¡Essen gibt es später!

12. Februar 2018

Dieser Post erscheint leider etwas später als zunächst beabsichtigt. Doch mittlerweile bin ich komplett in Madrid und auch im Arbeitsleben angekommen. Seit vorletzter Woche bin ich einem Projekt zugeteilt, was zurzeit sehr viel Zeit beansprucht und dadurch komme ich erst relativ spät von der Arbeit nachhause. Meinen schnellen Einstieg in das tägliche Projektgeschäft verdanke ich zu großen Teilen auch meinem vorangegangenen Praktikum bei PwC in Deutschland. Ich habe in Madrid quasi dort weitergemacht, womit ich in Düsseldorf aufgehört habe.

Financial Due Diligence – was ist das eigentlich?

Aber vielleicht fange ich erst einmal damit an was ich eigentlich genau in der Deals Abteilung mache und warum es nicht so ungewöhnlich ist länger zu arbeiten.

Um es genau zu nehmen arbeite ich in der Financial Due Diligence Abteilung, die u. a. neben der M&A Abteilung und der Valuation & Strategy Abteilung zu Deals gehört. In der Deals Abteilung dreht es sich um den Kauf, Verkauf oder den Zusammenschluss von Unternehmen. In einer Financial Due Diligence analysieren meine Kollegen und ich die vergangenen Jahresabschlüsse eines Unternehmens und normalisieren diese in Hinblick auf außergewöhnliche Ereignisse. So wird zum Beispiel der Umsatz aus den vergangenen Jahren einer Abteilung herausgerechnet, wenn diese kurz vor dem Abschluss der Transaktion verkauft wurde. Darüber hinaus guckt man sich unter anderem auch noch den Cash Conversion Circle und Preis- & Volumenänderungen an.

Lange Arbeitszeiten ergeben sich meist aus zwei Günden. Häufig sind sie der Fall, wenn man Unternehmen auf der Käuferseite berät und diese ein anderes Unternhemen im Rahmen einer Auktion erstehen wollen. Da die Zeit bis zu einer Auktion meist sehr knapp ist, muss auch die Financial Due Diligence in kurzer Zeit erstellt werden. Der zweite Grund ist meistens weit aus frustrierender, da bis kurz vor Abgabe des Projekts noch wichtige Informationen fehlen und diese dann kurzfristig noch eingearbeitet werden müssen. In der Regel findet man aber nach Abschluss des Projekts die Möglichkeit die Mehrarbeit auszugleichen. Wichtig zu erwähnen ist noch, dass die Financial Due Diligence eine Teamarbeit ist. Jedes Teammitglied übernimmt dabei einen bestimmten Teil des Jahresabschlusses und führt die entsprechenden Analysen durch. Am Ende werden die einzelnen Analysen dann zu einem übergreifenden Report zusammengefasst.

Erwähnenswert ist noch, dass neben der ganzen Arbeit der Spaß im Büro nicht zu kurz kommt und die Arbeitsatmosphäre sehr angenehm ist.

Arbeiten in Spanien

Essen in der Kantine

Wie versprochen möchte ich euch noch einen kurzen Überblick über die auffälligsten Unterschiede zwischen Deutschland und Spanien geben. Fangen wir bei den Arbeitszeiten an und damit meine ich nicht die Überstunden, die unterscheiden sich nämlich nicht zwischen den beiden Ländern. Hier sind die regulären Arbeitszeiten von Montag bis Donnerstag von 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr und am Freitag von 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr. Diese Regelung finde ich gegenüber dem deutschen 8-Stunden Tag sehr gut, da der Freitag so für Termine oder Ausflüge genutzt werden kann. Ein weiterer Unterschied, der mir am Anfang sicherlich am schwersten gefallen ist, betrifft die Mittagspause. Aus Deutschland war ich es noch gewöhnt pünktlich um 12 Uhr Mittags Essen zu gehen. Hier in Spanien wird aber selten vor halb 2 gegessen. So hat sich in den ersten Tagen mein Bauch doch das ein oder andere Mal zu Wort gemeldet. Wie meine Vorgängerin schon berichtet hat, unterscheidet sich auch das Essen an sich erheblich. So hat die Cafeteria für Veganer wenig zu bieten. Egal ob Nudeln oder Reis zur Vorspeise serviert werden, Fleisch ist immer dabei und als Hauptgericht kann man dann noch einmal zwischen Fleisch oder Fisch wählen.

Im nächsten Beitrag erkläre ich euch dann Überlebensstrategien für das Büro und den Alltag, wenn ihr in Spanien seid aber kaum spanisch sprecht.

Schnee in Madrid

Blick über Madrid

 

 

 

 

 

 

 

Viele Grüße,

Gregor