Update aus Shanghai

Hallo zusammen,

nach einer etwas längeren Pause melde ich mich wieder aus Shanghai. In den letzten Wochen habe ich viel erlebt. Dies möchte ich gerne mit euch teilen. Aber immer schön der Reihe nach:

Arbeit

Die Aufgaben sind abwechslungsreich, und es ist stets genug zu tun. Letzte Woche hat wieder ein CFO Briefing stattgefunden. Von diesem Event haben auch schon vorherige Praktikanten berichtet: CFOs Deutscher Unternehmen konnten an Fachvorträgen teilnehmen, die von PwC-Kollegen gehalten wurden. Dieses Mal ging es in dem Vortrag um die Arbeitsweise der chinesischen Finanzverwaltung, insbesondere bei Betriebsprüfungen. Eine der wichtigen Fragen ist dabei, wie Unternehmen mit den landesspezifischen Eigenheiten dieser Behörden umgehen sollen. Die Kollegen, die den Vortrag gehalten haben, waren selber jahrelang in der chinesischen Finanzverwaltung tätig. Dementsprechend konnten sie sehr interessante Einblicke gewähren.

 

Zudem hatte ich das Glück, dass in meiner Praktikumszeit das diesjährige Annual Dinner stattgefunden hat. Dies ist die Feier zum Abschluss des Geschäftsjahres. Was sich vielleicht wie ein gemütliches Abendessen mit einigen Kollegen anhört, ist in China vielmehr ein Abend voller Shows, Verlosungen, Fotos von einem professionellen Kamerateam und Networking – mit insgesamt ca. 2.500 Teilnehmern. Das Thema des Abends war Electric Gold, was die meisten Kollegen zum Anlass genommen haben, goldene Kleidung oder zumindest Accessoires zu tragen. Es gab sogar einen Wettbewerb um das kreativste Kostüm. Sarah, die Managerin der GBG, ein weiterer Praktikant, Valentin, und ich wurden bei diesem Wettbewerb als Team leider knapp auf den vierten Platz verwiesen…

Während des Events konnte man zudem ein weiteres Mal das strikte Hierarchiedenken in China beobachten: Ab einem gewissen Zeitpunkt ist es üblich, im Saal herumzulaufen und mit Kollegen, Chefs und Mitarbeitern anzustoßen. Doch Vorsicht! Man muss darauf achten, dass als „Rangniedrigerer“ beim Anstoßen der Rand des Glases unterhalb des Glasrandes des „Ranghöheren“ ist. Auf diese Weise wird dem Gegenüber Respekt gezollt. So kommt es allerdings gerade unter Gleichrangigen zu sehr bizarren Anblicken: Es wird versucht, sein eigenes Glas noch möglichst unterhalb das Glas des Anderen zu bekommen, um höflich zu sein. Diesem Treiben wird dann manchmal nur noch durch die Tischplatte ein Ende gesetzt…

Freizeit

Wie viele Praktikanten vor mir habe auch ich auf einmal gemerkt, wie schnell die Zeit vergeht und wie wenig Wochenenden mir nur noch zum Reisen bleiben. Daher habe ich seit dem letzten Post bereits Peking besucht und war in den Yellow Mountains wandern (bzw. Treppen steigen ;)).

Peking habe ich als weit weniger westlich empfunden als Shanghai. Allerdings hat es natürlich einige Sehenswürdigkeiten, die man einfach nicht verpassen darf: die Verbotene Stadt, die chinesische Mauer und der Sommerpalast zählen sicherlich dazu. Auf den Fotos könnt ihr einige Eindrücke davon gewinnen.

 

 

 

 

 

 

 

In den Yellow Mountains war das Wetter leider sehr durchwachsen. Zum Glück hat es während unseres Aufstiegs nicht geregnet. So konnten wir zumindest eine Idee davon bekommen, wie unglaublich die Aussicht an schönen Tagen sein muss. Am Morgen des zweiten Tages hat es allerdings so geschüttet, dass wir die Wanderung, um den Sonnenaufgang zu sehen, absagen mussten. Wir sind stattdessen erst einige Stunden später aufgebrochen und auf direktem Wege zur Gondel gelaufen, um wieder herunterzufahren.

