Mata ne (またね) Tokyo!

Konnichiwa (こんにちは)!

Bevor ich mich, jetzt schon über drei Monate her, auf Tokyo vorbereitet habe, ist mir immer wieder „Konnichiwa“ für „Hallo“ und „Sayonara“ für „Auf Wiedersehen“ über den Weg gelaufen. „Sayonara“ wird aber fast nie verwendet, da es einen Abschied für immer bedeutet. „Mata ne“ hingegen bedeutet „bis bald“. Ich werde auf jeden Fall zurückkehren, deswegen sage ich heute nur „Mata ne“ Tokyo!

Die letzten Tage auf der Arbeit

In den letzten Tagen des Praktikums wurden, wie schon im letzten Blog erwähnt, Projekte abgeschlossen, an denen ich während meines gesamten Praktikums gearbeitet habe, sodass ich den ganzen Prozess von Anfang bis Ende miterleben konnte. Außerdem standen noch mein Feedbackgespräch an sowie viele kleine organisatorische Dinge, wie die Rückgabe der IT-Ausstattung und die Abmeldung meines Wohnsitzes. Die tollen Erfahrungen während meines Praktikums konnte ich dann bei zwei gemeinsamen Abendessen mit meinen Kollegen Revue passieren lassen, sowie dabei die japanische Küche zum letzten Mal genießen.

Freizeit

Die letzten Wochen meines Praktikums habe ich meine Urlaubstage genutzt um eine kleine Reise durch Japan zu machen – in die Kansai Region nach Osaka, Kobe, Nara und Kyoto.

Kobe ist wohl vor allem bekannt für das berühmte Kobe Beef und den Fußballspieler Lukas Podolski, der in Kobe spielt – leider aber nicht während meines Aufenthalts. Ansonsten hat Kobe mit den Bergen zur einen und dem Meer zur anderen Seite einiges zu bieten. Vor allem der Hafen erstrahlt bei Nacht in voller Pracht.

Kobe Beef Restaurant

 

 

 

 

 

 

Osaka hingegen ist tagsüber eine eher ruhigere Stadt, ohne vielen Sehenswürdigkeiten, abgesehen natürlich vom Osaka Castle. Abends jedoch erblüht in den Stadtteilen Dotonbari und Namba das bunte Nachtleben.

Dotonbari

Osaka Castle

 

 

 

 

 

 

 

Die Hauptattraktion in Nara ist der Nara Park mit rund 1,200 frei laufenden Rehen, die es gelernt haben, sich vor der Fütterung vor den Menschen zu verbeugen. Außerdem hat der Park einen riesigen Buddah und einen Tempel mitten im Wald zu bieten.

Rehbrunnen in Nara

Buddah Hall

 

 

 

 

 

 

 

Kyoto aber war mein absolutes Highlight. So viele Tempel und UNESCO Weltkulturerben auf einem Fleck sind wohl einzigartig. Selbst nach zweieinhalb Tagen in Kyoto habe ich längst nicht alles gesehen. Aber das, was ich gesehen habe, war unglaublich. Zu einem Besuch in Japan gehört neben Tokyo, meiner Meinung nach, definitiv auch ein Besuch in Kyoto!

Fushimi Inari-Taisha

goldener Pavillion

 

 

 

 

 

 

 

Und was natürlich nicht fehlen darf, wenn man an Japan denkt: die Kirschblüte (Sakura). Sie blüht in diesem Jahr, trotz des kalten Winters relativ früh, sodass ich diese einzigartige Jahreszeit miterleben durfte. „Hanami“ wird übrigens das Ritual genannt, sich mit seinen Freunden unter einem Kirschbaum zu treffen und Sakura zu trinken.

Hanami im Park

Kirschblüte im Imperial Palace Garden

 

 

 

 

 
 
 
 
 

Fazit

Das wohl Wichtigste, was ich in den letzten Monaten gelernt habe, war der Umgang mit Menschen mit einem komplett anderen kulturellen Hintergrund. Wenn man in einem fremden Land mit einer anderen Sprache und Kultur lebt und arbeitet, ist es unabdingbar, sich anzupassen. Aber anpassen bedeutet nicht, seine eigene Kultur aufzugeben, sondern viel mehr sich, in einigen Dingen zurückzunehmen und seine Vorschläge und Ansichten zu gegebenen Zeiten einzubringen.

Hinzu kommen die fachlichen Dinge, die ich während der Arbeit gelernt habe sowie eine tolle Stadt und ein wunderschönes Land, welche ich entdecken und bereisen konnte. Insgesamt also eine unglaublich tolle und erlebnisreiche Zeit, für die ich sehr dankbar bin!

Danke (ありがとう)

Als erstes danke ich PwC und dem PwC Stairway Team, die mir diese unglaubliche Chance ermöglicht haben und die der Grund für all die tollen Erfahrungen sind. Dann danke ich natürlich den Teams in Japan, mit denen ich während meines Praktikums zusammenarbeiten durfte und besonders danke ich meinem deutschen Manager, der sich während der gesamten Zeit, trotz des Stresses und Busy Season, um mich gekümmert hat. Zu guter Letzt geht Dank an die vielen neuen Leute, die ich in Japan kennengelernt habe, mit denen ich meine Ausflüge unternommen und meine Freizeit verbracht habe, und die mit mir die ein oder andere Nacht in Tokyo zum Tag gemacht haben.

Wie bereits erwähnt und wie ihr hoffentlich gemerkt habt, bin ich absolut begeistert von meinem Praktikum bei PwC in Tokyo und kann nur jedem empfehlen, eine ähnliche Erfahrung zu machen und sich unter allen Umständen zu bewerben!

Mit vielen tollen Erfahrungen und definitiv nicht zum letzten Mal…

Mata ne (またね)

Jonas

Tokyo – Besuch aus Singapur

Konnichiwa (こんにちは)! Die Wochen vergehen auch in Tokyo wie im Flug. Mittlerweile bin ich schon seit knapp 10 Wochen hier und auch der Frühling kommt so langsam in Fahrt – auch wenn der März hier, wie der April in Deutschland, viele Temperatur- und Wetterschwankungen mit sich bringt. Als mich Stairway-Praktikant Stefan aus Singapur in Tokyo besucht hat, hatten wir jedoch Glück mit dem Wetter und somit unter anderem einen tollen Blick auf den höchsten und berühmtesten Berg in Japan, dem Mt. Fuji.

Arbeitsalltag

Aber erst einmal zur Arbeit. Die Busy Season ist weiterhin auch in Tokyo in vollem Gange, auch wenn sie sich mittlerweile so langsam dem Ende zuneigt. An der Struktur meiner Arbeit hat sich seit dem letzten Blogeintrag wenig geändert. Ich verbringe weiterhin ungefähr 50% meiner Zeit im PwC Office in Tokyo, um bei der Prüfungsplanung zu helfen und 50% meiner Zeit bei Mandanten, um mit einem immer wechselnden und weiterhin sehr sympathischen Team die Prüfungsfelder abzuarbeiten. Was sich jedoch verändert hat, sind meine Aufgabenfelder und natürlich die Art der Unternehmen, sodass meine Arbeit nicht eintönig wird. Als Wirtschaftsprüfer ist es essentiell, das Unternehmen und das Unternehmensumfeld zu verstehen, um Risikofaktoren zu identifizieren und bei der Bearbeitung der Prüfungsfelder den richtigen Fokus zu setzen. Dieser Einblick in verschiedenste Unternehmen und der Zugang zu Daten, Dokumenten und Informationen, die der Öffentlichkeit nicht bekannt oder noch nicht veröffentlicht sind, ist mit Sicherheit ein Alleinstellungsmerkmal im Beruf des Wirtschaftsprüfers und macht den Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich.

Kulturelle Unterschiede

Dieser Teil meines Blogs ist der wohl bisher schwierigste, da ich nach knapp 10 Wochen weder behaupten kann, die japanische Kultur vollends verstanden noch komplett kennengelernt zu haben. Auf den ersten Blick sieht Tokyo sehr westlich aus – gepflegtes Stadtbild, moderne und zahlreiche Hochhäuser, gigantische Shopping Malls und riesige Werbebanner von Coca-Cola und Apple. Wenn man jedoch genauer schaut und Menschen kennenlernt, fallen jedoch einige Unterschiede auf.

Zum Beispiel haben Freundlichkeit und Service einen viel höheren Stellenwert als in Deutschland – sei es auf der Arbeit, im Supermarkt oder im Restaurant. Es heißt hier sprichwörtlich nicht „der Kunde ist König“, sondern „der Kunde ist Gott“. Außerdem hat die japanische Sprache mehrere Höflichkeitsstufen, in denen Verben, in Abhängigkeit vom Beziehungsverhältnis, unterschiedlich konjugiert werden.

