Zài jiàn, Shanghai!

So, nun melde ich mich auch endlich mal wieder zurück! Wie die ersten Wochen sind auch die vergangenen Wochen sehr schnell verflogen, sodass ich mich jetzt bereits am Ende meines Praktikums befinde. An dieser Stelle möchte ich daher nochmal die Gelegenheit nutzen und Euch an weiteren Erfahrungen von mir teilhaben lassen und ein abschließendes Resümee über meine Zeit hier in Shanghai geben.

Arbeitsalltag

Neben den bereits im ersten Blogeintrag erwähnten Aufgaben, habe ich im Laufe der Zeit weitere und sehr abwechslungsreiche Aufgaben erhalten.

So habe ich beispielsweise eine deutsche und eine englische Version für eine Einladung bezüglich des Deutschen Charity Weihnachtsbasars verfasst. Diese Wohltätigkeitsveranstaltung findet bereits seit knapp 20 Jahren jedes Jahr am ersten Adventswochenende in der Deutschen Botschaft in Peking statt. Über 40 Standbesitzer und Sponsoren, von denen einer PwC ist, sind dort vor Ort und verkaufen lauter Leckereien. Die Gewinne oder zum Teil der gesamte Umsatz aller Stände des Basars werden dann im Anschluss an unterschiedliche Hilfsprojekte gespendet.

Des Weiteren habe ich näher mit den chinesischen Kollegen zusammen gearbeitet und für diese beispielsweise deutsche Verträge/ Betriebsprüfungsberichte ins Englische übersetzt.

Außerdem hatte ich während meines Praktikums zweimal die Möglichkeit gemeinsam mit der GBG an einem Webinar teilzunehmen. Die Webinare finden für gewöhnlich einmal im Monat statt und beschäftigen sich meist mit aktuellen Themen und Problematiken im Zusammenhang mit deutsch-chinesischen Sachverhalten. In dem ersten Webinar konnte ich daher etwas über das Schiedsverfahren in China und in dem zweiten etwas über das Thema „Handel mit China – Welche Vorteile bietet der Renminbi deutschen Unternehmen als Zahlungsmittel?“ lernen.

Zudem habe ich z.B. einen Entwurf eines Artikels für die Zeitschrift „German Chamber Ticker“ im Zusammenhang mit der umsatzsteuerlichen Behandlung des Verkaufs von Spezialwerkzeugen, welche zur Herstellung von Gegenständen benötigt werden, verfasst. Hierbei habe ich sowohl etwas über die deutsche, als auch über die chinesische Sichtweise herausgearbeitet. Diese Aufgabe hat mir besonders gefallen, da ich dadurch einen guten Einblick in das chinesische Umsatzsteuerrecht bekommen habe.

Nachdem Viktoria ihr Praktikum beendet hat und ich zwei Wochen die einzige Praktikantin war, hat mit Anbruch meiner sechsten Woche das Praktikum von Lara begonnen, welche ihr Prakitkum im Bereich Assurance absolviert.

Obwohl wir unterschiedlichen Bereichen angehören, haben wir dennoch einige Aufgaben gemeinsam bearbeiten können. So sind wir beispielsweise gemeinsam kreativ geworden und haben uns um das Design der Weihnachtskarte gekümmert, welche an alle Mandanten der GBG vor Weihnachten per E-Mail verschickt wurde.

Auch das Auswerten bestimmter Datensätze/Kennzahlen, der Umgang mit PowerPoint und Excel sowie etwaige Research-Aufgaben gehörten meinem Tätigkeitsbereich an. Zusammenfassend war die Arbeit daher sehr vielfältig und abwechslungsreich!

Freizeit

Rückblickend kann ich sagen, dass ich wirklich Glück mit dem Wetter gehabt habe und die Regentage, die ich hier erlebt habe, an einer Hand abzählen kann! Aus diesem Grund habe ich mich meist gegen die Metro entschieden und bin viel zu Fuß unterwegs gewesen. So habe ich viel von der Stadt und nicht lediglich die überfüllten Touristenecken sehen können.

