Work, Work und Abschied aus Prag

Ahoj,

nun melde ich mich mit meinem zweiten und leider auch letzten Blogeintrag zurück. Aufgrund der weitreichenden Auswirkungen und Einschränkungen durch das Corona-Virus in Europa und der Welt wurden wir Stairway-Praktis gebeten nach Deutschland zurückzukehren.

Nichtsdestotrotz vergingen die Wochen vor der Abreise wie im Flug, es gab immer viel zu tun und zu erleben. Die Highlights and weitere interessante Infos möchte ich im Folgenden mit euch teilen.

Abwechslungsreicher Arbeitsalltag mit vielen Einblicken

Ähnlich zu meinen ersten Wochen durfte ich den vergangenen Wochen weiterhin bei Prüfungen in verschiedensten Branchen mitwirken, der Mix reichte vom Lebensmitteleinzelhandel, über den Dienstleistungssektor, bis hin zu einem Werkzeughersteller. Zudem war ich über die Faschingstage bei einem Automobilzulieferer vor Ort. Auch wenn Fasching in Tschechien nicht gefeiert wird, brachte ein Kollege super leckere selbstgebackene polnische Pączki (Kreppel/Krapfen), gefüllt mit Marmelade, mit! Das war definitiv das Highlight des Tages.

Unser Büro bei einem Mandanten

Was mir bei fast allen Mandaten bisher auffiel, war, dass viele Kollegen gar nicht im Anzug zum Mandanten kommen, wie ich es zunächst erwartet hatte. Stattdessen war es völlig in Ordnung im Hemd und einer guten Hose zur Arbeit zu gehen.

Nach mittlerweile vielen Prüfungsmandaten bei verschiedenen Unternehmen habe ich ein kleines Merkmal der tschechischen Rechnungslegung zu schätzen gelernt: Es gibt einen gesetzlich standardisierten Kontenplan für alle Unternehmen. Für mich bedeutete dies, dass ich es leichter war sich in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zurechtzufinden, vor allem, wenn die Kontenbezeichnungen einen tschechischen Namen hatten.

Apropos tschechische Sprache: Ein paar Wörter kenne ich mittlerweile, jedoch bin ich sehr froh, dass wir unsere Prüfungshandlungen auf Englisch dokumentieren – andernfalls könnte meine Aufzeichnungen sonst wohl auch keiner mehr verstehen.

Prager PwC-Office

Erkundungstour in Prag und Innovationen beim Barkeeping

Das Wetter an meinen letzten Wochenenden in Prag ist häufig richtig gut gewesen. Besonders passend war es daher, dass mich Freunde und Familie besucht haben und wir mit Sonnenschein die Stadt erkunden konnten. Pflichtbesuche waren neben dem Schlendern über die Karlsbrücke auch der Besuch der Prager Burg und des Veitsdoms.

Blick auf Prag vom Turm des Klementinums

Bei Tschechen ist Eishockey recht beliebt, daher habe ich dies als Anlass genommen, mit zwei Freunden das Spiel von Sparta Prag gegen Fastav Zlín anzuschauen. Wir saßen zwar im Familienblock, während so mancher Spielphase merkte man davon aber wenig, die Leute feuerten ihre Teams an und verkündeten lautstark ihre Meinung.

Abends kann man in Prag gut weggehen und was erleben. Ein innovatives Detail bei einem Clubbesuch war neben den Dancefloors und der Musik ein Barkeeping-Roboter. Auf einem Display konnte man seinen Cocktail bestellen und beim Mixen zwei Roboterarmen zuschauen. Lediglich die Lieferung an den Tisch geschah analog durch eine Bedienung.

Eishockeyspiel Sparta Prag gegen Fastav Zlín

Barkeeping-Roboter

 

 

 

 

 

 

 

Einige Tage vor meiner Abreise bin ich bei einer Expat-Gruppe in den sozialen Netzwerken auf den Aufruf von ehemaligen Schwimmern aufmerksam geworden, die sich regelmäßig zum Training treffen. Zweimal konnten wir uns noch zum Trainieren treffen, bevor die Schwimmbäder geschlossen wurden. Nichtsdestotrotz war es wirklich lohnend, sich in solchen Gruppen zu vernetzen, um dadurch weitere Leute kennenzulernen.

Arbeiten während der Coronakrise und der Abschied aus Prag

Nachdem die Einschränkungen des öffentlichen Lebens immer mehr zunahmen, wurden wir von PwC bereits gebeten aus dem Homeoffice zu arbeiten. Glücklicherweise ging das alles reibungslos, man ist es bei PwC ohnehin gewohnt außerhalb des Büros zu arbeiten. Natürlich fehlt im Homeoffice das Gespräch „zwischendurch“ mit den Kollegen. Durch morgendliche Telefonkonferenzen mit den Prüfungsteams sowie dem laufenden Coaching während des Tages wurde dies jedoch so gut wie möglich ausgeglichen.

Die Nachricht über die bevorstehende Abreise aus Prag hatte sich bereits angebahnt, als die Grenzschließungen Tschechiens verkündet wurden und vor ihrer Umsetzung standen. Da mein Rückflug gestrichen wurde, bin ich schließlich mit dem Zug zur Grenzstadt Cheb (Eger) gefahren und habe die Grenze nach Deutschland zu Fuß überquert (grenzüberschreitender Verkehr war eingestellt gewesen). Es war ein spannendes Erlebnis, das ich in dieser Form noch nicht erlebt hatte. Danke an dieser Stelle an das Stairway-Team für die Unterstützung!

Sonnenuntergang bei der Ausreise

Seit meiner Rückkehr nach Deutschland arbeite ich weiterhin aus dem Homeoffice heraus, es war glücklicherweise möglich, dass ich die verbleibenden Wochen des Praktikums noch planmäßig fortführen kann.

Mein Fazit über mein Stairway-Praktikum in Prag

Das Praktikum hat mir sehr viel Spaß gemacht, es war eine tolle Zeit, die ich definitiv vermissen werde. Die Erfahrungen, die ich sammeln durfte, waren großartig, die Kolleginnen und Kollegen sowie die vielen anderen Menschen, die ich kennengelernt habe, waren inspirierend, freundlich und offen.

Privat vermisse ich bereits die kleinen Dinge, die Prag für mich mit ausmachen: Sei es eine Fahrt mit den alten Straßenbahnen und deren Ansagen, das Verwenden tschechischer Gruß- und Abschiedsformeln. Oder auch das deftige Essen mit den Braten und Klößen sowie das tschechische Bier, üblicherweise serviert mit sehr viel Schaum.

Abschließend kann ich wirklich jedem raten, Erfahrungen im Ausland zu sammeln, sei es im Rahmen eines Praktikums oder letztlich über ein Auslandssemester an der Hochschule. Ich würde sagen, dass man lernt, sich schneller auf neue Situationen einzustellen, seinen eigenen Horizont erweitert, öfters mal die Komfortzone verlassen muss und dabei offener für neue Dinge wird. Und in meinem Fall freue ich mich sehr, Freunde und Kollegen in Tschechien kennengelernt zu haben, die ich beim nächsten Besuch wiedersehen kann.

Solltet ihr vor dem Schritt stehen für eine Zeit ins Ausland zu gehen – tut es, der erste Schritt mag manchmal als der schwerste Schritt scheinen, es lohnt sich aber!

Bleibt gesund, na shledanou!

Max

Busy Season und Coronakrise in Paris

Eigentlich wollte ich den nächsten Blogeintrag hauptsächlich über das Arbeitsleben und die Busy Season schreiben. Da nun aber die aktuellen Entwicklungen und das Thema Corona auch hier in Paris extreme Auswirkungen haben, muss das natürlich auch berichtet werden.