 

Das war es erst einmal wieder von meiner Seite. Das nächste Mal, wenn ich euch schreibe, habe ich mit Sicherheit wieder Neues zu berichten.

 

Bis dahin

Jens

 

 

 

 

Bye-bye Beijing!

Kaum zu glauben, aber mein Praktikum bei PwC Peking im Bereich Advisory neigt sich dem Ende zu. Morgen ist mein letzter Arbeitstag. Nicht nachvollziehbar, wie schnell die Zeit hier in Peking verging. Gerne möchte ich heute nochmal meine Eindrücke zum Praktikum bei PwC China schildern. Weiterhin nehme ich euch in einem Schnelldurchlauf mit auf meiner kulturellen Reise durch China und erzähle euch von meinen Eindrücken. Am Ende ziehe ich noch ein kurzes Fazit.

Mein Praktikum bei PwC Peking

Letztes Mal habe ich bereits meine Aufgaben im Team, sowie den Inhalt des Projektes in welchem ich mitwirke, ausführlich erläutert. Grundsätzlich hat sich dabei nichts Großes verändert – ich bin eingearbeitet und habe meine Verantwortlichkeiten. Meine Kollegen erfreuen sich immer wieder daran, wenn ich durch Vergleiche zum deutschen Markt neue Impulse setze. Auf Grund der kulturell-bedingten unterschiedlichen Perspektive auf das Geschehen in der Automobilbranche entstehen oftmals interessante Diskussionen. Durch die verschiedenen Gesichtspunkte können sowohl ich, als auch meine chinesischen Kollegen gleichermaßen voneinander profitieren, was sehr hilfreich ist.

Fernab vom Tagesgeschäft steht Teamwork bei PwC Peking nicht nur im Büro an erster Stelle, sondern auch abseits der Geschäftswelt bei Firmenveranstaltungen. Vor kurzem hat nach Feierabend ein Sportevent des gesamten Advisory Bereiches stattgefunden. Jede Abteilung hat dabei ein Team gebildet und ist in verschiedenen Sportarten (Basketball, Sackhüpfen, Seilziehen und Tuch-über-den-Kopf-Ziehen) gegeneinander angetreten. Von insgesamt acht Abteilungen hat mein Bereich sogar den zweiten Rang belegt. Als einziger Ausländer war ich der gefeierte Held meines Teams. Nichtdestotrotz war es toll zu sehen, wie aus vielen einzelnen (teilweise sehr schüchternen) Kollegen/-innen am Ende eine Einheit gewachsen ist. Sport verbindet einfach! Von diesem interessanten Abend möchte ich euch gerne ein paar Bilder zeigen:

 

Tuch-Über-Den-Kopf-Zieh-Spiel

Aufwärm-Programm

Mein Sport-Team

 

 

 

 

 

 

Ein weiteres Firmenevent stellt zufälligerweise auch meinen Abschluss dar. Nach Ende meines letzten Arbeitstages findet ein sog. Holiday Dinner statt. Dies ist vergleichbar mit einer Weihnachtsfeier. Hierauf freue ich mich schon sehr und bin gespannt, ob ich von der Firmen-Tombola ein Weihnachtsgeschenk mit nach Hause nehmen kann.

Meine Reise durch China

In meinem ersten Blogeintrag habe ich euch bereits einen ganz kleinen Einblick in meine Freizeit gewährt. Gerne möchte ich euch kurz berichten, welch spannenden Dinge ich hier während meiner Praktikanten-Zeit unternommen habe.