In Japan gibt es darüber hinaus mehr Regeln, die auch strenger befolgt werden – besonders in der Arbeitswelt. Für ein Vorstellungsgespräch gibt es beispielsweise einen Regelkatalog, der vorschreibt, wie oft man an die Tür zu klopfen oder wie der Bewerber zu sitzen hat. Die Japaner sind außerdem so höflich, dass man seinen verlorenen Geldbeutel oder sein verlorenes Smartphone mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zurück erlangt.

Respekt spielt die größte Rolle in Japan. Man wird sehr freundlich aufgenommen und interessiert sich für die andere Kultur, im Gegenzug aber wird verständlicherweise auch dasselbe von dem Gegenüber erwartet. Beachtet man jedoch dies, wird man keinerlei Probleme mit den Japanern haben und alle kulturellen Fehltritte werden verziehen.

Japanische Hochzeit

Tokyo Maratho

Sushi Restaurant 

Chinesischer Hot Pot 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freizeit

Wie auch in den letzten Blogeinträgen, muss ich mich auch dieses Mal auf die Highlights beschränken, da ich schon wieder einiges in Tokyo und Umgebung erlebt habe.

Eines meiner Highlights war mit Sicherheit der Wochenendausflug in die Olympiastadt von 1998: Nagano. Deutlich kleiner als Tokyo, aber mit einem besonderen Charme hat auch Nagano viel zu bieten. Bei Temperaturen knapp unter 0°C und leichtem Schneefall, war der Besuch des „Snow Monkey“ Parks, in dem Affen bei eisigen Temperaturen in heißen Quellen (Onsen) baden und leben, faszinierend. Auch der Besuch des Skigebiets hat sich bei strahlendem Sonnenschein am nächsten Tag mehr als gelohnt.

Snow Monkeys

Skigebiet Nagano

 

 

 

 

 

 

 

Wie bereits erwähnt, hat mich der Stairway-Praktikant Stefan aus Singapur in der letzten Woche besucht, und wir konnten neben Tokyo auch Ausflüge in das Umland machen. Zum Beispiel zu den „Five Lakes“ in Kawaguchiko, mit wunderschöner Aussicht auf den Mount Fuji und einem Ausflug nach Kamakura, ein beliebtes Ausflugsziel eine Stunde von Tokyo entfernt, in dem man auf kleinster Fläche unzählige Tempel sehen kann.

Kamakura Bambus Forest

Mt. Fuji und Pagode

 

 

 

 

 

 

 

In den leider letzten Wochen meines Praktikums steht für mich der Abschluss mehrere Projekte auf der Arbeit, aber auch noch eine kleine Reise durch Japan an.

Von all dem werdet ihr in meinem dann letzten Blogeintrag ausführlich erfahren.

Mata ne (またね),

Jonas

Eisige Frühlingsgrüße aus とうきょう (Toukyou)

Konnichiwa (こんにちは)! Am 4. Februar wird in Japan alljährlich Risshun (立春) gefeiert, ein Fest um den Frühling zu begrüßen. So richtig warm will es aber noch nicht werden. Ganz im Gegenteil – hier in Tokyo wurde mit -4 Grad die kälteste Temperatur seit 48 Jahren gemessen und wohin man schaut sind die nicht an Kälte gewöhnten Japaner am Frieren. Nichtsdestotrotz habe ich als an Kälte gewöhnter Deutscher einiges in Japan in den letzten Wochen erlebt…

Arbeitsalltag

Die letzten Wochen habe ich zur Hälfte im Office in Tokyo verbracht und mich dabei mit Themen der Prüfungsplanung für verschiedene Mandanten beschäftigt und zur anderen Hälfte beim Mandanten, wo es dann darum ging mit meinen Kollegen die in der Prüfungsplanung festgelegten Prüfungsfelder zu bearbeiten. Am Besten gefallen haben mir bisher die Verantwortung, die mir selbst als Praktikant zu Teil wird und der enge Kontakt zu den Führungsetagen der Unternehmen bei der Bearbeitung der Prüfungsfelder. Besonders spannend war das sogenannte “Show-me-meeting” mit dem CEO eines Mandanten, von dem ich aus erster Hand Entwicklung, Performance, Risiken und Strategie des Unternehmens erfahren konnte. Weiterhin hervorheben kann ich nur den unglaublich freundlichen Umgang miteinander auf der Arbeit. Bisher war bei jedem Projekt die Stimmung unter den Kollegen sehr gut und ich wurde immer herzlich aufgenommen. Beim gemeinsamen Mittagessen wird außerdem immer darauf geachtet, Essen auszuwählen, welches ich bisher noch nicht in Japan probiert habe, um mir in der kurzen Zeit einen möglichst großen Einblick in die japanische Esskultur zu ermöglichen.

…wie Horumon (Innereien)

Korean BBQ gehört genauso zur Esskulutur…

 

 

 

 

 

 

 

Leben in Tokyo

Meine Wohnung befindet sich im sehr zentralen Stadtteil Roppongi und ist nach nur knappen 5 Minuten Gehweg an das U-Bahn System in Tokyo angeschlossen. Zum Office brauche ich ca. 15 min und bis zu allen anderen wichtigen Punkten in Tokyo maximal 40 min. Das Leben in Tokyo ist teurer als in Deutschland, was vor allem bei den Mieten und den Lebensmittelpreisen im Supermarkt zu merken ist. Eine der wenigen Sachen, die wirklich billiger ist als in Deutschland ist paradoxerweise der Restaurantbesuch, weshalb viele Japaner anstatt zu kochen abends ein Schnellrestaurant besuchen. Zum Frühstück isst der Japaner klassischerweise Reis womit ich mich persönlich aber noch nicht anfreunden konnte. Was man hier auch an jeder Ecke sieht sind sogenannte  “Konbinis” (コンビニ), eine Mischung zwischen Kiosk und Supermarkt, die von Instantnudeln bis Backwaren alles für den schnellen Hunger verkaufen.

Hochhäuser so weit das Auge reicht

Sicht auf Tokyo von Odaiba

Freizeit

Wie schon im letzten Blog erwähnt, bieten Tokyo und Umgebung unheimlich viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Nach und nach arbeite ich alles ab und lerne fast jeden Tag neue Facetten von Tokyo kennen. Um den Blog nicht zu lang werden zu lassen beschränke ich mich auf die absoluten Highlights meiner letzten Wochen.

Vor drei Wochen bin ich mit Freunden nach Hakone für einen Wochenendausflug gefahren. Hakone ist eine bergige Region im Süden von Tokyo, die vor allem für ihre Onsen (heiße Quellen) einen schönen Tempel und den Ashi-See bekannt ist. Auf einem nahegelegenen Berg befindet sich außerdem eine Schwefelquelle, mit deren Schwefel Eier gekocht werden, die dann eine schwarze Schale haben und dem Mythos nach das Leben nach dem Verzehr um drei Jahre verlängern. Besonders schön war der zum Teil kniehohe Schnee, der aufgrund der Lage von Hakone noch große Teile der Fläche bedeckt hielt.

Ashi-See

Tempel in Hakone

 

 

 

 

 

 

 

Um auch ein bisschen Kultur zu erleben kann ich nur das Mori Museum in den Roppongi Hills empfehlen, das neben einer Ausstellung zur menschlichen Wahrnehmung auch eine tolle Aussichtsplattform bietet auf der sich eine Ausstellung zum Spiel “Space Invaders” befindet  und die Möglichkeit bietet über den Dächern von Tokyo gegen andere Besucher anzutreten. Interessant war auch der Besuch des Cup Noodles Museum in Yokohama, in dem der Erfinder “Momofuku Ando” wie ein Held gefeiert und in gleichem Atemzug mit Größen wie Sokrates und Albert Einstein genannt wird.

Mori Museum

Cup Noodles Museum

 

 

 

 

 

 

 

Beim Sightseeing in Shibuya und Harajuku konnte ich dann aber auch noch einmal die komplett verrückte Seite von Tokyo erleben. Denn die riesige und laute Shibuya Crossing und Menschen verkleidet als Mangas oder als Cosplayfiguren, sowie verrückte kleine Geschäfte an jeder Ecke gehören genauso zu Tokyo wie der unmittelbar angrenzende ruhige Yoyogi Park mit seinem  „Meiji“ Tempel.

Shibuya Crossing

Meiji Tempel

 

 

 

 

 

 

 

Genauso wie bisher, aber gerne auch mit ein paar Grad mehr, kann es weitergehen mit meinem Praktikum in Tokyo.

Wie genau es weitergeht erfahrt ihr dann ausführlich in meinem nächsten Blogeintrag.

