Work, Work und Abschied aus Prag

Ahoj,

nun melde ich mich mit meinem zweiten und leider auch letzten Blogeintrag zurück. Aufgrund der weitreichenden Auswirkungen und Einschränkungen durch das Corona-Virus in Europa und der Welt wurden wir Stairway-Praktis gebeten nach Deutschland zurückzukehren.

Nichtsdestotrotz vergingen die Wochen vor der Abreise wie im Flug, es gab immer viel zu tun und zu erleben. Die Highlights and weitere interessante Infos möchte ich im Folgenden mit euch teilen.

Abwechslungsreicher Arbeitsalltag mit vielen Einblicken

Ähnlich zu meinen ersten Wochen durfte ich den vergangenen Wochen weiterhin bei Prüfungen in verschiedensten Branchen mitwirken, der Mix reichte vom Lebensmitteleinzelhandel, über den Dienstleistungssektor, bis hin zu einem Werkzeughersteller. Zudem war ich über die Faschingstage bei einem Automobilzulieferer vor Ort. Auch wenn Fasching in Tschechien nicht gefeiert wird, brachte ein Kollege super leckere selbstgebackene polnische Pączki (Kreppel/Krapfen), gefüllt mit Marmelade, mit! Das war definitiv das Highlight des Tages.

Unser Büro bei einem Mandanten

Was mir bei fast allen Mandaten bisher auffiel, war, dass viele Kollegen gar nicht im Anzug zum Mandanten kommen, wie ich es zunächst erwartet hatte. Stattdessen war es völlig in Ordnung im Hemd und einer guten Hose zur Arbeit zu gehen.

Nach mittlerweile vielen Prüfungsmandaten bei verschiedenen Unternehmen habe ich ein kleines Merkmal der tschechischen Rechnungslegung zu schätzen gelernt: Es gibt einen gesetzlich standardisierten Kontenplan für alle Unternehmen. Für mich bedeutete dies, dass ich es leichter war sich in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zurechtzufinden, vor allem, wenn die Kontenbezeichnungen einen tschechischen Namen hatten.

Apropos tschechische Sprache: Ein paar Wörter kenne ich mittlerweile, jedoch bin ich sehr froh, dass wir unsere Prüfungshandlungen auf Englisch dokumentieren – andernfalls könnte meine Aufzeichnungen sonst wohl auch keiner mehr verstehen.

Prager PwC-Office

Erkundungstour in Prag und Innovationen beim Barkeeping

Das Wetter an meinen letzten Wochenenden in Prag ist häufig richtig gut gewesen. Besonders passend war es daher, dass mich Freunde und Familie besucht haben und wir mit Sonnenschein die Stadt erkunden konnten. Pflichtbesuche waren neben dem Schlendern über die Karlsbrücke auch der Besuch der Prager Burg und des Veitsdoms.

Blick auf Prag vom Turm des Klementinums

Bei Tschechen ist Eishockey recht beliebt, daher habe ich dies als Anlass genommen, mit zwei Freunden das Spiel von Sparta Prag gegen Fastav Zlín anzuschauen. Wir saßen zwar im Familienblock, während so mancher Spielphase merkte man davon aber wenig, die Leute feuerten ihre Teams an und verkündeten lautstark ihre Meinung.

Abends kann man in Prag gut weggehen und was erleben. Ein innovatives Detail bei einem Clubbesuch war neben den Dancefloors und der Musik ein Barkeeping-Roboter. Auf einem Display konnte man seinen Cocktail bestellen und beim Mixen zwei Roboterarmen zuschauen. Lediglich die Lieferung an den Tisch geschah analog durch eine Bedienung.

Eishockeyspiel Sparta Prag gegen Fastav Zlín

Barkeeping-Roboter

 

 

 

 

 

 

 

Einige Tage vor meiner Abreise bin ich bei einer Expat-Gruppe in den sozialen Netzwerken auf den Aufruf von ehemaligen Schwimmern aufmerksam geworden, die sich regelmäßig zum Training treffen. Zweimal konnten wir uns noch zum Trainieren treffen, bevor die Schwimmbäder geschlossen wurden. Nichtsdestotrotz war es wirklich lohnend, sich in solchen Gruppen zu vernetzen, um dadurch weitere Leute kennenzulernen.