Während meines drei-monatigem Praktikum hätte ich Peking zur Erkundung von Sehenswürdigkeiten eigentlich gar nicht verlassen müssen. Aufgrund der langen Geschichte dieser Stadt beherbergt Peking bedeutendes Kulturerbe. Kein Besuch führt an der Verbotenen Stadt, dem Sommerpalast, dem Himmelspalast und dem Tian’anmen-Platz vorbei. Hier wurde Geschichte geschrieben. Mich als Nicht-Asiaten hat dies aufgrund seiner Gegensätzlichkeit zu westlichen Kulturerben total begeistert und fasziniert. Gerne möchte ich mit euch meine Eindrücke teilen:

 

In der Verbotenen Stadt mit meinem Kollegen

Blick auf den Sommerpalast

Tian’anmen-Platz

 

 

 

 

 

 

Ferner hat Peking noch viel mehr als Kulturgeschichte zu bieten. Mir als Sport-Fan hat vor allem auch der Olympia Park mit seinem Vogelnest (Name des Leichtathletik Stadions) und dem Water Cube (Name der Schwimmarena) sehr gefallen – auch wenn die Olympiade leider schon lange vorbei ist. Bei gutem Wetter habe ich auch gerne die vielen Parks in Peking besucht, u.a. den Jingshan Park, den Beihai Park und den Chaoyang Park. Sehenswert ist auch das 798 Künstlerviertel im Norden der Stadt. Hier gibt es viele Kunstaustellungen, Hip-Cafés und europäische Restaurants.

 

Blick vom Jingshan Park auf die Verbotene Stadt

Water Cube im Olympia Park

798 Künstlerviertel

 

 

 

 

 

 

Um mir ein möglichst breites Bild von China machen zu können, habe ich an den Wochenenden an vielen Exkursionen teilgenommen bzw. bin mit Freunden verreist. Nahe Peking befinden sich bspw. die Po feng Ling Berge, in welchen ich wandern war und natürlich die Chinesische Mauer. Die Wanderung über einen Klettersteig von dem ältesten, nicht restaurierten Teil der Mauer hin zum restaurierten, touristischen Teil zählt sicherlich zu meinen Highlights hier in China. Zum Abschluss konnte man noch mit einer Sommerrodelbahn von der Chinesischen Mauer ins Tal hinunterfahren. Zu beiden Ausflügen möchte ich euch auch ein paar Fotos zeigen:

 

Chinesische Mauer (1)

Chinesische Mauer (2)

Wandern in den Po feng Ling Bergen

 

 

 

 

 

 

Weiterhin habe ich Wochenend-Reisen ins fernere Qingdao, Chengdu und Xi’an unternommen. Alle drei Städte haben mich total begeistert. Keine ähnelte der anderen. In Qingdao habe ich die Spuren der ehemaligen Kolonie des Deutschen Reiches erkundet und u.a. die in der Kolonialzeit entstandene Brauerei Tsingtao besucht. In den Süden Chinas hat es mich aufgrund der Stadt Chengdu gezogen. Diese betitelt sich zurecht als die „Panda-Hauptstadt“ der Welt, in welcher eine Einrichtung für den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Tierart sorgt. Zudem ist Chengdu für seinen sehr scharfen Hot Pot bekannt. Ferner hat es mich noch in die historische Stadt Xi’an verschlagen. Ausschlaggebend war die Terrakotta-Armee, welche zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Dieses Museum hat mich stark beeindruckt. Macht euch selbst ein Bild von meinen Ausflügen:

 

Besuch der Tsingtao Brauerei

Pandas in Chengdu

Terrakotta-Armee

 

Fazit

Zusammenfassend kann ich mich bei PwC für diese einzigartige Möglichkeit nur bedanken! Die letzten drei Monate waren für mich sehr spannend und aufregend. Jeden Tag habe ich neue kulturelle Unterschiede entdeckt und meinen westlichen Horizont

mit dem der asiatischen Denkweise erweitert. Auch wenn ich zu Beginn einen kleinen Kulturschock hatte, kann ich jedem nur eine Reise ins Reich der Mitte empfehlen. Die Gegensätzlichkeit zur deutscher oder westlichen Kultur hat mich sehr beeindruckt!

Ich wünsche allen Bewerbern für das Stairway Programm 2018 viel Erfolg beim Auswahlverfahren. Seid offen für jedes Land und jede Kultur und nutzt die „opportunity of a lifetime“.

Frohe Weihnachten allerseits!

Beste Grüße, Tim