Freizeit in Tokyo und Weekend-Gateways

30. March 2017

Blickwinkel auf Tokyo

Was ich immer super faszinierend finde, ist der Anblick einer Stadt von oben und da bieten sich in Tokyo zahlreiche kostenlose und kostspielige Optionen.

Die neuste Aussichtplattform ist der Skytree, den ich mir nicht entgehen lassen konnte. Die meisten Aussichtspunkte befinden sich in der Stadt, der Skytree hingegen ist etwas außerhalb des Stadtzentrums gelegen und bietet so einen schönen Blick auf die Skyline.

Da ich mich spontan dazu entschied an dem Tag zum Skytree zu gehen, hatte ich kein Ticket vorgebucht.  Eigentlich wird das empfohlen, da an solchen Attraktionen der Andrang immer recht hoch ist, gerade um die Zeit des Sonnenuntergangs. Als ich ankam war die Wartezeit 1,5 h, die Alternative das Touri-Ticket für „Ausländer“, für den doppelten Preis, aber ohne Wartezeit. Nachdem ich kurzzeitig mit mir gehadert hatte, habe ich das Touri-Ticket doch gekauft. Und wie es sein sollte erreichte ich genau rechtzeitig die Aussichtsplattform als die Sonne hinter Mt. Fuji unterging, es hat sich definitiv gelohnt. Leider habe ich davon kein schönes Foto, da natürlich jeder diesen Moment festhalten wollte und deswegen ziemliches Gedränge vor dem Fenster war. Aber ich habe es gesehen!

Neben dem Skytree gibt es noch ein Observatory auf dem Tokyo Tower, der DAS Wahrzeichen von Tokyo ist. Die Aussichtsplattform ist war nicht so hoch wie der Skytree, allerdings konnte ich mir den Ausblick nicht entgehen lassen, da ich auch ganz in der Nähe wohne.

 

Last und in dem Fall auch mein least favourite war das Observatory im Metropolitan Government Building in Shinjuku. Das ist zwar kostenlos, aber der Ausblick hat mich nicht von den Socken gehauen.

 

Was auch auf meiner To-Do-Liste stand war die Rainbow-Bridge, die mittlerweile auch als Landmarke für Tokyo steht. Es gibt eine Bahnlinie die über die Rainbow-Bridge nach Odaiba fährt. Die Wagons sind extra so gestaltet, dass sich die Fahrerkabine nicht vorne oder hinten im Zug befinden, sondern dort Glasfenster sind, um den Ausblick besser genießen zu können. Typisch japanisch eben, alles gut durchdacht. Was wirklich schön ist, ist der Blick von Odaiba auf Tokyo, die Rainbow Bridge und den Tokyo Tower. Am besten kann man diesen aus dem Ferris Wheel oder mit einem Crepes an der Promenade genießen, wenn es warm genug ist.

Ein sehr japanischer Tag mit PwC-Kollegen

Ein echtes Highlight meiner Zeit hier war der Nachmittag, den ich mit internationalen PwC-Kollegen verbrachte. Wir hatten uns zum All-you-can-eat Okonomiyaki Lunch in Harajuku getroffen, bei dem man die Pfannkuchen selbst auf einer in den Tisch integrierten Grillplatte zubereitet. Die Japaner gaben die Anweisungen und dann musste der Rest (Finnländer, Russen, Indonesier und Deutsche) versuchen an das japanische Original heranzukommen. Zum Glück gestaltete sich die Zubereitung nicht allzu schwierig, die wichtigste Zutat war Geduld. Auch wenn der Hunger auf allen Seiten groß war, musste man warten und durfte den Pfannkuchen nicht zu früh wenden, sonst zerfällt er in seine Einzelteile. Danach war erstmal Bewegung nötig und wir machten einen Verdauungsspaziergang in den nahe gelegenen Yoyogi-Park, der auch den Meiji-Schrein beherbergt. Diesen hatte ich zwar schon mal besucht, aber diesmal erklärten mir die Kollegen, wie man sich „richtig“ verhält und wie man zu den Göttern betet. Wir nutzten die Gelegenheit um in die Zukunft zu Blicken. Am Eingang des Schreins war eine Tafel, die einem auf
Grundlage von Alter und Geschlecht sagt, wie die kommenden Jahre werden. Dieses Jahr wird für mich