Zunächst erst einmal kurz meine Erlebnisse vor Corona: Die Busy Season ist ab Januar voll im Gange und man merkt sehr rasch, was genau das heißt: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Die meisten Unternehmen haben das Ende ihres Geschäftsjahres am 31.12. und somit müssen ihre Abschlüsse Anfang des Jahres geprüft werden. Da viele Tochterunternehmen an den Konzern berichten müssen, gibt es Deadlines. Dadurch kann man sich ja gut vorstellen, wie viel Arbeit anfällt. Manchmal wäre es gut mehr als zwei Hände zu haben, denn manchmal muss man Dinge praktisch gleichzeitig erledigen und gleich an mehreren Mandaten arbeiten. Auch im Februar und März bleibt das so und der Rückgang der Arbeitsmenge wird wohl (unter normalen Umständen) erst im April zu sehen sein. Warum unter normalen Umständen? Corona hat natürlich auch im Audit extreme Auswirkungen und „normal“ gibt es eigentlich nicht mehr. Aber hierzu später.

Ich war im Januar auf einem sehr interessanten Projekt gebucht, bei dem ich schon in der Vorprüfung im November dabei sein durfte. Dadurch kannte ich das Unternehmen schon etwas besser und konnte jetzt noch effektiver mitarbeiten. Jedes Teammitglied hatte selbstverantwortlich die eigenen Risiken zu prüfen, die erforderlichen Dokumente vom Kunden einzuholen, Stichproben zu ziehen oder aufkommende Fragen zu klären. Mir macht es vor allem Spaß, wenn ich eigenständig arbeiten kann und das konnte ich dort voll ausleben. Die erfahreneren Teammitglieder standen mir jedoch zum Glück wirklich zu jeder Zeit bei und beantworteten mir alle meine Fragen. Es ist wirklich schön, dass wir Praktikanten vollwertige Teammitglieder sind und genauso behandelt werden, wie die Leute im ersten Jahr (Junior 1). Das finde ich besonders gut an dem Praktikum, weil man so tatsächlich genau den Arbeitsalltag erlebt und sich nicht wie jemand fühlt, der nur als Aushilfe für lästige Arbeiten betrachtet wird.

So verflogen die Wochen! Von der Busy Season kann ich einfach nur von sehr, sehr viel Arbeit erzählen. Das ist bestimmt nichts für jeden, da unter der Woche die Freizeit tatsächlich etwas auf der Strecke bleibt. Jeder arbeitet im Moment bis an seine Grenzen. Man hat seit Januar eigentlich nie Pause, da nach Abschluss eines Projektes direkt das nächste kommt. Allerdings vergeht die Zeit wie im Flug. Kaum ist Montag, klopft schon wieder der Freitag an die Tür.

Im Februar war ich noch einmal auf einem Mandat, das weiter weg war von Paris: bei Le Havre. Das ist ein sehr süßes Städtchen, in das auch viele Urlauber kommen. Wir schliefen wieder im Hotel und blieben eine Woche. Diesmal war das Projekt abgesehen von mir ausschließlich mit Franzosen besetzt. Dadurch lernte ich auch einmal die Arbeitsweise außerhalb des German Desks kennen, was genauso interessant war. Besonders stolz bin ich hier auf meine Sprachfortschritte, die unweigerlich stattfanden.

Ein paar Ausflüge konnte ich zum Glück auch noch machen.

Schloss Versailles (vom Garten aus)

Spiegelsaal im Schloss Versailles

Die riesige Gartenanlage von Schloss Versailles

Besuch meiner Schwester und Ausflug über die Champs-Elysées

Ausblick vom Arc de Triomphe nach La Defense

Seitdem hat sich dann aber tatsächlich und ziemlich plötzlich viel geändert. Anfangs (also so Februar) hörte man von Corona und wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass bereits Fälle in Europa auftraten. Nur in Paris hat das keinen so wirklich interessiert. Wir gingen weiterhin zu den Kunden und verhielten uns ganz normal. Erst Anfang März, als die Lage dann in Deutschland immer angespannter wurde, hörte man auch in Paris von den ersten Fällen. Doch ich kann nur berichten, dass die Franzosen das alles extrem gelassen nahmen. Aus Deutschland hörte ich von Hamsterkäufen und extrem angespannter Stimmung. In Paris lachten sowohl Kollegen, Kunden als auch private Kontakte mehr oder weniger darüber. Jeder belächelte die Situation und mir wurde erzählt, es sei nicht sehr französisch, vor einem Virus oder einer Pandemie Angst zu haben. Umso überraschender kam dann die Entscheidung von Macron, noch vor Deutschland die Schulen zu schließen, da doch die allgemeine Bevölkerung den Ernst der Lage noch immer nicht sah. In dieser Woche passierte im Hinblick auf Corona einfach so unglaublich viel in der ganzen Welt. Montag durfte noch jeder alles und man war (zumindest in Paris) noch äußerst entspannt, und Freitag waren die Schulen geschlossen und man wurde vom Arbeitgeber angehalten, wenn möglich nur noch Homeoffice zu machen und sämtliche Meetings und Kundengespräche wurden abgesagt. An diesem Freitag kam auch die Nachricht für uns Stairwaypraktikanten: Wir müssen umgehend nach Deutschland zurück. Das hieß innerhalb von 1-2 Tagen packen, Wohnung leer räumen, keine Möglichkeit sich von Kollegen oder Freunden zu verabschieden, keine Rückkehr.

Ich buchte meinen Zug dann direkt für Sonntag. Spätestens an diesem Tag wurde mir bewusst, wie gut die Entscheidung des Stairwayteams war. Grenzen ab Montag zu, Zugverkehr wird größtenteils eingestellt, Ausgangssperre in Frankreich. Gerade noch rechtzeitig kam ich in Deutschland bei meiner Familie an. Ganz ehrlich, ich bin unheimlich dankbar für die Weitsicht und den Mut zu dieser Entscheidung!

         

Bilder meines Abschiedsspaziergangs an der Seine

Unsere Auslandszeit ist zwar vorbei, was natürlich extrem schade ist, aber das Praktikum darf ich noch zu Ende machen. Ich konnte mein Arbeitsequipment mitnehmen und arbeite im Moment vom Homeoffice in Deutschland aus weiter. Da hat die Wirtschaftsprüfung und -beratung einen sehr großen Vorteil. Man kann relativ einfach – ohne große Einbußen – von zu Hause aus arbeiten. Schwierigkeiten ergeben sich höchstens dadurch, dass auch der Kunde meist Homeoffice macht und alle Dokumente, die sich in der Firma befinden oder nicht elektronisch verfügbar sind, Probleme darstellen. So müssen natürlich Deadlines verschoben werden. Auch ist das Coaching von der Ferne aus etwas komplizierter. Alles in allem kann man aber sagen, dass die Infrastruktur bei PwC für solche Situationen extrem gut ausgebaut ist und man solche Vorteile nun sehr zu spüren bekommt. Das flexible Arbeiten, gerade für Kollegen mit Kindern ist garantiert und jeder kann im Grunde seinen Aufgaben gerecht werden. Spannend wird nun, inwiefern sich die Arbeitsinhalte ändern, da Corona natürlich direkt Risiken in der Prüfung beeinflusst und man ein weiteres Risikofeld beim Kunden prüfen und abdecken muss. Schade, dass ich das nicht mehr direkt mitbekommen werde.

So viel nun erst einmal als Update. Ich bin sehr gespannt wie sich das alles weiter entwickeln wird. Ich bin nun wirklich fast am Ende des Praktikums und möchte euch gerne noch ein paar Dinge „Vor Corona“ erzählen. Auch ein abschließendes Fazit darf natürlich nicht fehlen. Dafür melde ich mich in den nächsten Wochen noch einmal zurück. Bis dahin: bleibt gesund.

Dobrý den aus Prag

Hallo zusammen,

ich heiße Max, bin 23 Jahre alt und mache seit Anfang Januar ein Praktikum in den Inbound-Services der Service Line Assurance in Prag bei PwC Tschechien. Bis Ende April werde ich hier tätig sein, mit dem Blog versuche ich euch ein paar Einblicke in meinen Alltag zu geben.

Mein Start und die ersten Arbeitswochen in Prag

Der Start hier in Prag hätte nicht reibungsloser klappen können, das Global Mobility Team von PwC kümmerte sich wirklich um alles – von den Formalia nötiger Anmeldungen in Tschechien, über die Unterkunft bis hin zur Anreise. Daher konnte ich an meinem ersten Arbeitstag direkt mit einigen Schulungen starten und darüber hinaus bereits Kollegen kennenlernen.

