Zài jiàn, Shanghai!

31. Dezember 2019

So, nun melde ich mich auch endlich mal wieder zurück! Wie die ersten Wochen sind auch die vergangenen Wochen sehr schnell verflogen, sodass ich mich jetzt bereits am Ende meines Praktikums befinde. An dieser Stelle möchte ich daher nochmal die Gelegenheit nutzen und Euch an weiteren Erfahrungen von mir teilhaben lassen und ein abschließendes Resümee über meine Zeit hier in Shanghai geben.

Arbeitsalltag

Neben den bereits im ersten Blogeintrag erwähnten Aufgaben, habe ich im Laufe der Zeit weitere und sehr abwechslungsreiche Aufgaben erhalten.

So habe ich beispielsweise eine deutsche und eine englische Version für eine Einladung bezüglich des Deutschen Charity Weihnachtsbasars verfasst. Diese Wohltätigkeitsveranstaltung findet bereits seit knapp 20 Jahren jedes Jahr am ersten Adventswochenende in der Deutschen Botschaft in Peking statt. Über 40 Standbesitzer und Sponsoren, von denen einer PwC ist, sind dort vor Ort und verkaufen lauter Leckereien. Die Gewinne oder zum Teil der gesamte Umsatz aller Stände des Basars werden dann im Anschluss an unterschiedliche Hilfsprojekte gespendet.

Des Weiteren habe ich näher mit den chinesischen Kollegen zusammen gearbeitet und für diese beispielsweise deutsche Verträge/ Betriebsprüfungsberichte ins Englische übersetzt.

Außerdem hatte ich während meines Praktikums zweimal die Möglichkeit gemeinsam mit der GBG an einem Webinar teilzunehmen. Die Webinare finden für gewöhnlich einmal im Monat statt und beschäftigen sich meist mit aktuellen Themen und Problematiken im Zusammenhang mit deutsch-chinesischen Sachverhalten. In dem ersten Webinar konnte ich daher etwas über das Schiedsverfahren in China und in dem zweiten etwas über das Thema „Handel mit China – Welche Vorteile bietet der Renminbi deutschen Unternehmen als Zahlungsmittel?“ lernen.

Zudem habe ich z.B. einen Entwurf eines Artikels für die Zeitschrift „German Chamber Ticker“ im Zusammenhang mit der umsatzsteuerlichen Behandlung des Verkaufs von Spezialwerkzeugen, welche zur Herstellung von Gegenständen benötigt werden, verfasst. Hierbei habe ich sowohl etwas über die deutsche, als auch über die chinesische Sichtweise herausgearbeitet. Diese Aufgabe hat mir besonders gefallen, da ich dadurch einen guten Einblick in das chinesische Umsatzsteuerrecht bekommen habe.

Nachdem Viktoria ihr Praktikum beendet hat und ich zwei Wochen die einzige Praktikantin war, hat mit Anbruch meiner sechsten Woche das Praktikum von Lara begonnen, welche ihr Prakitkum im Bereich Assurance absolviert.

Obwohl wir unterschiedlichen Bereichen angehören, haben wir dennoch einige Aufgaben gemeinsam bearbeiten können. So sind wir beispielsweise gemeinsam kreativ geworden und haben uns um das Design der Weihnachtskarte gekümmert, welche an alle Mandanten der GBG vor Weihnachten per E-Mail verschickt wurde.

Auch das Auswerten bestimmter Datensätze/Kennzahlen, der Umgang mit PowerPoint und Excel sowie etwaige Research-Aufgaben gehörten meinem Tätigkeitsbereich an. Zusammenfassend war die Arbeit daher sehr vielfältig und abwechslungsreich!

Freizeit

Rückblickend kann ich sagen, dass ich wirklich Glück mit dem Wetter gehabt habe und die Regentage, die ich hier erlebt habe, an einer Hand abzählen kann! Aus diesem Grund habe ich mich meist gegen die Metro entschieden und bin viel zu Fuß unterwegs gewesen. So habe ich viel von der Stadt und nicht lediglich die überfüllten Touristenecken sehen können.