Arbeiten während der Coronakrise und der Abschied aus Prag

Nachdem die Einschränkungen des öffentlichen Lebens immer mehr zunahmen, wurden wir von PwC bereits gebeten aus dem Homeoffice zu arbeiten. Glücklicherweise ging das alles reibungslos, man ist es bei PwC ohnehin gewohnt außerhalb des Büros zu arbeiten. Natürlich fehlt im Homeoffice das Gespräch „zwischendurch“ mit den Kollegen. Durch morgendliche Telefonkonferenzen mit den Prüfungsteams sowie dem laufenden Coaching während des Tages wurde dies jedoch so gut wie möglich ausgeglichen.

Die Nachricht über die bevorstehende Abreise aus Prag hatte sich bereits angebahnt, als die Grenzschließungen Tschechiens verkündet wurden und vor ihrer Umsetzung standen. Da mein Rückflug gestrichen wurde, bin ich schließlich mit dem Zug zur Grenzstadt Cheb (Eger) gefahren und habe die Grenze nach Deutschland zu Fuß überquert (grenzüberschreitender Verkehr war eingestellt gewesen). Es war ein spannendes Erlebnis, das ich in dieser Form noch nicht erlebt hatte. Danke an dieser Stelle an das Stairway-Team für die Unterstützung!

Sonnenuntergang bei der Ausreise

Seit meiner Rückkehr nach Deutschland arbeite ich weiterhin aus dem Homeoffice heraus, es war glücklicherweise möglich, dass ich die verbleibenden Wochen des Praktikums noch planmäßig fortführen kann.

Mein Fazit über mein Stairway-Praktikum in Prag

Das Praktikum hat mir sehr viel Spaß gemacht, es war eine tolle Zeit, die ich definitiv vermissen werde. Die Erfahrungen, die ich sammeln durfte, waren großartig, die Kolleginnen und Kollegen sowie die vielen anderen Menschen, die ich kennengelernt habe, waren inspirierend, freundlich und offen.

Privat vermisse ich bereits die kleinen Dinge, die Prag für mich mit ausmachen: Sei es eine Fahrt mit den alten Straßenbahnen und deren Ansagen, das Verwenden tschechischer Gruß- und Abschiedsformeln. Oder auch das deftige Essen mit den Braten und Klößen sowie das tschechische Bier, üblicherweise serviert mit sehr viel Schaum.

Abschließend kann ich wirklich jedem raten, Erfahrungen im Ausland zu sammeln, sei es im Rahmen eines Praktikums oder letztlich über ein Auslandssemester an der Hochschule. Ich würde sagen, dass man lernt, sich schneller auf neue Situationen einzustellen, seinen eigenen Horizont erweitert, öfters mal die Komfortzone verlassen muss und dabei offener für neue Dinge wird. Und in meinem Fall freue ich mich sehr, Freunde und Kollegen in Tschechien kennengelernt zu haben, die ich beim nächsten Besuch wiedersehen kann.

Solltet ihr vor dem Schritt stehen für eine Zeit ins Ausland zu gehen – tut es, der erste Schritt mag manchmal als der schwerste Schritt scheinen, es lohnt sich aber!

Bleibt gesund, na shledanou!

Max

Dobrý den aus Prag

Hallo zusammen,

ich heiße Max, bin 23 Jahre alt und mache seit Anfang Januar ein Praktikum in den Inbound-Services der Service Line Assurance in Prag bei PwC Tschechien. Bis Ende April werde ich hier tätig sein, mit dem Blog versuche ich euch ein paar Einblicke in meinen Alltag zu geben.

