Eisige Frühlingsgrüße aus とうきょう (Toukyou)

12. Februar 2018

Konnichiwa (こんにちは)! Am 4. Februar wird in Japan alljährlich Risshun (立春) gefeiert, ein Fest um den Frühling zu begrüßen. So richtig warm will es aber noch nicht werden. Ganz im Gegenteil – hier in Tokyo wurde mit -4 Grad die kälteste Temperatur seit 48 Jahren gemessen und wohin man schaut sind die nicht an Kälte gewöhnten Japaner am Frieren. Nichtsdestotrotz habe ich als an Kälte gewöhnter Deutscher einiges in Japan in den letzten Wochen erlebt…

Arbeitsalltag

Die letzten Wochen habe ich zur Hälfte im Office in Tokyo verbracht und mich dabei mit Themen der Prüfungsplanung für verschiedene Mandanten beschäftigt und zur anderen Hälfte beim Mandanten, wo es dann darum ging mit meinen Kollegen die in der Prüfungsplanung festgelegten Prüfungsfelder zu bearbeiten. Am Besten gefallen haben mir bisher die Verantwortung, die mir selbst als Praktikant zu Teil wird und der enge Kontakt zu den Führungsetagen der Unternehmen bei der Bearbeitung der Prüfungsfelder. Besonders spannend war das sogenannte “Show-me-meeting” mit dem CEO eines Mandanten, von dem ich aus erster Hand Entwicklung, Performance, Risiken und Strategie des Unternehmens erfahren konnte. Weiterhin hervorheben kann ich nur den unglaublich freundlichen Umgang miteinander auf der Arbeit. Bisher war bei jedem Projekt die Stimmung unter den Kollegen sehr gut und ich wurde immer herzlich aufgenommen. Beim gemeinsamen Mittagessen wird außerdem immer darauf geachtet, Essen auszuwählen, welches ich bisher noch nicht in Japan probiert habe, um mir in der kurzen Zeit einen möglichst großen Einblick in die japanische Esskultur zu ermöglichen.

…wie Horumon (Innereien)

Korean BBQ gehört genauso zur Esskulutur…

 

 

 

 

 

 

 

Leben in Tokyo

Meine Wohnung befindet sich im sehr zentralen Stadtteil Roppongi und ist nach nur knappen 5 Minuten Gehweg an das U-Bahn System in Tokyo angeschlossen. Zum Office brauche ich ca. 15 min und bis zu allen anderen wichtigen Punkten in Tokyo maximal 40 min. Das Leben in Tokyo ist teurer als in Deutschland, was vor allem bei den Mieten und den Lebensmittelpreisen im Supermarkt zu merken ist. Eine der wenigen Sachen, die wirklich billiger ist als in Deutschland ist paradoxerweise der Restaurantbesuch, weshalb viele Japaner anstatt zu kochen abends ein Schnellrestaurant besuchen. Zum Frühstück isst der Japaner klassischerweise Reis womit ich mich persönlich aber noch nicht anfreunden konnte. Was man hier auch an jeder Ecke sieht sind sogenannte  “Konbinis” (コンビニ), eine Mischung zwischen Kiosk und Supermarkt, die von Instantnudeln bis Backwaren alles für den schnellen Hunger verkaufen.

Hochhäuser so weit das Auge reicht

Sicht auf Tokyo von Odaiba

Freizeit

Wie schon im letzten Blog erwähnt, bieten Tokyo und Umgebung unheimlich viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Nach und nach arbeite ich alles ab und lerne fast jeden Tag neue Facetten von Tokyo kennen. Um den Blog nicht zu lang werden zu lassen beschränke ich mich auf die absoluten Highlights meiner letzten Wochen.

Vor drei Wochen bin ich mit Freunden nach Hakone für einen Wochenendausflug gefahren. Hakone ist eine bergige Region im Süden von Tokyo, die vor allem für ihre Onsen (heiße Quellen) einen schönen Tempel und den Ashi-See bekannt ist. Auf einem nahegelegenen Berg befindet sich außerdem eine Schwefelquelle, mit deren Schwefel Eier gekocht werden, die dann eine schwarze Schale haben und dem Mythos nach das Leben nach dem Verzehr um drei Jahre verlängern. Besonders schön war der zum Teil kniehohe Schnee, der aufgrund der Lage von Hakone noch große Teile der Fläche bedeckt hielt.

Ashi-See

Tempel in Hakone

 

 

 

 

 

 

 

Um auch ein bisschen Kultur zu erleben kann ich nur das Mori Museum in den Roppongi Hills empfehlen, das neben einer Ausstellung zur menschlichen Wahrnehmung auch eine tolle Aussichtsplattform bietet auf der sich eine Ausstellung zum Spiel “Space Invaders” befindet  und die Möglichkeit bietet über den Dächern von Tokyo gegen andere Besucher anzutreten. Interessant war auch der Besuch des Cup Noodles Museum in Yokohama, in dem der Erfinder “Momofuku Ando” wie ein Held gefeiert und in gleichem Atemzug mit Größen wie Sokrates und Albert Einstein genannt wird.

Mori Museum

Cup Noodles Museum

 

 

 

 

 

 

 

Beim Sightseeing in Shibuya und Harajuku konnte ich dann aber auch noch einmal die komplett verrückte Seite von Tokyo erleben. Denn die riesige und laute Shibuya Crossing und Menschen verkleidet als Mangas oder als Cosplayfiguren, sowie verrückte kleine Geschäfte an jeder Ecke gehören genauso zu Tokyo wie der unmittelbar angrenzende ruhige Yoyogi Park mit seinem  „Meiji“ Tempel.

Shibuya Crossing

Meiji Tempel

 

 

 

 

 

 

 

Genauso wie bisher, aber gerne auch mit ein paar Grad mehr, kann es weitergehen mit meinem Praktikum in Tokyo.

Wie genau es weitergeht erfahrt ihr dann ausführlich in meinem nächsten Blogeintrag.

Mata ne (またね)

Jonas