Nachdem ich mir die meisten Gegenden in der Stadt angeschaut hatte, habe ich mir auch einige Orte außerhalb von Shanghai angeschaut. So war ich beispielweise in Suzhou, Hangzhou, Zhujiajiao, Monganshan und den Yellow Mountains.  Die beiden zuletzt genannten Trips habe ich gemeinsam mit einer Reisegruppe gemacht. Solche Gruppentouren lassen sich sehr einfach über verschiedene Anbieter (z.B. WannaTravel, DragonAdventures und OKDealTravel) bei WeChat finden, wo verschiedenste Reiseziele mit genauem Ablaufplan und Bildern aufgelistet sind. Auch wenn man sich nicht für Gruppentouren interessiert, liefern einem diese Seiten gute Ideen.

Außerdem war ich mit der Praktikantin Lara für ein verlängertes Wochenende in Guilin. Dort haben wir u.a. eine Bootstour zu der Stelle gemacht, die auf dem 20-Yuan-Schein abgebildet ist. Zudem haben wir die Schilfrohrflötenhöhle und die Reisterrassen in Longsheng besichtigt. Eines unserer Highlights war die „Impression Sanjie Liu“-Show in Yangshou, die wir zunächst nicht auf unserer To-Do-Liste stehen hatten, die uns aber von unserem Guide empfohlen wurde und sich wirklich gelohnt hat!

   

Auch mein Trip nach Zhangjiajie in die Avatar Mountains war sehr schön! Diesen habe ich gemeinsam mit zwei anderen Deutschen gemacht, die ich auf dem „Deutschen Stammtisch“ der Außenhandelskammer im Paulaner (Xintiandi) kennengelernt habe. Nebenbei bemerkt ist diese Veranstaltung eine gute Möglichkeit, um neue Leute in Shanghai kennenzulernen! Der genaue Termin des Stammtischs, welcher einmal im Monat stattfindet, kann auf der Internetseite der AHK nachgeschaut werden.

Mein persönliches Highlight war allerdings mein Ausflug nach Harbin, welches ein Ort im Norden Chinas ist. Dort herrschten eisige Temparaturen zwischen -17 und -22 Grad, weswegen der Trip aufgrund dessen schon zu einem richtigen Erlebnis wurde. Neben dem Sibirschen Tiger Park habe ich auch das berühmte Harbiner Eis- und Schneefest besucht, welches mit seinen umfangreichen Eisskulpturen das größte der Welt ist. Wer vor Kälte nicht zurückschreckt, dem kann ich diesen einzigartigen Ort sehr empfehlen!

Auch nach der Arbeit habe ich häufig etwas unternommen. So bin ich beispielsweise durch Malls geschlendert, war im Fitnesstudio oder habe mich mit Freunden zum Essen verabredet.

 

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich sehr dankbar bin, eine solche einmalige Chance bekommen zu haben. Denn wann bekommt man schon mal die Gelegenheit, tiefer in die Welt (sowohl im Büro, als auch außerhalb) einer komplett anderen Kultur einzutauchen?! Auch in persönlicher Hinsicht war die Zeit hier in Shanghai eine absolute Bereicherung, da man durch verschiedenste Situationen viel über sich sebst gelernt hat. Außerdem habe ich festgestellt, dass, wie so vieles, alles eine Frage der Gewohnheit ist. Anfangs wirkte alles noch sehr fremd und merkwürdig auf mich und nun fühle ich mich rundum wohl und alles wirkt nahezu vertraut!

Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmals bei dem gesamten Stairway-Team sowie der GBG (PwC Shanghai) für die super Organisation und die Rundumbetreuung bedanken, welche dafür gesorgt haben, dass ich mich zu keinem Zeitpunkt alleine gelassen gefühlt habe.

Zu guter Letzt kann ich daher nur jedem wärmstens empfehlen, sich für das Stairway-Programm zu bewerben, denn es ist wirklich eine „Opportunity of a lifetime“! 🙂

 

Eure Friederike 🙂