Mein Start und die ersten Arbeitswochen in Prag

Der Start hier in Prag hätte nicht reibungsloser klappen können, das Global Mobility Team von PwC kümmerte sich wirklich um alles – von den Formalia nötiger Anmeldungen in Tschechien, über die Unterkunft bis hin zur Anreise. Daher konnte ich an meinem ersten Arbeitstag direkt mit einigen Schulungen starten und darüber hinaus bereits Kollegen kennenlernen.

Zunächst noch kurz ein paar Worte zur Inbound-Abteilung, in der ich arbeite: Zahlreiche internationale Unternehmen sind auch in der Tschechischen Republik tätig, die Inbound-Prüfung übernimmt unter anderem die Prüfung der Jahresabschlüsse dieser Töchter.

Lange war ich nicht im Büro, bereits am dritten Tag durfte ich zur Prüfung der tschechischen Tochter eines Logistikkonzerns mit. Dort standen mir zum Glück die Kolleginnen und Kollegen bei anfänglichen Fragen zur Bedienung der Prüfungssoftware mit Rat und Tat zur Seite.

Nach wenigen Tagen auf diesem Mandat ging es weiter zur Prüfung eines französischen Unternehmens, das seine Financeabteilung nach Prag verlagert hat. Bei vielen Unternehmen gewinnt die Einrichtung sogenannter „Shared Service Center“ (SSC) zunehmend an Beliebtheit, sicherlich werde ich daher während meines Praktikums nochmals bei einer solchen SSC-Prüfung eingesetzt werden.

Die meiste Zeit im Januar habe ich bei einer Prüfung eines Bergbauunternehmens außerhalb von Prag verbracht. Zwei Wochen war unser Team hierfür im Hotel. Nach der Arbeit sind wir häufig was essen gegangen, sodass ich die anderen Teammitglieder auch neben der Arbeit noch etwas kennenlernen konnte. Einmal waren wir zusammen in einem Sportkurs im Fitnessstudio, was ziemlich anstrengend war, aber viel Spaß gemacht hat!

Abendessen mit den Kollegen

Trotz der unterschiedlichen Branchen und Projekte, in denen ich bisher mitgewirkt habe, hatten alle drei gemeinsam, dass die Teams immer aus verschiedenen Kolleginnen und Kollegen bestanden, die häufig ein Mix unterschiedlichster Nationalitäten waren. Wirklich spannend, manche Dinge einmal von einer anderen kulturellen Perspektive zu betrachten!

Freizeit

Die Reisetätigkeit im beruflichen Alltag setzt sich bei mir auch im Privaten fort. An den Wochenenden unternehme ich meistens etwas, bisher waren diese Aktivitäten überwiegend außerhalb von Prag. Den Besuch der Sehenswürdigkeiten in Prag werde ich mir noch ein bisschen aufheben, da ich in nächster Zeit Besuch aus Deutschland bekomme, mit dem ich dies dann nachholen werde. Von außen habe ich dennoch viele Sehenswürdigkeiten erkundet.

Astronomische Uhr in Prag

Blick auf Prag

 

 

 

 

 

 

 

Meine bisherigen Ausflüge außerhalb Prags führten mich in Städte, die von hier aus gut zu erreichen waren. So war ich Mitte Januar in Dresden, habe mir dort die Sehenswürdigkeiten wie etwa die Semperoper und die Frauenkirche angeschaut. An einem anderen Wochenende bin ich in den böhmischen Wäldern von Karlštejn bis nach Beroun gewandert. Die Landschaft war zugegebenermaßen etwas trist und eintönig, dafür war es sehr ruhig, vom Klopfen zahlreicher Spechte mal abgesehen.

Frauenkirche in Dresden

Wandern in der Nähe von Karlštejn

 

 

 

 

 

 

 

Gute (Nacht-)Busverbindungen nach Polen brachten mich auf die Idee, mir dort einige Städte anzuschauen. Daher ging es unter anderem nach Kattowitz, in die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau sowie nach Krakau. Wie auch in Kattowitz gab es in Krakau ebenfalls noch sehr viel Weihnachtsdekoration in der Stadt und den Einkaufspassagen. Man könnte denken, Weihnachten stehe erst noch vor der Tür.

