Stairway? You know, it’s a special program of PwC Germany

20. März 2018

Néi hóu (你好) aus Hong Kong!

Mein letzter Post ist nun schon mehr als 5 Wochen alt. Die Zeit vergeht schlichtweg wie im Flug! Höchste Zeit, euch erneut von meinen Erlebnissen im Februar zu berichten, auch wenn etwas verspätet. Ich werde immer wieder von neuen Kollegen, Expats oder Mandanten gefragt, wie ich es denn überhaupt als Praktikant nach Hong Kong geschafft habe, oder wie ich beispielsweise die Wohnung organisiert habe. Mir ist dabei aufgefallen, dass ich immer wieder den gleichen Satz verwende, um meine Erklärung zu initiieren: „You know, it’s a special program of PwC Germany“. Denn selbst nach 50 Erklärungsversuchen bleibt das Programm, und die damit verbundenen Erlebnisse, unbeschreiblich!

Die Skyline ist nach 2 Monaten immer noch sehenswert

 

Financial Services – zwischen Banking, Fonds und Versicherungen

In meinem letzten Blogeintrag kam ich gerade von meiner Reise aus Taiwan zurück und genau an dieser Stelle möchte ich meine Erlebnisse fortführen. Denn in der ersten Februarwoche habe ich das Glück gehabt, an einem anderen Mandanten mit einem neuen Team arbeiten zu dürfen. Keine Sorge! Ich bleibe meinem richtigen Team bis zum Ende des Praktikums treu, auch wenn ich bei meinem nächsten Blogeintrag über eine kurze Liaison mit einem Versicherungsengagement berichten werde. Vorweg, es ist auf jeden Fall lehrreich auch an anderen Themen mitzuarbeiten, zudem sorgt das für die nötige Abwechslung und die Aussicht kann sich ebenfalls sehen lassen.

Wobei mitarbeiten hier vielleicht etwas untertrieben ist. Mein neuer SIC (Senior in Charge) Francis hatte von Beginn an ein hohes Vertrauen in mich gesetzt und mir gleich sehr viel Verantwortung übertragen. Es ist wirklich genial zu sehen, dass man in den Prüfungsalltag nicht nur miteinbezogen wird, sondern diesen selbst mitgestaltet. Ich bin von den Aufgaben her kein Praktikant, sondern werde als vollwertiges Teammitglied angesehen. Dabei lernt man am meisten, auch wenn der Sprung ins kalte Wasser manchmal beängstigend ist. Der Moment, seine Aufgaben im Rahmen der Prüfung eigenständig zu erledigen, erfüllt einen mit einem Hauch von Stolz. Man lernt einfach Dinge auf eine ganz andere Art und Weise zu handhaben und Verantwortung zu übernehmen. Die Lernkurve ist dabei sehr steil! Ich habe die Prüfung von Beginn bis beinahe zum Schluss mitbekommen und wurde als vollwertiges Teammitglied angesehen, auch beim Mandanten. Eine tolle Erfahrung und mit Francis und einem anderen seiner Teams bin ich seit dieser Zeit sehr gut befreundet. Wir haben es sogar geschafft den legendären After-Work-Drink zu zelebrieren. Geht doch! 😀

Happy Friday mit Francis und Lucas

 

Overtime + Annual Leave + Chinese New Year = 2 Wochen Urlaub

Nachdem diese sehr spannende Woche zu Ende gegangen ist, begann die Woche, in der das chinesische Neujahr gefeiert wurde. Da diese Feierlichkeit von Donnerstag bis Montag ging, war es die optimale Gelegenheit meinen Regelurlaub zu nehmen. Eine phänomenale Eigenschaft des Stairway Praktikums ist nämlich, dass euer Vertrag mit PwC Deutschland geschlossen wird und daher die gleichen Bedingungen, wie in Deutschland, herrschen. Daher sind auch die Urlaubstage nach dem deutschem Vertrag fest geregelt.  Zudem ist die Handhabe mit den Überstunden ganz klar geregelt: Es wird alles aufgeschrieben und mein Team achtet akribisch darauf, dass ich das auch so umsetze. Solltet Ihr jemals in ein Team kommen, in dem das nicht der Fall ist, dann steht das Operations Team und HR voll und ganz auf eurer Seite, denn grundsätzlich gilt in Hong Kong, dass Praktikanten keine Überstunden machen sollen und wenn es jemals dazu kommen sollte, dann werden die Stunden aufgeschrieben und man kriegt einige Spesen wie Abendessen und Taxifahrt erstattet. Als Stairway Praktikant habt ihr zusätzlich noch euer HR Team in Deutschland, was euch tatkräftig unterstützt und den Rücken stärkt, wenn ihr mit dem Team vor Ort uneinig sein solltet. Generell fragen unsere lieben Damen aus Düsseldorf immer wieder nach, ob alles in Ordnung ist oder es mir an etwas mangelt.  Letztendlich habe ich meine Urlaubstage mit Überstunden und dem chinesischen Neujahr kombiniert und konnte für ganze 2 Wochen verreisen. Das ist für chinesische Verhältnisse wirklich eine ganze Menge.