Zunächst noch kurz ein paar Worte zur Inbound-Abteilung, in der ich arbeite: Zahlreiche internationale Unternehmen sind auch in der Tschechischen Republik tätig, die Inbound-Prüfung übernimmt unter anderem die Prüfung der Jahresabschlüsse dieser Töchter.

Lange war ich nicht im Büro, bereits am dritten Tag durfte ich zur Prüfung der tschechischen Tochter eines Logistikkonzerns mit. Dort standen mir zum Glück die Kolleginnen und Kollegen bei anfänglichen Fragen zur Bedienung der Prüfungssoftware mit Rat und Tat zur Seite.

Nach wenigen Tagen auf diesem Mandat ging es weiter zur Prüfung eines französischen Unternehmens, das seine Financeabteilung nach Prag verlagert hat. Bei vielen Unternehmen gewinnt die Einrichtung sogenannter „Shared Service Center“ (SSC) zunehmend an Beliebtheit, sicherlich werde ich daher während meines Praktikums nochmals bei einer solchen SSC-Prüfung eingesetzt werden.

Die meiste Zeit im Januar habe ich bei einer Prüfung eines Bergbauunternehmens außerhalb von Prag verbracht. Zwei Wochen war unser Team hierfür im Hotel. Nach der Arbeit sind wir häufig was essen gegangen, sodass ich die anderen Teammitglieder auch neben der Arbeit noch etwas kennenlernen konnte. Einmal waren wir zusammen in einem Sportkurs im Fitnessstudio, was ziemlich anstrengend war, aber viel Spaß gemacht hat!

Abendessen mit den Kollegen

Trotz der unterschiedlichen Branchen und Projekte, in denen ich bisher mitgewirkt habe, hatten alle drei gemeinsam, dass die Teams immer aus verschiedenen Kolleginnen und Kollegen bestanden, die häufig ein Mix unterschiedlichster Nationalitäten waren. Wirklich spannend, manche Dinge einmal von einer anderen kulturellen Perspektive zu betrachten!

Freizeit

Die Reisetätigkeit im beruflichen Alltag setzt sich bei mir auch im Privaten fort. An den Wochenenden unternehme ich meistens etwas, bisher waren diese Aktivitäten überwiegend außerhalb von Prag. Den Besuch der Sehenswürdigkeiten in Prag werde ich mir noch ein bisschen aufheben, da ich in nächster Zeit Besuch aus Deutschland bekomme, mit dem ich dies dann nachholen werde. Von außen habe ich dennoch viele Sehenswürdigkeiten erkundet.

Astronomische Uhr in Prag

Blick auf Prag

 

 

 

 

 

 

 

Meine bisherigen Ausflüge außerhalb Prags führten mich in Städte, die von hier aus gut zu erreichen waren. So war ich Mitte Januar in Dresden, habe mir dort die Sehenswürdigkeiten wie etwa die Semperoper und die Frauenkirche angeschaut. An einem anderen Wochenende bin ich in den böhmischen Wäldern von Karlštejn bis nach Beroun gewandert. Die Landschaft war zugegebenermaßen etwas trist und eintönig, dafür war es sehr ruhig, vom Klopfen zahlreicher Spechte mal abgesehen.

Frauenkirche in Dresden

Wandern in der Nähe von Karlštejn

 

 

 

 

 

 

 

Gute (Nacht-)Busverbindungen nach Polen brachten mich auf die Idee, mir dort einige Städte anzuschauen. Daher ging es unter anderem nach Kattowitz, in die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau sowie nach Krakau. Wie auch in Kattowitz gab es in Krakau ebenfalls noch sehr viel Weihnachtsdekoration in der Stadt und den Einkaufspassagen. Man könnte denken, Weihnachten stehe erst noch vor der Tür.

Krakau Cloth Hall am Marktplatz

Königsschloss auf dem Wawel in Krakau

 

 

 

 

 

 

 

In wenigen Wochen werde ich mich mit meinem zweiten Blogeintrag melden und euch mehr über Tschechien und meine Erlebnisse hier berichten.

Na shledanou!

Max

It’s the final countdown

Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen. Deswegen kommt mein vorletzter Blogeintrag etwas schneller als der Letzte. In diesem Blogeintrag möchte ich Euch von meinen Erlebnissen aus dem März berichten.
 

Back in Town

Wie bereits im letzten Blogeintrag erwähnt, kam ich in mein Team zurück und es ging für die restliche Zeit meines Praktikums zum Klienten. Dort hatten wir zu Beginn die Phase des Field Works gestartet. Zum Start wurde ich auch gleich auf eine Runde scharfes Sichuan Style Essen eingeladen. Ob das Essen scharf ist oder nicht, hängt stark davon ab, in welcher Region Chinas man sich aufhält. In Hong Kong wird nicht wirklich scharf gegessen, wohingegen Sichuan berühmt für das scharfe Essen ist.

Typisches Essen aus der Sichuan Provinz

In der ersten Märzwoche wurde Hong Kong von einer gewaltigen Grippewelle heimgesucht. Das HR Team hatte alle Hände voll zu tun, die Arbeitsressourcen möglichst effizient zu verlagern. In diesem Zusammenhang durfte ich für drei Tage an einem Versicherungsengagement mithelfen. Es war natürlich optimal, da ich im Bachelor Studium sowohl Banking als auch Versicherungen studiert hatte. So kann ich behaupten, auch praktisch an den drei großen Bereichen im FS (Banking – Fonds – Versicherungen) gearbeitet zu haben. Es ist tatsächlich erstaunlich zu sehen, wie unterschiedlich Audit im FS sein kann. Man muss bei Versicherungen auf ganz andere Dinge achten als beim Banking. In dem Team waren zudem einige Expats, die ursprünglich aus England kommen. Diese konnten mir von ihren Erfahrungen in Hong Kong berichten und mir wurde an dieser Stelle nochmals klar, dass Stairway bei Weitem nicht die einzige Möglichkeit ist über PwC ins Ausland zu gelangen. Schließlich sind die Secondments ebenfalls tolle Gelegenheit!

 

Ostern in Hong Kong

In Hong Kong wird das Osterfest nicht wirklich zelebriert wie bei uns, aber Karfreitag bis Ostermontag sind trotzdem nationale Feiertage, an denen bei PwC nicht gearbeitet wird. Die meisten Läden schienen am Karfreitag trotzdem geöffnet zu haben. Überdies findet dieses Jahr am 5. April das Qingming-Fest statt. In diesem Fest säubert man die Gräber der verstorbenen Familienangehörigen. Es ist daher vergleichbar mit Allerheiligen in Deutschland.

 

Horse Race

Eine absolute Besonderheit in Hong Kong sind die Horse Races. In Hong Kong ist Glücksspiel extrem reguliert, um nicht zu sagen komplett verboten. Weshalb Macau auch solch ein Casino Paradies ist. Die einzige Gelegenheit auf etwas Geld zu setzen ist beim legendären „The Hong Kong Jockey Club“. Wenn nachts um 2 Uhr ein Laden voll ist, dann kann es nur eine Filiale dieser Institution sein. Wie der Name bereits verrät, geht es hier um Pferderennen, auf die nur über dieses Unternehmen gewettet werden darf. Immer mittwochs finden die Rennen mitten in der Stadt und zwar im Happy Valley (liegt in Causeway Bay) statt. Das sind etwa 10 Gehminuten von meinem Apartment entfernt. Da der Eintritt gerade einmal bei einem Euro liegt, ist also der Mittwoch Abend meist durch diese Tätigkeit geblockt. Das Stadium ist der reine Hammer! Nicht unbedingt, weil das Stadium selbst viel mehr zu bieten hätte als andere Stadien, aber die Lage mitten im Herzen HKs mit dem Blick auf die Skyline ist wohl einmalig!

Das Happy Valley Stadium mitten in der Stadt

 

Happy Friday

PwC Hong Kong fährt eine Happy Friday Policy, was bedeutet, dass man versuchen sollte nicht spät am Freitag heimzukommen. Dies soll vor allem dadurch erleichtert werden, dass es meist ab 16 Uhr Snacks und Drinks für die Abteilungen gibt. In der Regel sitzt man sich dann zusammen hin, genießt ein wenig die Zeit gemeinsam und macht sich allmählich auf den Weg heim oder entsprechend nach LKF.

