Nǐhǎo aus Shanghai und Happy Chinese New Year of the Rooster!

20. Januar 2017

Shanghai – eine Stadt, mit einem enormen Entwicklungstempo, die stets vorwärtsblickt und in der die Zeit nie stillsteht, eine Metropole, gekennzeichnet von Wolkenkratzer, eine Weltstadt, mit einer Vielzahl von E-Bikes und Fahrräder, eine Stadt, in der innerhalb von 24h rund 5 Mio. Liter Tee getrunken wird. Umgangssprachlich auch bekannt als „Tor zur Welt“, „Paris des Ostens“, „Drachenkopf-Metropole“ oder „Perle des Orients“.
  

Und ich habe die Chance bekommen in dieser aufregenden und faszinierenden Stadt für 3 Monate bei PwC Shanghai ein Praktikum im Bereich Assurance zu machen.

Mein Abenteuer begann bereits vor 8 Wochen Anfang Dezember. Die ersten Wochen war Rabea, eine weitere Stairway-Praktikantin, noch hier in Shanghai und hat euch in ihrem Blog bereits so einiges erzählt. Ich bin noch immer total begeistert von der Stadt und von den vielen Eindrücken hier.   Es ist als würde man die Welt neu entdecken.


Worüber ich immer schmunzeln muss ist, dass hier versucht wird, so viel wie möglich auf einmal zu transportieren.

 

Vor allem kulinarisch bietet Shanghai auch eine neue Welt für mich, die sehr lecker ist. In Shanghai isst man sehr viel Fisch, Meeresfrüchte und Hühnchen. Gewöhnungsbedürftig ist, dass im Fleisch meistens noch Knochen enthalten sind. An Street Food habe ich mich noch nicht getraut. Street Food wird vor allem abends angeboten, da ab 21 Uhr alle Restaurants geschlossen haben. Lustig sind vor allem kleine Restaurants bei denen man im Hinterhof auf Hockern isst. In so einem Lokal habe ich die leckersten Sesamnudeln in Shanghai probiert und ich muss sagen die waren wirklich lecker. Ständiger Begleiter ist mein Übersetzer, denn die Speisekarten sind nur auf Chinesisch und Englisch kann in solchen Läden wirklich niemand.

Arbeiten in einer Weltmetropole

PwC Office in Xintiandi

An meinem ersten Arbeitstag fand ein Orientation Day statt, an dem ich meinen PC und alle Informationen erhielt. Zum Glück sprechen die chinesischen Kollegen überwiegend Englisch, wodurch die Kommunikation sehr gut funktioniert. Dies ist im Alltag leider nicht oft der Fall. Vor allem in Restaurants oder im Supermarkt ist es eher selten, dass jemand Englisch sprechen kann. Auch an Touristenattraktionen ist Englisch nicht selbstverständlich.

Nachdem ich die letzte Busy Season in Deutschland mitgemacht habe, war ich gespannt darauf, was mich dieses Jahr in China erwarten wird. Auch wenn am Ende dasselbe Resultat, nämlich die Testatserteilung, das Ziel ist, sind die Wege dorthin sehr unterschiedlich. Während man in Deutschland bspw versucht sich die Arbeit durch eine Vor- und Hauptprüfung aufzuteilen, geht es in China, die diese Untergliederung nicht machen, insbesondere im Januar heiß her. Ich darf hier unterstützend bei der Prüfung, bei der Erstellung von Abschlusspräsentationen, bei Übersetzungen und vielem mehr mitarbeiten. Daneben übernehme ich noch einige administrative Aufgaben der German Business Group.  Ich wurde sehr herzlich empfangen und von Anfang an vollkommen ins Team integriert. Es herrscht eine tolle Arbeitsatmosphäre und viele chinesischen Kollegen versuchen Kontakt zu mir aufzunehmen. Es ist hier eine super Erfahrung und ich bin gespannt was mich in den nächsten 5 Wochen noch erwarten wird.