 

Raus dem Büro und ab in den Flieger

Mein erster Flug brachte mich ins wunderschöne Vietnam und zwar nach Ho Chi Minh City, dem ehemaligen Saigon. Vietnam bietet Euch eine unglaublich schöne Natur, geschmackvolles Essen und sehr chaotische Verkehrsverhältnisse. Optimal, um sich für 5€ am Tag einen Scooter zu reservieren und selbst Teil der Gefahr zu werden.

Tausche Anzug gegen Scooter

Nur einer von vielen Tellern!

 

 

 

 

 

 

 

Es fasziniert mich, dass in all dem Chaos doch eine Art System steckt. Zudem ist das Museum zum Vietnam Krieg wohl eines der Denkwürdigsten, die ich je besucht habe.

Meine Reise führte mich dann nach Thailand und drei Mal dürft Ihr raten wohin: Natürlich nach Bangkok! Auch wenn er etwas überteuert ist, so lohnt sich ein Besuch des Grand Palace.

Militärflugzeug vor dem War Memorial

Der Grand Palace

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ananta Samakhom Thronsaal

Andere Sehenswürdigkeiten, wie die Khaosan Road, habe ich ebenfalls aufgesucht. Eine äußerst interessante Straße im Übrigen, in der ich mir eine kleine Lebensmittelvergiftung zugezogen habe. Hat mich aber trotzdem nicht vom Reisen abgehalten. Einer unserer Partner sagte nämlich zurecht, dass man nicht behaupten kann in Asien gewesen zu sein, wenn man nie eine Lebensmittelvergiftung hatte. Er hatte bereits vier. (also eine Art Veteran in dieser Hinsicht :-P)

 

 

Chinese New Year in Bangkok

Die Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr haben mir geholfen, nicht allzu sehr darüber nachzudenken. Egal, ob Vietnam, Thailand oder Malaysia, überall gibt es eine große chinesische Community, sodass man das Neujahr sehr gut außerhalb Chinas feiern kann, zumal es in China an diesen Feiertagen sehr überfüllt ist (Was, noch mehr als sonst?).

 

 

 

Chinese New Year in Hong Kong

Ich habe deswegen meinen Kommilitonen Alex darum gebeten, mir ein paar Bilder zum Neujahr aus Hong Kong zu schicken, während ich ein paar Bilder aus der Neujahrsfeierlichkeit in Bangkok gemacht habe.

An dieser Stelle Frohes Neues Jahr des Hundes. An alle, die ebenfalls im Jahr des Hundes geboren wurden, ihr müsst euch so oft wie es nur geht rot kleiden. Eine rote Unterhose ist das Mindeste, um sich vor Unglück zu schützen! Zumindest hat mir das eine Kollegin erzählt. An den Feiertagen selbst sind alle rot gekleidet und man kann wirklich an jeder Ecke andere Paraden mit vielen Drachenvorführungen beobachten.

 

 

 

Wunderschönes Wasserspiel direkt an den Twin Towers

Meine 3. Station war Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias. Es ist einem sehr schnell ins Auge gestochen, dass man sich in einer Kultur befindet, die sehr viel mehr indische und muslimische Elemente beinhaltet als beispielsweise Thailand oder Vietnam. Und ja, Malaysia ist wirklich noch grüner als man es sich vorstellen mag. Bereits der Airport ist von einem Dschungel umgeben.

 

Die Petronas Twin Towers

Ich kann jedem nur den Besuch der Petronas Twin Towers und dem dazugehörigen Fontänenspiel empfehlen. Mit Garantie einer der imposanteren Wolkenkratzer. FUN FACT: Ich weiß noch aus dem Taipei 101, dass die Skybridge der Zwillingstürme die Aufgabe hat, Schwingungen im Falle eines Erdbebens oder Sturmes zu mildern.

