Busy Season und Coronakrise in Paris

Eigentlich wollte ich den nächsten Blogeintrag hauptsächlich über das Arbeitsleben und die Busy Season schreiben. Da nun aber die aktuellen Entwicklungen und das Thema Corona auch hier in Paris extreme Auswirkungen haben, muss das natürlich auch berichtet werden.

Zunächst erst einmal kurz meine Erlebnisse vor Corona: Die Busy Season ist ab Januar voll im Gange und man merkt sehr rasch, was genau das heißt: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Die meisten Unternehmen haben das Ende ihres Geschäftsjahres am 31.12. und somit müssen ihre Abschlüsse Anfang des Jahres geprüft werden. Da viele Tochterunternehmen an den Konzern berichten müssen, gibt es Deadlines. Dadurch kann man sich ja gut vorstellen, wie viel Arbeit anfällt. Manchmal wäre es gut mehr als zwei Hände zu haben, denn manchmal muss man Dinge praktisch gleichzeitig erledigen und gleich an mehreren Mandaten arbeiten. Auch im Februar und März bleibt das so und der Rückgang der Arbeitsmenge wird wohl (unter normalen Umständen) erst im April zu sehen sein. Warum unter normalen Umständen? Corona hat natürlich auch im Audit extreme Auswirkungen und „normal“ gibt es eigentlich nicht mehr. Aber hierzu später.

Ich war im Januar auf einem sehr interessanten Projekt gebucht, bei dem ich schon in der Vorprüfung im November dabei sein durfte. Dadurch kannte ich das Unternehmen schon etwas besser und konnte jetzt noch effektiver mitarbeiten. Jedes Teammitglied hatte selbstverantwortlich die eigenen Risiken zu prüfen, die erforderlichen Dokumente vom Kunden einzuholen, Stichproben zu ziehen oder aufkommende Fragen zu klären. Mir macht es vor allem Spaß, wenn ich eigenständig arbeiten kann und das konnte ich dort voll ausleben. Die erfahreneren Teammitglieder standen mir jedoch zum Glück wirklich zu jeder Zeit bei und beantworteten mir alle meine Fragen. Es ist wirklich schön, dass wir Praktikanten vollwertige Teammitglieder sind und genauso behandelt werden, wie die Leute im ersten Jahr (Junior 1). Das finde ich besonders gut an dem Praktikum, weil man so tatsächlich genau den Arbeitsalltag erlebt und sich nicht wie jemand fühlt, der nur als Aushilfe für lästige Arbeiten betrachtet wird.

So verflogen die Wochen! Von der Busy Season kann ich einfach nur von sehr, sehr viel Arbeit erzählen. Das ist bestimmt nichts für jeden, da unter der Woche die Freizeit tatsächlich etwas auf der Strecke bleibt. Jeder arbeitet im Moment bis an seine Grenzen. Man hat seit Januar eigentlich nie Pause, da nach Abschluss eines Projektes direkt das nächste kommt. Allerdings vergeht die Zeit wie im Flug. Kaum ist Montag, klopft schon wieder der Freitag an die Tür.

Im Februar war ich noch einmal auf einem Mandat, das weiter weg war von Paris: bei Le Havre. Das ist ein sehr süßes Städtchen, in das auch viele Urlauber kommen. Wir schliefen wieder im Hotel und blieben eine Woche. Diesmal war das Projekt abgesehen von mir ausschließlich mit Franzosen besetzt. Dadurch lernte ich auch einmal die Arbeitsweise außerhalb des German Desks kennen, was genauso interessant war. Besonders stolz bin ich hier auf meine Sprachfortschritte, die unweigerlich stattfanden.

Ein paar Ausflüge konnte ich zum Glück auch noch machen.

Schloss Versailles (vom Garten aus)

Spiegelsaal im Schloss Versailles

Die riesige Gartenanlage von Schloss Versailles

Besuch meiner Schwester und Ausflug über die Champs-Elysées

Ausblick vom Arc de Triomphe nach La Defense

Seitdem hat sich dann aber tatsächlich und ziemlich plötzlich viel geändert. Anfangs (also so Februar) hörte man von Corona und wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass bereits Fälle in Europa auftraten. Nur in Paris hat das keinen so wirklich interessiert. Wir gingen weiterhin zu den Kunden und verhielten uns ganz normal. Erst Anfang März, als die Lage dann in Deutschland immer angespannter wurde, hörte man auch in Paris von den ersten Fällen. Doch ich kann nur berichten, dass die Franzosen das alles extrem gelassen nahmen. Aus Deutschland hörte ich von Hamsterkäufen und extrem angespannter Stimmung. In Paris lachten sowohl Kollegen, Kunden als auch private Kontakte mehr oder weniger darüber. Jeder belächelte die Situation und mir wurde erzählt, es sei nicht sehr französisch, vor einem Virus oder einer Pandemie Angst zu haben. Umso überraschender kam dann die Entscheidung von Macron, noch vor Deutschland die Schulen zu schließen, da doch die allgemeine Bevölkerung den Ernst der Lage noch immer nicht sah. In dieser Woche passierte im Hinblick auf Corona einfach so unglaublich viel in der ganzen Welt. Montag durfte noch jeder alles und man war (zumindest in Paris) noch äußerst entspannt, und Freitag waren die Schulen geschlossen und man wurde vom Arbeitgeber angehalten, wenn möglich nur noch Homeoffice zu machen und sämtliche Meetings und Kundengespräche wurden abgesagt. An diesem Freitag kam auch die Nachricht für uns Stairwaypraktikanten: Wir müssen umgehend nach Deutschland zurück. Das hieß innerhalb von 1-2 Tagen packen, Wohnung leer räumen, keine Möglichkeit sich von Kollegen oder Freunden zu verabschieden, keine Rückkehr.

Ich buchte meinen Zug dann direkt für Sonntag. Spätestens an diesem Tag wurde mir bewusst, wie gut die Entscheidung des Stairwayteams war. Grenzen ab Montag zu, Zugverkehr wird größtenteils eingestellt, Ausgangssperre in Frankreich. Gerade noch rechtzeitig kam ich in Deutschland bei meiner Familie an. Ganz ehrlich, ich bin unheimlich dankbar für die Weitsicht und den Mut zu dieser Entscheidung!

