As-salam alaykom

3. Dezember 2017

Hallo ihr Lieben,

seit meiner Ankunft in Dubai sind bereits einige Wochen vergangen und ich möchte den 46. Nationalfeiertag der Vereinigten Arabischen Emirate („VAE“) dazu nutzen, Euch von meinen ersten Eindrücken zu berichten.

Der 46. Nationalfeiertag und Dubais Stadtbild

Vor 46 Jahren ergriffen die damaligen Scheiche die Initiative zur Gründung einer Föderation der Emirate, sodass am 2. Dezember 1971 die Flagge der VAE das erste Mal gehisst wurde. 

Dubais Geschichte – ebenso wie diejenige der VAE – ist bei weitem nicht so umfangreich wie die manch anderer Länder im Nahen Osten. Aber die rasante Entwicklung der Stadt von einem kleinen Perlenfischerdorf zu einer modernen Handelsmetropole spiegelt wunderbar den Charakter dieser Stadt wieder: ständiger Wandel gemischt mit dem Drang zur Superlative. Obwohl beispielsweise der Burj Khalifa – das seit 2008 höchste Bauwerk der Welt – mit seinen 828 Metern die Skyline von Dubai überragt, ist bereits ein neuer Wolkenkratzer in Planung. Der so genannte Dubai Creek Harbour soll den bisherigen Wolkenkratzer um einiges überragen und rechtzeitig zur Weltausstellung 2020 eingeweiht werden. Dies verdeutlicht nur zu gut, dass Dubais Stadtbild permanent „currently (!) under construction“ ist

Nahezu ausnahmslos alle Gebäude und Einrichtungen der Wüstenmetropole sind klimatisiert. Neben den Büros und Hotelzimmern werden auch die Außenpoolanlagen, die Metro und sogar die Bushaltestellen gekühlt. Zugegebenermaßen erscheint dies zunächst sinnvoll, wenn man bedenkt, dass die Temperaturen im Sommer zeitweise bis zu 50 Grad am Tag erreichen und es nachts selten unter 30 Grad abkühlt. Verlässt man jedoch die stark klimatisierten Einrichtungen, wird man jedes Mal erneut von einer saunartigen Hitzewelle erschlagen. Diese starken Temperaturunterschiede haben mich anfangs sehr geschlaucht. Dadurch, dass es mittlerweile aber auf angenehme 30 Grad am Tag abgekühlt hat, hat sich dieses anfängliche Problem gelegt.

Arbeiten bei PwC Dubai und Dubais Bevölkerung

An meinem ersten Arbeitstag bei PwC Dubai wurde ich dem Transfer Pricing („TP“) Team zugeordnet, das sich primär um die Ermittlung und Dokumentation der fremdüblichen Preise und Konditionen für konzernintern erbrachte Leistungen kümmert. Die Kollegen stammen aus den verschiedensten Ecken der Welt: Spanien, Kanada, Indien, Pakistan und Ägypten.

Diese multikulturelle Zusammensetzung der Teams ist eine weitere Besonderheit Dubais, schließlich sind in den VAE die Emirater in der Minderheit. Etwa 85 % der Einwohner sind Expatriates. Sie erbringen den größten Teil der Wirtschaftsleistung und kommen vorwiegend aus dem südlichen Asien, wie etwa Indien, Pakistan, Bangladesch, Sri Lanka und den Philippinen. Weil vorrangig jüngere kräftige Männer für gering qualifizierte Arbeiten primär im Bauwesen angeworben werden, sind zurzeit nur etwa ein Viertel aller Einwohner weiblich. Dies erklärt auch, warum es in der Metro separate Abteilungen eigens für Frauen und Kinder gibt, die bei weitem nicht so überfüllt sind wie die Männerabteilungen. 

Das TP Team sitzt im achten Stock im Emaar Square, das sich direkt neben der Dubai Mall und somit dem Burj Khalifa befindet. Beim Verlassen des Büros am Abend kann man daher jedes Mal einen netten Blick auf das höchste Gebäude der Welt werfen – für mich die schönste Art den Feierabend einzuläuten!

Der Arbeitsalltag im PwC Office ist meist etwas hektischer als man es von deutschen Büros gewöhnt ist, was grundsätzlich dem Umstand des Großraumbüros geschuldet ist. Ob nun die damit verbundenen Vorzüge der kurzen und gleichzeitig persönlichen Kommunikationswege oder jedoch der vergleichsweise hohe Lärmpegel überwiegt, ist wohl eine Frage der Konzentrationsfähigkeit. In jedem Fall habe ich über die Zeit gelernt, die Geräuschkulisse besser auszublenden, und gleichzeitig feststellen können, dass das Kontakteknuepfen in solchen Bueros wie von selbst laueft. Schließlich kommt man nicht drum herum, am Gespräch der Kollegen mitzuhören (oder vielleicht auch zu lauschen) und hin und wieder seinen eigenen Senf dazu zu geben.

A propos Senf: Ich möchte Euch nicht zu sehr mit meinen ersten Eindrücken aus dem wunderbaren Dubai überhäufen. Daher verabschiede ich mich an dieser Stelle und freue mich, euch schon bald weiteres aus meinem Aufenthalt in den VAE zu berichten!