ganz normal, aber nächstes Jahr werde ich etwas aufpassen müssen. Eine andere Religion so nah gebracht zu bekommen war eine ganz neue und spannende Erfahrung. Außerdem hatten wir das Glück eine Hochzeitszeremonie im Yoyogi-Park sehen zu können.

 

Was junge Japaner auch lieben sind Fotoautomaten, die hier Purikura genannt werden. Die machen aber nicht nur einfach Fotos, sondern das „Bearbeitungsprogramm“ ist gleich inklusive. So kann man zur Barbie oder Prinzessin werden. Wir entschieden uns für den „Prinzessin“-Automat, das Ergebnis könnt ihr hier selbst begutachten. Nach dem ganzen Spazieren waren die meisten doch etwas geschafft, denn wie sich herausstellte

gehen Japaner nicht gerne zu Fuß. Der Tag endete mit vielen Fotos und guten Erinnerungen an einen sehr japanischen Tag.

Weltkulturerbe in Nikko

Mein erster Ausflug führte mich nach Nikko. Nikko ist wahrscheinlich den Wenigsten ein Begriff, was aber die meisten kennen werden sind die Affen-Emoji. Die sind wahrscheinlich das erste mal in einem Schrein in Nikko aufgetaucht und stehen für „see no evil, hear no evil, speak no evil“. Da es inmitten von Bergen und Wäldern liegt bietet Nikko auch eine schöne Abwechslung zum Trubel in Tokyo. Außerdem wollte ich noch unbedingt die Kegon Wasserfälle und Lake Chuzenji sehen. Mir war allerdings nicht bewusst, dass die beiden auf etwa 1.200 m Höhe liegen, was ungefähr 1.000 m höher als Tokyo ist. Die Temperaturen sind demnach deutlich kälter… In meiner Naivität war ich davon ausgegangen, dass die Temperaturen ähnlich sind wie in Tokyo, allerdings war es dort oben am See richtig kalt. Zum Glück hatte ich Mütze und Handschuhe eingepackt, trotzdem war der Wind eisig. Als Belohnung gab es allerdings eine winterliche Landschaft und einen halb zugefrorenen Wasserfall. Der Anblick war mehr als Beeindrucken. Durchgefroren machte ich mich dann wieder auf den Heimweg.

Hatte ich nicht im letzten Blog erwähnt wie wahnsinnig zuverlässig die japanische Bahn sei? Die Fahrt mit dem Zug hätte theoretisch 2,5 Stunden dauern sollen, da es aber Probleme gab, mussten wir irgendwo in der Pampa umsteigen und ich war nach 4 Stunden Reise wieder in meinem Apartment in Tokyo. War klar, dass ich den Sechser im Lotto ziehe und die Bahn bei mir ausfällt. Als kleines Trostpflaster kam ich so aber mit einer Deutschen ins Gespräch, die auch alleine unterwegs war. Im Gegensatz zu mir sprach sie Japanisch, sodass sie mir sagen konnte was überhaupt vor sich ging.

Übrigens reisen in Japan deutlich mehr Menschen alleine als man das aus Europa gewöhnt ist, vielleicht auch, weil es ein sehr sicheres Land ist.