Krakau Cloth Hall am Marktplatz

Königsschloss auf dem Wawel in Krakau

 

 

 

 

 

 

 

In wenigen Wochen werde ich mich mit meinem zweiten Blogeintrag melden und euch mehr über Tschechien und meine Erlebnisse hier berichten.

Na shledanou!

Max

Sinterklaas, Diwali und Weihnachten in Amsterdam

Hallo naar Duitsland,

bald ist es soweit und “Sinterklaas” (der „Heilige Nikolaus“ in Deutschland) erreicht die Niederlande. Danach werde ich meine Eltern über die Weihnachtsfeiertage in Strasbourg besuchen. Bis dahin möchte ich Euch in meinem neuen Blogeintrag über die Weihnachtszeit in Amsterdam und über meine aktuellen Projekte berichten.

Sinterklaas und Diwali in Amsterdam

Mitte November hat sich “Sinterklaas” zusammen mit dem “Zwarte Pieten” (der „Knecht Ruprecht“ oder „Hans Muff“ in Deutschland) auf einem Dampfschiff aus Spanien auf den Weg in die Niederlande gemacht. Am 5. Dezember wird das Schiff in den Niederlanden ankommen und der „Pakjesavond“ wird gefeiert. Dieser „Päkchenabend“ ist für die meisten Niederländer wichtiger als das Weihnachtsfest. Meist werden Geschenke dabei nach dem Wichtelprinzip gemacht. Dabei gibt es nicht nur ein Geschenk für die ausgeloste Person, sondern es wird auch ein persönliches Gedicht verfasst. Im FS Technology Team organisieren wir statt eines Pakjesavond ein Sinterklaasfrühstück. Dabei schenken wir der zugelosten Person etwas Selbstgemachtes, etwas Nützliches und ein selbstverfasstes Gedicht. Welches Geschenk ich bekommen habe und welches ich verschenkt habe, erzähle ich Euch in meinem nächsten Blog-Artikel. Das gesamte Team freut sich schon auf unsere Feier:

Theresa und ich haben gemeinsam den Sinterklaas-Einzug gefeiert, als ich sie in Rotterdam besucht habe. In der ganzen Stadt sind Zwarte Pieten herumgelaufen und haben Kinder mit den typischen „Pepernoots“ beschenkt. Anschließend haben wir noch gemeinsam die Kubushäuser besucht. Die Kubushäuser wurden von dem Architekten Piet Blom entworfen und es handelt sich dabei um Würfel, die gekippt auf einer Ecke stehen. Einige davon sind von Privatpersonen bewohnt.

Neben der Vorfreude auf Sinterklaas, gab es bereits eine andere Feierlichkeit in den letzten Wochen. In Suriname, Indien und weiteren hinduistisch geprägten Ländern wurde „Diwali“ gefeiert. In Amsterdam arbeiten viele in Indien geborene Kollegen und durch die ehemalige Kolonie Suriname hat Diwali eine große Bedeutung in den Niederlanden. Diwali ist ein mehrtägiges (eigentlich sogar mehrwöchiges) Lichterfest und hat eine große spirituelle Bedeutung für die Hindus. In den verschiedenen Regionen wird Diwali sehr unterschiedlich gefeiert, ein großes und lautes Feuerwerk gehört fast überall dazu. Klassischerweise besuchen sich Freunde und Familie gegenseitig zuhause und teilen lokale Spezialitäten miteinander. Daher hat PwC für alle Kollegen typische Snacks auf jedem Stockwerk vorbereitet, sodass alle Kollegen gemeinsam feiern konnten.

Aktuelle Projekte

Aktuell bin ich in drei Projekte involviert: ein Corporate Social Responsibility Projekt sowie zwei technische Projekte.