 

 

 

Der Eingang zu den Batu Caves

Zudem sind auch die Batu Caves einen Besuch wert. Das sind Kalksteinhöhlen rund 15 Kilometer nördlich von Kuala Lumpur, die mehrere Hindu-Tempel beherbergen. Hier finden sich auch sehr viele kleinere Affen, die sich nur zu gerne von den Touristen füttern lassen.

 

 

 

 

Ein Anzug, der ohne Krawatte getragen wird

Als letzte Station habe ich mir noch etwas entspanntes, aber trotzdem eine persönliche Herausforderung herausgesucht. Da ich nicht mehr weit davon entfernt war, bin ich spontan nach Bali geflogen und habe dort einige Tage verbracht, um auch meinen Taucherschein zu machen. Da ich zwar ein guter Schwimmer bin, aber trotzdem eine persönliche Abneigung gegen das Tauchen habe (schöne Umschreibung für: „Ich habe Angst“ :-D), dachte ich mir, dass es Zeit wäre ganz im Sinne von „Challenge the world“ diesen Umstand zu ändern.

 

 

Eine Meeresschildkröte

Ich kann euch nur empfehlen, das ebenfalls zu machen. Tauchen ist eine eigene Philosophie und wer damit anfängt, der versteht auch schnell wieso. Ihr betritt eine komplett neue Welt, die geradezu unendlich groß ist. Die Sicherheitsübungen, die man zu Beginn machen muss, um für den Notfall vorbereitet zu sein, sind so wie die Unterwasserwelt. ATEMBERAUBEND 😀

 

 

 

Da man 24h pausieren muss nach dem Tauchen bevor es in den Flieger geht, nutzte ich diese Zeit, um mir noch einen obligatorischen Sonnenbrand am White Sands Beach zu holen und mit dem Scooter den Rest Balis zu sehen.

 

 

 

 

White Sands Beach

Das typische Touristen Tattoo (ein aufgeschürftes Knie) habe ich natürlich auch nach Hong Kong mitgenommen. Natürlich ist das nicht passiert, als ich von einem Regensturm überrascht wurde und mit dem Scooter 40 cm hohes Wasser durchquert habe, sondern direkt vor der Haustür in der ersten Kurve, wo ich bei Nacht den Straßensplitt nicht gesehen habe. Eine schmerzhafte, aber nennenswerte Erinnerung.

 

 

 

Holy Monkey Forest

Ich habe natürlich auch sehr viel die Natur Balis und andere Sehenswürdigkeiten wie Holy Monkey Forest etc. besucht, aber möchte hier nicht zu sehr abdriften. Schließlich könnte ich zu jeder Stadt einen kleinen Blog verfassen und der Fokus soll natürlich auf dem Praktikum in Hong Kong liegen. Ich finde allerdings, dass es trotzdem sinnvoll ist Euch davon zu berichten, damit Ihr seht, dass es noch viel mehr zu erkunden gibt als in einem typischen Praktikum. Wenn Ihr dann mal am Zug seid, steht es Euch natürlich offen andere Länder zu besuchen. Ich hatte Japan und China bereits gesehen, ansonsten wäre das sicherlich mein Ziel gewesen und auch Australien ist von Hong Kong aus machbar.

 

Endlich wieder in meinem HK

Nach der langen Reise kann ich euch aber eins ganz sicher sagen: ich habe das geliebte Hong Kong sehr vermisst und war froh, als ich wieder in der Heimat war. Die warmherzige Freundlichkeit der Locals kam mir auch gleich wieder entgegen. Ich erinnere mich nur zu gern an ein Gespräch mit einem älteren Herrn, das die ganze Fahrt vom Flughafen bis zu meinem Apartment gedauert hat. Die Zeit verging dabei wie im Flug. Zudem habe ich die gute Infrastruktur vermisst. Ich meinte immer, dass es keine bessere U-Bahn als in Peking geben könnte. Wer bereits dort war weiß, wie hoch die Frequenz ist. Aber was Hong Kong mit seiner MTR hinbekommt, übersteigt die kühnsten Erwartungen. Manchmal lässt man eine Bahn einfach verstreichen, weil es etwas voller ist. Kein Problem, da in 25 Sekunden die nächste U-Bahn kommt. Zusätzlich fahren sehr viele Busse und wer etwas mehr Zeit hat, kann einfach eine Tram nehmen oder die Fähre, wenn es nach Kowloon geht. Sollten alle Stricke reißen, weil es in Lan Kwai Fong mal wieder etwas später wurde, so gibt es Grab/Uber/Taxis als teuerste aber immer noch günstige Lösung.

