Brügge, Pralinen, Strand und Meer – In einer Stunde von der Grosstadt an den Strand

9. February 2017

Nachdem es in den letzten Tagen langsam etwas wärmer wurde, habe ich mich entschieden, mein Wochenende am Strand zu verbringen. Belgien hat über 70 Kilometer Nordseeküste zu bieten, die man sich nicht entgehen lassen darf.

Meine Reise began am Samstag Morgen mit dem Zug. Das ist im Gegensatz zu Deutschland absolut nicht teuer. Unter 26 Jahren zahlt man hier pro Fahrt im Inland nur 6€ – egal wie lang die Strecke ist.

Zur Stärkung habe ich mir an einem der vielen Baguette Verkäufe ein Baguette belegen lassen. Die Belgier zelebrieren die Zubereitung Ihrer Baguettes. Man kann zwischen verschiedenen Brotsorten und Aufstrichen wählen und kann sich ganz individuell aussuchen welchen Belag man sich wünscht.Gewürzt wird nicht mit Salz sondern natürlich mit getrockneten Tomaten oder Rucola. Ich habe mich für Camembert mit Honig und Apfel entschieden und für mein Frühstück gerade einmal 3€ bezahlt.

Frisch gestärkt kam ich dann nach einer guten Stunde in Brügge an. Die Stadt ist sehr kompakt und kann daher wunderbar zu Fuss erschlossen werden. Nach einem kurzen Check in in meinem Airbnb habe ich erst einmal im Rahmen einer Free Walking Tour die Stadt erkundet. Unser Guide hat Geschichte studiert und kannte sich daher bestens aus.

 

Brügge lebte früher vom Handel und seinem Hafen. Dieser war der südlichste Hafen der deutschen Hanse und bescherte der Stadt hohe Steuereinnahmen und Wohlstand.

Eines der meistabgesetzten Handelsgüter war – wie so oft in Belgien – Bier. Nachdem durch Klimaeinflüsse der Zugang zur Nordsee jedoch versandete, blieben die Brügger auf Ihrem Bier sitzen und tranken es fortan selbst. Das führte zu einer enorm hohen Rate an Alkoholabhängigen und brachte Brügge einen Ruf ein, den viele Belgier noch heute gerne betonen. Das Brügger Bier “De Brugse Zot” – was so viel bedeutet wie der Spinner aus Brügge – schmeckt dafür aber umso besser ;-).

Auf unserem Spaziergang durch die Stadt konnten wir an jeder Ecke schmale Grachten und Brücken entdecken. Nicht ohne Grund wird Brügge das Venedig des Nordens genannt.

Nach zwei Stunden im Freien hatten wir alle dann etwas Wärme nötig. Hier bieten sich die zahllosen Pralinenshops an.

Oft wird im Geschäft live aus Kakaobohnen Schokolade hergestellt und man kann – nur durch eine Glasscheibe vom Chocolatier getrennt – sehen, wie die kunstvollen Pralinen entstehen. Natürlich musste ich auch ein paar der sündhaft teuren Stücke erwerben – doch ich sollte es nicht bereuen.

Den Abend liess ich dann ganz belgisch bei Pommes und Kriek (mein neues Lieblingsbier mit Kirschgeschmack) ausklingen. Ein Highlight des Nachtlebens in Brügge ist sicherlich die “Beer-Wall”.

Der Eingang zum gleichnamigen Café in Brügge ist links und rechts gerahmt von einer dutzende Meter langen Wand aus verschiedenen belgischen Bieren und natürlich den passenden Gläsern. Einfach beeindruckend!

Sonntags war es dann soweit! Es ging an den lange ersehnten Strand. Von Brügge sind es mit dem Zug nur noch 30 Minuten. An der Küste angekommen kann man die sogenannte Kusttram nehmen und sich auf der längsten Tramstrecke Belgiens einmal komplett vom nördlichsten Ort an der Küste bis kurz vor die Französische Grenze fahren lassen. Die Strecke führt dabei immer am Meer entlang.

An einigen der zahlreichen Stops stiegen wir aus und liefen die letzten Meter zum Meer. Um diese Jahreszeit ist es hier noch unglaublich ruhig. Daher waren wir meistens die einzigen am Strand.

In den Dünen gönnten wir uns dann ein kleines Picknick und probierten die gestern erstandenen Pralinen. Von Basilikum bis Himbeere-Zitronengras schmeckte jede einzelne köstlich!

Und die Aussicht auf weitläufige Sanddünen tut dann ihr übriges.

Brügge, ik zie je graag!