Happy Friday im Office

Bei meinem Freundeskreis sah das meist so aus, dass wir noch bis 19 Uhr (keine Sorge das wirkt spät für deutsche Verhältnisse, aber man startet meist auch erst gegen 10 Uhr am Morgen) im Office blieben und uns dann allmählich aufmachten, um etwas gemeinsam zu essen. Beim Essen gab es dann allerlei Möglichkeiten. Meine liebste Erinnerung: ein Kollege brachte uns in eine Bruchbude, die mitten in LKF war. Dort fuhr man in den 4. Stock und in einer der Wohnungen war ein Dumbling Restaurant versteckt. Bevor man eintrat, hat der Besitzer über einen Türschlitz gecheckt, ob man reinkommen durfte. Also fast so wie in einem Film, der von der amerikanischen Prohibition in den 1920er handelt. Obwohl das mehr als dubios erschien, war das Essen bombastisch! Das Highlight war dabei, dass man durch die Küche musste, um zum Klo zu gelangen. Nachdem man eine gewisse  Zeit in dieser Stadt gelebt hat, findet man diese Parallelgesellschaft eher witzig, als dass man sich darüber verwundert. Ein weiteres Beispiel: Hong Kong ist eigentlich ein teures Pflaster, aber es kann auch sehr günstig sein. So gibt es auch Restaurants, die „All you can eat and drink“ für nicht einmal zehn Euro anbieten. Wir nannten den netten Besitzer immer Mr Money Launder, da wir uns beim besten Willen nicht erklären konnten, wie man so wenig für so viel in dieser Stadt zahlen konnte. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch bei anderen Dienstleistungen gemacht. Man kann in der gleichen Straße ein Vermögen für einen Haarschnitt hinlegen oder lediglich 5 Euro. Das kommt ganz darauf an, wie gut man sich auskennt.

 

Wandern wird nie langweilig

Wie ich bereits mehrfach erwähnt habe, bietet Hong Kong genug Möglichkeiten sich vom Zentrum zu entfernen und die Natur zu erleben. So kann man sehr einfach zu einer Insel fahren und eine Runde schwimmen gehen. Auf manche Inseln kommt man nur zu gewissen Zeiten, wenn die Ebbe es ermöglicht. Während der Flut sind manche Inseln nicht zugänglich, da der Weg geflutet wird.

Auf dem Rückweg war der komplette Weg wieder frei

Des Weiteren gibt es den sogenannten Suicide Cliff, der über Kowloon liegt. Von hier aus hat man eine spektakuläre Sicht auf Kowloon, Hong Kong Island und den Sonnenuntergang. Zudem muss man kein Athlet sein, um die Gipfel der „Berge“ zu erreichen. Schließlich sind diese nicht so hoch wie in Deutschland. Trotzdem sind Asiaten in der Regel immer top ausgerüstet als ob sie den Mt. Everest besteigen würden. Da fühlt man sich manchmal komisch in Flip Flops oder ähnlichem Schuhwerk.

Der Suicide Cliff

Nach dem Abstieg habe ich noch den Nan Lian Garden besichtigt. Das ist ein japanischer Garten am Chi Lin Kloster, der gerade bei Nacht wunderschön ist. Die Ruhe, Ordnung und Sauberkeit, die diesen Ort erfüllen, werdet ihr in Hong Kong selten wiederfinden. Ein optimaler Ort, um bei einer Tasse Tee sich mal wirklich zu entspannen.

Der Stadt entkommen – Nan Lian Garden

Prominenter Besuch

Wir Stairway Praktikanten aus der Region Asien stehen über eine WhatsApp Gruppe im regen Kontakt zueinander. Dadurch kann man sich gegenseitig Tipps geben und den anderen Stairway Praktikanten mal einen Besuch abstatten. Deswegen gab es die Woche darauf einen prominenten Besuch. Nachdem der Stairway Praktikant Stefan aus Singapur den Stairway Praktikanten Jonas aus Tokyo besucht hatte, kam er dementsprechend zu mir. Natürlich ist es unmöglich in 3 Tagen alles in Hong Kong zu sehen, aber wir haben wirklich jede Sekunde genutzt und ich glaube, dass Stefan die Zeit durchaus genossen hat. Das Highlight seines Aufenthalts war der Besuch von Stanley Beach, wo wir bei tollem Wetter gegrillt haben.

PwC Leute aus Singapur, Hong Kong, London, Deutschland und den USA

Der Grill selbst ist der Beweis: PwC Mitarbeiter haben ein enormes Problemlösungspotential. Wie sonst erklärt Ihr Euch diesen kuriosen Grill? Besteck hatten wir auch nicht, sodass wir uns wie Wikinger die Spieße geteilt haben. Immer einen Bissen pro Person. Das haben nicht nur wir Praktikanten so gehandhabt, sondern auch die Senior Associates bis hin zu unserem Senior Manager. Hier hat sich keiner gescheut. An dieser Stelle nochmals ein dickes Danke an meinen Mitpraktikanten Lucas, der tapfer den Grill reserviert hielt, bis die restliche Gruppe eintraf (some heroes don’t wear capes).

 

Noch zur Arbeit

Bei der Arbeit wurde ich zunehmend kritischer gegenüber den Unterlagen. Nach einer Weile versteht man schlicht, worauf man mehr oder weniger achten muss und ist so in der Lage, dem Team verstärkt zu helfen bzw. mehr Arbeit zu bescheren. Denn wenn man ein Problem entdeckt, dann muss dieses natürlich gelöst werden. Ihr werdet sehr schnell selbst erfahren, was ich damit meine.

Mein nächster Post wird dann eine Zusammenfassung meiner Erlebnisse und der letzten Woche in Hong Kong sein. Ich hoffe, dass ich Euch diesen bereits kommende Woche präsentieren kann. Bis dahin heißt es mal wieder….

Bis zum nächsten Blogeintrag!

Bāi bái! (拜拜!)

Steven

 

Na shledanou, Praha

Hallo zusammen!

Kaum zu glauben, aber am Donnerstag war mein letzter Tag bei PwC in Prag. Die letzten drei Monate sind wirklich wie im Flug vergangen, und mir fiel es nicht leicht, meinen Koffer zu packen und diese wunderbare Stadt zu verlassen.

Die letzten Arbeitstage

Die letzten beiden Wochen meines Praktikums habe ich bei einem weltweit tätigen amerikanischen Pharmazie- und Konsumgüterhersteller verbracht. Da es sich um Business Shared Services gehandelt hat, war die Arbeit dort auch etwas anders als bei vorherigen Projekten. Shared Services bedeutet, dass unser tschechisches Team Gesellschaften des Mandanten aus vielen Ländern prüft. Dadurch befindet man sich im ständigen Kontakt mit den jeweiligen PwC-Teams der jeweiligen Länder, in meinem Fall z.B. den Teams in Frankreich, Italien oder auch Deutschland.  Ein weiterer Unterschied zu anderen Mandanten ist, dass diese Projekte oft zwischen 6 Monaten und einem Jahr dauern und nicht nur eine Woche. Dadurch, dass es sich bei dem Mandanten um ein amerikanisches Unternehmen gehandelt hat, gab es für mich auch keine Probleme mit Dokumenten in tschechischer Sprache, wie bei anderen Mandanten.

Ich persönlich habe kein einziges Wort tschechisch gesprochen als ich nach Prag gekommen bin, aber meine Kollegen haben mich ausnahmslos unterstützt, wenn ich aufgrund der Sprachbarriere eine Frage hatte oder es ein wenig länger gedauert hat eine Aufgabe zu bearbeiten. Deshalb gebe ich euch den Tipp, euch einfach zu bewerben, auch wenn ihr die Landessprache nicht perfekt beherrscht.