Bus und Tram – Geschmackssache, was man nimmt

Apropos Lan Kwai Fong, zu diesem Stadtteil habe ich bisweilen noch kein Wort verloren. Es handelt sich genau genommen um keinen richtigen Stadtteil, da es sich in Central befindet, sprich genau im Herzen des Finanzbezirks. Wobei sich die Wolkenkratzer mit den großen Banken tendenziell nördlich der Queen’s Road befinden (sprich Richtung Hafen) und LKF eben südlich der Queen’s Road liegt (Richtung Victoria’s Peak). LKF bietet unter der Woche viele Möglichkeiten an, um sich ein anständiges Mittagessen zu besorgen, aber am Wochenende verwandelt sich LKF in eine einzige Club- und Barlandschaft, in der man sich als Praktikant von seinem Senior gerne einladen lassen darf.

Ein erster Eindruck von LKF

Ich bin nach meiner Reise sonntagnachmittags angekommen, hatte gerade einmal Zeit meine Sachen in die Wäsche zu werfen, dann durfte ich gleich meinen deutschen Senior Manager Yip und seinen Praktikanten Lucas auf eine Happy Hour Tour begleiten. Dies war beispielsweise auch in LKF. Die Drinks sind in Hong Kong in der Regel teurer als in Deutschland, weshalb es sehr angenehm ist, dass praktisch jede Bar eine Happy Hour anbietet. Aber mehr zu diesem Stadtteil im nächsten Blogteil 😉

Ich wollte zudem noch ein kleines Wort zur Verpflegung verlieren, da mich der Blog vom Stefan aus Singapur sehr an meine Situation erinnert. Prinzipiell ist es so, dass ihr eine Küche habt und daher kochen könntet. Ihr hört am „prinzipiell“ bereits heraus, dass ich das wohl eher nicht mache, obwohl ich sehr gerne koche. Das Phänomen werdet ihr in Asien generell vorfinden. Es ist tatsächlich so, dass die Supermärkte im Verhältnis zum Restaurant so teuer sind, dass es verrückt wäre zu kochen. Bei vielen Gerichten seid ihr sogar billiger dran, wenn ihr ins Restaurant geht. Das wäre mal was für uns in Deutschland 😛

 

Endlich wieder mit meinem Team vereint

Eigentlich war zu Beginn vorgesehen, dass ich meine Zeit bis zum Ende des Praktikums bei einer der größeren Versicherungen verbringe, aber da mein Team und insbesondere die Partnerin Ihr Veto eingelegt haben, darf ich weiter an meinem Engagement arbeiten und kann dann zum Ende behaupten, etwa 90% der gesamten Prüfung dieses Mandanten gesehen zu haben. Folglich bin ich Ende Februar pünktlich zu meinem Team zurückgekehrt, denn ab diesem Zeitpunkt begann die Phase des „field works“. Dies bedeutet, dass wir eigentlich nur noch beim Mandanten vor Ort sind und dort bis kurz vor Ende der Prüfung unsere Zeit größtenteils verbringen. Die Arbeit unterscheidet sich nicht wesentlich mit der Ausnahme, dass man sehr viel Kontakt zum Kunden hat und entsprechend häufig in Meetings steckt. Es werden besonders Themen angesprochen, die in der Prüfung der vorangegangenen Monate aufgefallen sind. Dies können einfache Unklarheiten bis hin zu schwerwiegenden Fehlern sein, die entsprechend korrigiert werden müssen. 

Ich habe es wirklich vermisst, mit den Kollegen essen zu gehen 🙂

 

Zweites Fazit

Ich halte fest, dass das zweite Fazit eigentlich das erste Fazit aus meinem ersten Blogeintrag ist. Ich hätte noch viel mehr schreiben können, die Stadt und die Arbeit haben immer noch sehr viel zu bieten und ich bin immer noch gespannt darauf! Das Praktikum übertrifft die Erwartungen weiterhin und ja, wer hätte es gedacht, es kann auch weiterhin nicht besser laufen! Das Wetter hat sich zudem deutlich verbessert und man benötigt keine Jacke mehr 🙂

Bis zum nächsten Blogeintrag!

Bāi bái! (拜拜!)

Steven