Das Holzschiff und ein Elch

11. Oktober 2016

Ein beliebtes Ausflugsziel in Stockholm ist die grüne Insel „Djurgården“. Sie bietet ein breites Unterhaltungsangebot, wie zum Beispiel das ABBA Museum, ein Freilichtmuseum, das Nordische Museum, einen Freizeitpark (Achterbahnfahrt mit Blick auf die Altstadt „Gamla Stan“) und noch viel weiteres… vor allem aber das Vasa-Museum.

Letzteres hat mein Interesse schon beim Durchblättern des Reiseführer geweckt: ein uraltes Holzschiff, aus dem tiefen Schlamm geborgen, um das ein Museum herum gebaut worden ist. Ich bin sofort neugierig gewesen und tatsächlich erwartete mich viel mehr als nur ein paar alte Balken! Hinter den Museumskassen geht es durch einen abgedunkelten Korridor in die Ausstellungshalle. Groß reckt sich dort das dunkle Schiff vor einem in die Höhe, so dass man augenblicklich den Kopf in den Nacken legen muss, um seine vollen Ausmaße bestaunen zu können. Treppen führen sowohl nach unten zum Fuß des Schiffs als auch in höhere Stockwerke, so dass man schichtenweise das Schiff erkunden kann.

Bei der „Vasa“ handelt es sich um ein Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert. Aufgrund eines kleinen aber fatalen Konstruktionsfehlers (wer wissen will, worin der Fehler lag, dem empfehle ich einen Besuch des Museums 😉 ) schwamm das Schiff, der Stolz der schwedischen Marine, nur 20 Minuten auf dem Wasser. Dann kenterte es und setzte seiner Jungfernfahrt ein abruptes Ende. Es verbrachte für die nächsten dreihundert Jahre seinen Dornröschenschlaf im Hafenschlamm von Stockholm, ehe es archäologischen Ehrgeiz weckte. Das Schiff ist riesengroß! (Siehe Person im Bild unten links zum Vergleich.) Mit den Kanonenpforten und denen am Heck angebrachten Holzfiguren wirkt es sehr beeindruckend. Ein Fluch der Karibik Moment.

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Als ich mich endlich vom Anblick des Schiffs losreißen konnte, ging es weiter ins Freilichtmuseum. Von Bauern- und Herrenhäusern, über Türme, Windmühlen oder eben auch die klassischen, bunten Schwedenhäuser sind auf der Ausstellungsfläche die unterschiedlichsten Gebäude versammelt. Über das Gelände verteilt trifft man auf altertümlich gekleidete Schweden, die einem gerne von der Lebensweise der Bewohner vergangener Jahrhunderte erzählen.

Im integrierten Tierpark hab ich Rentieren dabei zu gesehen, wie sie sich entspannt beim Wiederkäuen die Sonne auf den Rücken scheinen ließen. Im Vergleich dazu ist der Elch im Nachbargehege schon spannender gewesen. Er schien etwas wacklig auf den Beinen, was bei einer Schulterhöhe von zwei Metern ihm nachzusehen war. In Schweden gibt es ungefähr 300.000 Elche. Zum Leidwesen der Autofahrer sind es nicht sehr schlaue Tiere. Sie haben eine traurige Spitzenreiterposition auf der Liste der häufigsten Autounfallursachen in Schweden

Anbei noch ein paar Photos aus dem Freilichtmuseum:

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