Mata ne (またね)

Jonas

Konnichiwa (こんにちは) aus Tokyo – Das Abenteuer beginnt

Konnichiwa (こんにちは) aus Tokyo! Heute hat es hier geschneit weshalb die ganze Stadt Kopf steht und ich, wie die meisten Japaner, früher frei bekommen habe. Diese Zeit möchte ich nutzen, um euch von meinen ersten Eindrücken in Tokyo zu berichten.

Erst einmal zu mir: Mein Name ist Jonas, ich bin 22 Jahre alt, habe an der Goethe Universität in Frankfurt studiert und absolviere von Januar bis März 2018 ein Praktikum im PwC Office in Tokyo im Bereich Assurance. Diesen Blog möchte ich nutzen, um euch von meinen Arbeitserfahrungen und den kulturellen Unterschieden in Japan zu berichten, sowie um euch mitzunehmen auf meine Abenteuer in der größten Metropolregion der Welt.

Ankunft und erste Eindrücke

Mit großen Erwartungen und einer langen To-Do Liste bin ich am 03. Januar nach knapp 11 Stunden Flug in Tokyo angekommen. Viel Zeit mich auszuruhen und einzuleben blieb nicht, da am darauffolgenden Tag schon die “New Joiner Days” anfingen – 2 Tage vollgepackt mit IT- und Compliance-Schulungen, die aber auch super waren um meine neuen Kollegen kennenzulernen. Was mir direkt aufgefallen ist:

japanisches Essen

  1. Die Japaner sind sehr freundlich und höflich. Trotz der doch erstaunlich großen Sprachbarriere waren die Japaner immer interessiert an Gesprächen und haben mir die Dos and Dont`s im japanischen Arbeitsalltag erklärt, was mich vor einigen kulturellen Fehltritten bewahrt hat.
  2. Das Essen in Japan ist fantastisch! Die Küche in Japan ist in keiner Weise vergleichbar mit der in Deutschland und bietet weit mehr als nur Sushi.
  3. Die Stadt ist riesig! Hört sich bei über 30 Millionen Einwohnern logisch an, aber die Zahl und die Größe realisiert man erst richtig, wenn man durch den endlos erscheinenden Dschungel von Hochhäusern läuft und zum ersten Mal eine U-Bahn in der Rush-Hour benutzt.

Arbeitsalltag

PwC sitzt seit Juli letzten Jahres im sehr modernen Otemachi Building. Von meinem Arbeitsplatz im 13. Stock des Gebäudes hat man einen tollen Blick auf den Kaiserpalast und den dazugehörigen Park. Leider konnte ich diesen Ausblick bisher kaum genießen, da ich meistens auf Projekten bei Mandanten vor Ort bin. Dort unterstütze ich die Teams bei der Prüfung von zumeist Tochtergesellschaften von großen deutschen Unternehmen. Leider sind die meisten Dokumente auf Japanisch, was die Arbeit für mich zu einer großen Herausforderung macht, bei der ich aber immer auf die Unterstützung meiner Kollegen zählen kann. Generell gilt auch, dass die Hierarchie, entgegen allem was ich zur Vorbereitung gelesen habe, sehr flach und der Umgang von gegenseitigem Respekt geprägt ist.

Königspalast im Zentrum von Tokyo

Garten vom Königspalast

 

 

 

 

Sumo Tournament im Ryogoku Stadium

 

Freizeit in Tokyo

Wo soll man da anfangen… An Freizeitaktivitäten und Sehenswürdigkeiten bietet Tokyo alles was man sich vorstellen kann und noch mehr. Von der verrückten Mangastadt Akihabara über die Partystadt Shibuya, das Nobelviertel Roppongi bis hin zu Kulturstädten wie Asakusa bietet Tokyo für jeden Geschmack etwas. Mein persönliches Highlight war bisher aber der Besuch des Grand Sumo Tournament im Ryōgoku Stadium. Ein sehr traditionsreicher und spannender Sport mit einer ganz besonderen Stimmung vor Ort.

Die Atmosphäre in Tokyo an sich ist sehr schwer zu beschreiben, da das Stadtbild zum einen von Menschenmassen, die von den Vorstädten in die Stadt pendeln geprägt ist, zum anderen aber auch von vielen kleinen Tempeln und Läden, die so gar nicht an eine Großstadt erinnern. Deswegen hier ein paar Bilder von meinen bisherigen Erlebnissen.

 

Tokyo Dome City

Hie-Schrein in Akasaka

Tempelgebäude in Akasuka

Tokyo Tower bei Nacht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Außerdem kann ich jedem nur empfehlen sich in seiner Freizeit zumindest ein bisschen mit der japanischen Sprache auseinanderzusetzen, da schon die Basics den Alltag deutlich erleichtern und es ein guter Beginn für ein Gespräch mit Japanern ist, die manchmal eher schüchtern reagieren, wenn man das Gespräch in Englisch startet.

Ich freue mich schon sehr auf die kommenden Wochen in Tokyo mit spannenden Projekten auf der Arbeit und vielen neuen Erlebnissen in Tokyo – von alledem werde ich euch dann im nächsten Blog berichten.

Mata ne (またね),

Jonas

 

Ein krönender Abschluss

Nun sitze ich im Flugzeug nach Hause und nutze die Zeit um meinen letzten Blog Post zu verfassen.

Natürlich vergehen die letzten Wochen eines Aufenthalts besonders schnell. Für mich stand noch ein Trip nach Kyoto an, die letzten Punkte auf meiner To-Do-Liste sollten abgehakt werden und dann wollte ich mich natürlich auch noch angemessen von allen verabschieden, die mir während meines Abenteuers begegnet sind.

Kyoto

Ein Trip nach Kyoto wurde mir von meinen Kollegen sehr ans Herz gelegt. In der Hoffnung die Kirschblüte dort zu sehen, die dann leider enttäuscht wurde, hatte ich den Trip auf das letzte Wochenende im März gelegt.

Was natürlich bei einem Aufenthalt in Japan nicht fehlen darf ist die Fahrt mit dem Shinkansen. Deshalb hatte ich mich für meinen Trip nach Kyoto für die Fahrt mit dem weltberühmten Hochgeschwindigkeitszug entschieden. Nach ca. 2h Fahrt und selbstverständlich ohne Verspätung kam ich in Kyoto an. Eigentlich wollte ich mit dem Bus zum Hotel fahren, aber nachdem ich zwei Mal in den falschen eingestiegen war und der Weg zu Fuß eigentlich nur 15 Minuten dauert, entschied ich mich zu laufen. Den Koffer ins Hotel gebracht, machte ich mich auf zum Bamboo Forest und dem Goldenen Pavillon.

Der Goldene Pavillon übrigens heißt nicht nur so, in der Farbe sind tatsächlich echte Goldpigmente enthalten. Der Zen-Garten in einem der Tempel war leider gar nicht so Zen, da das ein echter Touristenmagnet zu seien schien.

Da offiziell schon die Sakura-Season (Kirschblüte) angefangen hatte, hatten einige Tempel besondere Events. Leider war es noch zu kalt und deshalb blühten tatsächlich noch keine Kirschblüten. In einem der größten Tempel in Kyoto war eine Illumination installiert, Japaner lieben Illuminationen nicht nur zur Weihnachtszeit. Nach dem ich den Sonnenuntergang über Kyoto vom Temples aus bewundert hatte und dann durch den erleuchteten Tempel geschlendert war, ging es am nächsten Tag wieder zurück nach Tokyo, wo meine letzten drei Arbeitstage auf mich warteten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschied von den Kollegen

Die letzten drei Tage auf der Arbeit waren nochmal voll verplant. Ich wollte natürlich meine Aufgaben noch ordentlich zu Ende bringen und hatte noch ein Feedback-Gespräch mit dem Manager der German Business Group. Mein letzter Mandant lag direkt neben dem Imperial Palace und am letzten „richtigen“ Arbeitstag auf dem Heimweg zeigte sich dieser nochmal von seiner besten Seite, die Kirschblüte war endlich in Tokyo angekommen.

Für den letzten Tag mussten dann noch eine Menge Dokumente ausgefüllt werden und Laptop, Smartphone und Zugangskarte abgegeben werden. Außerdem hatte die German Business Group noch zum Farewell-Lunch eingeladen, mit wunderbarem Blick über Tokyo aus dem 42 Stock, an dieser Stelle schon mal DANKE dafür.

Die japanischen Kollegen hatten einen Abend in einer deutschen Izakaya organisiert. Mit echten deutschen Bier und deutschen Spezialitäten wie Brezel, Maultaschen, Würstchen und Sauerkraut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stairway-Praktikum

Was euch beim Stairway-Praktikum in Tokyo erwartet? Ein sehr internationales Arbeitsumfeld, multikulturelle Teams, ganz unterschiedliche Mandanten und spannende Aufgaben. Die japanischen Kollegen waren sehr hilfsbereit und auch wenn die Kommunikation manchmal schwierig war hat man sich doch verstanden. Ich konnte fachlich und auch für mich persönlich viel mitnehmen und habe wunderbare und interessante Menschen kennen gelernt. Auch wenn nicht immer alles einfach war, das Durchhalten hat sich gelohnt und die Erfahrungen sind unvergesslich.

