Work, Work und Abschied aus Prag

Ahoj,

nun melde ich mich mit meinem zweiten und leider auch letzten Blogeintrag zurück. Aufgrund der weitreichenden Auswirkungen und Einschränkungen durch das Corona-Virus in Europa und der Welt wurden wir Stairway-Praktis gebeten nach Deutschland zurückzukehren.

Nichtsdestotrotz vergingen die Wochen vor der Abreise wie im Flug, es gab immer viel zu tun und zu erleben. Die Highlights and weitere interessante Infos möchte ich im Folgenden mit euch teilen.

Abwechslungsreicher Arbeitsalltag mit vielen Einblicken

Ähnlich zu meinen ersten Wochen durfte ich den vergangenen Wochen weiterhin bei Prüfungen in verschiedensten Branchen mitwirken, der Mix reichte vom Lebensmitteleinzelhandel, über den Dienstleistungssektor, bis hin zu einem Werkzeughersteller. Zudem war ich über die Faschingstage bei einem Automobilzulieferer vor Ort. Auch wenn Fasching in Tschechien nicht gefeiert wird, brachte ein Kollege super leckere selbstgebackene polnische Pączki (Kreppel/Krapfen), gefüllt mit Marmelade, mit! Das war definitiv das Highlight des Tages.

Unser Büro bei einem Mandanten

Was mir bei fast allen Mandaten bisher auffiel, war, dass viele Kollegen gar nicht im Anzug zum Mandanten kommen, wie ich es zunächst erwartet hatte. Stattdessen war es völlig in Ordnung im Hemd und einer guten Hose zur Arbeit zu gehen.

Nach mittlerweile vielen Prüfungsmandaten bei verschiedenen Unternehmen habe ich ein kleines Merkmal der tschechischen Rechnungslegung zu schätzen gelernt: Es gibt einen gesetzlich standardisierten Kontenplan für alle Unternehmen. Für mich bedeutete dies, dass ich es leichter war sich in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zurechtzufinden, vor allem, wenn die Kontenbezeichnungen einen tschechischen Namen hatten.

Apropos tschechische Sprache: Ein paar Wörter kenne ich mittlerweile, jedoch bin ich sehr froh, dass wir unsere Prüfungshandlungen auf Englisch dokumentieren – andernfalls könnte meine Aufzeichnungen sonst wohl auch keiner mehr verstehen.

Prager PwC-Office

Erkundungstour in Prag und Innovationen beim Barkeeping

Das Wetter an meinen letzten Wochenenden in Prag ist häufig richtig gut gewesen. Besonders passend war es daher, dass mich Freunde und Familie besucht haben und wir mit Sonnenschein die Stadt erkunden konnten. Pflichtbesuche waren neben dem Schlendern über die Karlsbrücke auch der Besuch der Prager Burg und des Veitsdoms.

Blick auf Prag vom Turm des Klementinums

Bei Tschechen ist Eishockey recht beliebt, daher habe ich dies als Anlass genommen, mit zwei Freunden das Spiel von Sparta Prag gegen Fastav Zlín anzuschauen. Wir saßen zwar im Familienblock, während so mancher Spielphase merkte man davon aber wenig, die Leute feuerten ihre Teams an und verkündeten lautstark ihre Meinung.

Abends kann man in Prag gut weggehen und was erleben. Ein innovatives Detail bei einem Clubbesuch war neben den Dancefloors und der Musik ein Barkeeping-Roboter. Auf einem Display konnte man seinen Cocktail bestellen und beim Mixen zwei Roboterarmen zuschauen. Lediglich die Lieferung an den Tisch geschah analog durch eine Bedienung.

Eishockeyspiel Sparta Prag gegen Fastav Zlín

Barkeeping-Roboter

 

 

 

 

 

 

 

Einige Tage vor meiner Abreise bin ich bei einer Expat-Gruppe in den sozialen Netzwerken auf den Aufruf von ehemaligen Schwimmern aufmerksam geworden, die sich regelmäßig zum Training treffen. Zweimal konnten wir uns noch zum Trainieren treffen, bevor die Schwimmbäder geschlossen wurden. Nichtsdestotrotz war es wirklich lohnend, sich in solchen Gruppen zu vernetzen, um dadurch weitere Leute kennenzulernen.

