It’s the final countdown

8. April 2018

Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen. Deswegen kommt mein vorletzter Blogeintrag etwas schneller als der Letzte. In diesem Blogeintrag möchte ich Euch von meinen Erlebnissen aus dem März berichten.
 

Back in Town

Wie bereits im letzten Blogeintrag erwähnt, kam ich in mein Team zurück und es ging für die restliche Zeit meines Praktikums zum Klienten. Dort hatten wir zu Beginn die Phase des Field Works gestartet. Zum Start wurde ich auch gleich auf eine Runde scharfes Sichuan Style Essen eingeladen. Ob das Essen scharf ist oder nicht, hängt stark davon ab, in welcher Region Chinas man sich aufhält. In Hong Kong wird nicht wirklich scharf gegessen, wohingegen Sichuan berühmt für das scharfe Essen ist.

Typisches Essen aus der Sichuan Provinz

In der ersten Märzwoche wurde Hong Kong von einer gewaltigen Grippewelle heimgesucht. Das HR Team hatte alle Hände voll zu tun, die Arbeitsressourcen möglichst effizient zu verlagern. In diesem Zusammenhang durfte ich für drei Tage an einem Versicherungsengagement mithelfen. Es war natürlich optimal, da ich im Bachelor Studium sowohl Banking als auch Versicherungen studiert hatte. So kann ich behaupten, auch praktisch an den drei großen Bereichen im FS (Banking – Fonds – Versicherungen) gearbeitet zu haben. Es ist tatsächlich erstaunlich zu sehen, wie unterschiedlich Audit im FS sein kann. Man muss bei Versicherungen auf ganz andere Dinge achten als beim Banking. In dem Team waren zudem einige Expats, die ursprünglich aus England kommen. Diese konnten mir von ihren Erfahrungen in Hong Kong berichten und mir wurde an dieser Stelle nochmals klar, dass Stairway bei Weitem nicht die einzige Möglichkeit ist über PwC ins Ausland zu gelangen. Schließlich sind die Secondments ebenfalls tolle Gelegenheit!

 

Ostern in Hong Kong

In Hong Kong wird das Osterfest nicht wirklich zelebriert wie bei uns, aber Karfreitag bis Ostermontag sind trotzdem nationale Feiertage, an denen bei PwC nicht gearbeitet wird. Die meisten Läden schienen am Karfreitag trotzdem geöffnet zu haben. Überdies findet dieses Jahr am 5. April das Qingming-Fest statt. In diesem Fest säubert man die Gräber der verstorbenen Familienangehörigen. Es ist daher vergleichbar mit Allerheiligen in Deutschland.

 

Horse Race

Eine absolute Besonderheit in Hong Kong sind die Horse Races. In Hong Kong ist Glücksspiel extrem reguliert, um nicht zu sagen komplett verboten. Weshalb Macau auch solch ein Casino Paradies ist. Die einzige Gelegenheit auf etwas Geld zu setzen ist beim legendären „The Hong Kong Jockey Club“. Wenn nachts um 2 Uhr ein Laden voll ist, dann kann es nur eine Filiale dieser Institution sein. Wie der Name bereits verrät, geht es hier um Pferderennen, auf die nur über dieses Unternehmen gewettet werden darf. Immer mittwochs finden die Rennen mitten in der Stadt und zwar im Happy Valley (liegt in Causeway Bay) statt. Das sind etwa 10 Gehminuten von meinem Apartment entfernt. Da der Eintritt gerade einmal bei einem Euro liegt, ist also der Mittwoch Abend meist durch diese Tätigkeit geblockt. Das Stadium ist der reine Hammer! Nicht unbedingt, weil das Stadium selbst viel mehr zu bieten hätte als andere Stadien, aber die Lage mitten im Herzen HKs mit dem Blick auf die Skyline ist wohl einmalig!

Das Happy Valley Stadium mitten in der Stadt

 

Happy Friday

PwC Hong Kong fährt eine Happy Friday Policy, was bedeutet, dass man versuchen sollte nicht spät am Freitag heimzukommen. Dies soll vor allem dadurch erleichtert werden, dass es meist ab 16 Uhr Snacks und Drinks für die Abteilungen gibt. In der Regel sitzt man sich dann zusammen hin, genießt ein wenig die Zeit gemeinsam und macht sich allmählich auf den Weg heim oder entsprechend nach LKF.

