Hello Singapore!

5. April 2017

Da ihr von Christian und Franziska schon einiges über Singapur gehört habt, möchte ich euch hauptsächlich von meinen persönlichen Eindrücken hier erzählen.

Am 6. Februar war es für mich so weit. Wenn ich ein Monat davor noch gedacht hatte zu diesem Zeitpunkt mit der bitteren Kälte New Yorks zu kämpfen, war ich nun am anderen Ende der Welt angelangt. Da sich mein Reiseziel sehr kurzfristig geändert hatte, stand ich ziemlich unvorbereitet und mit wenigen Erwartungen am Changi Airport und wartete in der angenehmen Wärme auf meinen Fahrer. Die sommerliche Luft machte mich schon glücklich, da ich 24 Stunden davor noch in meiner Winterjacke gesteckt hatte. Erst als ich mich beim Einsteigen ins Taxi fast am Platz des Fahrers setzte, wurde mir klar, dass in Singapur Linksverkehr ist. So schnell hatte ich schon etwas neues über diesen Stadtstaat gelernt. Bereits auf der Fahrt zum Hotel war ich beeindruckt, wie viele hohe Gebäude die Kulisse der Stadt prägten, wie breit die Straßen waren und wie sauber und ordentlich alles aussah.

Singapur bei Nacht

Gleich fiel mir auf, wie freundlich der Taxifahrer zu mir war. Er stellte mir Fragen, interessierte sich für mich und war neugierig über meinen Aufenthalt in Singapur. Er erzählte mir auch gleich einige Fakten über sein Heimatland. Wie sich später herausstellen sollte, würden die meisten meiner Taxifahrten so sein.

Eine der Sorgen, die ich vor meiner Abreise gehabt hatte, betraf die Sprache. Mir war klar, dass Englisch eine der Amtssprachen ist, allerdings neben Chinesisch, Malaiisch und Tamil. Während ich den Taxifahrer und die Hotelmitarbeiter recht gut verstanden hatte, änderte sich das ganz schnell an meinem ersten Arbeitstag. Auch mein erster Tag bestand hauptsächlich aus einer Orientierung von seiten verschiedener Mitarbeiter. Während ich bei einigen nur wenige Schwierigkeiten hatte, fragte ich mich bei anderen, welche Sprache sie gerade sprachen. In meinen Ohren klang es wie Chinesisch, nur mit englischen Worten. Und weil sie dazu ziemlich schnell sprachen, konnte ich teilweise nicht folgen. Wie ich später erfuhr, wird die Sprache hier oft Singlish genannt, weil sie eine Mischung aus Englisch und den anderen Spracheinflüssen ist. Z.B. das „Lah“ an fast jedem Satzende oder das „Can, can“, was so viel wie heißt wie „ist machbar“. Umso glücklicher war ich, als ich mit meinen deutschen Mitarbeitern bekannt gemacht wurde, besonders als ich Franzi sah, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie hier antreffen würde.

Orchideen Garten

Die folgenden Wochen waren recht intensiv. Wie Franzi bereits erzählt hat, versuchten wir so viel wie möglich aus unserer Zeit zu machen. Wir gingen auf die alljährliche Chingay Parade, wir sahen uns die Insel Pulau Ubin an, am

Gardens by the Bay

Abend entspannten wir uns während der Lichtershows am Marina Bay und bei den Gardens by the Bay. Wir machten auch eine Tour durch Little India, Chinatown und verschiedene Sehenswürdigkeiten wie die Singapore Sky Bridge, Marina Bay, den Singapore Flyer und entspannten uns zwischen dem einen und dem anderen Stopp in den Parks, wie Marina Barrage (bekannt für das Drachensteigen). Natürlich wollten wir auch die Night Life erkundigen und gingen z.B. in die Club Street, die sehr nahe am Office ist, auf die Haji Lane, oder auf verschiedene Roof-top Bars wie 1Altitude.