Nachdem ich mir die meisten Gegenden in der Stadt angeschaut hatte, habe ich mir auch einige Orte außerhalb von Shanghai angeschaut. So war ich beispielweise in Suzhou, Hangzhou, Zhujiajiao, Monganshan und den Yellow Mountains.  Die beiden zuletzt genannten Trips habe ich gemeinsam mit einer Reisegruppe gemacht. Solche Gruppentouren lassen sich sehr einfach über verschiedene Anbieter (z.B. WannaTravel, DragonAdventures und OKDealTravel) bei WeChat finden, wo verschiedenste Reiseziele mit genauem Ablaufplan und Bildern aufgelistet sind. Auch wenn man sich nicht für Gruppentouren interessiert, liefern einem diese Seiten gute Ideen.

Außerdem war ich mit der Praktikantin Lara für ein verlängertes Wochenende in Guilin. Dort haben wir u.a. eine Bootstour zu der Stelle gemacht, die auf dem 20-Yuan-Schein abgebildet ist. Zudem haben wir die Schilfrohrflötenhöhle und die Reisterrassen in Longsheng besichtigt. Eines unserer Highlights war die „Impression Sanjie Liu“-Show in Yangshou, die wir zunächst nicht auf unserer To-Do-Liste stehen hatten, die uns aber von unserem Guide empfohlen wurde und sich wirklich gelohnt hat!

   

Auch mein Trip nach Zhangjiajie in die Avatar Mountains war sehr schön! Diesen habe ich gemeinsam mit zwei anderen Deutschen gemacht, die ich auf dem „Deutschen Stammtisch“ der Außenhandelskammer im Paulaner (Xintiandi) kennengelernt habe. Nebenbei bemerkt ist diese Veranstaltung eine gute Möglichkeit, um neue Leute in Shanghai kennenzulernen! Der genaue Termin des Stammtischs, welcher einmal im Monat stattfindet, kann auf der Internetseite der AHK nachgeschaut werden.

Mein persönliches Highlight war allerdings mein Ausflug nach Harbin, welches ein Ort im Norden Chinas ist. Dort herrschten eisige Temparaturen zwischen -17 und -22 Grad, weswegen der Trip aufgrund dessen schon zu einem richtigen Erlebnis wurde. Neben dem Sibirschen Tiger Park habe ich auch das berühmte Harbiner Eis- und Schneefest besucht, welches mit seinen umfangreichen Eisskulpturen das größte der Welt ist. Wer vor Kälte nicht zurückschreckt, dem kann ich diesen einzigartigen Ort sehr empfehlen!

Auch nach der Arbeit habe ich häufig etwas unternommen. So bin ich beispielsweise durch Malls geschlendert, war im Fitnesstudio oder habe mich mit Freunden zum Essen verabredet.

 

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich sehr dankbar bin, eine solche einmalige Chance bekommen zu haben. Denn wann bekommt man schon mal die Gelegenheit, tiefer in die Welt (sowohl im Büro, als auch außerhalb) einer komplett anderen Kultur einzutauchen?! Auch in persönlicher Hinsicht war die Zeit hier in Shanghai eine absolute Bereicherung, da man durch verschiedenste Situationen viel über sich sebst gelernt hat. Außerdem habe ich festgestellt, dass, wie so vieles, alles eine Frage der Gewohnheit ist. Anfangs wirkte alles noch sehr fremd und merkwürdig auf mich und nun fühle ich mich rundum wohl und alles wirkt nahezu vertraut!

Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmals bei dem gesamten Stairway-Team sowie der GBG (PwC Shanghai) für die super Organisation und die Rundumbetreuung bedanken, welche dafür gesorgt haben, dass ich mich zu keinem Zeitpunkt alleine gelassen gefühlt habe.

Zu guter Letzt kann ich daher nur jedem wärmstens empfehlen, sich für das Stairway-Programm zu bewerben, denn es ist wirklich eine „Opportunity of a lifetime“! 🙂

 

Eure Friederike 🙂

Nǐmenhǎo aus der Metropole Shanghai !

Wahnsinn, nun bin ich bereits fünf Wochen hier in Shanghai – die Zeit vergeht hier einfach wie im Flug!

