass man mittags für wenig Geld ganze 3 Gänge Menüs serviert bekommt. Wenn ihr essen wollt, gebe ich euch auch hier wieder den Tip: Lasst den Guiri nicht raushängen und fragt den Kellner nach dem „Menu del dia“ – denn euch wird so gut wie immer die teure Karte als erstes vorgehalten. Als Nachtisch nehmt ihr am besten „Flan“ oder „Crema Catalana“, davon dann am besten drei Stück, damit die Mittagspause schön abgerundet wird. Donnerstags ist in Barcelona übrigens immer traditionell Paella Tag. Ihr werdet donnerstags also auf jedem Tagesmenü in jedem Restaurant Paella zur Auswahl finden. Empfehlen kann ich euch die typische katalanische Paella: La Fideua. Eine Art Paella mit kleinen Suppennudeln statt Reis und viel, viel Alioli. Gab es des Alioli wegens nur sonntagabends, wenn ich mir ganz sicher war, dass ich mit niemanden mehr reden würde. Die beste Paella der Stadt gibt es übrigens im Viertel „El Ravál“ im Restaurant „Arume“, abgerundet mit einem herrlichen hausgemachten Blaubeeren Cocktail des sehr netten argentinischen Barkeepers.

Ich denke jeder, der nach Spanien reist, um dort zu arbeiten oder Urlaub zu machen, möchte in jedem Falle Tapas essen. Die Patatas Bravas stehen dabei auf jeder Tapas Karte mit ganz oben. Ich bin persönlich kein Fan von den typischen überteuerten Restaurants und Bars in der Innenstadt. Diese sind zwar leicht zu erreichen, sehen schick aus, sind aber doch nicht wirklich zufriedenstellend und doch meist zu teuer. Daher habe ich mich auf die Suche gemacht und meine einheimischen Kollegen ausgefragt und alle Alternativen an Tapas Bars durchanalysiert – und ich bin sehr stolz darauf fündig geworden zu sein: Carrer de Blai. Ihr fahrt mit der Metro L3 bis Poble Sec und ein bisschen versteckt findet ihr das Studentenviertel vom Paral-lel. In dieser Strasse findet ihr die besten Tapas, die ihr je gegessen haben werdet, in einem viel spanischeren Flair als in der überfüllten Innenstadt, zu einem unschlagbaren Preis. Ihr zahlt am Ende mit der Anzahl an Zahnstochern direkt an der Kasse. Passt dabei auf, dass euch nicht der ein oder andere aus Versehen unter den Tisch fällt. 😉IMG_3719

Am besten kombiniert ihr euren Tapas und Sangria Abend mit einem Ausflug zur Font Magica am Wochnenende an der Plaza Espanya – den magischen Fontänen, die jeder hier gesehen haben muss. Ein perfekter Ort, um getraute Zweisamkeit zu genießen. Oder in meinem Falle aber auch alleine oder mit Freunden und ein bisschen Estrella – das populärste Bier hier in Spanien. Das geht natürlich auch völlig klar.

Ganz gemein sind die spanischen Architekten, wenn es um Stockwerke geht. So kam es nicht selten vor, dass ein Freund von mir im 3. Stock gewohnt hat. Diese drei Stockwerke geht ja man zügig hoch zu Fuß. Denkst du. Denn vor dem 1. Stock gibt es ein „Entresuelo“ und anschließend ein „Principal“, erst dann kommt der eigentliche 1. Stock. So wird aus dem 3. Stock schnell mal der 5. und die Option des Aufzuges rückt dann doch näher. In Barcelona sollte man das Umsteigen zwischen Metrolinien auf jeden Fall vermeiden. Vor allem das Umsteigen an den großen Stationen, wie Passeo de Gracia und Plaza de Cataluña, kann gerne mal 15 Minuten in Anspruch nehmen. Aber wie ihr ja von meinen letzten Beiträgen bereits wisst: Mit dem Fahrrad und dem Skateboard ist man ja sowieso am schnellsten

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Bei meinem letzten Kunden hatten wir Prüfer das Privileg, das Frühstück und das Mittagessen ausgegeben zu bekommen. Beim Frühstück ist mir dann erst aufgefallen, wie viele verschiedene Schinkensorte es in Spanien gibt: Jamón del País, Jamón de York, Jamón de Fuet, Jamón Ibérico, Jamón de Salsicha und noch viele mehr. Ich habe es gerade so geschafft mich durch alle durchzuprobieren. Ganz so klar sind mir die Unterschiede leider nicht deutlich geworden um ehrlich zu sein, aber lecker sind sie alle.

Vier Monate sind hiermit vergangen, während denen ich sehr viel fachlich und persönlich dazugelernt habe, tolle neue Menschen kennenlernen durfte, viel leckeres Essen gegessen habe und vielen guten Freunden die schöne Stadt Barcelona zeigen konnte. Vielen Dank an alle Boys und Girls aus der ganzen Welt, die zu dieser unvergesslichen Zeit beigetragen haben und einen besonderen Dank an PwC for this opportunity of a lifetime.

See you in Berlin!

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