Abschiedsdinner

Abschiedsdinner

Prague, miluji tě

Auch wenn Osteuropa auf den ersten Blick vielleicht nicht das Traumziel zu sein scheint, weil es nicht exotisch genug ist oder zu nah an Deutschland liegt, empfehle ich euch, diese Region trotzdem in Erwägung zu ziehen. Wie ihr bereits in den letzten Einträgen mitbekommen habt, kann ich nicht genug von Prag kriegen und ich werde definitiv wiederkommen. Von der Karlsbrücke über den Altstädter Ring mit seinen vielen Cafes und Restaurants bis hin zur Karlsburg, die heute noch Residenz des tschechischen Präsidenten ist… Prag hat einfach Charme und ist daher immer eine Reise wert. Zudem sind viele Sachen günstiger als in Deutschland, sodass ein Besuch in den unzähligen Einkaufszentren oder Bars und Clubs ein absolutes Muss ist!

Unterwegs in Prag mit PwC-Kollegen

Unterwegs in Prag mit PwC-Kollegen

Ein weiterer Vorteil ist die Nähe zu anderen europäischen Städten, wie Wien oder Budapest. Letztere habe ich für ein Wochenende besucht und war sehr begeistert. Die Hauptstadt Ungarns ist definitiv einen Abstecher wert und sieht vor allem bei Dunkelheit beeindruckend aus.

Parlament in Budapest

Parlament in Budapest

Stairway Praktikum in Prag – Opportunity of a lifetime

Wenn man in einem Land lebt und arbeitet, in welchem man die Sprache nicht versteht, gibt es natürlich manchmal Momente, in denen man sich fragt, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat. Für mich kann ich diese Frage ganz klar mit „JA!“ beantworten. Ich hatte eine großartige Zeit in Prag, habe tolle Kollegen kennengelernt, von denen ich manche mittlerweile mehr als meine Freunde bezeichnen würde, habe fachlich einiges mitnehmen können und persönlich auch viel gelernt.

Ich möchte mich herzlich bei dem Stairway-Team in Deutschland bedanken, die bei Fragen immer zur Verfügung standen und mir diese einzigartige Zeit im Ausland überhaupt erst ermöglicht haben! Ein großes Dankeschön geht außerdem an PwC Prag und alle Kollegen, die ich hier kennenlernen durfte und durch welche auch lange Arbeitstage viel Spaß gemacht haben. Děkuji za všechno!

Und zu guter Letzt an alle, die überlegen, sich für das Stairway-Programm zu bewerben: Tut es. So eine Gelegenheit bekommt man nicht oft und egal in welcher Metropole ihr landen werdet: es wird eine unvergessliche Zeit und eine „Opportunity of a lifetime“.

Melina

Der ganz normale Prüfungswahnsinn

Hallo ihr Lieben! Nun habe ich bereits den Grossteil meines Praktikums hier in Brüssel absolviert. Und ich bin mir sicher, ihr seid neugierig, wie sich der ganz normale Arbeitsalltag hier gestaltet. Welche Aufgaben bekommt ihr übertragen? Was erwarten die Kollegen von euch? Wie sind “die Belgier” eigentlich so? Was sind die Unterschiede zum Prüfungsalltag in Deutschland?

Daher will ich euch heute einen Einblick geben. Falls noch Fragen offen bleiben – schreibt mir einfach!

Am besten beginne ich vom Anfang an. Meine erste Arbeitswoche habe ich zusammen mit einem Dutzend anderen Praktikanten im Headoffice in Brüssel verbracht. Dort haben wir drei Tage lang verschiedene Prüfungszenarien durchgespielt und uns mit Aura – dem PwC Prüfungstool – vertraut gemacht.

 

Ungewohnt war für mich, dass wirklich die gesamte Prüfung in Englisch dokumentiert wird. Ich dachte zunächst, das sei nur in Belgien so, da man immer mit der Sprachbarriere zwischen Wallonen und Flamen zu tun hat. Doch Kollegen aus Frankreich und Griechenland haben mir versichert, dass wir Deutschen die odd-ones-out sind. Der Rest der Welt scheint komplett in Englisch zu dokumentieren.

Als foreigner habe ich das natürlich sehr zu schätzen gelernt. Und ich finde, man bemerkt auch, dass hier wesentlich mehr Mitarbeiter im Rahmen eines Secondments in den Teams sind. Viele von ihnen bleiben dann und tragen so zu einer sehr vielfältigen PwC-Belgium-Gemeinschaft bei. Das geniesse ich.

Wo wir schon bei Mobilität sind: Da macht den Belgiern niemand etwas vor. In Deutschland habe ich während der Arbeit in der Wirtschaftsprüfung oft in Hotels übernachtet und war über die Hälfte meiner Zeit mit dem klassischen Prüferkoffer unterwegs. Das kommt in Belgien selten vor. Dadurch, dass das Land realtiv klein ist und jeder Mitarbeiter einen Firmenwagen besitzt, fährt man jeden morgen zum Client und abends auch wieder zurück. Selbst, wenn man so drei oder vier Stunden pro Tag auf der Strasse verbringt. Diese Zeit würde aber niemand als Arbeitszeit ansehen. Hier ist das normal.

Auch ist es keine Besonderheit, mal eben für einen Tag in Amsterdam bei der Prüfung auszuhelfen. Viele meiner Teamkollegen wohnen in Antwerpen oder Ghent und haben doch den Grossteil ihrer Klienten in Brüssel.

Was die Erwartungen an euch als Praktikant/in betrifft, könnt ihr sehr entspannt sein. In Belgien ist es nicht üblich, so viele Praktika zu absolvieren wie wir es in Deutschland neben der Uni tun. Daher bin ich überall auf Begeisterung gestossen, wenn ein VLOOKUP in Excel kein Problem für mich war und mich niemand zu einem Gespräch mit dem Kunden begleiten musste.

Was den Kollegen wichtig ist, ist eine präzise Dokumentation. Hier hat es mir viel geholfen; die Person, die mein EGA reviewen sollte einfach zu fragen, wie sie sich manche Dinge vorstellt. Dabei bin ich immer auf offene Ohren gestossen und habe oft hilfreiche Tipps bekommen.

Das ist generell mein Tipp an euch: Stellt jede Frage, die euch in den Sinn kommt! Und fragt sofort, wenn ihr etwas nicht versteht. Ein Manager vergisst nach vielen Jahren Berufserfahrung, dass du als Nicht-Belgier bei der Frage ob du schon einmal in einem pp&e-EGA gearbeitet hast nur deswegen verwirrt schaust weil du nicht weisst, wofür die Abkürzung steht.

Wichtig ist es auch, klar nein zu sagen, wenn ihr mal keine Kapazität für ein weiteres EGA habt. Klar will man kurz vor der Deadline dem Team so viel wie möglich helfen und zeigen, dass sie sich auf dich verlassen können. Und wie ihr in meinen vorherigen Blogs lessen könnt, habe ich auch einige Male unser Zimmer erst verlassen, als die Strassen in Brüssel frei von Verkehr waren… 😉 Ich muss zugeben, es fühlte sich anfangs komisch an, an ruhigeren Tagen um 18 Uhr aufzustehen und zu gehen, obwohl man weiss, dass das Team noch einige Stunden bleiben wird. Doch keiner meiner Manager hat das je für anstössig befunden. Im Gegenteil – oft vergessen sie einfach im Stress dich heimzuschicken und sind dann froh wenn sie wissen, du kümmerst dich selbst darum.

Räumt man diese Verständigungsprobleme von Anfang an aus dem Weg und kommuniziert klar, dann macht es viel Spass hier zu arbeiten.

Wenn ich heute ein Resüme ziehe, dann kann ich sagen, dass ich in meiner Zeit in Brüssel gewachsen bin. Persönlich und fachlich. Und das ist genau, was ich mir von Stairway erhofft habe.

Kein Goodbye aber ein auf Wiedersehen aus Singapur

Mein Praktikum in Singapur ist nun auch schon fast zu Ende gegangen und ich kann definitv sagen, die Muehe bis hier herzukommen hat sich gelohnt. Rueckblickend hatte ich in der Zeit die Moeglichkeit sehr viel zu lernen – kulturell wie auch fachlich und auch mein Interesse fuer Asien habe ich entdeckt.

Die letzten Wochen vor meiner Abreise und seit meinem letzten Beitrag sind sehr schnell vergangen. Wir hatten beispielsweise vom German Business Network in Sinagpur eine Faschingsfeier, auf welcher wir mit deutschen Koestlichkeiten wie Krapfen, Brezen, Brot und Bier versorgt wurden. Ausserdem ist Iris, eine weitere Stairway Praktikantin, deren Videoblog ihr verfolgen koennt, zur Unterstuetzung angekommen. Zusammen sind wir auf meiner „Sinagpur – to do – Liste“ weiter voran gekommen um in meinen letzten und ihren ersten Wochen noch einmal kuturell moeglichst viel aufzuschnappen.