Auch wenn ich vorher keinen großen Bezug zu Japan hatte, habe ich das Land wirklich zu schätzen gelernt und eine richtig gute Zeit hier gehabt. Mein mehr als positiver Eindruck des Landes konnte auch durch das ein oder andere kleinere Erdbeben nicht erschüttert werden.

Tokyo ist wirklich eine lebenswerte Stadt mit vielen kleinen grünen Oasen, gutem Essen und zudem noch sehr sicher. Trotzdem merkt man, dass hier das Leben pulsiert, es ist immer etwas los und die Stadt schläft nie, man merkt den Drive der Stadt und wird mitgetragen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, man kann die besten Messer der Welt kaufen oder aber auch eine Melone für 200€ oder einen Seidenkimono. Die Nächte durchfeiern, in einer Karaoke-Bar schlafen, wenn man die letzte Bahn nach Hause verpasst hat, und unzählige Tempel, geschichtsträchtige Orte und Städte sowie wunderschöne Landschaften erkunden. Wer mal etwas Neues und ganz Anderes als Deutschland erleben will, ist hier auf jeden Fall richtig.

Zum Schluss bleibt mir nur noch übrig PwC für diese einmalige Chance zu danken sowie für die Betreuung aus Deutschland und vor Ort.

 

Bis Bald!

Verena

Freizeit in Tokyo und Weekend-Gateways

Blickwinkel auf Tokyo

Was ich immer super faszinierend finde, ist der Anblick einer Stadt von oben und da bieten sich in Tokyo zahlreiche kostenlose und kostspielige Optionen.

Die neuste Aussichtsplattform ist der Skytree, den ich mir nicht entgehen lassen konnte. Die meisten Aussichtspunkte befinden sich in der Stadt, der Skytree hingegen ist etwas außerhalb des Stadtzentrums gelegen und bietet so einen schönen Blick auf die Skyline.

Da ich mich spontan dazu entschied an dem Tag zum Skytree zu gehen, hatte ich kein Ticket vorgebucht.  Eigentlich wird das empfohlen, da an solchen Attraktionen der Andrang immer recht hoch ist, gerade um die Zeit des Sonnenuntergangs. Als ich ankam war die Wartezeit 1,5 h, die Alternative das Touri-Ticket für „Ausländer“, für den doppelten Preis, aber ohne Wartezeit. Nachdem ich kurzzeitig mit mir gehadert hatte, habe ich das Touri-Ticket doch gekauft. Und wie es sein sollte erreichte ich genau rechtzeitig die Aussichtsplattform als die Sonne hinter Mt. Fuji unterging, es hat sich definitiv gelohnt. Leider habe ich davon kein schönes Foto, da natürlich jeder diesen Moment festhalten wollte und deswegen ziemliches Gedränge vor dem Fenster war. Aber ich habe es gesehen!

Neben dem Skytree gibt es noch ein Observatory auf dem Tokyo Tower, der DAS Wahrzeichen von Tokyo ist. Die Aussichtsplattform ist war nicht so hoch wie der Skytree, allerdings konnte ich mir den Ausblick nicht entgehen lassen, da ich auch ganz in der Nähe wohne.

 

Last und in dem Fall auch mein least favourite war das Observatory im Metropolitan Government Building in Shinjuku. Das ist zwar kostenlos, aber der Ausblick hat mich nicht von den Socken gehauen.

 

Was auch auf meiner To-Do-Liste stand war die Rainbow-Bridge, die mittlerweile auch als Landmarke für Tokyo steht. Es gibt eine Bahnlinie die über die Rainbow-Bridge nach Odaiba fährt. Die Wagons sind extra so gestaltet, dass sich die Fahrerkabine nicht vorne oder hinten im Zug befinden, sondern dort Glasfenster sind, um den Ausblick besser genießen zu können. Typisch japanisch eben, alles gut durchdacht. Was wirklich schön ist, ist der Blick von Odaiba auf Tokyo, die Rainbow Bridge und den Tokyo Tower. Am besten kann man diesen aus dem Ferris Wheel oder mit einem Crepes an der Promenade genießen, wenn es warm genug ist.

 

 

Ein sehr japanischer Tag mit PwC-Kollegen

Ein echtes Highlight meiner Zeit hier war der Nachmittag, den ich mit internationalen PwC-Kollegen verbrachte. Wir hatten uns zum All-you-can-eat Okonomiyaki Lunch in Harajuku getroffen, bei dem man die Pfannkuchen selbst auf einer in den Tisch integrierten Grillplatte zubereitet. Die Japaner gaben die Anweisungen und dann musste der Rest (Finnländer, Russen, Indonesier und Deutsche) versuchen an das japanische Original heranzukommen. Zum Glück gestaltete sich die Zubereitung nicht allzu schwierig, die wichtigste Zutat war Geduld. Auch wenn der Hunger auf allen Seiten groß war, musste man warten und durfte den Pfannkuchen nicht zu früh wenden, sonst zerfällt er in seine Einzelteile. Danach war erstmal Bewegung nötig und wir machten einen Verdauungsspaziergang in den nahe gelegenen Yoyogi-Park, der auch den Meiji-Schrein beherbergt. Diesen hatte ich zwar schon mal besucht, aber diesmal erklärten mir die Kollegen, wie man sich „richtig“ verhält und wie man zu den Göttern betet. Wir nutzten die Gelegenheit um in die Zukunft zu Blicken. Am Eingang des Schreins war eine Tafel, die einem auf
Grundlage von Alter und Geschlecht sagt, wie die kommenden Jahre werden. Dieses Jahr wird für mich

ganz normal, aber nächstes Jahr werde ich etwas aufpassen müssen. Eine andere Religion so nah gebracht zu bekommen war eine ganz neue und spannende Erfahrung. Außerdem hatten wir das Glück eine Hochzeitszeremonie im Yoyogi-Park sehen zu können.

 

Was junge Japaner auch lieben sind Fotoautomaten, die hier Purikura genannt werden. Die machen aber nicht nur einfach Fotos, sondern das „Bearbeitungsprogramm“ ist gleich inklusive. So kann man zur Barbie oder Prinzessin werden. Wir entschieden uns für den „Prinzessin“-Automat, das Ergebnis könnt ihr hier selbst begutachten. Nach dem ganzen Spazieren waren die meisten doch etwas geschafft, denn wie sich herausstellte

gehen Japaner nicht gerne zu Fuß. Der Tag endete mit vielen Fotos und guten Erinnerungen an einen sehr japanischen Tag.

Weltkulturerbe in Nikko

Mein erster Ausflug führte mich nach Nikko. Nikko ist wahrscheinlich den Wenigsten ein Begriff, was aber die meisten kennen werden sind die Affen-Emoji. Die sind wahrscheinlich das erste mal in einem Schrein in Nikko aufgetaucht und stehen für „see no evil, hear no evil, speak no evil“. Da es inmitten von Bergen und Wäldern liegt bietet Nikko auch eine schöne Abwechslung zum Trubel in Tokyo. Außerdem wollte ich noch unbedingt die Kegon Wasserfälle und Lake Chuzenji sehen. Mir war allerdings nicht bewusst, dass die beiden auf etwa 1.200 m Höhe liegen, was ungefähr 1.000 m höher als Tokyo ist. Die Temperaturen sind demnach deutlich kälter… In meiner Naivität war ich davon ausgegangen, dass die Temperaturen ähnlich sind wie in Tokyo, allerdings war es dort oben am See richtig kalt. Zum Glück hatte ich Mütze und Handschuhe eingepackt, trotzdem war der Wind eisig. Als Belohnung gab es allerdings eine winterliche Landschaft und einen halb zugefrorenen Wasserfall. Der Anblick war mehr als Beeindrucken. Durchgefroren machte ich mich dann wieder auf den Heimweg.

Hatte ich nicht im letzten Blog erwähnt wie wahnsinnig zuverlässig die japanische Bahn sei? Die Fahrt mit dem Zug hätte theoretisch 2,5 Stunden dauern sollen, da es aber Probleme gab, mussten wir irgendwo in der Pampa umsteigen und ich war nach 4 Stunden Reise wieder in meinem Apartment in Tokyo. War klar, dass ich den Sechser im Lotto ziehe und die Bahn bei mir ausfällt. Als kleines Trostpflaster kam ich so aber mit einer Deutschen ins Gespräch, die auch alleine unterwegs war. Im Gegensatz zu mir sprach sie Japanisch, sodass sie mir sagen konnte was überhaupt vor sich ging.

