Die Weihnachtszeit in Shanghai beginnt!

30. November 2016

Hallo zusammen,

morgen beginnt der Dezember und es kommt langsam auch in Shanghai Weihnachtsstimmung auf, obwohl in China eigentlich kein Weihnachten gefeiert wird. Rund um das PwC Büro gibt es einige aufwändig geschmückte Weihnachtsbäume und die normalen Bäume sind sehr hübsch mit Lichterketten dekoriert. Außerdem sind die Temperaturen deutlich gefallen und aufgrund von Luftfeuchtigkeit und Wind fühlt es sich teilweise schon sehr winterlich an. Auch im PwC Büro selbst kommt Weihnachtsstimmung auf, denn ich helfe zur Zeit u.a. bei der Organisation der Weihnachtsgrüße.

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Da ich euch bisher generell wenig über das PwC Büro in Shanghai erzählt habe, möchte ich das jetzt gerne nachholen. Ich unterstütze in meinem Praktikum hauptsächlich die German Business Group in Shanghai. Diese besteht aus fünf deutschen Kollegen und einer chinesischen Kollegin aus dem Tax und Assurance Bereich. Da ich zur Zeit die einzige Praktikantin innerhalb der German Business Group bin, unterstütze ich beide Bereiche mit verschiedenen Aufgaben. Ich helfe zum Beispiel bei der Pflege von Datenbanken, bei der Organisation von Events, bei der Erstellung von Präsentationen oder Übersetzungen von deutschen Dokumenten ins Englische. Da die prüfungsrelevanten Dokumente häufig in Chinesisch sind, fallen für mich eher administrative Aufgaben an. Insgesamt gibt es aber viele verschiedene Aufgaben und es wird daher nie langweilig. Es gibt in Shanghai drei Gebäude mit Büros von PwC und da es größtenteils Großraumbüros gibt, bekommt man auch viel über die Arbeitsweise der Chinesen mit. Im Vergleich zu Deutschland werden die einzelnen Schreibtische hier zum Beispiel sehr stark mit persönlichen Dingen dekoriert – man findet eigentlich fast keinen Schreibtisch, der nicht mit persönlichen Bildern, Blumen oder anderen Dekorationen gestaltet ist. Die Schreibtische für Neuanfänger werden zudem mit bunten Luftballons in PwC Farben und einem Pappschild mit „I am fresh“ gekennzeichnet. Außerdem haben viele chinesische Kollegen Stofftiere auf ihrem Schreibtisch, die entweder dazu dienen gemütlicher zu sitzen, oder um sie in der Mittagspause als Kopfkissen für einen kurzen Mittagsschlaf zu benutzen. Es ist also sehr farbenfroh und grün im Büro und vor allem aus den höheren Stockwerken hat man eine tolle Sicht auf die Stadt.

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Die chinesischen Kollegen fangen außerdem morgens eher später an zu arbeiten, was aber auch an der Größe der Stadt und den dementsprechend teilweise langen Arbeitswegen liegt. Wenn ich beispielsweise um kurz vor 9 Uhr ins Büro komme, gehöre ich zu den Ersten, wohingegen es um 10 Uhr meist einen Stau vor den Aufzügen nach oben gibt. Es gibt sogar extra einen Angestellten, der morgens den Aufzugknopf drückt, damit die Aufzüge wenn sie voll sind auch wirklich hochfahren und nicht durch erneutes Drücken des Knopfes wieder gestoppt werden. Das Wort „voll“ muss hier noch einmal extra betont werden, da wirklich so lange Menschen in die Aufzüge steigen bis der Aufzug tatsächlich voll ist, ähnlich wie in der Metro. Zur Sicherheit hat daher hier auch wirklich fast jeder Aufzug eine Overload Anzeige, die anzeigt, wenn der Aufzug zu voll ist.

Aufzüge haben hier scheinbar generell eine wichtige Bedeutung. In Einkaufszentren oder in der Metro sieht man so gut wie nie Menschen eine normale Treppe laufen, stattdessen bilden sich häufig sogar Schlangen vor Rolltreppen. Normalerweise arbeite ich im dritten Stock und könnte daher ohne Probleme auch eine Treppe hoch laufen, allerdings sind die Treppen im Büro wirklich nur Feuertreppen und fast niemand benutzt diese, wenn es nicht nötig ist. Dies konnte ich noch einmal sehr deutlich am vergangenen Freitag feststellen. Für 15 Uhr wurde bereits einige Tage zuvor ein Feueralarm angekündigt. Um kurz vor 15 Uhr wurde das Büro bereits leerer und ich fragte mich, ob ich eine Ansage oder ähnliches verpasst hatte, blieb allerdings erst einmal an meinem Platz, der sich ausnahmsweise im 10. Stock befand. Als dann der Feueralarm um 15 Uhr startete und ich zusammen mit den übrigen Kollegen die Treppen vom 10. Stock herunterlief und sah, dass einige Kollegen bereits in der Lobby waren, wunderte ich mich, wie schnell diese heruntergekommen waren, da die Aufzüge gesperrt wurden, um eine möglichst realisistische Übung durchführen zu können. Als ein chinesischer Kollege mich irritiert fragte, warum ich erst so spät nach unten kommen würde, erfuhr ich die Antwort auf meine Frage – die Kollegen sind extra früher gegangen, um noch den Aufzug nutzen zu können bevor dieser für die Feuerübung abgestellt wurde. China schafft es einfach immer wieder mich zu erstaunen!

Morgen beginnt bereits mein letzter Monat, oder vielmehr meine letzten 23 Tage hier in Shanghai – die Zeit verfliegt wieder einmal unglaublich schnell. Ihr werdet auf jeden Fall noch einmal von mir hören!

Liebe Grüße

Rabea