Bye, bye, Stockholm!

4 Monate können ziemlich schnell verstreichen. Das habe ich bestürzt feststellen müssen, als in der letzten montäglichen Teambesprechung mein baldiger Austritt zur Sprache kam. Die Woche ist dann auch mit letzten Lunch Verabredungen, diversen After Works und einem Abschieds-„Fika“ (die Schwedische Kaffee- und Kuchenpause) schnell rumgegangen.

Am 13. Dezember gab es noch ein adventliches Highlight, als ich mit den Kollegen das Luciafest im Office gefeiert habe. Einige der Juniors hatten sich mit weißen Gewändern, Sternen und Papierhüten zum Luciazug zusammen gefunden und trällerten weihnachtliche Lieder bei heimeligen Kerzenlicht.

Nun sitze ich am Airport mit zwei Koffern voller Erinnerungen und schwedischer Pfefferkuchen. Dem Stairway Team danke ich für die gute Betreuung und Organisation, die einen reibungslosen Ablauf meines Aufenthalts in Stockholm ermöglicht haben.

Ich wünsche euch allen eine frohe Weihnachtszeit!

Pauline

 

Julmust – die Schwedische Weihnachtslimonade 🙂

 

Mittagessen bei Dämmerung

In meinem vergangenen Blogeintrag habe ich bereits einiges über meine Tätigkeiten im TP-Team berichtet. Heute möchte ich etwas konkreter werden und exemplarisch einen Einblick in einen meiner Arbeitstage geben, z.B. letzten Freitag:

Der Tag ging aus studentischer Sicht schon recht früh los, da ich bereits um acht Uhr zur Arbeit erscheinen musste. Es fand eines dieser Trainings für uns Juniors statt, die ich schon im letzten Eintrag erwähnt habe. Als „Trostpflaster“ für die kurze Nachtruhe hat diesmal einer der Partner das Training geleitet. Ganz nach schwedischer Manier wurde die nächste Stunde im offenen Diskussionsformat abgehalten.

Nach Ende des Trainings Stellte ich mich an meinen Tisch. Denn glücklicherweise haben wir höhenverstellbare Schreibtische, eine komfortable Vorrichtung, die mein Rücken nach dreimonatiger Schreibtischarbeit nun zu schätzen gelernt hat.

Bis zum Mittagessen habe ich am TP-Teil einer Präsentation für ein M&A-Projekt gearbeitet. Diese Aufgabe war besonders spannend, da an diesem Projekt Abteilungen verschiedener steuerlicher Disziplinen eingebunden sind. Im Anschluss hab ich mit einem Kollegen die weiteren Schritte in einer Benchmark Study besprochen.

Am frühen Nachmittag, gegen 14 Uhr, begann es bereits zu dämmern. Ich merke immer stärker den im Vergleich zu Deutschland geographisch bedingten kürzeren Sonnenzyklus. Bald danach machten sich einige Juniors schon auf den Nachhauseweg, um am Abend nach Prag zu fliegen und dort in der kommenden Woche an einer Konferenz teilzunehmen.

Die Freitag Nachmittage gehen immer schnell rum, denn es gibt das Tax-„Fika“, eine Kaffee Pause, die Freitags auf jedem Stockwerk stattfindet (nicht zu verwechseln mit dem internen Mittwochs-„Fika“ meines Teams 😉 ) und jede zweite Woche wird ab 17.00 das Wochenende durch den Pup, den ich ja schon in meinem ersten Artikel beschrieben habe, eingeleitet.

Samstags hab ich das gute Wetter genutzt, um auf einer der vielen Fähren die Wasserwege Stockholms kennen zu lernen. Das ist ein guter Reisetipp, denn diese Fähren sind im öffentlichen Nahverkehrsticket mit eingeschlossen. Nachmittags habe ich mich dann ins Shoppinggetümmel gestürzt und in einem Shop einem Live Konzert gelauscht.img_0294

Arbeiten bei PwC Stockholm – Tax

Mein erster Blogeintrag hat ja schon ein paar Facts zum Stockholmer PwC Office beinhaltet. Im Folgenden möchte ich nun euch einen näheren Einblick in meine Arbeit als Mitglied des TP Teams bei der Service Line Tax geben.Version 2

TP steht für „Transfer Pricing“ und bezeichnet die Festsetzung von Preisen für den konzerninternen Leistungsaustausch, insbesondere der multinationaler Unternehmen. Das Reizvolle an der Arbeit in diesem Bereich ist, dass die Auseinandersetzung mit der sogenannten „trockenen“ Steuermaterie sich stark in Grenzen hält. In den Vordergrund rücken vielmehr betriebswirtschaftliche Betrachtungen und ökonomische Analysen.

