Tokyo – Besuch aus Singapur

19. März 2018

Konnichiwa (こんにちは)! Die Wochen vergehen auch in Tokyo wie im Flug. Mittlerweile bin ich schon seit knapp 10 Wochen hier und auch der Frühling kommt so langsam in Fahrt – auch wenn der März hier, wie der April in Deutschland, viele Temperatur- und Wetterschwankungen mit sich bringt. Als mich Stairway-Praktikant Stefan aus Singapur in Tokyo besucht hat, hatten wir jedoch Glück mit dem Wetter und somit unter anderem einen tollen Blick auf den höchsten und berühmtesten Berg in Japan, dem Mt. Fuji.

Arbeitsalltag

Aber erst einmal zur Arbeit. Die Busy Season ist weiterhin auch in Tokyo in vollem Gange, auch wenn sie sich mittlerweile so langsam dem Ende zuneigt. An der Struktur meiner Arbeit hat sich seit dem letzten Blogeintrag wenig geändert. Ich verbringe weiterhin ungefähr 50% meiner Zeit im PwC Office in Tokyo, um bei der Prüfungsplanung zu helfen und 50% meiner Zeit bei Mandanten, um mit einem immer wechselnden und weiterhin sehr sympathischen Team die Prüfungsfelder abzuarbeiten. Was sich jedoch verändert hat, sind meine Aufgabenfelder und natürlich die Art der Unternehmen, sodass meine Arbeit nicht eintönig wird. Als Wirtschaftsprüfer ist es essentiell, das Unternehmen und das Unternehmensumfeld zu verstehen, um Risikofaktoren zu identifizieren und bei der Bearbeitung der Prüfungsfelder den richtigen Fokus zu setzen. Dieser Einblick in verschiedenste Unternehmen und der Zugang zu Daten, Dokumenten und Informationen, die der Öffentlichkeit nicht bekannt oder noch nicht veröffentlicht sind, ist mit Sicherheit ein Alleinstellungsmerkmal im Beruf des Wirtschaftsprüfers und macht den Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich.

Kulturelle Unterschiede

Dieser Teil meines Blogs ist der wohl bisher schwierigste, da ich nach knapp 10 Wochen weder behaupten kann, die japanische Kultur vollends verstanden noch komplett kennengelernt zu haben. Auf den ersten Blick sieht Tokyo sehr westlich aus – gepflegtes Stadtbild, moderne und zahlreiche Hochhäuser, gigantische Shopping Malls und riesige Werbebanner von Coca-Cola und Apple. Wenn man jedoch genauer schaut und Menschen kennenlernt, fallen jedoch einige Unterschiede auf.

Zum Beispiel haben Freundlichkeit und Service einen viel höheren Stellenwert als in Deutschland – sei es auf der Arbeit, im Supermarkt oder im Restaurant. Es heißt hier sprichwörtlich nicht „der Kunde ist König“, sondern „der Kunde ist Gott“. Außerdem hat die japanische Sprache mehrere Höflichkeitsstufen, in denen Verben, in Abhängigkeit vom Beziehungsverhältnis, unterschiedlich konjugiert werden.

In Japan gibt es darüber hinaus mehr Regeln, die auch strenger befolgt werden – besonders in der Arbeitswelt. Für ein Vorstellungsgespräch gibt es beispielsweise einen Regelkatalog, der vorschreibt, wie oft man an die Tür zu klopfen oder wie der Bewerber zu sitzen hat. Die Japaner sind außerdem so höflich, dass man seinen verlorenen Geldbeutel oder sein verlorenes Smartphone mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zurück erlangt.

Respekt spielt die größte Rolle in Japan. Man wird sehr freundlich aufgenommen und interessiert sich für die andere Kultur, im Gegenzug aber wird verständlicherweise auch dasselbe von dem Gegenüber erwartet. Beachtet man jedoch dies, wird man keinerlei Probleme mit den Japanern haben und alle kulturellen Fehltritte werden verziehen.

Japanische Hochzeit

Tokyo Maratho

Sushi Restaurant 

Chinesischer Hot Pot 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freizeit

Wie auch in den letzten Blogeinträgen, muss ich mich auch dieses Mal auf die Highlights beschränken, da ich schon wieder einiges in Tokyo und Umgebung erlebt habe.

Eines meiner Highlights war mit Sicherheit der Wochenendausflug in die Olympiastadt von 1998: Nagano. Deutlich kleiner als Tokyo, aber mit einem besonderen Charme hat auch Nagano viel zu bieten. Bei Temperaturen knapp unter 0°C und leichtem Schneefall, war der Besuch des „Snow Monkey“ Parks, in dem Affen bei eisigen Temperaturen in heißen Quellen (Onsen) baden und leben, faszinierend. Auch der Besuch des Skigebiets hat sich bei strahlendem Sonnenschein am nächsten Tag mehr als gelohnt.

Snow Monkeys

Skigebiet Nagano

 

 

 

 

 

 

 

Wie bereits erwähnt, hat mich der Stairway-Praktikant Stefan aus Singapur in der letzten Woche besucht, und wir konnten neben Tokyo auch Ausflüge in das Umland machen. Zum Beispiel zu den „Five Lakes“ in Kawaguchiko, mit wunderschöner Aussicht auf den Mount Fuji und einem Ausflug nach Kamakura, ein beliebtes Ausflugsziel eine Stunde von Tokyo entfernt, in dem man auf kleinster Fläche unzählige Tempel sehen kann.

Kamakura Bambus Forest

Mt. Fuji und Pagode

 

 

 

 

 

 

 

In den leider letzten Wochen meines Praktikums steht für mich der Abschluss mehrere Projekte auf der Arbeit, aber auch noch eine kleine Reise durch Japan an.

Von all dem werdet ihr in meinem dann letzten Blogeintrag ausführlich erfahren.

Mata ne (またね),

Jonas