Herbst in Barcelona

Die Zeit vergeht hier wie im Flug!

Mittlerweile ist auch wieder ein Monat seit meinem letzten Blogeintrag vergangen. Deshalb ist für euch auch endlich mal wieder ein Update an der Reihe.

Arbeitsalltag

Nachdem die ersten Wochen meines Praktikums noch recht ruhig verlaufen sind, da noch die letzten Ausläufer der Urlaubszeit nachgewirkt hatten ist mittlerweile Normalität eingezogen.  Seit Anfang Oktober sind auch die letzten Kollegen aus ihrem Urlaub zurückgekehrt, weshalb ich inzwischen auch das komplette Team kennenlernen konnte. Auffällig ist, dass das Team für Beratungsverhältnisse sehr jung und dynamisch ist. Außerdem haben sich auch die Arbeitszeiten normalisiert. Die ersten beiden Wochen wurde noch lediglich bis 15 Uhr gearbeitet. Seit Anfang Oktober wird Montags bis Donnerstags von 9 – 19 Uhr und Freitags von 9 – 14 Uhr gearbeitet. Besonders der Feierabend am Freitag wird auch ausdrücklich so gelebt. Auch fachlich konnte ich mittlerweile einen guten Überblick über die spanischen Verrechnungspreisregelungen erlangen, auch wenn diese den deutschen recht ähnlich sind.

Das umstrittene Referendum

Aus politischer Sicht habe ich für mein Praktikum auch eine hochspannende Zeit erwischt. Mit dem abgehaltenen Referendum und den darauf folgenden Demonstrationen und politischen Konsequenzen ist in den letzten Wochen einiges passiert. Auf das Für und Wider der einzelnen Positionen will ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, denn um den jeweiligen Standpunkten gerecht zu werden ist deutlich mehr Zeit als ein paar Zeilen in einem Blog nötig.

Der Placa Catalunya am Diada Catalunya

Sowohl bei meinen Arbeitskollegen als auch im privaten Umfeld habe ich den Eindruck bekommen, dass es der großen Mehrheit lediglich darum geht, über die Unabhängigkeit entscheiden zu dürfen, auch wenn sie selbst für den Verbleib in Spanien sind. Diese Wahrnehmung spiegelt sich auch durchaus im Ergebnis des Referendums wider. Die hohe Zustimmung zur Unabhängigkeit kam lediglich deshalb Zustande, weil die politischen Strömungen, welche weiterhin zu Spanien gehören wollen, das Referendum boykottierten, um das Referendum nicht durch ihre Stimmabgabe und damit einhergehender hoher Wahlbeteiligung zu „legitimieren“.

Die Demonstrationen die seitdem stattfanden habe ich eher nur am Rande miterlebt, da ich mir in dieser Angelegenheit den Luxus leiste, neutral zu sein. Allerdings waren auch schon einige Demonstrationen in der Nähe des Büros in der Avinguda Diagonal. Deshalb ist auch schon ab und an der ÖPNV zu meiner Wohnung ausgefallen. Das war allerdings nicht weiter schlimm, da ich zu Beginn des Oktobers in eine sehr schöne Wohnung in der Nähe der Metrostation Diagonal umgezogen bin. Dennoch bleibt es spannend, wie es hier weitergehen wird und was rund um die Unabhängigkeitserklärung und der angekündigten Zwangsverwaltung Kataloniens passieren wird. In einem sind sich jedoch alle Positionen einig, es soll alles friedlich von statten gehen. Hoffen wir, dass es auch in Zukunft so bleibt!

Freizeit

Der wahrscheinlich schönste Aspekt daran im Herbst in Barcelona zu sein, ist das geniale Wetter. Bisher hat es diesen Monat an zwei Tagen geregnet. Die restliche Zeit waren es zwischen 20 und 25 Grad und Sonnenschein. Außerdem ist die Stadt mittlerweile bedeutend leerer, da die Anzahl der Touristen spürbar abgenommen hat. Daher ist es mittlerweile noch angenehmer, seine Freizeit am Strand oder den Parks der Stadt zu verbringen. Sehr zu empfehlen sind auch Wandertouren im Umland der Stadt, was ich in den nächsten Wochen wiederholen werde. Für den Anfang habe ich das Umland im nahe gelegenen Castelldefels erkundet.

Arc de Triomf

Parc de la Ciutadella

Strand in Barceloneta

Castelldefels

Natürlich darf man dabei nicht das leckere Essen vergessen. Als Fan von Tapas, Paella oder Meeresfrüchten im Allgemeinen kommt man hier definitiv auf seine Kosten!

Paella

Schöne Grüße aus dem sonnigen Barcelona und bis bald!

¡Bon dia aus Barcelona!

Ankunft und erste Tage

Die ersten beiden Wochen in meiner neuen Heimat auf Zeit sind wie im Flug vergangen. Nachdem es kurz vor meiner Ankunft nochmal ein kleines Problem mit meiner Unterkunft gab und ich jetzt eine Bleibe direkt an der weltweit bekannten Rambla habe, war es für die erste Zeit der perfekte Ausgangspunkt um Barcelona zu erkunden. Denn direkt neben der Rambla liegt bspw. mit dem gotischen Viertel eine der schönsten Ecken Barcelonas direkt vor meiner Haustür. Was mir an dieser Stadt bisher am besten gefällt, ist die Vielseitigkeit der verschiedenen Stadtteile. Mein persönliches Highlight der Stadt ist der Kontrast der umliegenden Berge und dem Meer direkt vor der Haustür. Besonders vom Montjuïc und dem Tibidabo hat man einen wunderschönen Blick über die ganze Stadt.

Miró Museum Montjuïc

Blick über die Stadt vom Tibidabo

Der Arbeitsalltag

Am 01. September ging es bei mir auch schon direkt mit meinem ersten Arbeitstag los. Zuerst wurde ich von einer netten Kollegin aus dem HR Bereich am Empfang abgeholt, mit der nötigen IT ausgestattet und danach in meine Abteilung gebracht. Da der August in Spanien die traditionelle Urlaubszeit ist und der 01.09. auf einen Freitag fiel, habe ich zunächst nur knapp die Hälfte meiner Abteilung kennengelernt. Trotzdem wurde ich herzlich empfangen und konnte mich in angenehmer Arbeitsatmosphäre eingewöhnen. Bis Ende November werde ich im Bereich internationale Verrechnungspreise der Service Line Tax arbeiten. Dabei geht es um die Preisgestaltung von grenzüberschreitenden Produkttransaktionen und Serviceleistungen zwischen Konzerngesellschaften und deren Fremdüblichkeit. Neben der hohen Aktualität dieses Themenbereichs ist es für mich als Praktikanten auch deshalb spannend, weil hierfür keine detaillierten Kenntnisse über das spanische Steuerrecht benötigt werden.

Der größte Unterschied im Arbeitsalltag im Vergleich zu PwC in Deutschland ist, dass hier vom Praktikanten bis hin zum Senior Manager jeder im Open Space arbeitet und lediglich die Directoren und Partner ein eigenes Büro haben. Das mag für den ein oder anderen vielleicht gewöhnungsbedürftig sein, fördert aber auf jeden Fall den Austausch mit den Kollegen.

Ein toller Nebenaspekt meines Starts während der Urlaubszeit war, dass das normale Arbeitsende bis zum 15.09. um 15:00 Uhr war.  Das war für mich natürlich perfekt, um die Stadt und ihr Flair kennenzulernen, oder um einfach den Tag am Strand ausklingen zu lassen.

Viele Grüße aus Barcelona!