Bevor ich Euch genaueres von meinem Leben hier vor Ort erzähle, möchte ich mich kurz vorstellen:

Mein Name ist Friederike, ich bin 24 Jahre alt und wohne in der Nähe von Bielefeld. Nachdem ich 2014 mein Abitur gemacht habe, habe ich mich direkt dem deutschen Steuersystem gewidmet und ein duales Studium beim Finanzamt begonnen, welches ich im Sommer 2017 abgeschlossen habe. Anschließend habe ich mich dazu entschlossen, die Finanzverwaltung zu verlassen und ein Zweitstudium aufzunehmen. Seit dem Wintersemester 2017/18 studiere ich nun Jura und arbeite nebenbei an einem Lehrstuhl sowie als Werkstudentin in einer Großkanzlei.

Ankunft in Shanghai

Mein 2,5-monatiges Shanghai-Abenteuer sollte für mich nicht erst auf chinesischem Boden beginnen, sondern bereits am Flughafen in Düsseldorf! Da mein Flug von Düsseldorf nach Frankfurt Verspätung hatte, musste ich über Paris fliegen und bin dann ca. 6 Stunden später als ursprünglich geplant endlich in Shanghai angekommen.

Am nachsten Tag stand für mich dann die Einführungsveranstaltung auf dem Plan. An dieser habe ich gemeinsam mit 12 Chinesen teilgenommen, die ebenfalls ihren ersten Tag bei PwC hatten. Anschließend bin ich mit dem PwC-Shuttle zum Infinitus Tower gefahren. Hierin befindet sich u.a. die Tax-Abteilung von PwC, der auch ich während meiner Zeit hier in Shanghai angehöre. Auf dem Weg dorthin habe ich bei dem Blick aus dem Fenster gefühlt mehr Menschen gesehen, als innerhalb eines Monats in Deutschland. Außerdem durfte ich bereits den turbulenten Straßenverkehr hautnah miterleben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass ich mich nun in einem Land befinde, welches unterschiedlicher als Deutschland nicht sein könnte.

In den ersten Tagen musste ich zudem feststellen, dass man hier mit der englischen Sprache nicht sonderlich weit kommt, weshalb meine Übersetzungsapp sehr schnell zu einem treuen Begleiter von mir geworden ist.

Rückblickend waren meine ersten Tage in Shanghai sehr angenehm. Dies habe ich insbesondere Viktoria zu verdanken, die bereits im August ihr Praktikum begonnen hat und sich somit bereits in der Endphase ihrer Shanghai-Zeit befand. Sie hat mir viele Tipps gegeben, wodurch mir einige Suchaktionen erspart geblieben sind. So hat sie mir beisielsweise Restaurant- und Wochenendtipps sowie einige nützliche Informationen für den Alltag gegeben.

Arbeitsalltag

Bei PwC Shanghai bin ich Mitglied der German Business Group. Diese besteht aus drei Deutschen, welche alle sehr nett und hilfsbereit sind! Mein Arbeitsplatz befindet sich im 11. Stock des bereits oben erwähnten Infinitus Tower.

Hier sitze ich gemeinsam mit meinen chinesischen Kollegen und Kolleginnen des Corporate Tax Teams in einem Großraumbüro. Dadurch, dass sich mein Arbeitsplatz inmitten der anderen befindet, habe ich mich sehr schnell wohl und als zugehörig zum Team gefühlt.

Für gewöhnlich arbeite ich immer von Montag bis Freitag von 8:30 Uhr bis 17:30 Uhr, wovon eine Stunde Mittagspause ist. Diese verbringe ich oft in der Mall, welche sich unten im Tower befindet. Dort gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Restaurants/Essensläden, die überwiegend auch sehr preisgünstig sind. Manchmal gehe ich auch außerhalb des Towers in Xintiandi essen. Hier hat man auch die Möglichkeit westliches Essen zu bestellen, wobei dieses häufig recht teuer ist. In meinen ersten drei Wochen habe ich meine Mittagspausen oft mit Viktoria verbracht. Hin und wieder hat uns auch eine finnische Kollegin begleitet, mit der ich mich nach Viktorias Abreise auch öfters zu zweit für die Mittagspause verabredet habe. Außerdem gehe ich ab und an mit einer chinesichen Kollegin essen, die ich an meinem ersten Tag bei der Einfühurngsveranstaltung kennengelernt habe.