         

Bilder meines Abschiedsspaziergangs an der Seine

Unsere Auslandszeit ist zwar vorbei, was natürlich extrem schade ist, aber das Praktikum darf ich noch zu Ende machen. Ich konnte mein Arbeitsequipment mitnehmen und arbeite im Moment vom Homeoffice in Deutschland aus weiter. Da hat die Wirtschaftsprüfung und -beratung einen sehr großen Vorteil. Man kann relativ einfach – ohne große Einbußen – von zu Hause aus arbeiten. Schwierigkeiten ergeben sich höchstens dadurch, dass auch der Kunde meist Homeoffice macht und alle Dokumente, die sich in der Firma befinden oder nicht elektronisch verfügbar sind, Probleme darstellen. So müssen natürlich Deadlines verschoben werden. Auch ist das Coaching von der Ferne aus etwas komplizierter. Alles in allem kann man aber sagen, dass die Infrastruktur bei PwC für solche Situationen extrem gut ausgebaut ist und man solche Vorteile nun sehr zu spüren bekommt. Das flexible Arbeiten, gerade für Kollegen mit Kindern ist garantiert und jeder kann im Grunde seinen Aufgaben gerecht werden. Spannend wird nun, inwiefern sich die Arbeitsinhalte ändern, da Corona natürlich direkt Risiken in der Prüfung beeinflusst und man ein weiteres Risikofeld beim Kunden prüfen und abdecken muss. Schade, dass ich das nicht mehr direkt mitbekommen werde.

So viel nun erst einmal als Update. Ich bin sehr gespannt wie sich das alles weiter entwickeln wird. Ich bin nun wirklich fast am Ende des Praktikums und möchte euch gerne noch ein paar Dinge „Vor Corona“ erzählen. Auch ein abschließendes Fazit darf natürlich nicht fehlen. Dafür melde ich mich in den nächsten Wochen noch einmal zurück. Bis dahin: bleibt gesund.

Dobrý den aus Prag

Hallo zusammen,

ich heiße Max, bin 23 Jahre alt und mache seit Anfang Januar ein Praktikum in den Inbound-Services der Service Line Assurance in Prag bei PwC Tschechien. Bis Ende April werde ich hier tätig sein, mit dem Blog versuche ich euch ein paar Einblicke in meinen Alltag zu geben.

Mein Start und die ersten Arbeitswochen in Prag

Der Start hier in Prag hätte nicht reibungsloser klappen können, das Global Mobility Team von PwC kümmerte sich wirklich um alles – von den Formalia nötiger Anmeldungen in Tschechien, über die Unterkunft bis hin zur Anreise. Daher konnte ich an meinem ersten Arbeitstag direkt mit einigen Schulungen starten und darüber hinaus bereits Kollegen kennenlernen.

Zunächst noch kurz ein paar Worte zur Inbound-Abteilung, in der ich arbeite: Zahlreiche internationale Unternehmen sind auch in der Tschechischen Republik tätig, die Inbound-Prüfung übernimmt unter anderem die Prüfung der Jahresabschlüsse dieser Töchter.

Lange war ich nicht im Büro, bereits am dritten Tag durfte ich zur Prüfung der tschechischen Tochter eines Logistikkonzerns mit. Dort standen mir zum Glück die Kolleginnen und Kollegen bei anfänglichen Fragen zur Bedienung der Prüfungssoftware mit Rat und Tat zur Seite.

Nach wenigen Tagen auf diesem Mandat ging es weiter zur Prüfung eines französischen Unternehmens, das seine Financeabteilung nach Prag verlagert hat. Bei vielen Unternehmen gewinnt die Einrichtung sogenannter „Shared Service Center“ (SSC) zunehmend an Beliebtheit, sicherlich werde ich daher während meines Praktikums nochmals bei einer solchen SSC-Prüfung eingesetzt werden.

Die meiste Zeit im Januar habe ich bei einer Prüfung eines Bergbauunternehmens außerhalb von Prag verbracht. Zwei Wochen war unser Team hierfür im Hotel. Nach der Arbeit sind wir häufig was essen gegangen, sodass ich die anderen Teammitglieder auch neben der Arbeit noch etwas kennenlernen konnte. Einmal waren wir zusammen in einem Sportkurs im Fitnessstudio, was ziemlich anstrengend war, aber viel Spaß gemacht hat!

Abendessen mit den Kollegen

Trotz der unterschiedlichen Branchen und Projekte, in denen ich bisher mitgewirkt habe, hatten alle drei gemeinsam, dass die Teams immer aus verschiedenen Kolleginnen und Kollegen bestanden, die häufig ein Mix unterschiedlichster Nationalitäten waren. Wirklich spannend, manche Dinge einmal von einer anderen kulturellen Perspektive zu betrachten!

Freizeit

Die Reisetätigkeit im beruflichen Alltag setzt sich bei mir auch im Privaten fort. An den Wochenenden unternehme ich meistens etwas, bisher waren diese Aktivitäten überwiegend außerhalb von Prag. Den Besuch der Sehenswürdigkeiten in Prag werde ich mir noch ein bisschen aufheben, da ich in nächster Zeit Besuch aus Deutschland bekomme, mit dem ich dies dann nachholen werde. Von außen habe ich dennoch viele Sehenswürdigkeiten erkundet.

Astronomische Uhr in Prag

Blick auf Prag

 

 

 

 

 

 

 

Meine bisherigen Ausflüge außerhalb Prags führten mich in Städte, die von hier aus gut zu erreichen waren. So war ich Mitte Januar in Dresden, habe mir dort die Sehenswürdigkeiten wie etwa die Semperoper und die Frauenkirche angeschaut. An einem anderen Wochenende bin ich in den böhmischen Wäldern von Karlštejn bis nach Beroun gewandert. Die Landschaft war zugegebenermaßen etwas trist und eintönig, dafür war es sehr ruhig, vom Klopfen zahlreicher Spechte mal abgesehen.

