こんにちは – Konnichiwa aus Tokyo!

20. Februar 2017

Tokyo, eine Stadt der Gegensätze, mit jahrtausend alter Kultur und Tradition auf der einen Seite und doch gleichzeitig eine schnelllebige Stadt, die sich ständig verändert und neu erfindet. Bei solchen Voraussetzungen stand schon von vornherein fest, dass das Praktikum in einer Metropole wie dieser zu einem echten Abenteuer wird.

Tokyo Tower by Night

Nach Monaten der Vorbereitung begann am 31.12.2016 für mich das Abenteuer Stairway-Praktikum in Tokyo. Mit Verspätung startete das Flugzeug, sodass ich das Jahr 2017 nicht mit einer großen Party, dafür aber mit Elektro-Teelichtern und einer ganzen Menge an Erwartungen und noch mehr Vorfreude im Gepäck über den Wolken anfing.

Blick aus dem Office, 22. Stock, auf den Hamarikyu Garden

Am Flughafen in Tokyo angekommen musste ich feststellen, dass es mein Koffer aufgrund der Verspätung nicht bis nach Tokyo geschafft hatte. Die erste Hürde war somit meinen Koffer wieder zu bekommen, was sich aufgrund von Sprachbarriere und nicht vorhandener japanischer Handynummer als nicht so einfach herausstellte. So stand ich nun in einem neuen Land mit einer fremden Kultur ohne Koffer da und war doch zugleich überwältigt von den ersten Eindrücken. Nach dem ersten Dämpfer war die Freude umso größer, als der Koffer rechtzeitig geliefert wurde und ich mit angemessener Kleidung mein Praktikum bei PwC in Japan beginnen konnte. Ansonsten hätte ich eine gute Ausrede gehabt mich direkt ins Shopping Paradies zu stürzen, wobei hier erwähnt werden sollte, dass es in den meisten japanischen Boutiquen nur eine Einheitsgröße gibt. Wer also etwas größer als der Durchschnittsjapaner ist, sollte dann doch eher das Freigepäck ausnutzen (beim Einchecken bin ich leicht ins Schwitzen gekommen, ich hatte 30 kg mit Emirates zur Verfügung und habe eine Punktlandung hingelegt).

Meiji Shrine am „becoming of age day“

Der PwC Tower ist von meiner Wohnung aus bequem zu Fuß zu erreichen, wobei man die meiste Zeit direkt beim Mandanten vor Ort verbringt. Am ersten Tag wurde ich mit Laptop und Smartphone ausgestattet und mir wurden die Kollegen der German Business Group vorgestellt. Die erste Woche endete für mich mit einem verlängerten Wochenende, da montags „becoming of age“-Day war. An diesem fanden zahlreiche traditionelle Zeremonien in den einzelnen Stadtteilen statt. Ich besuchte die größte im Yoyogi Park und schaute mir danach den Meiji Shrine. Ich habe das Gefühl, hier übertrifft ein Park den anderen. Direkt neben dem Office befindet sich der Hamarikyu Garden. Inmitten der Hochhäuser fühlt man sich fast wie in New York.

Erste Kirschblüten im Hamarikyu Garden

Hamarikyu Garden

Die zweite Woche startete mit meinem ersten Einsatz beim Mandanten. Auch wenn sich die Prüfung schon in der Schluss- und somit auch stressigen Phase befand wurde ich vom Team herzlich aufgenommen und bekam sofort spannende Aufgaben zugeteilt, die ich eigenständig erledigen durfte. Um zum Mandanten zu gelangen, musste ich die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und ich kann euch sagen, die vollgestopften Bahnen sind kein Mythos. So sehr Japaner im echten Leben Ordnung lieben, den Personal Space wahren und sehr viel Wert auf angemessenes Verhalten legen, in der U-Bahn gelten andere Regeln und man selbst hat keine Wahl außer den Wahnsinn mitzumachen. Immer wieder ein Erlebnis.


Das Highlight der Woche war der Neujahrsempfang der Deutschen Außenhandelskammer in Tokyo. Im Vordergrund stand das Networking, in Japan bedeutet das Visitenkarten austauschen (Visitenkarten gehören hier zum guten Ton und ich konnte schon einen beschauliche Anzahl sammeln), und Kennen lernen der Deutschen Community hier vor Ort, daneben gab es noch ein leckeres Buffet und ein Sakefass wurde angestochen. Traditionell trinkt man den Sake aus viereckigen Holzkistchen, die man sogar als Souvenir mit nach Hause nehmen durfte (kleine Plastiktüten wurden natürlich zur Verfügung gestellt, hier ist immer alles super organisiert).

Apropos Wohnung: wie oben schon angedeutet liegt meine Wohnung sehr zentral und nur wenige Minuten zur Fuß zum Office und von öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt. Bevor ich die Reise angetreten bin habe ich mir ziemliche Gedanken gemacht, wie die Wohnung wohl sein wird. Wohnraum in Tokyo ist sehr begrenzt und teuer, ich hatte ein Video auf Youtube über „Mein 8 qm Appartement“ gesehen und hatte quasi schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Als ich dann circa 2 Wochen vor Abreise die Adresse meiner Wohnung erhielt und auch eine Internetseite mit Bildern war ich mehr als erleichtert. Das Gebäude ist sehr neu, entsprechend auch die Möbel. Die Küche ist klein, aber voll ausgestattet, eine Waschmaschine und Bügelbrett ist vorhanden (Allerdings wäscht diese nur mit kaltem Wasser, was üblich für Japan ist, weswegen die meisten Kollegen mir geraten haben meine Blusen in die Reinigung zu geben, dann spart man sich auch das lästige Bügeln.). Außerdem kommt alle zwei Wochen der Cleaning Service. Kurz gesagt, es ist alles vorhanden was man braucht um eine gute Zeit in Tokyo zu haben und ich habe mich direkt wohl gefühlt.

Ansonsten gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken und jeder Stadtbezirk hat seinen ganz eigenen Charme. Meine Liste mit „To-Do’s“ wird immer länger, da man immer wieder neue Ideen und Empfehlungen bekommt.

Eines kann ich jetzt schon sagen: Tokyo ist eine wahnsinnig interessante Stadt und hat für jeden was zu bieten. Das Stairway Praktikum ist eine einzigartige Gelegenheit in einer Weltmetropole zu Leben und zu Arbeiten. Es ist nicht immer einfach, aber das Gefühl eine Herausforderung alleine gemeistert zu haben ist einmalig und kann euch keiner nehmen! Die Deadline für die Bewerbung ist noch nicht abgelaufen, bewerbt euch!

Bis Bald!
Verena