Welcome from THE center of power! (Zumindest ganz nah dran)

31. December 2016

Die Hauptstadt der USA im Wahljahr hautnah kennenzulernen und dabei in die Rolle eines amerikanischen Wirtschaftsprüfers zu schlüpfen – das klingt nach einer atemberaubenden Kombination. Und um schon einmal ein wenig vorwegzugreifen: Das ist es auch!

Vor mittlerweile schon sieben Wochen begann für mich das Abenteuer “Auslandspraktikum in Washington, D.C.” mit einem Flug von Frankfurt am Main über Charlotte, NC zum Ronald-Reagan-National-Airport, einem der drei Flughäfen, die in der Metropolregion der Hauptstadt Amerikas liegen. Um genau zu sein begann die Vorbereitung meines halbjährigen Auslandspraktikums inklusive Visumbeantragung natürlich schon mehrere Monate vorher, allerdings wurde ich bei der Organisation meines Auslandsaufenthaltes vom Stairway-Team kräftig unterstützt. Dementsprechend entspannt trat ich meine Reise in ein Land an, das ich bereits während eines Auslandssemesters im vergangenen Jahr zu kennen und zu lieben gelernt habe.

Entspannte Ankunft in D.C.

Die Ankunft in den USA und die Zeit der Eingewöhnung wurde mir dabei so leicht wie möglich gemacht. So konnte ich mich etwa bei der Suche meiner Unterkunft für die Zeit meines Praktikums vollkommen zurücklehnen und mir wurde darüberhinaus ein sogenannter Relocation Consultant zugeteilt, der mir als lokaler Ansprechpartner am Tag nach meiner Ankunft eine kleine Führung vor Ort gab und mir etwa bei der Beantragung einer Sozialversicherungsnummer mit Rat und Tat zur Seite stand.

Vor Ort heißt in meinem Fall McLean, das in Virginia gelegen ist und sich ungefähr eine halbe Stunde Metrofahrt oder – wie ich schmerzlich feststellen musste – einen doch recht ausgedehnten Morgenlauf außerhalb vom Stadtkern Washingtons, dafür allerdings in unmittelbarer Fußnähe meines PwC-Offices befindet. Die Ausstattung meines Apartments mit Küche und Waschbereich lässt dabei keine Wünsche offen. Der Komplex, in dem sich mein Apartment befindet, beinhaltet sogar ein großes Gym und einen Outdoor-Pool, der bei den momentan winterlichen Temperaturen aber leider geschlossen ist.

Mein erster Arbeitstag im Office in McLean

Mein erster Arbeitstag Mitte November gestaltete sich dabei so entspannt wie meine Ankunft in McLean. Da mein Einstiegstermin im Bereich Assurance Mitte November off-cycle, d.h. sehr unüblich gelegt wurde, war ich an diesem Tag der Einzige, der ein kleines Orientierungsprogramm durch das PwC Office in McLean durchlief. Im Verlaufe des Tages wurde ich dann meinen zukünftigen Arbeitskollegen des Bereichs PCS (Private Client Services) vorgestellt, der zur Zeit ungefähr 100 Mitarbeiter umfasst und sich auf die Prüfung von Unternehmen im Privatbesitz konzentriert. In wechselnden Teams werde ich dabei im Laufe meines Praktikums an der Prüfung von voraussichtlich vier Unternehmen beteiligt sein.

First Year Engagement – nicht nur neu für mich

Schon während der ersten Arbeitstage wurde ich dann bei meinem ersten Mandat eingespannt und durfte bereits nach wenigen Tagen einige Prüfungshandlungen eigenverantwortlich erledigen. Besonders interessant ist dabei die Tatsache, dass es sich bei diesem Unternehmen um ein sogenanntes “first year engagement”, d.h. um ein neu gewonnenes Mandat handelt, das in diesem Jahr zum ersten Mal von PwC geprüft wird. Immerhin ist so einiges nicht nur Neuland für mich, sondern auch für meine Kollegen (zumindest was den reinen Verstehensprozess der Unternehmensabläufe betrifft). Weil die Prüfung dieses Unternehmens, welches Tochtergesellschaften in ganz Amerika hat, vorwiegend vom PwC-Office aus stattfindet, konnte ich meinen Arbeitsort trotz eines Leihfahrzeuges, das mir zur Verfügung gestellt wird, bisher auch immer zu Fuß erreichen.