Frauenkirche in Dresden

Wandern in der Nähe von Karlštejn

 

 

 

 

 

 

 

Gute (Nacht-)Busverbindungen nach Polen brachten mich auf die Idee, mir dort einige Städte anzuschauen. Daher ging es unter anderem nach Kattowitz, in die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau sowie nach Krakau. Wie auch in Kattowitz gab es in Krakau ebenfalls noch sehr viel Weihnachtsdekoration in der Stadt und den Einkaufspassagen. Man könnte denken, Weihnachten stehe erst noch vor der Tür.

Krakau Cloth Hall am Marktplatz

Königsschloss auf dem Wawel in Krakau

 

 

 

 

 

 

 

In wenigen Wochen werde ich mich mit meinem zweiten Blogeintrag melden und euch mehr über Tschechien und meine Erlebnisse hier berichten.

Na shledanou!

Max

Bonjour à tous!

vieeel zu spät melde ich mich nun zum zweiten Mal aus Paris. Mittlerweile ist schon die Hälfte des Praktikums vergangen und es ist wirklich viel passiert. Die Zeit fliegt!

Zunächst wie versprochen ein Bericht vom Oktoberfest in Paris:

Es war wirklich sehr lustig dort und ein tolles Erlebnis. In einer großen Eventhalle – etwas am Rand von Paris – wurde ein Festzelt aufgebaut, in dem tatsächlich bierzeltmäßige Stimmung herrschte. Die Franzosen haben sich darin sehr amüsiert, auf den Bänken getanzt und gesungen, Bier getrunken und bayerisches Essen konsumiert. Einige waren als Bayer verkleidet oder trugen sogar echte Tracht. Wir selbstverständlich auch :). Doch jeder, der schon einmal auf dem Oktoberfest war, weiß, dass die Feier hier dem Original nicht wirklich entspricht. Allerdings hat sie ebenfalls ihren Charme. Neben einer Badenwürttemberger Band trat mehrmals eine eindrucksvolle Tanztruppe auf, die die Menge mit Ballett, einer Mischung aus Gardetanz und einem Tanz, der in irgendeiner Form dem Schuhplatteln ähnelte, französischem Cancan, einem Dirtydancing-Solo, YMCA und Discotanzen unterhielt. Wie die Menge dabei abging, war unglaublich mitreißend. Natürlich durfte die Polonaise nicht fehlen, die, wie ich festgestellt habe, selbst in Clubs stattfindet! Am Ende wurde sogar noch ein DJ-Pult aufgebaut und eine DJin legte Electro auf. Alles in allem wirklich ein absolut gelungener Abend.

Im weiteren Blogeintrag möchte ich euch ansonsten vor allem von meiner Arbeit und einigen Freizeitaktivitäten berichten.

Einsatzorte und Aufgabenbereiche

Wie in der Prüfung halt so üblich, sind die Teams während der Busy Season selten im Büro und ich darf das Prüfungsteam zu sämtlichen Kunden begleiten und vor Ort unterstützen. Dadurch ändert sich mein Arbeitsweg fast wöchentlich. Ich konnte schon einige verschiedene Branchen kennenlernen. Vor einigen Wochen war ich bei der Planningphase einer Erstprüfung vor Ort und durfte an sämtlichen Meetings über die internen Prozesse teilnehmen. Ein Verständnis darüber ist wichtig, um so später die Risiken einschätzen zu können. Das war für mich ein völlig neuer Bereich, da Praktikanten (und so auch meine Erfahrungen in meinem ersten Praktikum bei PwC in München) meistens in der Hauptprüfung dabei sind und nicht bei den Plannings. Sehr interessant war es deshalb, auch diesen Teil der Prüfung zu sehen. Beim nächsten Mandat hatte ich dann meinen eigenen Verantwortungsbereich, zu dem ich regelmäßig Bericht erstatten sollte und meine Fragen direkt, oft alleine mit dem Kunden klären konnte. Ich durfte sogar selbstständig ein kleines Meeting leiten, was für mich eine große Herausforderung darstellte, mir aber extrem Spaß gemacht hat. Das ganze natürlich komplett auf Französisch. Hierzu eine kleine Anmerkung: ohne gute Französischkenntnisse halte ich dieses Praktikum für nahezu unmöglich, da die Arbeitssprache fast ausschließlich Französisch ist. Insgesamt sind meine Mandate sehr vielfältig und auch die Teams wechseln. Mal arbeite ich in einem komplett französischen Team, mal sind Deutsche dabei. Vor allem wenn nur Franzosen um mich herum sind, merke ich, dass ich schon deutliche Fortschritte in der Sprache gemacht habe. Allerdings hilft es, dass die meisten Franzosen in der German Business Group ganz gut deutsch verstehen, wobei hier nur mal mit Vokabeln ausgeholfen wird. Franzosen sprechen doch lieber französisch.

Ab und zu bin ich auch im Büro. Es liegt etwas am Rand von Paris direkt neben dem Crystal Park. Man kann dort in den Pausen spazieren gehen oder draußen Kaffee trinken. Im Sommer muss das wirklich herrlich sein. Auch jahreszeitenspezifisch ist einiges geboten. An Halloween gab es ein Gruselkabinett im Erdgeschoss beim Empfang, in das man hineingehen konnte und an Weihnachten war jedes Stockwerk leuchtend geschmückt. Auch werden immer wieder Karaoke oder diverse andere Aktivitäten beim Empfang angeboten. Als ich das zum ersten Mal sah, war ich leicht verwundert, aber eigentlich finde ich es eine nette Idee die Arbeit mit etwas Abwechslung und Spaß zu verbinden. Es gibt zum Beispiel auch einen Fitnessraum, für den man ein günstiges Abo abschließen kann.