       

Singapur ist eine sehr gruene Stadt und hat demnach neben den Parks und Gaerten sogar eine Art Regenwald zu bieten, indem wir ein paar neugierigen Affen begegnet sind. Hier kommt man beim „Wandern“ richtig ins Schwitzen. Auch die Tempel und Moscheen Singapurs, von denen ich schon im ersten Beitrag berichtet habe, haben wir einmal richtig unter die Lupe genommen. Gekleidet mit den klassischen Umhaengen, waren wir dann auch gewappnet um in die verschiedenen Kulturen und Religionen einzutauchen.

Zudem hatten wir die Moeglichkeit an der alljaehrlichen Chingay Parade teilzunehmen. Dieses Event ist die groesste Umzugsparade Asiens. Das Wort Chingay ist aequivalent zu huang yi (妆艺) auf Manderin was so viel wie die Kunst der Kostueme und Masken bedeutet. Zugegebenermassen habe ich mich wie in Rio gefuehlt – auch wenn ich dort noch nie war. Ich muss wirklich sagen, die Parade war das Highlight von meinem Aufenthalt in Singapur!

Auch haben wir es zwischen der Arbeit geschafft noch ein Wochenendausflug nach Malaysia zu unternehmen. Also ihr merkt das „Aus Singapur kommst du nicht raus“ meiner Kollegen ist dann doch nicht so wahr. Melaka ist nur eine Busfahrt – welche jedoch ziemlich abenteuerlich sein kann – entfernt. Malaysia ist mit seinen Straenden, Sehenswuerdigkeiten und herzlichen Bewohnern und vorallem dem geschmackvollen Essen definitiv einen Besuch wert.

Um den Ausblick ueber Singapur die letzten Tage nocheinmal zu geniessen sind wir zusammen auf das Marina Bay – das Hotel in Form eines Schiffs, welches jeder Tourist mit Singapur verbindet – gegangen. Diese Aussicht hat mir nochmal gezeigt, warum ich mich fuer diese atemberaubende Stadt entschieden habe.

Hiermit moechte ich mich auch verabschieden und fuer die tatkraeftige Unterstuetzung seitens Deutschland wie auch Singapur bedanken, welche die Organisation meines Praktikums moeglich gemacht haben.

Ihr koennt euch allerdings auf weitere Updates aus Singapur von Iris freuen.

xoxo

Aus Singapur kommst du nicht raus – eine Stadt mit vielen Gesichtern

Aus Singapur kommst du nicht raus – das waren die ersten Worte meiner PwC- Kollegen in Singapur. Etwas noerdlich weiter auf dem Globus bist du schon in Malaysia, in die anderen Himmelsrichtungen landest du sehr schnell im Ozean oder auf den zahlreichen, kleinen indonesischen Inseln – aber dazu spaeter mehr.

33 Grad – 20 Uhr – Ich. Am Flughafen. In einer grossen Stadt. Ziemlich nervoes. Mit einem Koffer bepackt. Wartend auf meinen Taxifahrer. Dieser meinte nach dem Einsteigen erst einmal zu mir: Keine Sorge – Singapur ist eine sichere Stadt. So sauber und ordentlich wie ein gebügeltes Hemd.

Und damit hatte er recht. Singapur gilt als eine der saubersten und vor allem auch sichersten Staedte der Welt. Ein Grund mehr, sich den Stadtstaat einmal genauer anzusehen, was ich in den letzten Wochen auch getan habe. Diese Stadt hat eine Vielfalt zu bieten, die fast keine andere Stadt uebertreffen kann.

Sentosa, eine Strandoase mitten in Singapur, welche man mit einer Seilbahn erreichen kann. Dieser Teil von Singapur gleicht mit seinen Universal Studios, einem Aquarium sowie Wasserpark einem Freizeitpark fuer Erwachsene. Ein paar Schritte weiter gelangt man nach Chinatown und Little India mit ihren Tempeln und Moscheen, dem Geruch von Gewuerzen, Curry, ueberstaeht mit bunten Haeusern und unzaehligen kleinen Restaurants sowie Shops mit Souvenirs und Apotheken mit traditionellen chinesischen Arzneimitteln. Im Gegensatz hierzu findet man Gebauede, welche futuristischer nicht sein koennten und mitten hindurch fliesst der Singapur River, der zur Bootsfahrt und naechtlichen Spaziergaengen einlaed.

                    

Fuer die Shoppingverrueckten unter uns ist die Orchard Road perfekt – hier kannst du shoppen, bis der Arzt kommt – und wenn du einmal etwas Erholung und Natur brauchst stehen in Sinagpur zahlreiche Parks, wie der Orchideen Garden, der botanische Garten, oder auch der East Coast Park, ein Park direkt am Meer zur verfuegung. Diese beiten eine tolle Moeglichkeit aus der Stadt heraus zu kommen.

Meine Liste an to do’s in Singapur koennte wahrscheinlich einmal den Globus ueberrunden, aber Vorsicht hier gibt es auch einige DON’Ts. Verboten sind in den oeffentlichen Verkehrsmitteln zum Beispiel Kaugummis sowie Essen, Trinken und Durions (auf Grund ihres strengen Geruchs, jedoch definitv einen Versuch wert – diese Frucht wirst du in Europa nicht zu probieren und zu riechen bekommen). Zudem herrscht Linksverkehr – und das nicht nur im Strassenverkehr, nein auch auf Gehwegen und Rolltreppen.

An den Wochenenden habe ich mir die Zeit genommen, raus aus dem stressigen Arbeitsalltag zu kommen und habe mit der Faehre die benachbarten indonesischen Inseln erkundet: Batam und Bintan. So viele Gegensaetze wie auf Batam habe ich selten gesehen: Von Urlaubsresorts, ueber 4- koepfigen Familien auf Rollern, Affen am Strand bis hin zu Einheimischenwohnungen – die ein Europaer eher als Slum bezeichnen wuerde. Aber vorallem Bintan bietet mit seinen Traumstraenden ein echtes Wochenendziel zum Entspannen – Schnorcheln an den Korallenriffen, Mangroven Touren, blaues Wasser und Sonnenaufgaenge, die du niemals vergessen wirst. Die Natur hat hier einiges zu bieten – unter Umstaenden auch einzigartige Naturphaenomene, wie einen Tornado am Himmel.

Wer in Singapur bleiben will: Kusu Island, St. John`s Island oder Pulau Ubin sind definitiv einen Besuch wert. Diese Inseln laden zum Fahrradfahren und Relaxen an den Standstraenden ein.

„Schnappe kulturell so viel wie moeglich auf.“ – Das war meine Devise bevor ich hier hergekommen bin und diese Moeglichkeit hatte ich vorallem waehrend des Chinese New Years. CNY wird hier gleich eine ganze Woche mit einer Vielfalt an Essen, Feuerwerk und Strassenfesten gefeiert. Auch in der Firma, welche ich geprueft habe, hatte ich die Moeglichkeit eine CNY-Feier mitzuerleben.

Nach all dem Schwaermen nun noch ein paar praktische Tips. Die Visabeantragung ist sehr problemlos. Es muessen nur ein paar Dokumente in Deutschland auf der Webseite des Ministerium of Manpower  MOM ausgefuellt und nach Ankunft in Singapur ein Termin dort ausgemacht werden um das finale Visum zu erhalten – hierbei koennen auch die HR Kollegen vor Ort behilflich sein, welche sehr freundlich und sachkundig sind.

Laufen ist in Singapur auf Grund der Temperaturen unter Umstaenden mit etwas Schweiss verbunden – wer dies umgehen moechte kann sich einfach eine Easy Link Karte kaufen, mit welcher alle Bussen und U-Bahnen genutzt werden koennen. Das Verkehrsnetz in Singapur ist sehr komfortabel, Taxis sind jedoch auch reichlich vorhanden und bezahlbar.