Übrigens reisen in Japan deutlich mehr Menschen alleine als man das aus Europa gewöhnt ist, vielleicht auch, weil es ein sehr sicheres Land ist.

Yokohama – didn’t really feel like Japan

Obwohl Yokohama nur 30 Minuten von Tokyo entfernt ist, hat es ein komplett anderes Flair als Tokyo. Mit Kaffee in der Hand und der Sonne im Gesicht schlenderte ich an der sehr westlich geprägten Promenade entlang schlendern und den Yamashita Park genießen. Zum Abschluss testete ich mich durch das Streetfood in China Town. Eine Frühlingsrolle auf die Hand, Wantan Suppe und als Nachtisch ein Sesam Bällchen. Der Kauf der Wantan Suppe gestaltete sich gar nicht so leicht. In Japan gibt es öfters Automaten, an denen man bezahlt und dafür dann ein Ticket bekommt, was man gegen sein Essen eintauschen kann. Bisher habe ich immer versucht, diese Zahlungsweise zu vermeiden, da in der Regel die Beschriftungen nur auf japanisch sind. Als ich dann versuchte die Wantan Suppe zu bestellen, verwies mich die Verkäuferin an den kleinen Automaten und zeigte noch kurz auf die richtige Taste. Somit hätte das eigentlich kein Problem sein sollen. Also schob ich den Geldschein hinein, drückte die Taste und es passierte… nichts. Die Verkäuferin versuchte dann, den Automaten zu reparieren und ich bekam auch meine Suppe, nur das Wechselgeld blieb aus. Als ich versuchte ihr das mit ein paar Brocken japanisch verständlich zu machen holte sie leicht genervt ihren Kollegen, der zum Glück Englisch sprechen konnte. So bekam ich dann auch mein Wechselgeld, immerhin fast 7 Euro. Bei meinem Glück werde ich mich in Zukunft wieder von den Automaten fern halten, haha.

 

 

 

 

Hiroshima – auf den Spuren der Geschichte

Um nach Hiroshima zu gelangen hatte ich mich fürs Fliegen entschieden. Es war ein bisschen ein komisches Gefühl wieder am Flughafen zu sein, da es nicht mehr lange ist, bis es für mich nach Hause geht.

In Hiroshima angekommen machte ich mich auch direkt auf zum Peace Memorial Park. Das Wetter war sehr gut und ich konnte zum Mittagessen im Park sitzen (habe mir auch direkt einen

Sonnenbrand geholt). Aber trotz der schönen Umgebung überkam mich doch ein mulmiges Gefühl als ich die Peace Memorial Hall betrat. Das Zerstörungs-Ausmaß der ersten Atombombe wurde mir sehr gegenwärtig als ich das Peace Memorial Museum und den A-Bomb Dome anschaute. Irgendwie unwirklich und doch etwas das tragische Realität ist und nicht vergessen werden sollte.

 

Was bei einem Besuch in Hiroshima auch nicht fehlen darf ist die Hiroshima-Version des Okonomiyaki. Ein herzhafter Pfannkuchen der mit der Variante aus Osaka in Konkurrenz steht. Ich muss sagen, ich bevorzuge den Osaka-style, aber vielleicht hat der mir auch nur besser geschmeckt, weil wir die Version beim Okonomiyaki-Lunch selbst zubereitet haben.

Am nächsten Tag machte ich mich auf nach Miyajima. Auch dieser Name sagt wahrscheinlich nur wenigen etwas, aber hier steht das Great Torii Gate oder auch Floating Gate. Ein Bild davon wird dem einen oder anderen sicher schon mal begegnet sein. „Floating Gate“, da es in einer Bucht liegt und bei Flut im Wasser steht. Als ich ankam war Flut, aber als später am Tag Ebbe war konnte ich dann bis zum Fuß des Gates laufen. Außerdem sehenswert auf Miyajima ist der Mt. Minsen Gipfel. Um auf den Gipfel zu kommen muss man zunächst mit einer Seilbahn fahren und dann den Rest, ca. 1 km zu Fuß zurücklegen. Das gestaltete sich anstrengender als erwartet, aber oben angekommen wurde ich mit einem Ausblick auf das Meer und die umliegenden Inseln belohnt. Der krönende Abschluss war der Sonnenuntergang über dem Floating Gate, dazu lasse ich einfach mal die Bilder sprechen.

Für das nächste Wochenende steht noch ein Ausflug nach Kyoto an, wo ich hoffentlich die Kirschblüte genießen kann. Davon und von meinen letzten Tagen in Tokyo werde ich euch im nächsten Beitrag berichten.

Bis dahin!

Verena

Das kommt mir doch sehr japanisch vor…

Dass es zwischen Deutschland und Japan einige kulturelle Unterschiede gibt, war mir durchaus bewusst. Meine Tante hatte mir zum Geburtstag schon die „Gebrauchsanweisung für Japan“ geschenkt, die sich als sehr nützlich herausstellte. Allerdings gibt es deutlich mehr, was mir im Alltag aufgefallen ist. Außerdem sind die japanischen Kollegen sehr daran interessiert herauszufinden, was wir Ausländer sonderbar oder einfach ungewöhnlich an Japan finden. Das habe ich zum Anlass genommen hier ein paar Do’s und Don’ts der japanischen Etikette zusammen zu schreiben.

…Die Wohnung

Als ich zum ersten mal meine Wohnung betrat standen schon die Pantoffeln bereit. Es gibt einen kleinen Eingangsbereich in dem man die Schuhe auszieht. Immer. Ohne Kompromisse. Das gilt übrigens auch für traditionell japanische Restaurants. In Wohnzimmer und Küche konnte ich keine großen Unterschiede feststellen, alles sehr bekannt, bis auf die Beschriftungen, die sind in Japanisch.
Dann kam das Badezimmer, ein Highlight der Technik. Zum Glück hatte mich mein Japanisch-Lehrer vom Flughafen abgeholt und in die Wohnung gebracht, so konnte er mir einen Crashkurs zur Bedienung geben. Neben der obligatorischen Hightech-Toilette, die gefühlt mehr Funktionen hat als so manches Smartphone, gibt es die Nasszelle. Übrigens kann ich euch nicht viel zu den Raffinessen der Hightech-Toilette erzählen, die Bildchen sind recht selbsterklärend, nur  ausprobiert habe ich nichts davon. Die beheizte Toilettenbrille habe ich allerdings zu schätzen gelernt (ich hoffe, dass ich nicht zu viel Information für euch). Auf öffentlichen Toiletten ist es üblich den Flushing-Sound anzustellen. Japaner sind ein sehr sensibles Volk, weswegen sie beim Gang auf die Toilette die Spülung laufen ließen, damit der Nachbar nichts davon mitbekommt. Da das eine ziemliche Wasserverschwendung war, wurde der Flushing-Sound in die Toilette integriert.
Nun aber zur Nasszelle. Im Bad ist ein separater Raum, der mit Dusche und Badewanne ausgestattet ist. In Japan ist es üblich zu Baden, der Bereich vor der Badewanne mit Duschkopf ist vorhanden, um sich zu waschen bevor man in die Badewanne steigt. Ein bisschen wie im Schwimmbad. Die Badewanne lässt sich automatisch aus dem Wohnzimmer per Knopfdruck befüllen und von dort kann man auch die Wassertemperatur regeln. Die Nasszelle fungiert außerdem als Trockenraum. Die Lüftung kann entweder als Klimaanlage, Heizung, normale Lüftung oder zur Trocknung von Kleidung genutzt werden, das nenne ich mal multi-tasking!

…Das Essen

Was das Essen angeht, wird natürlich wie in den meisten asiatischen Ländern mit Stäbchen gegessen. Ich muss sagen, daran habe ich mich schnell gewöhnt und bei manchen Gerichten würde ich mittlerweile sogar die Stäbchen bevorzugen. Schlürfen ist bei Suppe und Nudeln erlaubt, ansonsten sind die Japaner keine allzu großen Fans von Geräuschen beim Essen. Üblicherweise wird zum Essen Wasser oder grüner Tee gereicht, daran könnten sich die Deutschen mal ein Beispiel nehmen (aber das ist meine persönliche Meinung). Außerdem ist es üblich, dass man sich nicht selbst bedient, sondern bedient wird, sei es von der Begleitung (das gehört sich dann auch so umgekehrt) oder von der Bedienung, man schenkt sich nicht selbst nach.
Aber es unterscheidet sich nicht nur wie gegessen wird, auch was gegessen wird. Sushi kennt mittlerweile jeder, aber das was man in Deutschland bekommt ist qualitativ nicht mit dem vergleichbar was einem hier geboten wird. Darüber hinaus hat die japanische Küche noch sehr viel mehr zu bieten. Hier sei erwähnt, dass sie allerdings nicht so sehr viel für Vegetarier hat und auch nicht ganz so gesund ist, wie ich es erwartet hatte. Japaner frittieren fast alles, von Gemüse und Meeresfrüchten (tempura) über Fleisch (tonkatsu) zu Süßigkeiten.
Herzhafte Gerichte werden natürlich mit Reis serviert, auch die verschiedenen Nudelsuppen.
Von denen gibt es drei Hauptarten, Ramen, Soba und Udon. In Tokyo gibt es sogar zwei Ramenrestaurants mit jeweils einem Michelin-Stern. Richtig gehört, dass was wir als Instant-Noodle-Cup kennen, in Amerika war es die einzige „Mahlzeit“, die man für unter einem Dollar bekommen konnte, ist hier eine echte Delikatesse. Köche verbringen Stunden damit, die perfekte Fleischbrühe anzusetzen und die Nudeln herzustellen.