Ein technisches Projekt habe ich bereits in diesem Blog-Artikel beschrieben. Im zweiten technischen Projekt entwickeln wir aktuell die „User Story“. Dabei sitzen wir als Projekt-Team zusammen und diskutieren jedes Bild der Benutzeroberfläche zusammen bis wir einen stimmigen Ablauf erarbeitet haben. Dabei zeichnen wir schematisch einen Bildschirm auf ein Whiteboard und überlegen wie die graphische Benutzeroberfläche aussehen soll. Welcher Button kommt wohin? Was passiert, wenn man den Button betätigt? Verändert sich so der Status der aktuellen Tätigkeit? Dabei ist jede Meinung und jede Idee gefragt. So gestalten wir den funktionellen Prozess unserer Tools. Für das erste technische Projekt haben wir diese Schritte bereits abgeschlossen und führen die ersten Entwicklergespräche.

Unser Corporate Social Responsibility Projekt, in welches ich bereits ab meinem ersten Tag involviert wurde (vgl. dazu diesen Blog-Artikel), soll ausgeweitet werden und wir arbeiten gerade an einem Model, um die zukünftige Zusammenarbeit mit der Social Enterprise zu gestalten. Dafür habe ich an einem Meeting mit den Geschäftsführern der Social Enterprise teilgenommen und ich werde auch ein Teil des Pitches vor unserem FS Partner übernehmen dürfen. Ich freue mich sehr, dass wir als Team einen Teil zu den PwC Circularity Goals 2030 beitragen können.

Über die Weihnachtsfeiertage ist das Büro in Amsterdam geschlossen. Ich werde dann meine Eltern in Strasbourg besuchen. Pünktlich zu Silvester bin ich wieder in Amsterdam, um hier das neue Jahr zu begrüßen.

Niederländische Sprache

Ik spreek een beetje Nederlands. Ik kan kleine praatjes doen en tot honderd tellen. Ik kan in het perfectum praten, maar nor niet in de toekomstig. Das bedeutet, dass ich schon ein bisschen Niederländisch sprechen kann, bis einhundert zählen kann und das Perfekt nutzen kann. Über die Zukunft kann ich (auf Niederländisch) bisher noch nicht sprechen.

Zugegeben fällt mir das Lernen der niederländischen Sprache sehr schwer. Im Museum oder Café kann ich die Niederländer meist verstehen, auch niederländische Texte sind nachvollziehbar. Zum Sprechen fehlt mir oft ein wenig der Mut. Dadurch, dass viele Worte ähnlich klingen und immer wie eine Mischung aus Deutsch und Englisch sind, fällt mir das Einprägen so schwer. Dazu gibt es noch viele „False Friends“, so z.B. gekocht (NL) = gekauft (DE) oder mag (NL) = darf (DE). Oft sieht man hier auf Plakaten auch das Wort huren (NL), was besonders einige meiner Besucher als sehr amüsant bezeichnet haben; das bedeutet hier mieten (DE).

Freizeitgestaltung in Amsterdam

In meinem zweiten Blog-Artikel habe ich geschrieben, dass meine Kollegen und ich das Amsterdam Dance Event zusammen besuchen werden. Gemeinsam haben wir dort in der ersten Reihe die ganze Nacht getanzt. Auch die „Mueseumnacht“ in Amsterdam war eine tolle Erfahrung. Am ersten Samstag im November haben alle Museen bis 2 Uhr nachts offen. Zusätzlich dazu gibt es in jedem Museum besondere Veranstaltungen: von Weinverkostungen, Workshops und Musik ist alles dabei. Ich konnte dabei eine Live-Coding Session im Vondelpark besuchen und habe danach noch eine Arbeitskollegin im Diamenten-Museum getroffen. Das war sehr „gezellig“. Eine genaue Übersetzung gibt es nicht. „Gezellig“ bedeutet einfach, dass man gemeinsam einen schönen Abend verbracht hat.