Arbeiten während der Coronakrise und der Abschied aus Prag

Nachdem die Einschränkungen des öffentlichen Lebens immer mehr zunahmen, wurden wir von PwC bereits gebeten aus dem Homeoffice zu arbeiten. Glücklicherweise ging das alles reibungslos, man ist es bei PwC ohnehin gewohnt außerhalb des Büros zu arbeiten. Natürlich fehlt im Homeoffice das Gespräch „zwischendurch“ mit den Kollegen. Durch morgendliche Telefonkonferenzen mit den Prüfungsteams sowie dem laufenden Coaching während des Tages wurde dies jedoch so gut wie möglich ausgeglichen.

Die Nachricht über die bevorstehende Abreise aus Prag hatte sich bereits angebahnt, als die Grenzschließungen Tschechiens verkündet wurden und vor ihrer Umsetzung standen. Da mein Rückflug gestrichen wurde, bin ich schließlich mit dem Zug zur Grenzstadt Cheb (Eger) gefahren und habe die Grenze nach Deutschland zu Fuß überquert (grenzüberschreitender Verkehr war eingestellt gewesen). Es war ein spannendes Erlebnis, das ich in dieser Form noch nicht erlebt hatte. Danke an dieser Stelle an das Stairway-Team für die Unterstützung!

Sonnenuntergang bei der Ausreise

Seit meiner Rückkehr nach Deutschland arbeite ich weiterhin aus dem Homeoffice heraus, es war glücklicherweise möglich, dass ich die verbleibenden Wochen des Praktikums noch planmäßig fortführen kann.

Mein Fazit über mein Stairway-Praktikum in Prag

Das Praktikum hat mir sehr viel Spaß gemacht, es war eine tolle Zeit, die ich definitiv vermissen werde. Die Erfahrungen, die ich sammeln durfte, waren großartig, die Kolleginnen und Kollegen sowie die vielen anderen Menschen, die ich kennengelernt habe, waren inspirierend, freundlich und offen.

Privat vermisse ich bereits die kleinen Dinge, die Prag für mich mit ausmachen: Sei es eine Fahrt mit den alten Straßenbahnen und deren Ansagen, das Verwenden tschechischer Gruß- und Abschiedsformeln. Oder auch das deftige Essen mit den Braten und Klößen sowie das tschechische Bier, üblicherweise serviert mit sehr viel Schaum.

Abschließend kann ich wirklich jedem raten, Erfahrungen im Ausland zu sammeln, sei es im Rahmen eines Praktikums oder letztlich über ein Auslandssemester an der Hochschule. Ich würde sagen, dass man lernt, sich schneller auf neue Situationen einzustellen, seinen eigenen Horizont erweitert, öfters mal die Komfortzone verlassen muss und dabei offener für neue Dinge wird. Und in meinem Fall freue ich mich sehr, Freunde und Kollegen in Tschechien kennengelernt zu haben, die ich beim nächsten Besuch wiedersehen kann.

Solltet ihr vor dem Schritt stehen für eine Zeit ins Ausland zu gehen – tut es, der erste Schritt mag manchmal als der schwerste Schritt scheinen, es lohnt sich aber!

Bleibt gesund, na shledanou!

Max

Dobrý den aus Prag

Hallo zusammen,

ich heiße Max, bin 23 Jahre alt und mache seit Anfang Januar ein Praktikum in den Inbound-Services der Service Line Assurance in Prag bei PwC Tschechien. Bis Ende April werde ich hier tätig sein, mit dem Blog versuche ich euch ein paar Einblicke in meinen Alltag zu geben.

Mein Start und die ersten Arbeitswochen in Prag

Der Start hier in Prag hätte nicht reibungsloser klappen können, das Global Mobility Team von PwC kümmerte sich wirklich um alles – von den Formalia nötiger Anmeldungen in Tschechien, über die Unterkunft bis hin zur Anreise. Daher konnte ich an meinem ersten Arbeitstag direkt mit einigen Schulungen starten und darüber hinaus bereits Kollegen kennenlernen.