Weihnachten und Silvester dieses Jahr mal anders

Dieses Jahr habe ich Weihnachten und Silvester nicht in der Heimat verbracht. Trotz der vielen Weihnachtsdekoration, der Weihnachtsliederschleife und der vielen Durchsagen in der Metro und in der Mall mit „Merry Christmas“ ist nicht wirklich Weihnachtsstimmung aufgekommen. Während in Deutschland bis zum 24.12. ca. 14 Uhr Mittag die Kaufhäuser, Supermärkte und Parkplätze voll sind, kehrt dann doch eine besinnliche Ruhe ein. Dies war in Shanghai nicht der Fall. Es war ein normaler Samstagabend – Weihnachten habe ich nur an den „Weihnachtspreisen“ der Taxen gemerkt. Es finden auch Weihnachtsgottesdienste statt, an denen ich jedoch nicht teilgenommen habe. Ich war mit einigen Freunden in einem kantonesischen 2 Sterne Restaurant namens Canton 8 sehr lecker essen. Danach haben wir den Abend tanzend im M1NT ausklingen lassen. Die Attraktion schlechthin im M1NT ist das Aquarium mit Haifischen, die einem beim Feiern zuschauen.

Auch Silvester war in Shanghai ohne Feuerwerk, ohne Silvesterkracher und ohne Raketen ein ganz normaler Samstagabend. Im Normalfall gehen in Pudong gegen halb 11 spätestens alle Lichter aus, die Metro hört auf zu fahren und die Stadt fängt an zu schlafen. Auch in der Silvesternacht gingen die Lichter aus. Doch das störte uns nicht sonderlich. Ich habe mit einigen Freunden in zwei chinesischen Clubs in das neue Jahr gestartet. Ich bin wirklich auf den Kontrast zum Chinese New Year gespannt.

Am ersten Tag im Jahr 2017 bin ich dann in den Shanghai Circus gegangen. Die Vorführung geht rund 90 Minuten und ist nur mit Akrobaten. Es war super spannend zuzusehen, wie die Akrobaten sich verbiegen können und welche Kunststücke ein Mensch doch machen kann. Schaut bei manchen Bildern auch auf die Leinwand im Hintergrund. Ich war 90 Minuten nur am Staunen.

Traveling in China

Nachdem ich mir in den ersten drei Wochen vor allem Shanghai angeschaut habe, ging es an den freien Tagen zwischen Weihnachten und Silvester, mit dem Schnellzug dann mit 300 km/h in weniger als 5h 1.318 km nach Peking. Das Bahnnetz ist in China wirklich hervorragend und die Bahn ist kostengünstig und super pünktlich. Also perfekt zum Reisen. Als ich in Peking war habe ich erstmal gemerkt, wie westlich Shanghai doch ist. Ich hatte sehr viel Glück, denn an den Tagen, an denen ich dort war, war strahlender Sonnenschein und kein Smog. Nach der Ankunft in Peking und etwas Sightseeing ging es abends in Richtung der chinesischen Mauer. Ich hatte mich für den Abschnitt Mutianyu entschieden und habe dort in einem kleinen B&B übernachtet. Es war wirklich ein sehr toller Tag.

Vergangenes Wochenende habe ich dann noch einen Ausflug nach Huangshan zu den Yellow Mountains, alias Mountain Huangshan oder gelbe Berge gemacht. Dieses Gebirge gehört seit 1990 zum UNESCO Weltnaturerbe und Weltkulturerbe und diente als Inspiration für die hängenden Berge im Film Avatar. Auch hier hatte ich sehr viel Glück mit dem Wetter, denn an 200-230 Tage im Jahr soll es hier regen. Ich hatte zwei Tage erwischt, an denen mir die Sonne ins Gesicht lachte und ich fast einen Sonnenbrand bekommen habe.

Abends ging es dann mit dem Bus nach Hangzhou. Auch bekannt für seinen Tee und als Exportstadt von Seide. Rabea hatte euch schon von Hangzhou berichtet. Es ist eine super schöne Stadt und mit dem See strahlt es eine Ruhe und einen Charme aus, den man nicht in Worte fassen kann. Über Chinese New Year schaue ich mir hier um Shanghai einige alte Wasserdörfer an. Davon berichte ich euch dann das nächste Mal.

Das waren so im Großen und Ganzen meine ersten 8 Wochen hier in Shanghai. Ich hoffe, ich konnte Euch mit den Bildern einen Eindruck davon geben, was ich hier so erlebe. Ich habe hier eine super tolle Zeit und erlebe hier sehr viel Neues. Shanghai ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Mein Tipp daher: Bewerbt Euch! Die Deadline ist noch nicht abgelaufen 🙂

Hier heißt es in einer Woche nun Public Holiday’s and Welcome to Chinese New Year of the Rooster. Von der Dekoration wird mal wieder sehr viel geboten, aber davon berichte ich in meinem nächsten Beitrag.

Liebe Grüße

Annika