Auch meine amerikanischen Kollegen hätten mir den Einstieg in den Wirtschaftsprüfungsalltag nicht leichter machen können. Wenn ich die Arbeitsatmosphäre hier in den USA mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre das sicherlich: welcoming! So war es sehr leicht, mit meinen Kollegen ins Gespräch zu kommen – sei es auf privater oder beruflicher Ebene. Ganz unter diesem Motto steht auch der räumliche Aufbau des Offices in McLean: So hat jeder Mitarbeiter nicht etwa seinen festen Arbeitsplatz, sondern ganz im “Open-Workplace-Stile” arbeitet man dort, wo man gerade will – sei es zusammen mit dem Team, mit dem man gerade prüft, oder einfach dort, wo gerade Platz ist. Seinen Schreibtisch kann man sich dabei im Voraus per App reservieren (wie ich feststellen durfte hat ein Praktikant allerdings nicht die Befugnis, ein Corner Office zu belegen). Ein Highlight während meiner ersten Arbeitswochen war für mich sicherlich der sogenannte “Ugly-Sweater-Day”, bei dem alle Mitarbeiter des Bereichs PCS zur Einstimmung in die Weihnachtszeit in bunten Weihnachtspullis ins Büro kamen – nach dem Motto: je schriller und hässlicher, desto besser!

Arbeitstechnisch lag mein Einstiegstermin sehr günstig: So war direkt meine zweite Arbeitswoche durch Thanksgiving um zwei Tage verkürzt und Anfang Dezember durfte ich bereits an der Weihnachtsfeier PwCs teilnehmen, die gemeinsam für alle Offices der Washington Metropolitan Area und alle Lines of Services (Assurance, Tax, Advisory) veranstaltet wurde. Zusammen mit wahrscheinlich über 2.000 Kollegen durfte ich so im Herzen von D.C. auf das (bald) vergangene Jahr anstoßen.

Unterwegs im Zentrum der Macht

Natürlich habe ich meine freie Zeit dazu genutzt, D.C. und seine Umgebung näher kennenzulernen – und ich bin damit noch längst nicht fertig! Denn die Hauptstadt Amerikas hat unendlich viel zu bieten: sei es im Kulturbereich mit seinen zahlreichen, meist kostenlosen Museen oder im Nightlifebereich. Inmitten von Lincoln Memorial und Washington Monument, zwischen Kapitol und Weißem Haus fällt es mir oft schwer zu realisieren, wie viel Macht und Einfluss von diesem Flecken Erde tagtäglich ausgeht. Und dabei durchlebt das politische Zentrum der USA ja gerade zusätzlich noch eine Phase der “presidential transition”. Von President-Elect Trump habe ich bis jetzt in D.C. zwar noch relativ wenig mitbekommen, das wird sich aber wohl spätestens am 20. Januar 2017 ändern. Washington bereitet sich auf die Feierlichkeiten der Inauguration vor!

Während meines Auslandssemesters im vergangenen Jahr hat mich die Footballbegeisterung erfasst und so konnte ich nicht anders als auch hier in Washington einmal ein Footballspiel im FedEx-Field vor Ort zu erleben. Monday Night Football zwischen den Washington Redskins und den Carolina Panthers. Flutlichtspiel. Was ein Erlebnis! Und was eine Niederlage! Klassisch im Kirk Cousins-Trikot habe ich dabei mein Heimteam angefeuert, das bei eisiger Kälte (ein Spiel dauert um die 3,5 Stunden!) aber wohl eines seiner schlechtesten Spiele der Saison bestritten hat. Immerhin konnte ich den letztjährigen Most-Valuable-Player und Quarterback der Carolina Panthers Cam Newton (aka “The Scoring Machine”) noch einmal in Bestform erleben.

Das soll es jetzt erst einmal gewesen sein für meine ersten Eindrücke hier drüben. Im kommenden Jahr werde ich mit anderen PwC-Einsteigern eine kleine Trainingseinheit durchlaufen und für mein zweites Mandat nach Atlanta reisen. Mehr dazu in meinem kommenden Blogeintrag. Bis dahin wünsche ich euch einen Guten Rutsch und ein “Happy New Year”!

More to come!

P.S.: Bitte feuert am Neujahrstag meine Washington Redskins an – gegen die New York Giants geht es um die Playoffs!