Yokohama – didn’t really feel like Japan

Obwohl Yokohama nur 30 Minuten von Tokyo entfernt ist, hat es ein komplett anderes Flair als Tokyo. Mit Kaffee in der Hand und der Sonne im Gesicht schlenderte ich an der sehr westlich geprägten Promenade entlang schlendern und den Yamashita Park genießen. Zum Abschluss testete ich mich durch das Streetfood in China Town. Eine Frühlingsrolle auf die Hand, Wantan Suppe und als Nachtisch ein Sesam Bällchen. Der Kauf der Wantan Suppe gestaltete sich gar nicht so leicht. In Japan gibt es öfters Automaten, an denen man bezahlt und dafür dann ein Ticket bekommt, was man gegen sein Essen eintauschen kann. Bisher habe ich immer versucht, diese Zahlungsweise zu vermeiden, da in der Regel die Beschriftungen nur auf japanisch sind. Als ich dann versuchte die Wantan Suppe zu bestellen, verwies mich die Verkäuferin an den kleinen Automaten und zeigte noch kurz auf die richtige Taste. Somit hätte das eigentlich kein Problem sein sollen. Also schob ich den Geldschein hinein, drückte die Taste und es passierte… nichts. Die Verkäuferin versuchte dann, den Automaten zu reparieren und ich bekam auch meine Suppe, nur das Wechselgeld blieb aus. Als ich versuchte ihr das mit ein paar Brocken japanisch verständlich zu machen holte sie leicht genervt ihren Kollegen, der zum Glück Englisch sprechen konnte. So bekam ich dann auch mein Wechselgeld, immerhin fast 7 Euro. Bei meinem Glück werde ich mich in Zukunft wieder von den Automaten fern halten, haha.

 

 

 

 

Hiroshima – auf den Spuren der Geschichte

Um nach Hiroshima zu gelangen hatte ich mich fürs Fliegen entschieden. Es war ein bisschen ein komisches Gefühl wieder am Flughafen zu sein, da es nicht mehr lange ist, bis es für mich nach Hause geht.

In Hiroshima angekommen machte ich mich auch direkt auf zum Peace Memorial Park. Das Wetter war sehr gut und ich konnte zum Mittagessen im Park sitzen (habe mir auch direkt einen

Sonnenbrand geholt). Aber trotz der schönen Umgebung überkam mich doch ein mulmiges Gefühl als ich die Peace Memorial Hall betrat. Das Zerstörungs-Ausmaß der ersten Atombombe wurde mir sehr gegenwärtig als ich das Peace Memorial Museum und den A-Bomb Dome anschaute. Irgendwie unwirklich und doch etwas das tragische Realität ist und nicht vergessen werden sollte.

 

Was bei einem Besuch in Hiroshima auch nicht fehlen darf ist die Hiroshima-Version des Okonomiyaki. Ein herzhafter Pfannkuchen der mit der Variante aus Osaka in Konkurrenz steht. Ich muss sagen, ich bevorzuge den Osaka-style, aber vielleicht hat der mir auch nur besser geschmeckt, weil wir die Version beim Okonomiyaki-Lunch selbst zubereitet haben.

Am nächsten Tag machte ich mich auf nach Miyajima. Auch dieser Name sagt wahrscheinlich nur wenigen etwas, aber hier steht das Great Torii Gate oder auch Floating Gate. Ein Bild davon wird dem einen oder anderen sicher schon mal begegnet sein. „Floating Gate“, da es in einer Bucht liegt und bei Flut im Wasser steht. Als ich ankam war Flut, aber als später am Tag Ebbe war konnte ich dann bis zum Fuß des Gates laufen. Außerdem sehenswert auf Miyajima ist der Mt. Minsen Gipfel. Um auf den Gipfel zu kommen muss man zunächst mit einer Seilbahn fahren und dann den Rest, ca. 1 km zu Fuß zurücklegen. Das gestaltete sich anstrengender als erwartet, aber oben angekommen wurde ich mit einem Ausblick auf das Meer und die umliegenden Inseln belohnt. Der krönende Abschluss war der Sonnenuntergang über dem Floating Gate, dazu lasse ich einfach mal die Bilder sprechen.

Für das nächste Wochenende steht noch ein Ausflug nach Kyoto an, wo ich hoffentlich die Kirschblüte genießen kann. Davon und von meinen letzten Tagen in Tokyo werde ich euch im nächsten Beitrag berichten.

Bis dahin!

Verena