Endlich Angekommen in Shanghai

25. Mai 2018

Hallo zusammen aus Shanghai!

Kaum zu glauben, aber wahr – jetzt bin ich schon 2,5 Wochen hier in China und es fühlt sich so an, als wäre ich gerade erst angekommen. Ich möchte mir jetzt allerdings trotzdem einmal die Zeit nehmen und euch von meinen ersten Tagen in Shanghai berichten:

Ich bin Jens, 24 Jahre alt und werde als einer der letzten Stairway Praktikanten dieses Jahr knapp drei Monate bis Ende Juli in Shanghai in der PwC German Business Group (GBG) verbringen. Zu Hause in Münster habe ich das dritte Mastersemester in BWL, Major Accounting, bereits hinter mich gebracht. Nach meiner Rückkehr steht also „nur“ noch die Masterarbeit auf dem Programm.

Vor mittlerweile fast 1,5 Jahren habe ich mir überlegt, dass ich noch einmal einige Zeit im Ausland verbringen möchte. Da ich bereits im Bachelor ein Semester im Ausland studiert habe, wollte ich nun lieber einmal die Arbeitswelt in einer anderen Kultur kennen lernen. Durch absoluten Zufall bin ich auf das Stairway Programm aufmerksam geworden. Aus heutiger Sicht muss ich sagen, dass ich damals keine Ahnung hatte, welch unfassbares Glück ich hatte, dass ich mich durch diesen Zufall bei PwC beworben habe. Sämtliche Organisation und Formalia im Vorfeld des Praktikums (und das ist gerade bei einem Praktikum in China nicht wenig!) wurde mir durch das Stairway Team abgenommen, inklusive die Suche nach einer Unterkunft. Vielen Dank an dieser Stelle dafür! Jetzt möchte ich euch aber ein bisschen was über mein Leben hier erzählen:

Anreise

Am 6. Mai vormittags bin ich in Shanghai gelandet und habe mich durch die Einreisebestimmungen gekämpft, bevor es schon zu einem ersten persönlichen Highlight kam: Ich bin mit der Maglev, der Magnetschwebebahn, vom Internationalen Flughafen Pudong im Osten der Stadt Richtung Stadtzentrum gefahren – bzw. eher gerast.

Leider fährt die Maglev die meiste Zeit des Tages „nur“ noch 300 km/h statt den möglichen 420 km/h. Dennoch ist man so erheblich schneller als mit der U-Bahn. Ich muss allerdings zugeben, dass die Fahrt mit der Maglev weit weniger aufregend war, als ich es mir vorgestellt habe. Es ist im Prinzip wie eine Fahrt in einem etwas in die Jahre gekommenen ICE…

Im Hotel angekommen wurde ich bereits direkt mit der chinesischen Zuverlässigkeit konfrontiert: Nach einer alles in allem knapp 24 stündigen Anreise komme ich verschwitzt und erschöpft, vollgepackt mit zwei Koffern plus Rucksack, in dem Hotel an, dass für die nächsten drei Monate mein zu Hause sein sollte. Ich möchte duschen, auspacken, die Stadt erkunden – doch weit gefehlt. Im Hotel, in dem ich unterkommen sollte, war kein Zimmer für mich reserviert. Nachdem ich zumindest Valentin, den anderen Praktikanten der GBG, erreichen konnte, haben wir an der Rezeption mit vereinten Kräften versucht herauszufinden, wo ich denn nun schlafen soll. Nach langem hin und her und stetigem Beharren hat sich herausgestellt, dass im Nachbarhotel (die beiden Hotels gehören wohl zusammen) eine Reservierung für mich vorliegt. Alles zum Glück also halb so wild. Hier in China muss man einfach einen Grundsatz befolgen, den mir Sarah, die Managerin und Praktikantenbetreuerin der GBG, mit auf den Weg gegeben hat: Der stete Tropfen höhlt den Stein. Sprich: Wenn man oft genug nachfragt, findet sich immer eine Lösung.

Arbeit

Nachdem der Vormittag meines ersten Arbeitstages aus einem Welcome Day für alle Neueinsteiger bei PwC in Shanghai bestand, habe ich nachmittags bereits das Team der GBG kennen gelernt. Alle hier sind sehr nett und ich fühle mich bereits gut im Team aufgenommen. Vor allem Sarah, die bereits erwähnte Managerin der GBG, kümmert sich sehr super um die Praktikanten!

Die Arbeit besteht hier im Wesentlichen, wie ihr bei den vorherigen Praktikanten bereits lesen konntet, nicht aus elementarem Steuerrecht sondern vielmehr aus Organisieren, Vernetzen, Betreuen: Chinesische Tochterunternehmen von deutschen Konzernen wünschen sich häufig auch vor Ort deutschsprachige und vor allem deutsch denkende Ansprechpartner. Diese stellen die Mitglieder der GBG dar und übernehmen häufig die Kommunikation zu den Spezialteams, die aus den chinesischen Kollegen bestehen. Aber nicht nur die Art der Arbeit, auch die Räumlichkeiten hier in Shanghai stehen im Kontrast zum deutschen Pendant: Da Platz hier teuer ist, haben lediglich Direktoren und Partner eigene Büros. Alle anderen Mitarbeiter finden streng hierarchisch geordnet in einem einzigen Raum rund um die Aufzugsschächte in der Mitte Platz: Senior Manager dürfen am Fenster sitzen, Manager daneben. Die Arbeitsplätze in der Mitte des Raumes sind den (Senior) Associates, Sekretärinnen und Praktikanten vorbehalten. Ihr merkt schon: Hierarchie wird in China groß geschrieben. Dafür kann man sich aber bei Bedarf in einen Quiet Room mit fantastischer Aussicht zurückziehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Freizeit

In Shanghai kann man aber nicht nur arbeiten, sondern auch unendlich viel unternehmen und erleben: Kulinarisch gibt es hier sämtlich Geschmacksrichtungen, die man sich vorstellen kann! Da man hier für gewöhnlich sowohl mittags als auch abends im Restaurant essen geht, hat man genug Möglichkeiten alles zu entdecken. Und auch ansonsten hat Shanghai vieles zu bieten, vor allem aber extreme Gegensätze: In den einzelnen Stadtbezirken, wie zum Beispiel dem French Quarter oder Teilen der Altstadt, kann man prima erkennen, wie traditionelle, chinesische Lebensweisen auf futuristische Hochhäuser trifft. Während man im Vordergrund die niedrigen Gebäude sieht, vor denen die Bewohner die Wäsche zum Trocknen nach draußen hängen, ragt im Hintergrund schon ein moderner Glaskasten bzw. die komplette Skyline in den Himmel. Auf kurz oder lang werden aber wohl auch diese traditionellen Viertel den Hochhäusern weichen müssen…

 

 

 

 

 

 

 

Bei diesen ersten Eindrücken möchte ich es hiermit erst einmal belassen. In den kommenden Wochen werde ich mich wieder bei euch melden und noch mehr von meiner spannenden Zeit hier in China berichten!

Bis dahin

Jens