Das Office ist nahe Chinatown – zentral in Singapur und ist von deiner Unterkunft in 25 Minuten per Fuss zu erreichen. Die Wohnung laesst keine Wuensche offen: moebliert mit Buegelbrett, Buegeleisen und Handtuechern, eine Servicekraft, welche sich um die Sauberkeit kuemmert, perfekt Lage nahe des Fort Canning Parks und des Clarke quay, welcher mit traumhaften Ambiente und zahlreichen Restaurants und Bars viele Touristen anlockt und das Highlight ein Pool und kleines Fitnessstudio.

Vor dem ersten Tag braucht ihr auch nicht nervoes sein. Mit Laptop und Schreibutensilien ausgestattet hatte ich am ersten Tage erst einmal ein „Get-together“ und eine Assurance Schulung bevor es am naechsten Tag schon los zum Mandanten ging…

Ein letztes Wort von mir – vom anderen Ende der Welt.

Spuehrt ihr das Kribbeln in den Fingern?

Die Zeit ist noch nicht abgelaufen – nehmt diese Erfahrung mit. Bewerbt euch – es lohnt sich!

Wenn nicht jetzt wann dann?

 

Welcome from THE center of power! (Zumindest ganz nah dran)

Die Hauptstadt der USA im Wahljahr hautnah kennenzulernen und dabei in die Rolle eines amerikanischen Wirtschaftsprüfers zu schlüpfen – das klingt nach einer atemberaubenden Kombination. Und um schon einmal ein wenig vorwegzugreifen: Das ist es auch!

Vor mittlerweile schon sieben Wochen begann für mich das Abenteuer „Auslandspraktikum in Washington, D.C.“ mit einem Flug von Frankfurt am Main über Charlotte, NC zum Ronald-Reagan-National-Airport, einem der drei Flughäfen, die in der Metropolregion der Hauptstadt Amerikas liegen. Um genau zu sein begann die Vorbereitung meines halbjährigen Auslandspraktikums inklusive Visumbeantragung natürlich schon mehrere Monate vorher, allerdings wurde ich bei der Organisation meines Auslandsaufenthaltes vom Stairway-Team kräftig unterstützt. Dementsprechend entspannt trat ich meine Reise in ein Land an, das ich bereits während eines Auslandssemesters im vergangenen Jahr zu kennen und zu lieben gelernt habe.

Entspannte Ankunft in D.C.

Die Ankunft in den USA und die Zeit der Eingewöhnung wurde mir dabei so leicht wie möglich gemacht. So konnte ich mich etwa bei der Suche meiner Unterkunft für die Zeit meines Praktikums vollkommen zurücklehnen und mir wurde darüberhinaus ein sogenannter Relocation Consultant zugeteilt, der mir als lokaler Ansprechpartner am Tag nach meiner Ankunft eine kleine Führung vor Ort gab und mir etwa bei der Beantragung einer Sozialversicherungsnummer mit Rat und Tat zur Seite stand.

Vor Ort heißt in meinem Fall McLean, das in Virginia gelegen ist und sich ungefähr eine halbe Stunde Metrofahrt oder – wie ich schmerzlich feststellen musste – einen doch recht ausgedehnten Morgenlauf außerhalb vom Stadtkern Washingtons, dafür allerdings in unmittelbarer Fußnähe meines PwC-Offices befindet. Die Ausstattung meines Apartments mit Küche und Waschbereich lässt dabei keine Wünsche offen. Der Komplex, in dem sich mein Apartment befindet, beinhaltet sogar ein großes Gym und einen Outdoor-Pool, der bei den momentan winterlichen Temperaturen aber leider geschlossen ist.

Mein erster Arbeitstag im Office in McLean

Mein erster Arbeitstag Mitte November gestaltete sich dabei so entspannt wie meine Ankunft in McLean. Da mein Einstiegstermin im Bereich Assurance Mitte November off-cycle, d.h. sehr unüblich gelegt wurde, war ich an diesem Tag der Einzige, der ein kleines Orientierungsprogramm durch das PwC Office in McLean durchlief. Im Verlaufe des Tages wurde ich dann meinen zukünftigen Arbeitskollegen des Bereichs PCS (Private Client Services) vorgestellt, der zur Zeit ungefähr 100 Mitarbeiter umfasst und sich auf die Prüfung von Unternehmen im Privatbesitz konzentriert. In wechselnden Teams werde ich dabei im Laufe meines Praktikums an der Prüfung von voraussichtlich vier Unternehmen beteiligt sein.

First Year Engagement – nicht nur neu für mich

Schon während der ersten Arbeitstage wurde ich dann bei meinem ersten Mandat eingespannt und durfte bereits nach wenigen Tagen einige Prüfungshandlungen eigenverantwortlich erledigen. Besonders interessant ist dabei die Tatsache, dass es sich bei diesem Unternehmen um ein sogenanntes „first year engagement“, d.h. um ein neu gewonnenes Mandat handelt, das in diesem Jahr zum ersten Mal von PwC geprüft wird. Immerhin ist so einiges nicht nur Neuland für mich, sondern auch für meine Kollegen (zumindest was den reinen Verstehensprozess der Unternehmensabläufe betrifft). Weil die Prüfung dieses Unternehmens, welches Tochtergesellschaften in ganz Amerika hat, vorwiegend vom PwC-Office aus stattfindet, konnte ich meinen Arbeitsort trotz eines Leihfahrzeuges, das mir zur Verfügung gestellt wird, bisher auch immer zu Fuß erreichen.

Auch meine amerikanischen Kollegen hätten mir den Einstieg in den Wirtschaftsprüfungsalltag nicht leichter machen können. Wenn ich die Arbeitsatmosphäre hier in den USA mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre das sicherlich: welcoming! So war es sehr leicht, mit meinen Kollegen ins Gespräch zu kommen – sei es auf privater oder beruflicher Ebene. Ganz unter diesem Motto steht auch der räumliche Aufbau des Offices in McLean: So hat jeder Mitarbeiter nicht etwa seinen festen Arbeitsplatz, sondern ganz im „Open-Workplace-Stile“ arbeitet man dort, wo man gerade will – sei es zusammen mit dem Team, mit dem man gerade prüft, oder einfach dort, wo gerade Platz ist. Seinen Schreibtisch kann man sich dabei im Voraus per App reservieren (wie ich feststellen durfte hat ein Praktikant allerdings nicht die Befugnis, ein Corner Office zu belegen). Ein Highlight während meiner ersten Arbeitswochen war für mich sicherlich der sogenannte „Ugly-Sweater-Day“, bei dem alle Mitarbeiter des Bereichs PCS zur Einstimmung in die Weihnachtszeit in bunten Weihnachtspullis ins Büro kamen – nach dem Motto: je schriller und hässlicher, desto besser!

Arbeitstechnisch lag mein Einstiegstermin sehr günstig: So war direkt meine zweite Arbeitswoche durch Thanksgiving um zwei Tage verkürzt und Anfang Dezember durfte ich bereits an der Weihnachtsfeier PwCs teilnehmen, die gemeinsam für alle Offices der Washington Metropolitan Area und alle Lines of Services (Assurance, Tax, Advisory) veranstaltet wurde. Zusammen mit wahrscheinlich über 2.000 Kollegen durfte ich so im Herzen von D.C. auf das (bald) vergangene Jahr anstoßen.

Unterwegs im Zentrum der Macht

Natürlich habe ich meine freie Zeit dazu genutzt, D.C. und seine Umgebung näher kennenzulernen – und ich bin damit noch längst nicht fertig! Denn die Hauptstadt Amerikas hat unendlich viel zu bieten: sei es im Kulturbereich mit seinen zahlreichen, meist kostenlosen Museen oder im Nightlifebereich. Inmitten von Lincoln Memorial und Washington Monument, zwischen Kapitol und Weißem Haus fällt es mir oft schwer zu realisieren, wie viel Macht und Einfluss von diesem Flecken Erde tagtäglich ausgeht. Und dabei durchlebt das politische Zentrum der USA ja gerade zusätzlich noch eine Phase der „presidential transition“. Von President-Elect Trump habe ich bis jetzt in D.C. zwar noch relativ wenig mitbekommen, das wird sich aber wohl spätestens am 20. Januar 2017 ändern. Washington bereitet sich auf die Feierlichkeiten der Inauguration vor!