Happy Friday im Office

Bei meinem Freundeskreis sah das meist so aus, dass wir noch bis 19 Uhr (keine Sorge das wirkt spät für deutsche Verhältnisse, aber man startet meist auch erst gegen 10 Uhr am Morgen) im Office blieben und uns dann allmählich aufmachten, um etwas gemeinsam zu essen. Beim Essen gab es dann allerlei Möglichkeiten. Meine liebste Erinnerung: ein Kollege brachte uns in eine Bruchbude, die mitten in LKF war. Dort fuhr man in den 4. Stock und in einer der Wohnungen war ein Dumbling Restaurant versteckt. Bevor man eintrat, hat der Besitzer über einen Türschlitz gecheckt, ob man reinkommen durfte. Also fast so wie in einem Film, der von der amerikanischen Prohibition in den 1920er handelt. Obwohl das mehr als dubios erschien, war das Essen bombastisch! Das Highlight war dabei, dass man durch die Küche musste, um zum Klo zu gelangen. Nachdem man eine gewisse  Zeit in dieser Stadt gelebt hat, findet man diese Parallelgesellschaft eher witzig, als dass man sich darüber verwundert. Ein weiteres Beispiel: Hong Kong ist eigentlich ein teures Pflaster, aber es kann auch sehr günstig sein. So gibt es auch Restaurants, die „All you can eat and drink“ für nicht einmal zehn Euro anbieten. Wir nannten den netten Besitzer immer Mr Money Launder, da wir uns beim besten Willen nicht erklären konnten, wie man so wenig für so viel in dieser Stadt zahlen konnte. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch bei anderen Dienstleistungen gemacht. Man kann in der gleichen Straße ein Vermögen für einen Haarschnitt hinlegen oder lediglich 5 Euro. Das kommt ganz darauf an, wie gut man sich auskennt.

 

Wandern wird nie langweilig

Wie ich bereits mehrfach erwähnt habe, bietet Hong Kong genug Möglichkeiten sich vom Zentrum zu entfernen und die Natur zu erleben. So kann man sehr einfach zu einer Insel fahren und eine Runde schwimmen gehen. Auf manche Inseln kommt man nur zu gewissen Zeiten, wenn die Ebbe es ermöglicht. Während der Flut sind manche Inseln nicht zugänglich, da der Weg geflutet wird.

Auf dem Rückweg war der komplette Weg wieder frei

Des Weiteren gibt es den sogenannten Suicide Cliff, der über Kowloon liegt. Von hier aus hat man eine spektakuläre Sicht auf Kowloon, Hong Kong Island und den Sonnenuntergang. Zudem muss man kein Athlet sein, um die Gipfel der „Berge“ zu erreichen. Schließlich sind diese nicht so hoch wie in Deutschland. Trotzdem sind Asiaten in der Regel immer top ausgerüstet als ob sie den Mt. Everest besteigen würden. Da fühlt man sich manchmal komisch in Flip Flops oder ähnlichem Schuhwerk.

Der Suicide Cliff

Nach dem Abstieg habe ich noch den Nan Lian Garden besichtigt. Das ist ein japanischer Garten am Chi Lin Kloster, der gerade bei Nacht wunderschön ist. Die Ruhe, Ordnung und Sauberkeit, die diesen Ort erfüllen, werdet ihr in Hong Kong selten wiederfinden. Ein optimaler Ort, um bei einer Tasse Tee sich mal wirklich zu entspannen.

Der Stadt entkommen – Nan Lian Garden

Prominenter Besuch

Wir Stairway Praktikanten aus der Region Asien stehen über eine WhatsApp Gruppe im regen Kontakt zueinander. Dadurch kann man sich gegenseitig Tipps geben und den anderen Stairway Praktikanten mal einen Besuch abstatten. Deswegen gab es die Woche darauf einen prominenten Besuch. Nachdem der Stairway Praktikant Stefan aus Singapur den Stairway Praktikanten Jonas aus Tokyo besucht hatte, kam er dementsprechend zu mir. Natürlich ist es unmöglich in 3 Tagen alles in Hong Kong zu sehen, aber wir haben wirklich jede Sekunde genutzt und ich glaube, dass Stefan die Zeit durchaus genossen hat. Das Highlight seines Aufenthalts war der Besuch von Stanley Beach, wo wir bei tollem Wetter gegrillt haben.

PwC Leute aus Singapur, Hong Kong, London, Deutschland und den USA

Der Grill selbst ist der Beweis: PwC Mitarbeiter haben ein enormes Problemlösungspotential. Wie sonst erklärt Ihr Euch diesen kuriosen Grill? Besteck hatten wir auch nicht, sodass wir uns wie Wikinger die Spieße geteilt haben. Immer einen Bissen pro Person. Das haben nicht nur wir Praktikanten so gehandhabt, sondern auch die Senior Associates bis hin zu unserem Senior Manager. Hier hat sich keiner gescheut. An dieser Stelle nochmals ein dickes Danke an meinen Mitpraktikanten Lucas, der tapfer den Grill reserviert hielt, bis die restliche Gruppe eintraf (some heroes don’t wear capes).

 

Noch zur Arbeit

Bei der Arbeit wurde ich zunehmend kritischer gegenüber den Unterlagen. Nach einer Weile versteht man schlicht, worauf man mehr oder weniger achten muss und ist so in der Lage, dem Team verstärkt zu helfen bzw. mehr Arbeit zu bescheren. Denn wenn man ein Problem entdeckt, dann muss dieses natürlich gelöst werden. Ihr werdet sehr schnell selbst erfahren, was ich damit meine.

Mein nächster Post wird dann eine Zusammenfassung meiner Erlebnisse und der letzten Woche in Hong Kong sein. Ich hoffe, dass ich Euch diesen bereits kommende Woche präsentieren kann. Bis dahin heißt es mal wieder….

Bis zum nächsten Blogeintrag!

Bāi bái! (拜拜!)

Steven