Miso-Ramen

Jedes Restaurant hat sein eigenes Geheimrezept. Soba-Nudeln sind mit Ramen-Nudeln vergleichbar, werden allerdings aus Buchweizen hergestellt, meist kalt gegessen und vorher in Sojasauce getaucht. Udon sind deutlich dickere Nudeln. Alleine die verschiedenen Nudelsorten füllen Regale im Supermarkt, man kann sie frisch, getrocknet, vorgekocht oder gefroren kaufen.
Auch wenn es in Japan viel Streetfood gibt, heißt es nicht, dass man das auch auf der Straße essen sollte.  Kauft ihr euch einen Fleischspiess (Yakitori) oder eine Tayaki (Waffel in Fischform mit süßer Füllung) solltet ihr sie entweder direkt am Stand essen oder euch beherrschen bis ihr Zuhause seid, im Gehen zu essen ist unhöflich. Was allerdings zum guten Ton gehört, ist sich eine Bento-Box (die japanische Version einer Lunchbox) für die Shinkansenfahrt einzupacken und diese auch unterwegs zu essen.

 

 

Udon

Egal wie gut das Restaurant ist und obwohl Essen gehen ein sehr geselliges Event ist, nach zwei Stunden ist Schluss und man wird höflich aber bestimmt dazu aufgefordert zu gehen. Man bezahlt beim Rausgehen und nicht am Tisch, dass muss man auch erstmal wissen. Die Bedienung legt die Rechnung, wenn die Gerichte an den Tisch gebracht werden auf den Tisch, in eine Schublade unter dem Tisch oder hängt sie an den Stuhl, manchmal ist es eine echte Herausforderung die Rechnung zu finden. Beim Bezahlen sollte man dann darauf achten, das Geld nicht einfach irgendwie zu geben. Entweder man legt es auf das bereit gestellte Tablett oder man gibt es dem Kassierer/der Bedienung in die Hand, bitte mit dem Bild „Kopf“ nach oben und wenn möglich mit beiden Händen.

 

Was das Bezahlen angeht sollte man immer Bargeld bei sich haben. In Japan ist es unüblich mit Karte zu zahlen und vieler Orts schlicht und ergreifend nicht möglich. So ging es mir, als ich mein Hotel zahlen wollte, dem Rezeptionist meine Karte hinhielt und er nur sagte „Cash only“. Da war ich doch ziemlich überrascht. Als ich dann allerdings meinte ich hätte kein Bargeld (ich hatte wirklich nicht mehr genug Geld) und müsste welches holen, konnte ich plötzlich doch mit Karte zahlen. Allerdings würde ich mich nicht darauf verlassen und sobald das Bargeld zur Neige geht am nächsten Geldautomaten (die gibt es zum Glück in jedem Convenience Store und die gibt es quasi an jeder Ecke) Geld abheben. Auf der anderen Seite haben die Geschäfte aber kein Problem damit, wenn man seinen Kaffee mit einem 10.000 Yen Schein (vergleichbar mit einem 100-Euro-Schein) zahlt.

…Der Alltag

Zwei Wörter die ihr euch für den Alltag in Japan einprägen solltet sind „sumimasen“ (Entschuldigung) und „arigatou gozaimasu“ (Danke). Japaner bedanken sich immer, für alles. Beim Betreten des Geschäfts und beim Verlassen (auch wenn nichts gekauft wurde) beim Bezahlen, der Kassierer beim Übergeben des Rückgelds, beim Servieren des Essens. Das andere, am zweithäufigsten gehörte Wort ist „sumimasen“. Das wird immer benutzt, wenn man einer anderen Person zu nahe kommt, oder kommen könnte. Beispielsweise wenn man im Supermarkt aneinander vorbei geht oder sich jemand gerade Waren anschaut und man an ihm vorbei läuft. Da Höflichkeit besonders groß geschrieben wird, sollte man sich das auch angewöhnen. Nach einer Zeit kommen einem die Wörter ganz selbstverständlich über die Lippen, wobei ich mit „arigatou gozaimasu“ am Anfang so meine Probleme hatte es schnell genug auszusprechen bevor etwa der nächste Kunde bedient wurde.
Worüber ich mir vorher keine großen Gedanken gemacht hatte, war, dass in Japan Linksverkehr herrscht und das nicht nur auf der Straße. Auch auf der Rolltreppe gilt links stehen, rechts gehen. Damit rechts diejenigen vorbei laufen können, die es sehr eilig haben. Ansonsten wird man mit einem höflich aber bestimmten „sumimasen“ darauf aufmerksam gemacht, Platz zu machen. Übrigens haben es einige Japaner öfters mal sehr eilig und sprinten durch die Bahnstation oder durchs Office.

Haben es Japaner nicht eilig, stehen sie gerne an. Das läuft hier alles sehr geordnet ab. Es werden selbständig mehrere Schlangen gebildet und bei einem Restaurant ist eine lange Schlange ein Zeichen für hohe Qualität. Mein Maximum waren 1,5h Anstehen für Sushi. Es hat sich gelohnt, aber das war auch meine persönliche Schmerzgrenze. Wie schon im letzten Post erwähnt gelten die Regeln für Ordnung und Anstehen nicht in der Rush Hour beim Bahnfahren, da wird gedrängelt und gedrückt und die Ordner versuchen mit Bändern und Megaphon ein bisschen Ordnung zu schaffen. Erwähnenswert ist auch, dass trotz Rush Hour die Bahnen in Japan so gut wie immer pünktlich fahren. Sie werden ihrem Ruf gerecht, die pünktlichsten der Welt zu sein. In einem Onlineartikel habe ich gelesen, dass die durchschnittliche Verspätung bei 36 Sekunden liegt. Bei Verspätung muss sich der Lokführer persönlich entschuldigen und Verspätungen von einer halben Stunde schaffen es sogar in die Nachrichte, da wären in Deutschland die Nachrichten ziemlich lang.

Außerdem findet man in Japan kaum Mülleimer auf der Straße, trotzdem sind die Straßen sehr sauber. Mir wurde gesagt, dass das auf einen Terroranschlag zurückzuführen und sozusagen eine präventive Maßnahme ist. Man nimmt seinen Müll mit nach Hause oder entsorgt ihn in der Toilette der Bahnstation, diese sind (nur nebenbei erwähnt) tatsächlich benutzbar. Meistens gibt es sogar Personal, das sich darum kümmert.
Apropos Bahn fahren, das ist leider nicht rund um die Uhr möglich, die letzte Bahn fährt in der Regel kurz nach 12. Dann werden die Türen zu den Stationen geschlossen. Das ist wahrscheinlich gut für das Geschäft der Taxifahrer, aber schlecht für den Geldbeutel der Partygänger. Taxi fahren ist teuer. Die Taxifahrer haben einen sehr hohen Berufstolz, ich würde sagen, man könnte sie hier eher als Chauffeur bezeichnen. Dazu gehört auch, dass man die Taxitür nicht selbst öffnet, die Tür öffnet sich automatisch. Das eigenhändige Öffnen würde eine Beleidigung für den Fahrer darstellen (hier ein Hoch auf die „Gebrauchsanweisung für Japan“ sonst wäre das wahrscheinlich das erste große Fettnäpfchen gewesen, in das ich hinein getreten wäre).
Was den Straßenverkehr angeht heißt es in Japan vor allem: Augen offen halten! Hier sind Elektroautos deutlich verbreiteter als in Europa und die hört man so gut wie nicht.