Während meines Auslandssemesters im vergangenen Jahr hat mich die Footballbegeisterung erfasst und so konnte ich nicht anders als auch hier in Washington einmal ein Footballspiel im FedEx-Field vor Ort zu erleben. Monday Night Football zwischen den Washington Redskins und den Carolina Panthers. Flutlichtspiel. Was ein Erlebnis! Und was eine Niederlage! Klassisch im Kirk Cousins-Trikot habe ich dabei mein Heimteam angefeuert, das bei eisiger Kälte (ein Spiel dauert um die 3,5 Stunden!) aber wohl eines seiner schlechtesten Spiele der Saison bestritten hat. Immerhin konnte ich den letztjährigen Most-Valuable-Player und Quarterback der Carolina Panthers Cam Newton (aka „The Scoring Machine“) noch einmal in Bestform erleben.

Das soll es jetzt erst einmal gewesen sein für meine ersten Eindrücke hier drüben. Im kommenden Jahr werde ich mit anderen PwC-Einsteigern eine kleine Trainingseinheit durchlaufen und für mein zweites Mandat nach Atlanta reisen. Mehr dazu in meinem kommenden Blogeintrag. Bis dahin wünsche ich euch einen Guten Rutsch und ein „Happy New Year“!

More to come!

P.S.: Bitte feuert am Neujahrstag meine Washington Redskins an – gegen die New York Giants geht es um die Playoffs!

Odysée auf den Champs-Élysées, der Weihnachtsmarkt in Paris

Während der Weihnachtsmarkt auf der berühmtberüchtigten Avenue de Champs-Élysées von gebürtigen Parisern in aller Regel gemieden wird,

stellt er für Touristen und Franzosen aus anderen Städten eine enorme Attraktion beziehungsweise sogar das Highlight der Vorweihnachtszeit dar.

Ich habe mich daher für euch auf den Weihnachtsmarkt begeben und ihn aus nächster Nähe auf mich wirken lassen.

Viel Spaß!

Die Location

Métrostation – Champs-Élysées Clemenceau

An den Champs-Élysée angekommen (Linie 1) ist der Weihnachtsmarkt nicht zu übersehen, denn er scheint unendlich groß zu sein.

Auf den folgenden Bildern könnt ihr sehen, wie riesig der Weihnachtsmarkt wirklich ist.

Links und Rechts nur Stände, so weit das Auge reicht!

Im hintergrund kann man das blaue Riesenrad bewundern, das sich zusammen mit dem Obélisque de Luxor auf dem Place de la Concorde befindet.

Genau gegenüber vom Place de la Concorde, am anderen Ende der Champs-Élysées, befindet sich der berühmte Triumphbogen (Arc de Triomphe)

 

 

Genau gegenüber vom Place de la Concorde, am anderen Ende der Champs-Élysées, befindet sich der berühmte Triumphbogen (Arc de Triomphe). Fast über die gesamte Strecke sind Weihnachtsstände verteilt!

Zu den Hauptzeiten am Wochenende kann man sich quasi nicht fortbewegen und man fühlt sich wie auf dem Oktoberfest. Wirklich gemütlich ist das nicht um ehrlich zu sein und ein entspanntes Gespräch bei Glühwein in der Holzhütte, wie beim klassisch kleinen, aber dennoch charmanten Weihnachtsmarkt in der Kleinstadt, ist hier nicht so richtig möglich. Zwar gibt es hier und da einige abgetrennte Bereiche, jedoch sind die dortigen Preise wirklich nichts für Praktikanten und die Plätze sehr begrenzt.

 

Doch, was bedeutet dieser riesige Weihnachtsmarkt eigentlich für die Besucher?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Trotz meiner ausführlichen Recherchen kann ich nur erahnen, was die Menschen in der Weihnachtszeit an genau diesen Ort lockt.

 

Die Besucher

Während die einen sich hier in Victoria’s-Secret Models verwandeln, die in der Strecke vom Arc-de-Triomphe bis zum Place de la Concorde die letzte Chance auf eine Modelkarriere wittern, erklären die anderen (oftmals Erasmusaustauschstudenten) um 15 Uhr in höchst konsequenter Ballermannmanier dem Glühweininventar den Krieg. Abgerundet wird dieses spektakuläre Rahmenprogramm durch frisch verliebte, verlobte beziehungsweise verheiratete Paare. Hinzu kommen eine Armada an Taschendieben, frisch getrennte Paare. unendlich persistente Verkäufer, übermotivierte Fotografen und ein paar ganz normale Familien.

 

Die Stände

Zu den Ständen kann ich sagen, dass es wirklich sehr viele, tolle Stände gibt. Es gibt unzählige Essensstände, die von Schnecken, Austern und Crêpes bis hin zu Rostwurst, Currywurst, Fish&Chips, Kebab, Pizza und Kartoffelauflauf wirklich fast alles verkaufen.

Viel interessanter sind meiner Meinung nach allerdings die vielen Stände, die Süßigkeiten in allen möglichen Varianten anbieten!

Barbe à Papa = Papa’s Bart = Zuckerwatte auf Französisch 

 

Speziell die Stände für Nougat, Karamell und Schokolade kann ich Euch an’s Herz legen – eine solche Vielfalt an Geschmackssorten findet man sonst wirklich nur in ganz speziellen Geschäften.

Auf Nougat und Karamell in Frankreich werde ich noch einmal genauer in einem weiteren Blog à la „die Französische Küche“ eingehen, also bleibt gespannt!

Zudem finde ich die vielen Käsestände wirklich beeindruckend. Das klingt zwar nicht unbedingt nach Weihnachtszeit, Käse ist aber schlichtweg typisch für Frankreich.

Ob Blau, Rot oder mit Trüffeln, es gibt unendlich viele Sorten und die Verkäufer lassen dich auch oftmals sehr gerne probieren!

 

Blau wird der Käse übrigens durch einen natürlichen Farbstoff, den man nur in ganz bestimmten Algen findet. Die Rote Farbe hingegen wird aus Roter Beete gewonnen.

Ich habe sowohl den Käse für 249 Euro, als auch den Käse für 199 Euro und die beiden Farbigen probiert. Alle waren wirklich sehr, sehr lecker, aber ich kann mir schlichtweg nicht vorstellen, so viel Geld für einen Käse auszugeben. Der Gedanke, dass jede Scheibe Käse ein Geldschein ist, würde mir den Appetit vermiesen . . 🙂

         

     Wer irgendwann einen Parisbesuch zur Weihnachtszeit plant, sollte sich diese Stände merken, wenn es an das Kaufen der Weihnachtsgeschenke geht :-).

 

Schlusswort

Die Qualität der Stände kann allerdings aufgrund der Größe der Champs-Élysée leider nicht konstant hoch gehalten werden. Und so kommt es, dass man zwischen all diesen Delikatessen und wirklich schönen individuellen Figuren, die üblichen Stände findet, die eigentlich überhaupt nichts auf einem Weihnachtsmarkt zu suchen haben.

Von Pfannen, Handtüchern, Postern bis hin zu ist hier wirklich für jeden noch so gut ausgestatten Haushalt etwas dabei. Leider nimmt das den Charme hin und wieder etwas raus, aber diesen Ständen muss man ja keine Beachtung schenken.

 

Ich finde die Preise hier übrigens für Pariser Verhältnisse durchaus moderat. Natürlich wirken 7 Euro für einen großen Becher Glühwein bzw. 9 Euro

für Kebab und Pommes erst einmal viel, führt man sich jedoch vor Augen, dass hier ein großes Bier in einer Bar in aller Regel auch schon 7 Euro kostet und man beim Essen fast immer über 10 Euro bezahlt, wirkt das alles schon nur noch halb so wild.

 

 

 

 

Ich hoffe, ich konnte euch den größten Weihnachtsmarkt in Paris etwas näher bringen und wünsche euch eine angenehme Weihnachtszeit, schöne Festtage und viele, tolle Momente mit den Menschen, die ihr liebt!

 

Bis bald !

Euer Kevin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

p.s. Das Weihnachtsbier „bière de noel“, kann ich euch auch nur sehr ans Herz legen 😉