Das Spektrum an Projekten ist recht vielfältig. Da ich zudem nicht einer bestimmten Person zugeordnet bin, habe ich die Möglichkeit bei unterschiedlichen Projekten und Projektteams mitzuarbeiten. Die Kommunikation mit den Kollegen gestaltet sich als sehr angenehm, da sie offen und unkompliziert im Umgang sind. Mit dem TP Team sitze ich zwar in einem Großraumbüro, doch wird man aufgrund der gedämpft geführten Gespräche in seiner Konzentration nicht groß beeinträchtigt.

Bei der Bearbeitung der Arbeitsaufträge wird mir relativ viel Freiraum gewährt und eine reflektierte Auseinandersetzung mit der Materie ermöglicht. Meist gibt es auch ein direktes Feedback hinterher. Neben typischen „Praktikantenaufgaben“, bekomme ich auch komplexere Aufgaben, die meine fachliche Weiterentwicklung besonders vorantreiben. Und wenn ich mal nicht weiter komme, findet sich schnell jemand, an den ich mich richten kann. So lerne ich sehr viel, besonders, da die Kollegen auf jedwede Fragen meinerseits gerne eingehen. Mit dem Vorteil, in einem jungen Team gelandet zu sein, komme ich zudem in den Genuss von zahlreichen fachlichen Trainings, die für die Juniors unseres Teams organisiert werden.

Ein etwas ausgedehnteres Training gab es bei der kürzlich im Stockholmer Office stattfindenden TP Konferenz. Hier kamen alle schwedischen TP Mitarbeiter zusammen, um sich über Projekte und aktuelle Themen auszutauschen. Die Veranstaltung bot mir dazu die Möglichkeit, die Kollegen aus den anderen Teilen Schwedens kennen zu lernen. Krönender Abschluss war eine traditionelle Crayfish Party mit schwedischen Gesängen und obligativen Partyhütchen. Mein Resümee: Beim Praktikum in Schweden kommt der Spaß bei der Arbeit nicht zu kurz 😉Version 2

Das Holzschiff und ein Elch

Ein beliebtes Ausflugsziel in Stockholm ist die grüne Insel „Djurgården“. Sie bietet ein breites Unterhaltungsangebot, wie zum Beispiel das ABBA Museum, ein Freilichtmuseum, das Nordische Museum, einen Freizeitpark (Achterbahnfahrt mit Blick auf die Altstadt „Gamla Stan“) und noch viel weiteres… vor allem aber das Vasa-Museum.

Letzteres hat mein Interesse schon beim Durchblättern des Reiseführer geweckt: ein uraltes Holzschiff, aus dem tiefen Schlamm geborgen, um das ein Museum herum gebaut worden ist. Ich bin sofort neugierig gewesen und tatsächlich erwartete mich viel mehr als nur ein paar alte Balken! Hinter den Museumskassen geht es durch einen abgedunkelten Korridor in die Ausstellungshalle. Groß reckt sich dort das dunkle Schiff vor einem in die Höhe, so dass man augenblicklich den Kopf in den Nacken legen muss, um seine vollen Ausmaße bestaunen zu können. Treppen führen sowohl nach unten zum Fuß des Schiffs als auch in höhere Stockwerke, so dass man schichtenweise das Schiff erkunden kann.

Bei der „Vasa“ handelt es sich um ein Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert. Aufgrund eines kleinen aber fatalen Konstruktionsfehlers (wer wissen will, worin der Fehler lag, dem empfehle ich einen Besuch des Museums 😉 ) schwamm das Schiff, der Stolz der schwedischen Marine, nur 20 Minuten auf dem Wasser. Dann kenterte es und setzte seiner Jungfernfahrt ein abruptes Ende. Es verbrachte für die nächsten dreihundert Jahre seinen Dornröschenschlaf im Hafenschlamm von Stockholm, ehe es archäologischen Ehrgeiz weckte. Das Schiff ist riesengroß! (Siehe Person im Bild unten links zum Vergleich.) Mit den Kanonenpforten und denen am Heck angebrachten Holzfiguren wirkt es sehr beeindruckend. Ein Fluch der Karibik Moment.