Wer sich vielleicht schon mal gefragt hat, warum Japaner einen Mundschutz tragen, dass liegt nicht an der Luftverschmutzung durch den vielen Verkehr (ich habe auch den Eindruck, dass der Verkehr nicht so extrem ist wie in anderen Großstädten – dafür ist der „Verkehr“ in den öffentlichen Verkehrsmitteln enorm). Wenn Japaner eine Maske tragen, dann weil sie selbst krank sind und andere nicht anstecken möchten oder nicht angesteckt werden wollen. Ich musste am eigenen Leib erfahren, dass eine japanische Grippe kein Zuckerschlecken ist. Seitdem bin ich jedes Mal, wenn jemand in meiner Umgebung oder in der Bahn niest, ohne sich die Hand oder die Armbeuge vor den Mund zu halten (das macht hier nämlich niemand) am Überlegen mir zumindest für das Bahnfahren eine Maske zuzulegen. Aber um ehrlich zu sein zweifel ich an der Effektivität. Das Geld für Taschentücher konnte ich mir zum Glück sparen. Die werden hier mit Werbung darauf auf der Straße verteilt. Ich kann gar nicht verstehen, wie man da ohne zuzugreifen weiter gehen kann, definitiv nützlicher als einfache Flyer.

Was auch eine sehr praktische Eigenheit der Japaner ist, ist das Mini-Handtuch für die Handtasche. Anfangs habe ich mich gewundert, wofür es sein soll, als ich das erste Mal eins im Kaufhaus gesehen habe. Typisch japanisch gibt es sie in allen Farben. Mit Rüschen, Glitzer und Stickerei, von no-name bis high-end Marke. Ich habe mich für die mittelmäßig kitschige Variante entschieden. Zum Einsatz kommt es, wenn man Unterwegs ist und sich die Hände wäscht, da es meistens keine Papierhandtücher gibt. So hat jeder sein eigenes Handtuch, was wahrscheinlich auch hygienischer ist als die Händetrockner und umweltfreundlicher als die Papierhandtücher.

 

 

 

…Die guten Sitten

Nicht nur die Bahnen sind sehr pünktlich, auch bei Verabredung oder was die Arbeit und Meetings angeht sind Japaner sehr pünktlich und erwarten das auch von der Verabredung, nicht wie vielleicht in der westlichen Welt wo es schon fast zum guten Ton gehört 5-15 Minuten zu spät zu kommen.

Bis jetzt hatte ich in Deutschland nicht das Gefühl, dass viel Wert auf Visitenkarten gelegt wird. Anders hier in Japan und sie sind nicht nur in der Arbeitswelt ein absolutes Muss. So ist es mir passiert, dass der Kellner eines Restaurants uns seine Visitenkarte gegeben hat als er gemerkt hat, dass wir Englisch sprechen. Oder auf dem Neujahrsempfang der Außenhandelskammer als, ohne dass man mit der Person vorher ein Gespräch geführt hat, Visitenkarten schon fast wie Flyer verteilt wurden. Was beinahe noch wichtiger ist als immer eine Karte parat zu haben, ist wie man sie überreicht.
Zunächst überreicht grundsätzlich der Ranghöhere seine Karte als Erstes. Das bedeutet aber auch, dass man eigentlich schon vorher wissen sollte, wer einem da gerade gegenüber steht. Die Karte wird mit zwei Händen überreicht und der Empfänger nimmt sie mit zwei Händen entgegen und betrachtet sie respektvoll. Auf keinen Fall einfach wegstecken. Auch nicht nach der Übergabe, die Karte sollte weiterhin im Blickfeld verbleiben. Da wird aus einer (zumindest für Europäer) Kleinigkeit schon ein ziemliches Ritual gemacht.
Noch ein sehr rituelles Element ist das Verbeugen. Mir wurde direkt empfohlen das nicht zu tun, weil es dabei noch mehr zu beachten gibt und Sachen die man falsch machen kann, als bei der Übergabe der Visitenkarten. Zum Beispiel, wer sich als Erstes verbeugt und wie tief und wie lange. Ich denke, dass sind auch Sachen, in die man rein gewachsen sein muss und die Japaner intuitiv „richtig“ machen. Und Intuition kann man eben schwer lernen.  Dazu kommt noch, dass man, wenn man sich zum Beispiel im Restaurant gegenüber der Bedienung verbeugt, man sie quasi zwingt sich vor einem zu verbeugen und sie so erniedrigt (manchmal etwas kompliziert wie ich finde). Das möchte man natürlich nicht, wobei ich mich schon des Öfteren dabei erwischt habe, dass ich doch ein Nicken erwiedere.

…Die Arbeit

Was die Arbeit angeht, gibt es gar nicht so viele Unterschiede zum Prüfungsablauf in Deutschland, zumindest was die internationalen Mandate angeht, auf denen ich bisher gearbeitet habe. Bei den großen Japanischen Mandaten gibt es wohl doch einiges zu beachten, vor allem was das Verhalten gegenüber dem Mandanten angeht. Da ich aber nicht für solch eines gearbeitet habe, kann ich dazu nicht viel sagen.
Wovon ich allerdings doch etwas überrascht war, was aber wohl in den asiatischen Ländern üblich zu sein schein, da Rabea das auch erwähnt hat: Die Arbeitszeiten. Das Büro füllt sich erst ab 9:30 Uhr und auch mit meinem Team treffe ich mich um 9:30 beim Mandanten, dafür bleibt man dann länger als in Deutschland. Für Frühaufsteher schlecht, für Nachteulen passt es wahrscheinlich besser zum Biorhythmus.

Fazit

Respektvoller Umgang wird in Japan groß geschrieben, genauso sollte man versuchen nie jemanden das „Gesicht verlieren zu lassen“. Zum Glück hatte ich bis jetzt noch keine negativen Reaktionen auf mein Verhalten, kann aber natürlich auch daran liegen, dass man doch so einiges nachgesehen bekommt als offensichtlicher Nicht-Japaner.

Nachdem ich das alles nieder geschrieben habe fällt mir auf: Die japanische Etikette ist entweder auf Tradition und Kultur oder auf sehr fortschrittliches und moderndes Denken zurück zu führen. Das spricht wieder für den Ruf des Landes ein Land der Kontraste und Gegensätze zu sein.

Es wird nicht möglich sein jedes Fettnäpfchen erfolgreich zu umschiffen, aber wie schon gesagt, als Europäer bekommt man doch einiges verziehen. Also keine Angst vor fremden Kulturen, die Erfahrungen die ihr machen werdet sind einzigartig!

Ich hoffe, dass ich euch an der einen oder anderen Stelle zum Schmunzeln bringen konnte, ihr das Geschriebene nicht zu ernst nehmt und ihr Lust bekommen habt euer Stairwaypraktikum in so einem spannenden Land wie Japan zu machen!

Bis zum nächsten Beitrag!

Verena

こんにちは – Konnichiwa aus Tokyo!

Tokyo, eine Stadt der Gegensätze, mit jahrtausend alter Kultur und Tradition auf der einen Seite und doch gleichzeitig eine schnelllebige Stadt, die sich ständig verändert und neu erfindet. Bei solchen Voraussetzungen stand schon von vornherein fest, dass das Praktikum in einer Metropole wie dieser zu einem echten Abenteuer wird.

Tokyo Tower by Night

Nach Monaten der Vorbereitung begann am 31.12.2016 für mich das Abenteuer Stairway-Praktikum in Tokyo. Mit Verspätung startete das Flugzeug, sodass ich das Jahr 2017 nicht mit einer großen Party, dafür aber mit Elektro-Teelichtern und einer ganzen Menge an Erwartungen und noch mehr Vorfreude im Gepäck über den Wolken anfing.

Blick aus dem Office, 22. Stock, auf den Hamarikyu Garden

Am Flughafen in Tokyo angekommen musste ich feststellen, dass es mein Koffer aufgrund der Verspätung nicht bis nach Tokyo geschafft hatte. Die erste Hürde war somit meinen Koffer wieder zu bekommen, was sich aufgrund von Sprachbarriere und nicht vorhandener japanischer Handynummer als nicht so einfach herausstellte. So stand ich nun in einem neuen Land mit einer fremden Kultur ohne Koffer da und war doch zugleich überwältigt von den ersten Eindrücken. Nach dem ersten Dämpfer war die Freude umso größer, als der Koffer rechtzeitig geliefert wurde und ich mit angemessener Kleidung mein Praktikum bei PwC in Japan beginnen konnte. Ansonsten hätte ich eine gute Ausrede gehabt mich direkt ins Shopping Paradies zu stürzen, wobei hier erwähnt werden sollte, dass es in den meisten japanischen Boutiquen nur eine Einheitsgröße gibt. Wer also etwas größer als der Durchschnittsjapaner ist, sollte dann doch eher das Freigepäck ausnutzen (beim Einchecken bin ich leicht ins Schwitzen gekommen, ich hatte 30 kg mit Emirates zur Verfügung und habe eine Punktlandung hingelegt).