Zunächst noch kurz ein paar Worte zur Inbound-Abteilung, in der ich arbeite: Zahlreiche internationale Unternehmen sind auch in der Tschechischen Republik tätig, die Inbound-Prüfung übernimmt unter anderem die Prüfung der Jahresabschlüsse dieser Töchter.

Lange war ich nicht im Büro, bereits am dritten Tag durfte ich zur Prüfung der tschechischen Tochter eines Logistikkonzerns mit. Dort standen mir zum Glück die Kolleginnen und Kollegen bei anfänglichen Fragen zur Bedienung der Prüfungssoftware mit Rat und Tat zur Seite.

Nach wenigen Tagen auf diesem Mandat ging es weiter zur Prüfung eines französischen Unternehmens, das seine Financeabteilung nach Prag verlagert hat. Bei vielen Unternehmen gewinnt die Einrichtung sogenannter „Shared Service Center“ (SSC) zunehmend an Beliebtheit, sicherlich werde ich daher während meines Praktikums nochmals bei einer solchen SSC-Prüfung eingesetzt werden.

Die meiste Zeit im Januar habe ich bei einer Prüfung eines Bergbauunternehmens außerhalb von Prag verbracht. Zwei Wochen war unser Team hierfür im Hotel. Nach der Arbeit sind wir häufig was essen gegangen, sodass ich die anderen Teammitglieder auch neben der Arbeit noch etwas kennenlernen konnte. Einmal waren wir zusammen in einem Sportkurs im Fitnessstudio, was ziemlich anstrengend war, aber viel Spaß gemacht hat!

Abendessen mit den Kollegen

Trotz der unterschiedlichen Branchen und Projekte, in denen ich bisher mitgewirkt habe, hatten alle drei gemeinsam, dass die Teams immer aus verschiedenen Kolleginnen und Kollegen bestanden, die häufig ein Mix unterschiedlichster Nationalitäten waren. Wirklich spannend, manche Dinge einmal von einer anderen kulturellen Perspektive zu betrachten!

Freizeit

Die Reisetätigkeit im beruflichen Alltag setzt sich bei mir auch im Privaten fort. An den Wochenenden unternehme ich meistens etwas, bisher waren diese Aktivitäten überwiegend außerhalb von Prag. Den Besuch der Sehenswürdigkeiten in Prag werde ich mir noch ein bisschen aufheben, da ich in nächster Zeit Besuch aus Deutschland bekomme, mit dem ich dies dann nachholen werde. Von außen habe ich dennoch viele Sehenswürdigkeiten erkundet.

Astronomische Uhr in Prag

Blick auf Prag

 

 

 

 

 

 

 

Meine bisherigen Ausflüge außerhalb Prags führten mich in Städte, die von hier aus gut zu erreichen waren. So war ich Mitte Januar in Dresden, habe mir dort die Sehenswürdigkeiten wie etwa die Semperoper und die Frauenkirche angeschaut. An einem anderen Wochenende bin ich in den böhmischen Wäldern von Karlštejn bis nach Beroun gewandert. Die Landschaft war zugegebenermaßen etwas trist und eintönig, dafür war es sehr ruhig, vom Klopfen zahlreicher Spechte mal abgesehen.

Frauenkirche in Dresden

Wandern in der Nähe von Karlštejn

 

 

 

 

 

 

 

Gute (Nacht-)Busverbindungen nach Polen brachten mich auf die Idee, mir dort einige Städte anzuschauen. Daher ging es unter anderem nach Kattowitz, in die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau sowie nach Krakau. Wie auch in Kattowitz gab es in Krakau ebenfalls noch sehr viel Weihnachtsdekoration in der Stadt und den Einkaufspassagen. Man könnte denken, Weihnachten stehe erst noch vor der Tür.

Krakau Cloth Hall am Marktplatz

Königsschloss auf dem Wawel in Krakau

 

 

 

 

 

 

 

In wenigen Wochen werde ich mich mit meinem zweiten Blogeintrag melden und euch mehr über Tschechien und meine Erlebnisse hier berichten.

Na shledanou!

Max