Pulau Ubin

Das Beeindruckende an diesem Land ist, dass es so viele verschiedene Seiten bietet. Während das Zentrum mit den Wolkenkratzern und deren Ausblicken über die Skyline den Eindruck einer Metropole und eines Finanzzentrums erwecken, zeigen die Affen, die man in den Parks findet, die vielen tropischen Pflanzen und Regenwälder und die etwas außerhalb liegenden Farms eine andere Seite. Ein Aspekt Singapurs, der daran erinnert, dass das Land vor nicht allzu langer Zeit seinen Nachbarländern ähnlicher war. Besonders als wir ein Wochenende in Malakka verbrachten, wurde mir klar, wie unterschiedlich die beiden Nachbarländer sind. Die Organisation und Sauberkeit Singapurs gingen bald verloren als wir über die Grenze fuhren. Auch war es nicht mehr selbstverständlich, dass man sich mit Leuten auf Englisch unterhalten konnte. Während man in Singapur als Tourist nicht wirklich auffiel, freuten sich viele der Taxifahrer in Malakka über ein Selfie mit uns. Alles in allem hatten wir aber richtig viel Spaß an dem Wochenende, und dies nicht nur aufgrund der günstigeren Preise!

Ramen

Eine Sache in der sich die beiden Länder nicht allzu sehr unterscheiden, ist das Essen. Wie auch in Malaysia, findet man in Singapur eine breite Palette an

asiatischen Gerichten. Von Thai zu Vietnamesisch, Japanisch, Koreanisch, Indisch, Indonesisch, Chinesisch und vieles mehr. Was ich toll fand, sind die sogenannten Hawker Center. Dabei handelt es sich um Food Courts mit unzähligen kleinen Ständen, wo jeder etwas nach seinem Geschmack findet. Ein örtliches Gericht, das ich sehr gern gegessen habe, ist Chicken Rice. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um Reis mit Hühnchen.

Bollywood veggies Farm

meiner Meinung nach allerdings die Kokosnüsse und der frisch gepresste Fruchtsaft aus allem möglichen Obst, den man überall relativ günstig bekommt.

Auch sehr lecker ist der Carrot Cake, der kein Kuchen ist, sondern mehr wie Omelette schmeckt. Das Beste an diesen Hawker Centres sind meiner Meinung nach allerdings die Kokosnüsse und der frisch gepresste Fruchtsaft aus allem möglichen Obst, den man überall relativ günstig bekommt.

Während es mir mit der Zeit leichter viel, mit den Leuten zu kommunizieren und sie zu verstehen, wurde mir zugleich auch klar, wie freundlich die Leute hier sind. Auch wenn man manchmal nicht die gleiche Sprache spricht, kann man sich mindestens

Chingay Parade

mit Händen und Füßen verständigen. Ich hatte auch die Gelegenheit mit einem örtlichen Team zusammenzuarbeiten und mehr darüber zu lernen, wie deren Alltag verläuft. Trotz der langen Arbeitstage fanden meine Kollegen immer die Zeit sich beim gemeinsamen Mittagessen (und oft auch Abendessen) auszutauschen. Was mir gleich auffiel war, dass diese Pausen oft um einiges länger waren als die, die ich aus Deutschland kannte. Bald merkte ich auch, dass meine Kollegen und ich ein unterschiedliches Verständnis von Entfernungen hatten, was ich sehr amüsant fand. Da Singapur nicht sehr groß ist fand ich, dass besonders alles, was zentral gelegen ist, zu Fuß gut und recht schnell erreichbar ist, während meine Kollegen bereits bei einem viertelstündigen Sparziergang in ein Taxi oder in die MRT sprangen. Allerdings verstand ich sie besser, als ich die ersten Tage zu Fuß ins Office ging und ich ganz verschwitzt ankam, weil es in der Früh schon so warm und schwül war.

Lazarus Island

Mittlerweile sind schon zwei Monate um. Ich habe hier viel gesehen und viel gearbeitet und gelernt und ich habe die Zeit wirklich genossen. Ich habe hier sogar ein paar tolle Sachen gemacht, die ich zu Hause noch nicht erlebt hatte, wie beispielsweise die GoKart Fahrt oder das Coldplay Konzert. Mein Wunsch wäre es, etwas mehr Zeit zu haben um auch die Länder zu erkundigen, die von hier aus eigentlich sehr schnell zu erreichen sind. Allerdings ist ein Wochenende dafür oft zu kurz. Nichtsdestotrotz bin ich froh, dass ich mein Praktikum hier machen durfte und ich freue mich, dass ich noch einen ganzen Monat hier verbringen kann. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei PwC Stairway bedanken, dafür dass sie diese unbezahlbare Erfahrung für mich möglich gemacht haben.