Was mir in Frankreich vor allem auffällt ist, dass Essen hier einen extrem hohen Stellenwert einnimmt, was sich selbst in den Kantinen widerspiegelt. Dort bekommt man nicht eine kleine Auswahl an Salaten und vielleicht ein paar Hauptgerichte, sondern eine Riesenauswahl an verschiedensten Gerichten für mehrere Gänge. So wird dann auch Mittag gegessen: Vorspeise, Hauptspeise, Käse und Dessert. Es gibt undenkbar viele französische Vorspeisen, deren Namen ich gar nicht alle kenne. Als Dessert dürfen Crème Brûlée, Mousse au Chocolat, Eclairs oder Tartelettes nicht fehlen. Das ist mit den deutschen Kantinen, die man aus der Schule oder aus Büros kennt, wirklich nicht zu vergleichen. Es gibt wichtige Verhaltensregeln beim Essen, die überall und zu jeder Zeit eingehalten werden. Man nimmt sich für die Mahlzeiten mittags und vor allem abends viel Zeit. Bevor nicht jeder mit seinem Essen am Tisch sitzt, rührt keiner das Besteck an. Zuhause in Deutschland wartet man schon auch, bis jeder etwas hat. Nur wenn es bei einem dann länger dauert, sagt der meistens, dass alle schon mal anfangen sollen, bevor das Essen kalt wird. Hier in Frankreich undenkbar! Lustig fand ich vor allem, als einmal ein Teammitglied Käse nach dem Hauptgang haben wollte und ein anderes lieber nicht. Als ich dann ein Dessert bestellte, wurde ich von allen Seiten ziemlich entrüstet angeschaut, weil man doch nieeemals Gänge mischen würde!! Ein Unding, dass ich jetzt schon Dessert bestellte 😀 Das ginge nun wirklich nicht, dass jemand Käse esse und daneben das Mousse au Chocolat stehe! Mir wurde allmählich klar, dass es beim Essen strenge Verhaltensregeln gibt, denen man folgen muss, die jeder kennt und die selbst von ganz jungen Leuten eingehalten werden. So extrem kenne ich das aus Deutschland tatsächlich nicht. Langsamer und genüsslicher isst man in Frankreich auf jeden Fall und das würde glaube ich vielen Leuten zuhause auch guttun.

Ein paar Beispiele aus meiner Freizeit

In meiner Freizeit schaue ich mir viel von Paris an, denn die Wochenenden sind arbeitsfrei und so gehe ich in Museen, in Parks, zu Sehenswürdigkeiten oder laufe einfach nur durch die Straßen. Manchmal gönne ich mir auch ruhigere Tage, denn da in der Regel immer viel los ist in der Stadt und in der Arbeit, tut ein bisschen Runterkommen und Faulsein auch sehr gut.

Hier war ich im Centre George Pompidou. Die moderne Kunst ist sehr interessant und der Ausblick von oben wirklich atemraubend. Da lohnt sich immer ein Besuch!

Dort gibt es ein Restaurant, in dem man zusätzlich zu besten Speisen für nur wenig mehr Geld die Aussicht und abends das Glitzern des Eiffelturms genießen kann.

Eins meiner Lieblingsmuseen ist das Musée d’Orsay. Die Bilder und Skulpturen dort haben mir besonders gut gefallen und das Gebäude (ein ehemaliger Bahnhof) ist unglaublich schön.

Zweimal war ich schon in der Galarie Lafayette. Dort sind die Preise zwar etwas höher und es sind immer viele Leute da, aber auch hier hat man einen unglaublich schönen Ausblick vom Dach aus. Wirklich ein guter Tipp dort hinzugehen, wenn man in Paris ist. Die Stockwerke unter der Kuppel sind auch sehr sehenswert. Hier seht ihr die Galarie Lafayette einmal ohne Weihnachtsschmuck und dann noch einmal mit.

   

Paris bietet einfach so unglaublich viel. Da reichen die Wochenenden in den 6 Monaten natürlich gar nicht aus, um alles zu sehen. Besonders genieße ich  trotzdem das stressfreie Erkunden der Stadt. Da man weiß, dass man mehrere Monate Zeit hat, geht man viel ruhiger an alles ran und hat keinen strengen Zeitplan um Paris zum Beispiel in 5 Tagen gesehen zu haben. Das ist wirklich viel wert.

In den nächsten Wochen beginnt die echte Busy Season in Frankreich und ich werde sicherlich allerhand zu tun haben. Bin gespannt, aber habe auch etwas Respekt davor. Vor allem der Streik ist ein großes Hindernis, das nun schon seit dem 5. Dezember besteht und manchmal wirklich nervt. Mal sehen wie sich das demnächst noch entwickeln wird.

Ich werde euch berichten 😉

Sinterklaas, Diwali und Weihnachten in Amsterdam

Hallo naar Duitsland,

bald ist es soweit und “Sinterklaas” (der „Heilige Nikolaus“ in Deutschland) erreicht die Niederlande. Danach werde ich meine Eltern über die Weihnachtsfeiertage in Strasbourg besuchen. Bis dahin möchte ich Euch in meinem neuen Blogeintrag über die Weihnachtszeit in Amsterdam und über meine aktuellen Projekte berichten.

Sinterklaas und Diwali in Amsterdam

Mitte November hat sich “Sinterklaas” zusammen mit dem “Zwarte Pieten” (der „Knecht Ruprecht“ oder „Hans Muff“ in Deutschland) auf einem Dampfschiff aus Spanien auf den Weg in die Niederlande gemacht. Am 5. Dezember wird das Schiff in den Niederlanden ankommen und der „Pakjesavond“ wird gefeiert. Dieser „Päkchenabend“ ist für die meisten Niederländer wichtiger als das Weihnachtsfest. Meist werden Geschenke dabei nach dem Wichtelprinzip gemacht. Dabei gibt es nicht nur ein Geschenk für die ausgeloste Person, sondern es wird auch ein persönliches Gedicht verfasst. Im FS Technology Team organisieren wir statt eines Pakjesavond ein Sinterklaasfrühstück. Dabei schenken wir der zugelosten Person etwas Selbstgemachtes, etwas Nützliches und ein selbstverfasstes Gedicht. Welches Geschenk ich bekommen habe und welches ich verschenkt habe, erzähle ich Euch in meinem nächsten Blog-Artikel. Das gesamte Team freut sich schon auf unsere Feier:

Theresa und ich haben gemeinsam den Sinterklaas-Einzug gefeiert, als ich sie in Rotterdam besucht habe. In der ganzen Stadt sind Zwarte Pieten herumgelaufen und haben Kinder mit den typischen „Pepernoots“ beschenkt. Anschließend haben wir noch gemeinsam die Kubushäuser besucht. Die Kubushäuser wurden von dem Architekten Piet Blom entworfen und es handelt sich dabei um Würfel, die gekippt auf einer Ecke stehen. Einige davon sind von Privatpersonen bewohnt.