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Als ich mich endlich vom Anblick des Schiffs losreißen konnte, ging es weiter ins Freilichtmuseum. Von Bauern- und Herrenhäusern, über Türme, Windmühlen oder eben auch die klassischen, bunten Schwedenhäuser sind auf der Ausstellungsfläche die unterschiedlichsten Gebäude versammelt. Über das Gelände verteilt trifft man auf altertümlich gekleidete Schweden, die einem gerne von der Lebensweise der Bewohner vergangener Jahrhunderte erzählen.

Im integrierten Tierpark hab ich Rentieren dabei zu gesehen, wie sie sich entspannt beim Wiederkäuen die Sonne auf den Rücken scheinen ließen. Im Vergleich dazu ist der Elch im Nachbargehege schon spannender gewesen. Er schien etwas wacklig auf den Beinen, was bei einer Schulterhöhe von zwei Metern ihm nachzusehen war. In Schweden gibt es ungefähr 300.000 Elche. Zum Leidwesen der Autofahrer sind es nicht sehr schlaue Tiere. Sie haben eine traurige Spitzenreiterposition auf der Liste der häufigsten Autounfallursachen in Schweden

Anbei noch ein paar Photos aus dem Freilichtmuseum:

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Mittwochs-„Fika“ und ein Ständchen für den König

Es ist nun schon drei Wochen her, dass ich bei strahlendem Sonnenschein mit zwei Koffern, großer Vorfreude und vom Stairway-Team ausgerüstet mit einem Stockholm Stadtführer in der schwedischen Hauptstadt angekommen bin.

Vor dem Arbeitsantritt hatte ich noch einen freien Tag, um mir ganz entspannt einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen. Das absolute Highlight für mich war hierbei der Wachwechsel um 12.00 Uhr vor dem Stadtschloss in der Altstadt „Gamla Stan“. DeVersion 4r Wechsel der sehr ernst wirkenden Wachen vollzog sich unter den zackigen Befehlen der Kommandanten mit der musikalischen Begleitung durch eine berittene Blaskapelle und bot so für die Mittagsstunde ein unterhaltsames Schauspiel.

Abends war einiges auf den Straßen los, denn im Rahmen der Stockholm Fashion Night hatten die Läden extra lang geöffnet und sorgten mit Aktionen und DJs für gute Stimmung. In den Straßen liefen viele stylische Personen herum, die im Alltag immer noch häufig zu sehen sind. Das ist auch nicht verwunderlich, denn bei der großen Auswahl an Pop-up Stores und kreativen Läden, bietet Stockholm viel Inspiration.

Jetzt aber noch ein paar Worte zu meiner Arbeit: Fährt man mit der „Tunnelbana“ von meinen Apartment in Södermalm aus unter der Altstadtinsel durch nach Normalm, gelangt man nach diesem kleinen Inselhopping zum PwC-Gebäude. Mich hat gleich am Anfang das Design der Einrichtungsgegenstände begeistert: alles ganz skandinavisch.

Die schwedischen Kollegen haben mich mit herzlicher Gastfreundlichkeit und vielen „Hej, hej“ bei sich aufgenommen. Mein Team hat mit 20 Mitgliedern eine angenehme Größe und stellt innerhalb Schwedens das größte Team der „Verrechnungspreis“-Gruppe (Teilgebiet der Unternehmenssteuern).

Die Arbeit im Team macht sehr viel Spaß. Die Atmosphäre ist recht locker und entspannt, was nicht zuletzt den schwedischen Hierarchievorstellungen zu verdanken ist. Die Hierarchie rückt nämlich in den Hintergrund. Weitere typisch schwedische Besonderheiten sind die an die „Sommersaison“ angepasste Arbeitszeiten (7-Stunden-Tag), die große Anzahl interner Meetings und zu guter Letzt das fest im Büroalltag verwurzelte „Fika“ – die nachmittägliche Kaffeepause. Sie wird jeden Mittwoch mit Selbstgebackenem zelebriert, das von den Kollegen abwechselnd gemäß dem Fika-Plan mitgebracht wird.

Allgemein wird beiVersion 2 PwC viel organisiert. So gibt es jeden zweiten Freitagabend den sogenannten „Pub“. In entspannter Stimmung kommt man auf der Dachterasse des PwC-Gebäudes auf ein für das Stockholmer Preisniveau unschlagbar günstiges Bier zusammen. Wenn man schnell genug ist, kann man auch ein Stück Pizza ergattern. Das Event hatten mir die Kollegen schon Tage zuvor angekündigt, weil der Pub quasi frisch aus der Sommerpause im August zurückgekommen ist. Links eine kleine Impression mit meinen Kollegen beim Pub.