Zu meinen Aufgaben zählte bisher u.a. das Schreiben von kleineren Artikeln für den China Compass. Hierbei handelt es sich um ein Magazin, welches 3-Mal jährlich von PwC Deutschland herausgegeben und veröffentlicht wird und Artikel von PwC Mitarbeitern über aktuelle Themen rund um China beinhaltet. Wer sich insbesondere für internationales Steuerrecht interessiert, sollte hier mal einen Blick reinwerfen!

In meiner dritten Woche fand das sog. CFO-Briefing statt, an welchem ich mit allen Mitgliedern der GBG teilgenommen habe. Zu dieser Veranstaltung werden immer CFO’s deutscher Unternehmen eingeladen, die von der GBG betreut werden. Dieses Mal ging der Fachvortrag um das Thema „Third Party Management“, welchem die Unternehmensvertretern bei einem Frühstück genüßlich zuhören konnten. Vorgetragen wurde auf Englisch, da neben den deutschen Teilnehmern auch viele nicht-deutschsprachige Teilnehmer dabei waren.

Neben der Pflege/Betreuung verschiedener Datenbanken habe ich z.B. auch eine Übersicht über die aktuellen Umsatzentwicklungen aller GBG-Mandanten entworfen, welche wir, die GBG, gemeinsam bei unserem GBG-Meeting analysiert haben. Das GBG-Meeting findet einmal im Monat statt und dient vorrangig dazu, aktuelle Themen, Probleme und To-Do’s, die rund um die GBG aufkommen, zu besprechen. Neben diesem monatlichen Beisammenkommen habe ich zudem jeden Montag einen Jour Fixe mit meinem Betreuer Steve. Hierbei sprechen wir durch, welche Aufgaben und Themen demnächst für mich anstehen. Auch ich kann Viktorias Worte in ihrem Blogeintrag nur bestätigen und ebenfalls sagen, dass sich alle Kollegen immer Zeit nehmen, um einem aufkommende Fragen zu beantworten!

Freizeit

Mein erstes Wochenende in Shanghai hat am Freitag Abend mit dem jährlichen Teamevent der GBG auf dem Oktoberfest im „Paulaner“ begonnen. Neben den drei GBG-Mitgliedern und deren Familien war auch die Praktikantin Viktoria mit dabei. Es war ein toller Abend, der meine erste Arbeitswoche schön ausklingen lassen hat und gleichzeitig ein gelungener Start in mein erstes Wochenende war.

An meinen ersten Wochenenden hier hatte ich, anders als erwartet, super Wetter mit strahlend blauem Himmel bei 25-28 Grad! Daher hatte ich umso mehr Lust, möglichst viel von Shanghai zu erkunden und durch die Gegend zu laufen. Zunächst habe ich erstmal die typischen Hotspots abgeklappert. So war ich beispielsweise am Bund und habe mir die faszinierende Skyline angeschaut, welche abends noch schöner ist, da die Gebäude dann alle bunt beleuchtet sind und eine Lichtershow stattfindet. Außerdem war ich u.a. noch im Yu Garden, in Xintiandi und bin durch die schmalen Gassen Tianzifangs geschlendert. Natürlich stand auch ein Besuch im Jing‘an-Tempel sowie im Jade Buddha-Tempel auf meiner To-Do-Liste.

 

Während meiner Sightseeing-Touren habe ich mich zwischendurch, um weiterhin ausreichend Energie zu haben, immer mal wieder mit chinesischem Essen gestärkt, welches nebenbei gesagt auch (überwiegend) sehr lecker ist! Insbesondere Dumplings kann ich sehr empfehlen! Man muss jedoch dazu sagen, dass viele Gerichte Fleisch oder Fisch enthalten, weshalb sich die Essenssuche hier, falls man Vegetarier/in sein sollte, etwas schwieriger gestaltet.

     

Soo, ich hoffe, ich konnte Euch einen guten ersten Einblick in meine Anfangszeit hier in Shanghai geben! Ich versuche mich so schnell wie möglich zurückzumelden und Euch dann von meinen weiteren Erlebnissen und Eindrücken zu berichten !

 

Bis Bald !

Friederike