Neben der Vorfreude auf Sinterklaas, gab es bereits eine andere Feierlichkeit in den letzten Wochen. In Suriname, Indien und weiteren hinduistisch geprägten Ländern wurde „Diwali“ gefeiert. In Amsterdam arbeiten viele in Indien geborene Kollegen und durch die ehemalige Kolonie Suriname hat Diwali eine große Bedeutung in den Niederlanden. Diwali ist ein mehrtägiges (eigentlich sogar mehrwöchiges) Lichterfest und hat eine große spirituelle Bedeutung für die Hindus. In den verschiedenen Regionen wird Diwali sehr unterschiedlich gefeiert, ein großes und lautes Feuerwerk gehört fast überall dazu. Klassischerweise besuchen sich Freunde und Familie gegenseitig zuhause und teilen lokale Spezialitäten miteinander. Daher hat PwC für alle Kollegen typische Snacks auf jedem Stockwerk vorbereitet, sodass alle Kollegen gemeinsam feiern konnten.

Aktuelle Projekte

Aktuell bin ich in drei Projekte involviert: ein Corporate Social Responsibility Projekt sowie zwei technische Projekte.

Ein technisches Projekt habe ich bereits in diesem Blog-Artikel beschrieben. Im zweiten technischen Projekt entwickeln wir aktuell die „User Story“. Dabei sitzen wir als Projekt-Team zusammen und diskutieren jedes Bild der Benutzeroberfläche zusammen bis wir einen stimmigen Ablauf erarbeitet haben. Dabei zeichnen wir schematisch einen Bildschirm auf ein Whiteboard und überlegen wie die graphische Benutzeroberfläche aussehen soll. Welcher Button kommt wohin? Was passiert, wenn man den Button betätigt? Verändert sich so der Status der aktuellen Tätigkeit? Dabei ist jede Meinung und jede Idee gefragt. So gestalten wir den funktionellen Prozess unserer Tools. Für das erste technische Projekt haben wir diese Schritte bereits abgeschlossen und führen die ersten Entwicklergespräche.

Unser Corporate Social Responsibility Projekt, in welches ich bereits ab meinem ersten Tag involviert wurde (vgl. dazu diesen Blog-Artikel), soll ausgeweitet werden und wir arbeiten gerade an einem Model, um die zukünftige Zusammenarbeit mit der Social Enterprise zu gestalten. Dafür habe ich an einem Meeting mit den Geschäftsführern der Social Enterprise teilgenommen und ich werde auch ein Teil des Pitches vor unserem FS Partner übernehmen dürfen. Ich freue mich sehr, dass wir als Team einen Teil zu den PwC Circularity Goals 2030 beitragen können.

Über die Weihnachtsfeiertage ist das Büro in Amsterdam geschlossen. Ich werde dann meine Eltern in Strasbourg besuchen. Pünktlich zu Silvester bin ich wieder in Amsterdam, um hier das neue Jahr zu begrüßen.

Niederländische Sprache

Ik spreek een beetje Nederlands. Ik kan kleine praatjes doen en tot honderd tellen. Ik kan in het perfectum praten, maar nor niet in de toekomstig. Das bedeutet, dass ich schon ein bisschen Niederländisch sprechen kann, bis einhundert zählen kann und das Perfekt nutzen kann. Über die Zukunft kann ich (auf Niederländisch) bisher noch nicht sprechen.

Zugegeben fällt mir das Lernen der niederländischen Sprache sehr schwer. Im Museum oder Café kann ich die Niederländer meist verstehen, auch niederländische Texte sind nachvollziehbar. Zum Sprechen fehlt mir oft ein wenig der Mut. Dadurch, dass viele Worte ähnlich klingen und immer wie eine Mischung aus Deutsch und Englisch sind, fällt mir das Einprägen so schwer. Dazu gibt es noch viele „False Friends“, so z.B. gekocht (NL) = gekauft (DE) oder mag (NL) = darf (DE). Oft sieht man hier auf Plakaten auch das Wort huren (NL), was besonders einige meiner Besucher als sehr amüsant bezeichnet haben; das bedeutet hier mieten (DE).

Freizeitgestaltung in Amsterdam

In meinem zweiten Blog-Artikel habe ich geschrieben, dass meine Kollegen und ich das Amsterdam Dance Event zusammen besuchen werden. Gemeinsam haben wir dort in der ersten Reihe die ganze Nacht getanzt. Auch die „Mueseumnacht“ in Amsterdam war eine tolle Erfahrung. Am ersten Samstag im November haben alle Museen bis 2 Uhr nachts offen. Zusätzlich dazu gibt es in jedem Museum besondere Veranstaltungen: von Weinverkostungen, Workshops und Musik ist alles dabei. Ich konnte dabei eine Live-Coding Session im Vondelpark besuchen und habe danach noch eine Arbeitskollegin im Diamenten-Museum getroffen. Das war sehr „gezellig“. Eine genaue Übersetzung gibt es nicht. „Gezellig“ bedeutet einfach, dass man gemeinsam einen schönen Abend verbracht hat.