Auch das A‘DAM Lookout habe ich im November besucht. Das Wetter war dabei typisch niederländisch und unbeständig, sodass die Aussicht leider nicht so schön gewesen ist. Ein Ausflug ist das Lookout dennoch auf jeden Fall wert. Man hat dort  auch die Gelegenheit über den Dächern von Amsterdam zu schaukeln. Zusätzlich habe ich noch den Royal Palace der Königsfamilie besucht. Dieser befindet sich in der Innenstadt von Amsterdam und wird heutzutage von der niederländischen Königsfamilie, zu der König Willem-Alexander und Königin Maxima gehören, zu Repräsentationszwecken und als Gästehaus für Staatsgäste genutzt. Auch das MOCO Museum ist einen Besuch wert. Aktuell werden dort einige Werke des britischen Street-Art Künstlers (oder Künstlerin?) Banksy ausgestellt. Auch das Lieblingsbild der Briten 2017 „Balloon Girl“ ist dort ausgestellt (leider nicht die geschredderte Version).

 

Insgesamt waren es aufregende und interessante zwei Monate in Amsterdam. Ich freue mich jetzt darauf bald meinen kleinen Koffer zu packen und auch meinen Eltern von all meinen Erlebnissen erzählen zu dürfen. Daher wünsche ich allen:

Prettig Kerstfeest en een gelukkig nieuwjaar,

Kim

Het leven in Amsterdam – Das Leben in Amsterdam

Hoi hoi,

inzwischen ist schon der dritte Monat meines Praktikums in Amsterdam gestartet; wie schnell die Zeit vergeht. In meinem heutigen Blog-Artikel möchte ich Euch mitnehmen in meinen Arbeitsalltag bei PwC sowie in die Kultur  und das Leben in den Niederlanden.

Arbeitsalltag und Unternehmenskultur

Durch die flexible Arbeitszeitregelung gibt es keinen festen Startpunkt für die Arbeit. Die meisten Kollegen kommen zwischen 9:00 und 10:00 Uhr ins Büro. Ich bin meistens ab 8:30 Uhr da, weil ich die morgendliche Ruhe zum Start in den Arbeitstag bevorzuge. Viele Kollegen arbeiten jedoch die meiste Zeit vor Ort beim Kunden. Freitags ist daher meist das „große Wiedersehen“ mit dem gesamten Team, da am Freitag gewöhnlich alle Kollegen im Büro arbeiten.

Zum Kennenlernen der Kollegen hier trifft man sich anfangs zunächst zu einem „Coffee Appointment“. So kann man sich zwanglos austauschen und persönlich Kennenlernen. Diese Treffen finden unabhängig vom Grade statt; auch ein hier im Oktober eingestiegener Manager lernt so die neuen Kollegen kennen. Auch duzen sich hier alle Kollegen im Advisory, einschließlich der Direktoren und Partner. Unser Technology-Team ist sehr international. Wir haben Kollegen aus Spanien, Griechenland, Deutschland, Indien und natürlich den Niederlanden. Entsprechend werden hier allerlei Sprachen gesprochen; immer abhängig wer mit wem gerade spricht. Auch in der Freizeit verbringen wir viel Zeit miteinander. Jeden Freitag treffen wir uns zum After-Work Bier in einer zum Büro nahe gelegenen Bar, wir haben den Gig von der Band eines Kollegen besucht, wir waren zusammen auf der Pride (davon habe ich in meinem ersten Blog-Artikel bereits erzählt) und haben gemeinsam das Vino-Festival besucht.

Aktuell arbeite ich hauptsächlich an zwei Projekten. Von dem Corporate Social Responsibility Projekt habe ich bereits in meinem ersten Blog-Artikel berichtet.
In dem zweiten Projekt geht es um künstliche Intelligenz und das „Machine Learning“, d.h. das ein System Muster und Gesetzmäßigkeiten aus verschiedenen Datensätzen erkennen und verstehen kann. Ich war seit Beginn der Ideenfindung am Projekt beteiligt. Aktuell sind wir in Gesprächen mit unseren Entwicklern, um einen ersten Prototype zu gestalten. Aufgrund meines versicherungstechnischen Studiums konnte ich dabei besonderen Input liefern und habe gleichzeitig sehr viel über IT-Systeme, -architekturen und deren funktionellen Aufbau lernen.

