Busy-Season in Barcelona

4. März 2018

Mittlerweile sind zwei Monate in Barcelona vergangen. Wie in meinem letzten Blogeintrag angedeutet, möchte ich euch vermitteln, wie mein Arbeitsalltag in Spanien abläuft, welche Besonderheiten es gibt und welche Unterschiede zum deutschen Arbeitsalltag bestehen.

Erster Eindruck der Arbeitswelt in Barcelona

In den vergangenen sieben Wochen war ich auf drei verschiedenen Mandaten. Als erstes ging es für zwei Wochen zu einem Pharmaunternehmen, danach arbeitete ich in der Prüfung eines Herstellers für Reinigungsmittel. Am Freitag hatte ich meinen letzten Tag bei einem System- und Serviceanbieter von polymerbasierten Lösungen.

Für mein Praktikum und meine Werkstudententätigkeit in Deutschland war ich über die volle Zeit in der Financial Service Line aktiv. Deshalb freue ich mich natürlich, in Barcelona die Vielfalt der Mandate der Industrial Service Line kennenzulernen.

Auf jedem Mandat arbeitet man vor Ort mit einem anderen Team. Diese Teams bestehen je nach Mandatsgröße aus mehreren Junior/Senior Prüfern und einem Manager. Als Praktikant übernimmt man eigene Prüfungsaufgaben und trägt dafür die Verantwortung. Am ersten Tag wurde ich gefragt, welche Aufgaben mir vom vorherigen Team zugeteilt wurden, sodass ich die Chance bekam, in neuen Prüfungsschwerpunkten mitzuarbeiten.

Der Arbeitsalltag

Interessanterweise, gibt es in Spanien nicht das klassische „nine to five“ Arbeitszeitmodell. Die PwC-Angestellten folgen einem Arbeitskalender. Der Arbeitskalender ist für jede Service-Line und jeden Bereich unterschiedlich. Im Bereich Assurance gehen die regulären Arbeitszeiten von Dezember bis Mai von Montag-Donnerstag von 9:00 bis 19:00. Freitags arbeitet man halbtags bis 15:00 und hat somit ein längeres Wochenende.

Die Kompensation erfolgt im Sommer. Von Juli bis September erlaubt der Arbeitskalender auch montags-freitags ab 15:00 die Arbeit zu beenden. Da kann man zum Beispiel Mittwochnachmittags nach der Arbeit für ein paar Stunden am Strand entspannen bevor es zum Abendessen geht.

Die „Busy-Season“ ist in Spanien, wie in Deutschland, relativ arbeitsintensiv. Trotzdem wird morgens die Zeit genommen, gemeinsam zu Frühstücken.

Barcelona verfügt über unzählige Restaurants und Cafés. Jeden Tag gab es etwas klassisch Katalanisch oder Spanisches auf dem Menu, die Vielfalt war groß. Manche Speisen sind aus mitteleuropäischer Sicht ungewöhnlich, wie zum Beispiel frittierte Sardellen. Enttäuscht wird man von der lokalen Küche aber nie!

Als Praktikant trägt man von Beginn an Verantwortung. Man wird als vollständiges Teammitglied gesehen und es wird sehr viel Wert daraufgelegt, die Praktikanten in den Prüfungsprozess zu integrieren.

Alltags- und Arbeitssprache ist Spanisch. Nach gut zwei Monaten konnte ich mich an das extreme Sprachtempo mancher Spanier gewöhnen. Es wird sehr darauf geachtet, dass ich durch kleinere Sprachbarrieren nicht zum Nachteil komme. Beim letzten Engagement beruhte das auf Gegenseitigkeit. Bei der Prüfung einer deutschen Tochtergesellschaft, konnte ich den Kollegen bei der Übersetzung von deutschen Dokumenten helfen.

Zwischenfazit: Der Arbeitsalltag in Spanien macht sehr viel Spaß! Die Kollegen sind sehr zuvorkommend und der Lerneffekt groß. Ich kann kaum glauben, dass schon der letzte Monat für mich in Barcelona angebrochen ist.

Freizeit

Mit der Zeit wird es wärmer und größere Sightseeing-Touren werden möglich. Die letzten Wochenenden nutzte ich, um so viel wie möglich in der Stadt zu erkunden. Trips auf den Tibidabu oder auf den Montjuic sind empfehlenswert. Sowohl die Kathedrale Sagrat Cor, als auch die Aussicht von den jeweiligen Aussichtsplattformen sind beeindruckend!

Letzte Woche konnte ich das Wichtigste meiner Bucketlist von Barcelona streichen. Einmal ins Camp Nou zu gehen und Spieler wie Messi und Suarez beim Fußballspielen zuzusehen. Ein bisschen Glück hatten wir bei der Spielwahl, denn bei einem 6:1 Endstand mangelte es keineswegs an Highlights.

Ich bin gespannt, welche neuen Eindrücke der März mit sich bringt!

Bis bald,

Leo