Auch das A‘DAM Lookout habe ich im November besucht. Das Wetter war dabei typisch niederländisch und unbeständig, sodass die Aussicht leider nicht so schön gewesen ist. Ein Ausflug ist das Lookout dennoch auf jeden Fall wert. Man hat dort  auch die Gelegenheit über den Dächern von Amsterdam zu schaukeln. Zusätzlich habe ich noch den Royal Palace der Königsfamilie besucht. Dieser befindet sich in der Innenstadt von Amsterdam und wird heutzutage von der niederländischen Königsfamilie, zu der König Willem-Alexander und Königin Maxima gehören, zu Repräsentationszwecken und als Gästehaus für Staatsgäste genutzt. Auch das MOCO Museum ist einen Besuch wert. Aktuell werden dort einige Werke des britischen Street-Art Künstlers (oder Künstlerin?) Banksy ausgestellt. Auch das Lieblingsbild der Briten 2017 „Balloon Girl“ ist dort ausgestellt (leider nicht die geschredderte Version).

 

Insgesamt waren es aufregende und interessante zwei Monate in Amsterdam. Ich freue mich jetzt darauf bald meinen kleinen Koffer zu packen und auch meinen Eltern von all meinen Erlebnissen erzählen zu dürfen. Daher wünsche ich allen:

Prettig Kerstfeest en een gelukkig nieuwjaar,

Kim

Meine ersten Tage in Paris

Hi zusammen,

ich bin Angela und darf euch hier über mein Praktikum bei PwC in Paris mit Stairway berichten. Ich bin 21 Jahre alt, habe meinen Bachelor of Science in BWL an der Uni Augsburg gemacht und mache das Praktikum im Bereich Assurance. Auf das Stairway-Programm kam ich durch mein Praktikum in München bei PwC vor 1,5 Jahren. Ich denke es ist eine einzigartige Möglichkeit Praxiserfahrung mit wunderbaren Freizeiterlebnissen im Ausland in tollen Städten zu verbinden und dabei so unterstützt zu werden. Mein Praktikum wird sechs Monate dauern und ich werde euch hier über meine Erlebnisse berichten.

Die Ankunft und Wohnung:
Meine Anreise war zunächst furchtbar aufregend, weil ein Stau kurz vor dem Flughafen meinen kompletten Zeitpuffer gefressen hat und ich so zu Kofferabgabe, Securitycheck und Gate rennen musste, um meinen Flieger noch zu schaffen. Danach lief aber wirklich alles glatt und ich stand schon im nächsten Augenblick in meinem Einzimmerapartment im Marais, das PwC für mich organisiert hat. Es ist klein, aber fein und hat alles was man so braucht. Dass ich im Marais wohnen darf ist wirklich toll. Hier ist immer etwas los, es gibt unheimlich viele Cafés, Bars, Restaurants, Läden oder kleine Wiesenanlagen. Auch das Nachtleben ist hier gut vertreten und das Viertel ist sehr jung. Ich bin wirklich komplett im Zentrum und das ist unheimlich cool.

Den nächsten Tag nach meiner Ankunft hatte ich noch frei und so konnte ich ausschlafen und dann mit einer anderen Stairwaypraktikantin, die mit mir anfängt, schon mal einen kleinen Teil von Paris erkunden.

Meine ersten Arbeitstage:
Am ersten Tag wurde ich herzlich von einem Manager aus der German Business Group empfangen. Wir bekamen unsere Badges und Computer und wurden den Teams vorgestellt. Ich sollte mich dann erst mal auf Französisch in Prüfungsansätze und Richtlinien von PwC einlesen, damit ich in das Fachvokabular reinkomme. So blieb das auch die restliche Woche. Thema war vor allem ein Mandat, bei dem ich die Woche darauf vor Ort sein würde und Vokabeln lernen. Meine Kollegen sind teilweise Deutsche, die einige Zeit hier bleiben oder Franzosen, die meistens auch etwas deutsch sprechen. Das hilft, auch fachliche Fragen besser verstehen zu können, aber trotzdem Französisch zu lernen.
Die zweite Woche war dann sehr viel spannender, weil ich bei einem Hotelmandat mit prüfen durfte und auch meine ganz eigenen Aufgaben die Woche über hatte. Am Abend ging das ganze Team immer wirklich ausgesprochen gut und reichhaltig essen. Dabei kam ich so richtig ins Französisch rein und merkte meine Fortschritte täglich. Montag verstand ich so gut wie kein Gespräch unter den Franzosen, Freitag konnte ich sogar schon etwas mitreden.

Freizeitaktivitäten:
Vor allem die Wochenenden kann man hier super ausnutzen und sehr viel sehen. Meistens laufen wir einfach in einem Viertel rum und erkunden spontan die Gegend.

Hier mal ein paar Eindrücke:

In Paris ist so viel Sehenswertes und ständig entdeckt man eine neue schöne Gasse, ein süßes Café oder einen besonders beeindruckendes Gebäude. Ich glaube hier wird einem in sechs Monaten nie langweilig.

Hier saßen wir zum Beispiel vier Stunden in einem Café unter einer Wärmelampe und haben die Leute beobachtet.

Man merkt aber, dass Paris eine Weltstadt ist und unglaublich viele Leute da sind. An einem Tag war ein kleiner Markt mit Weinständen am Sacré Coeur aufgebaut und die Menschenmassen waren unvorstellbar groß!

Insgesamt kann ich wirklich sagen, dass Paris eine tolle Stadt ist und ich die Zeit bestimmt sehr genießen werde. Allerdings ist aller Anfang schwer, sodass ich mich gerade in der ersten Woche sehr einsam in einer so großen Stadt gefühlt habe und diese riesigen Veränderungen (von Studium zu Arbeit, von Land zu Großstadt, von deutscher zu französischer Kultur, von Freunden und Familie zu alleine,…) erst einmal verarbeiten muss. Doch es wird täglich weniger und so langsam ergibt sich eine Routine. Man wächst hier täglich über sich hinaus und lernt in sämtlichen Lebensbereichen dazu. Ich bin sehr gespannt was mich in nächster Zeit hier erwartet, was ich für Aufgaben in der Arbeit bekomme, aber auch was ich in Paris in meiner Freizeit noch so erleben werde. Diese Woche geht das ganze Team auf das Oktoberfest in Paris. Mal sehen wie das so aussieht und wie die Franzosen sich so ein Oktoberfest vorstellen. Ich werde euch darüber berichten 🙂

Aussicht vom Centre de Pompidou

Goedendag, Amsterdam. Ik ben Kim!