Essen

Der Käse hier in Amsterdam ist wirklich super, wer hätte das gedacht? Den sollte man bestenfalls im Ganzen kaufen und eigenständig zuhause in Scheiben schneiden. Auch „Hagelslaag“ (richtig ausgesprochen wird dabei das g als „ch“) hat mich total überzeugt. Dabei handelt es sich um Streusel aller Art, die mit viel Butter auf einem Toastbrot (aber ungetoastet) gegessen werden. Auch Pindakaas als besondere niederländische Erdnussbutter ist sehr beliebt. Zum Mittagessen essen hier auch die meisten Kollegen Sandwiches oder Brote, meistens mit einem Glas Milch. Für mich klingt das eher nach Frühstück als nach Mittagessen.

Im Supermarkt unterscheidet sich nicht viel in Vergleich zu Deutschland. Auffallend finde ich dabei die große Menge an bereits geschnittenen Gemüse, welches dann zur Haltbarkeit leider in Plastik eingepackt werden muss. Da ich einen kleinen privat geführten Supermarkt in der Nähe meines Apartments habe, versuche ich dort einkaufen zu gehen, um unnötigen Plastikmüll zu vermeiden.

Sprache

Im September hat mein Niederländisch-Kurs angefangen. Da dieser speziell für Deutschsprachige gehalten wird, kann man innerhalb von einigen Wochen auf das Level A2 aufsteigen. Doch besonders die Aussprache ist schwieriger als gedacht. So wird beispielsweise im Niederländischen das „g“ als „ch“ ausgesprochen oder das „ou“ als „au“. Kleinere Texte sind schnell verständlich, da Niederländisch wie eine Mischung aus Deutsch und Englisch klingt. Beim Lernen muss man dann „nur“ die richtige Mischung finden.
Auch sind alle Niederländer sehr hilfsbereit. Sobald sie beispielsweise an der Aussprache erkennen, dass man kein Niederländer bist, sprechen sie sofort Englisch. Wenn man die niederländische Sprache lernen möchte, ist das nicht immer hilfreich.

Freizeitgestaltung

Jeder der in Amsterdam wohnt, der benötigt ein Fahrrad. Ich bin auch einige Tage mit schönem Wetter ins Büro geradelt, bei einer Strecke von ca. 25 km am Tag nutze ich jedoch öfters die Metro. Doch um zum Tennis, in die Stadt oder zum Einkaufen zu fahren, ist mein „Fiets“ immer die erste Wahl. Ich kann dabei jedem nur raten, wirklich aufzupassen, denn ich musste auch schon einen kleinen Fahrradunfall in Kauf nehmen. Bis auf kleinere Schürfwunden und einige Tage Rückenschmerzen bin ich mit dem Schrecken davongekommen. Die „Snorfiets“, d.h. Motorroller auf Deutsch, dürfen hier teilweise auch auf den Fahrradwegen fahren.

Auch mit den anderen Stairway-Praktikanten aus der Nähe habe ich mich bereits getroffen. Theresa aus Rotterdam hat mich für ein Frühstück und eine Stadttour besucht und bald folgt mein Besuch bei ihr.

Mit meiner „Museum kaart“ kann ich viele Museen in Amsterdam kostenfrei besuchen. So konnte ich bereits das Anne-Frank-Haus, das Cromhout-Haus und das Rembrandt-Haus besuchen. Für das Anne-Frank-Haus müssen dabei mindestens ein Monat im Voraus Tickets bestellt werden und auch dann ist es sehr voll. Einem Besuch kann ich dennoch jedem empfehlen, ob man die Tagebücher gelesen hat oder auch nicht. Rembrandt van Rijn war einer der bekanntesten niederländischen Künstler des Barocks. Der Rembrandtplein als Ausgehmeile von Amsterdam wurde nach ihm benannt.

Zu meinen Highlights der Woche gehört das auch Tennisspielen. Nachdem ich einige Jahre pausiert habe, bin ich nun wieder im Training und habe dabei schon viele nette Menschen kennengelernt. Gemeinsam waren wir bereits in einer Rooftop-Bar in Amsterdam. Die „Einheimischen“ kennen eben die besten Plätze. Im Tischtennis musste ich mich meinen Tennispartner dann doch 1:2 geschlagen geben, nachdem ich auf dem Tenniscourt am Tag zuvor 2:0 gewinnen konnte.