Meiji Shrine am „becoming of age day“

Der PwC Tower ist von meiner Wohnung aus bequem zu Fuß zu erreichen, wobei man die meiste Zeit direkt beim Mandanten vor Ort verbringt. Am ersten Tag wurde ich mit Laptop und Smartphone ausgestattet und mir wurden die Kollegen der German Business Group vorgestellt. Die erste Woche endete für mich mit einem verlängerten Wochenende, da montags „becoming of age“-Day war. An diesem fanden zahlreiche traditionelle Zeremonien in den einzelnen Stadtteilen statt. Ich besuchte die größte im Yoyogi Park und schaute mir danach den Meiji Shrine. Ich habe das Gefühl, hier übertrifft ein Park den anderen. Direkt neben dem Office befindet sich der Hamarikyu Garden. Inmitten der Hochhäuser fühlt man sich fast wie in New York.

Erste Kirschblüten im Hamarikyu Garden

Hamarikyu Garden

Die zweite Woche startete mit meinem ersten Einsatz beim Mandanten. Auch wenn sich die Prüfung schon in der Schluss- und somit auch stressigen Phase befand wurde ich vom Team herzlich aufgenommen und bekam sofort spannende Aufgaben zugeteilt, die ich eigenständig erledigen durfte. Um zum Mandanten zu gelangen, musste ich die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und ich kann euch sagen, die vollgestopften Bahnen sind kein Mythos. So sehr Japaner im echten Leben Ordnung lieben, den Personal Space wahren und sehr viel Wert auf angemessenes Verhalten legen, in der U-Bahn gelten andere Regeln und man selbst hat keine Wahl außer den Wahnsinn mitzumachen. Immer wieder ein Erlebnis.


Das Highlight der Woche war der Neujahrsempfang der Deutschen Außenhandelskammer in Tokyo. Im Vordergrund stand das Networking, in Japan bedeutet das Visitenkarten austauschen (Visitenkarten gehören hier zum guten Ton und ich konnte schon einen beschauliche Anzahl sammeln), und Kennen lernen der Deutschen Community hier vor Ort, daneben gab es noch ein leckeres Buffet und ein Sakefass wurde angestochen. Traditionell trinkt man den Sake aus viereckigen Holzkistchen, die man sogar als Souvenir mit nach Hause nehmen durfte (kleine Plastiktüten wurden natürlich zur Verfügung gestellt, hier ist immer alles super organisiert).

Apropos Wohnung: wie oben schon angedeutet liegt meine Wohnung sehr zentral und nur wenige Minuten zur Fuß zum Office und von öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt. Bevor ich die Reise angetreten bin habe ich mir ziemliche Gedanken gemacht, wie die Wohnung wohl sein wird. Wohnraum in Tokyo ist sehr begrenzt und teuer, ich hatte ein Video auf Youtube über „Mein 8 qm Appartement“ gesehen und hatte quasi schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Als ich dann circa 2 Wochen vor Abreise die Adresse meiner Wohnung erhielt und auch eine Internetseite mit Bildern war ich mehr als erleichtert. Das Gebäude ist sehr neu, entsprechend auch die Möbel. Die Küche ist klein, aber voll ausgestattet, eine Waschmaschine und Bügelbrett ist vorhanden (Allerdings wäscht diese nur mit kaltem Wasser, was üblich für Japan ist, weswegen die meisten Kollegen mir geraten haben meine Blusen in die Reinigung zu geben, dann spart man sich auch das lästige Bügeln.). Außerdem kommt alle zwei Wochen der Cleaning Service. Kurz gesagt, es ist alles vorhanden was man braucht um eine gute Zeit in Tokyo zu haben und ich habe mich direkt wohl gefühlt.

Ansonsten gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken und jeder Stadtbezirk hat seinen ganz eigenen Charme. Meine Liste mit „To-Do’s“ wird immer länger, da man immer wieder neue Ideen und Empfehlungen bekommt.

Eines kann ich jetzt schon sagen: Tokyo ist eine wahnsinnig interessante Stadt und hat für jeden was zu bieten. Das Stairway Praktikum ist eine einzigartige Gelegenheit in einer Weltmetropole zu Leben und zu Arbeiten. Es ist nicht immer einfach, aber das Gefühl eine Herausforderung alleine gemeistert zu haben ist einmalig und kann euch keiner nehmen! Die Deadline für die Bewerbung ist noch nicht abgelaufen, bewerbt euch!

Bis Bald!
Verena

Neues aus dem Land der aufgehenden Sonne

Hallo zusammen! みんなさん、こんにちは!

Ich möchte euch wieder Neues von meinem Praktikum in Tokio berichten. Die Zeit vergeht hier wie im Flug und ich bin mittlerweile schon 2 Monate hier obwohl es mir nicht so vorkommt.

Meine Aufgaben die letzten Wochen waren sehr abwechslungsreich. Ich konnte die Kollegen in der Prüfung, der Steuerabteilung und des Sustainability Teams unterstützen. Die Busy Season in der Wirtschaftsprüfung und hier in Japan auch in der Steuerberatung ist in vollem Gange. Zum Anlass der Halbzeit der Busy Season gab es für das Tax Office eine Yakiniku-Grillparty. Die Stimmung konnte man wohl nur als hervorragend bezeichnen!

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An den Wochenenden war ich immer viel unterwegs, sowohl in Tokio und Japan (Fukuoka und Hiroshima) als auch ein Wochenende in der Südkoreanischen Hauptstadt Seoul! In Tokio stand ein Besuch im Disney Sea Park an, was sehr zauberhaft war 🙂

Allen die sich in dieser Runde beworben haben wünsche ich viel Erfolg!

Beste Grüße aus Tokio,

Sophie

Tsukiji Fischmarkt

Tsukiji Fischmarkt

Miyajima

Miyajima

Ausblick auf Shinjuku

Ausblick auf Shinjuku

Konnichiwa aus Tokio!

Hallo allerseits!

Ich möchte gerne ein erstes Update aus der japanischen Hauptstadt Tokio geben. Nun bin ich mittlerweile 1 1/2 Wochen hier und es gefällt mir sehr gut! Bis Ende März werde ich ein Praktikum im Bereich Assurance bei der German Business Group absolvieren.

Am Neujahrstag hab ich meine Koffer gepackt und mich auf den langen Weg nach Tokio gemacht. Seit den ersten Vorbereitungen, Bewerbung Anfang 2014, Auswahlworkshop im April 2014 und kurz darauf die Zusage, war doch schon einige Zeit vergangen und die Vorfreude dadurch umso größer. In allen organisatorischen Belangen haben mich die deutschen und japanischen PwC-Kollegen hervorragend unterstützt. Nach meiner Ankunft konnte ich gleich mein voll ausgestattetes Appartment im Stadtteil Shimbashi, dem Salarymen-Viertel von Tokio, beziehen. Von der Wohnung aus ist das PwC-Büro bequem zu Fuß zu erreichen. Dass sie zu Fuß auf Arbeit gehen können, können wohl die wenigsten hier von sich behaupten.

 

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Blick aus der Cafeteria im 22. Stock des Office auf Hamarikyu Garden und Tokio Bay

 

Am ersten Arbeitstag wurde ich herzlich von den deutschen und japanischen Kollegen in Empfang genommen. Eine Abendveranstaltung wurde für alle Neueinsteiger organisiert, um die neuen Kollegen kennenlernen zu können. Auch wenn ich in Deutschland mehrere Japanischsprachkurse besucht habe, konnte ich der Ansprache auf japanisch leider nur bruchstückhaft folgen. Mit Englisch kommt man aber im Allgemeinen gut zurecht aber ein paar Brocken japanisch helfen im Alltag schon sehr weiter und man zeigt damit seinen guten Willen. In der ersten Woche konnte ich bei einigen Jahresabschlussprüfungen dabei sein und die Kollegen unterstützen und dabei Einblicke in den Arbeitsalltag bei PwC in Japan gewinnen.

 

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Am heutigen Feiertag, dem seijin no hi, oder auch „coming of age day“, haben sich alle jungen Japaner, die im vergangenen Jahr 20 Jahre alt geworden sind, also volljährig in Japan, im traditionellen Kimono bzw. Anzug gekleidet. Rund um den Meiji Schrein in Tokio konnte man viele junge Frauen in ihrer festlichen Kleidung bewundern.

 

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Tokio ist ein super Startpunkt um andere Regionen Japans zu erkunden. Am Wochenende bin ich nach Nagano und zum nahegelegenen „snow monkey park“ gefahren. Hier kann man Japanmakaken beobachten, deren Lieblingsbeschäftigung im Winter ist, in den heißen Quellen zu baden. Sie sind die am meisten nördlich lebenden Primaten der Welt wenn man vom Menschen absieht 😉 Ein Besuch ist sehr empfehlenswert!

Bis bald, mata ne,

Sophie