Goedendag,

So begrüßt man sich in Amsterdam. Auch ein einfaches Hallo ist möglich, das klingt dann wie im Deutschen. Als „Opportunity of a lifetime“ bin ich dank PwC seit einigen Tagen in Amsterdam. Hier arbeite ich für die nächsten sechs Monate im Bereich Advisory im Technology-Team und betreue dabei Finanzdienstleistungsunternehmen, wie Versicherungen und Banken.

Mein Name ist Kim Vanessa Graumann und ich studiere an der Wiesbaden Business School, um meinen M. Sc. Versicherungs- und Finanzwirtschaft zu erlangen. Meinen Bachelor habe ich im Rahmen eines ausbildungsintegrierten Studiums ebenfalls in Wiesbaden absolviert. Die Versicherungsbranche befindet sich derzeit in einem starken Umbruch und immer wieder fallen Schlüsselbegriffe wie digitale Transformation. Da kam das Angebot des Stairway-Praktikums in Amsterdam wie gerufen. Ich bekomme so die Möglichkeit eine längere Zeit im Ausland zu leben und gleichzeitig an der Transformation teilzuhaben und so mein Wissensspektrum zu erweitern. Ich freue mich Euch die nächsten Monate an meinen Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben zu lassen. So bin ich am ersten Tag angereist:

Bereits an meinem ersten Tag durfte ich an einem Meeting mit unserem Director teilnehmen. Dabei ging es überraschenderweise nicht um ein Finanzdienstleistungsunternehmen, sondern um ein Corporate Social Responsibility-Projekt eines Social Enterprises, welches sich als Ziel gesetzt hat, die Art der Fortbewegung in Städten zu revolutionieren, um so für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen. Das Auto könnte so also überflüssig werden. In meinen Augen ist das Konzept von nachhaltiger Fortbewegung ein sehr wichtiger Aspekt zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit. Ich freue mich sehr, dass ich diesen Ansatz in meiner täglichen Arbeit bei PwC unterstützen kann.
Zusätzlich dazu besteht mein Arbeitsalltag derzeit aus vielen Meetings und Networking. Viele Projekte starten im September, sodass aktuell die Projekt-Teams dafür zusammengestellt werden. Das ist für mich die optimale Chance mich vorzustellen, um dann bald von meinen Projekten berichten zu können. Wichtig ist es dabei sich auf diese Gespräche vorzubereiten und aktuelle Themen vom Markt miteinzubringen. Wie wird sich die Versicherungswirtschaft weiterentwickeln? Welche Herausforderungen warten?

Doch auch die Freizeit mit den Kollegen kommt nicht zu kurz. Zwei Tage nach meiner Ankunft war ich mit meinen Kollegen ganz in der Nähe vom Office in einer Rooftop-Bar. Auch wenn das Bier in meinen Augen nicht so gut geschmeckt hat wie deutsches Bier, so hatten wir doch einen schönen Abend. Anschließend sind wir gemeinsam noch auf eine Party der Gay Pride Amsterdam gegangen. Die Pride ist eine Woche in Amsterdam Anfang August, in welcher die gesamte Stadt die LGBT-Community feiert. Dabei gibt es verschiedenste Veranstaltungen und Ausstellungen, die alle im Zusammenhang mit der LGBT-Community stehen. Die Canal Pride ist dabei der Abschluss und Höhepunkt der Pride. Dabei fahren verschiedene Schiffe von Vereinen und Unternehmen (auch PwC war mit einem Boot vertreten) durch die Grachten und dabei wird Musik gespielt und gefeiert. Ich habe mich dabei wie bei Fastnacht in Mainz gefühlt, die gesamte Stadt befindet sich im Ausnahmezustand. Das lässt sich mit Worten nicht beschreiben. In meinen Augen gibt es keinen besseren Grund zum gemeinsamen Feiern als für mehr Toleranz und Respekt.

                

Auch in meiner freien Zeit war ich bereits viel in Amsterdam unterwegs. Diese Stadt hat wirklich viel zu bieten. So war ich unter anderen im einem „Vintage Kilo“-Shop. Dort gibt es an der Kleidung keine Preisschilder, sondern am Ende zählt das Gewicht der jeweiligen Kleidungsstücke. Dabei habe ich einige Schätze gefunden, die ich gerne mit Euch teile. Zusätzlich möchte ich noch einige Impressionen von meinen Spaziergängen durch die Stadt:

      1.7IKVG Vintage Shopping II     1.9.KVG City Walk                

Mit einem kurzen Ein- und Ausblick in mein Apartment beende ich meinen ersten Blogartikel und freue mich schon sehr auf die nächsten Wochen. Dann startet mein Niederländisch-Kurs, sodass ich mich hier noch besser eingewöhnen kann auch wenn hier wirklich jeder Englisch spricht.  Bis dahin ist dann auch bestimmt der Alltag aus Amsterdam bei mir angekommen. Bis dahin viele Grüße aus der Malthusstraat in Amsterdam und bis bald,

 

Kim

 

   

 

Es war mir eine Ehre, Shanghai!

Ein leider letztes Mal: Hallo aus Shanghai!

Die letzten drei Monate sind für mich wie im Flug vergangen. Jetzt heißt es schon wieder: Koffer packen, Abschied nehmen und in den Flieger steigen. Doch zuvor möchte ich euch noch von meinen letzten Wochen hier in Shanghai berichten.

Arbeit

Nach wie vor unterstütze ich die GBG bei allem was anfällt: Präsentationen werden erstellt, an Proposals mitgearbeitet, chinesische Kollegen bei Fragen zum deutschen Steuerrecht unterstützt. Die Arbeit ist und bleibt abwechslungsreich. Zudem musste ich einige Arbeiten, die ich während meiner Zeit hier angestoßen habe, noch zum Abschluss bringen. Besondere Veranstaltungen, wie beispielsweise das CFOB, haben auf Grund einer kleinen „Sommerpause“ in letzter Zeit nicht stattgefunden.