In den nächsten Wochen steht gemeinsam mit den PwC Kollegen dann das Amsterdam Dance Event an und meine Familie und einige Freunde werden mich besuchen kommen. Ich melde mich bald wieder.

Tot ziens,

Kim

Madrid en Otoño

Rey Carlos III und meine Wenigkeit

Die Zeit in Madrid vergeht wie im Flug. Jetzt habe auch ich etwas Zeit gefunden, um meine Erlebnisse seit meinem letzten Blog-Beitrag in Worte zu fassen.

 

 

Arbeitsalltag

In den vergangenen zwei Monaten konnte ich mich, dank meiner netten Kollegen, sehr gut integrieren. Mittlerweile fühle ich mich als fester Teil des Teams. Auch meine Aufgaben unterscheiden sich kaum von denen eines Assistants.

In den letzten Wochen erstellte ich unter anderem für verschiedene Mandanten Industrieanalysen oder ermittelte im Rahmen der sogenannten ökonomischen Analyse, ob konzerninterne Gewinnmargen oder Zinssätze dem Fremdvergleichsgrundsatz standhalten und somit gerechtfertigt sind.

 

Da meine Projektteams meistens in der Zusammensetzung variieren, komme ich mit vielen Kollegen der Transfer Pricing Abteilung in direkten Kontakt. Wir sind zudem eine sehr internationales Team, so dass ich neben den verschiedensten spanischen Dialekten auch noch lateinamerikanisches Spanisch aus beispielsweise Argentinien, Venezuela oder Peru zu hören bekomme.

 

Freizeit

Nach dem nun wohl längsten Sommer meines Lebens, mit noch bis zu 30 °C Ende September, hat

Pfau im „El Campo del Moro“

mittlerweile auch der Herbst in Zentralspanien Einzug gefunden. Während ich auf dem Weg ins Büro vor gut zwei Wochen in meinem Anzug noch fast ins Schwitzen gekommen bin, ist jetzt jedoch Wintermantel und Schal angesagt.

Aber auch für diese Jahreszeit hat Madrid mit seinen unzähligen Kaffees, Bars, Museen und nun in orange leuchtenden Parks einiges zu bieten. Vor allem der Park namens Campo de Moro, direkt unter dem Palacio Real gelegen, ist mit den dort freilaufenden Pfauen und grünen Papageien auf alle Fälle ein Besuch wert.

Das Stadtviertel Malasaña mit seinen hippen Bars und Lokalen ist vor allem für junge Leute ein guter Anlaufspunkt für Tapas und Cañas. Sonntags scheint sich ganz Madrid dagegen im Viertel La Latina auf dem El Rastro, einem riesigen Flohmarkt zu versammeln. Menschenmengen strömen hier Woche für Woche durch die Straßen und erstehen vor allem Secondhand-Kleidung, Handgemachtes und Antikes.

Besonderheiten

Ein Highlight im vergangenen Monat stellte die Luna de Octubre dar, eine Veranstaltung bei der verschiedene Künstler Lichtinstallationen und beleuchtete Skulpturen an bekannten Plätzen wie dem Retiro Park, dem Paseo del Prado oder der Puerta de Alcala anbrachten und damit tausende Besucher wie magisch anzogen.

Teile der Flugshow am Nationalfeiertag

Eine weitere Besonderheit war der Nationalfeiertag am 12. Oktober, der unter anderem mit einer Parade begleitet von einer Flugshow aus Militärflugzeugen und Helikoptern gefeiert wurde.

 

Des Weiteren stand für mich der Besuch einer traditionellen Flamenco Show in der Villa Rosa auf dem Programm.

   

Das soll es mit meinem Zwischenbericht gewesen sein. Im nächsten Beitrag werde ich euch dann neben dem Arbeitsalltag vor allem von meinen Ausflügen ins Madrider Umland berichten.

Saludos,

Max