Freizeit

Wie im letzten Post bereits angedeutet, habe ich an meinen letzten Wochenenden in China auch noch ein bisschen das Land erkundet. Ein Hightlight hierbei war sicherlich Xi’an. Als Hauptstadt der Shaanxi Provinz im nordwesten Chinas hat Xi’an mehrere Highlights zu bieten. So kann man von dort aus in einem Tagestrip den Berg Huashan besteigen, der zu einem der 5 heiligen Berge in China zählt. In Xi’an selbst kann man bei einer Fahrradtour auf der großen Stadtmauer die Innenstadt umrunden. Zudem zählt der Besuch der Terrakotta Armee mit Sicherheit zum Pflichtprogramm bei jedem Xi’an Aufenthalt.

 

 

 

 

 

 

 

In zwei weiteren Aufenthalten habe ich zudem Hangzhou und Zhujiajiao besucht. Die für chinesische Verhältnisse eher „kleinere“ Stadt Hangzhou (ca. 8 Millionen Einwohner) hat mit dem Westlake vor allem landschaftlich einiges zu bieten. Zhujiajiao hingegen ist eine alte Wasserstadt, die von Shanghai aus mit der Metro zu erreichen ist.

 

Fazit

In meinem letzten Post möchte ich mir auch die Zeit nehmen, ein Fazit für das Praktikum zu ziehen. Wie ihr vielleicht in meinen Posts bemerkt habt, habe ich meine Zeit in Shanghai in jeglicher Hinsicht genossen! Die anderen Mitglieder der GBG sind super nett und hilfsbereit, die Aufgaben waren (zumindest überwiegend 😉 ) spannend und vielseitig. Die Kollegen hier haben sich stets alle Zeit genommen, um meine Fragen zu beantworten und Sachverhalte zu erklären. Shanghai selbst ist eine lebenswerte Stadt, multikulturell und vor allem die Möglichkeiten für die abendliche Freizeitgestaltung sind schier unendlich. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal PwC und insbesondere dem Stairway Team für die tolle Organisation danken. Falls jemand mit dem Gedanken eines Auslandspraktikums spielt, zögert nicht euch bei Stairway zu bewerben. Ihr werdet es garantiert nicht bereuen!

Update aus Shanghai

Hallo zusammen,

nach einer etwas längeren Pause melde ich mich wieder aus Shanghai. In den letzten Wochen habe ich viel erlebt. Dies möchte ich gerne mit euch teilen. Aber immer schön der Reihe nach:

Arbeit

Die Aufgaben sind abwechslungsreich, und es ist stets genug zu tun. Letzte Woche hat wieder ein CFO Briefing stattgefunden. Von diesem Event haben auch schon vorherige Praktikanten berichtet: CFOs Deutscher Unternehmen konnten an Fachvorträgen teilnehmen, die von PwC-Kollegen gehalten wurden. Dieses Mal ging es in dem Vortrag um die Arbeitsweise der chinesischen Finanzverwaltung, insbesondere bei Betriebsprüfungen. Eine der wichtigen Fragen ist dabei, wie Unternehmen mit den landesspezifischen Eigenheiten dieser Behörden umgehen sollen. Die Kollegen, die den Vortrag gehalten haben, waren selber jahrelang in der chinesischen Finanzverwaltung tätig. Dementsprechend konnten sie sehr interessante Einblicke gewähren.

 

Zudem hatte ich das Glück, dass in meiner Praktikumszeit das diesjährige Annual Dinner stattgefunden hat. Dies ist die Feier zum Abschluss des Geschäftsjahres. Was sich vielleicht wie ein gemütliches Abendessen mit einigen Kollegen anhört, ist in China vielmehr ein Abend voller Shows, Verlosungen, Fotos von einem professionellen Kamerateam und Networking – mit insgesamt ca. 2.500 Teilnehmern. Das Thema des Abends war Electric Gold, was die meisten Kollegen zum Anlass genommen haben, goldene Kleidung oder zumindest Accessoires zu tragen. Es gab sogar einen Wettbewerb um das kreativste Kostüm. Sarah, die Managerin der GBG, ein weiterer Praktikant, Valentin, und ich wurden bei diesem Wettbewerb als Team leider knapp auf den vierten Platz verwiesen…

Während des Events konnte man zudem ein weiteres Mal das strikte Hierarchiedenken in China beobachten: Ab einem gewissen Zeitpunkt ist es üblich, im Saal herumzulaufen und mit Kollegen, Chefs und Mitarbeitern anzustoßen. Doch Vorsicht! Man muss darauf achten, dass als „Rangniedrigerer“ beim Anstoßen der Rand des Glases unterhalb des Glasrandes des „Ranghöheren“ ist. Auf diese Weise wird dem Gegenüber Respekt gezollt. So kommt es allerdings gerade unter Gleichrangigen zu sehr bizarren Anblicken: Es wird versucht, sein eigenes Glas noch möglichst unterhalb das Glas des Anderen zu bekommen, um höflich zu sein. Diesem Treiben wird dann manchmal nur noch durch die Tischplatte ein Ende gesetzt…

Freizeit

Wie viele Praktikanten vor mir habe auch ich auf einmal gemerkt, wie schnell die Zeit vergeht und wie wenig Wochenenden mir nur noch zum Reisen bleiben. Daher habe ich seit dem letzten Post bereits Peking besucht und war in den Yellow Mountains wandern (bzw. Treppen steigen ;)).

Peking habe ich als weit weniger westlich empfunden als Shanghai. Allerdings hat es natürlich einige Sehenswürdigkeiten, die man einfach nicht verpassen darf: die Verbotene Stadt, die chinesische Mauer und der Sommerpalast zählen sicherlich dazu. Auf den Fotos könnt ihr einige Eindrücke davon gewinnen.

 

 

 

 

 

 

 

In den Yellow Mountains war das Wetter leider sehr durchwachsen. Zum Glück hat es während unseres Aufstiegs nicht geregnet. So konnten wir zumindest eine Idee davon bekommen, wie unglaublich die Aussicht an schönen Tagen sein muss. Am Morgen des zweiten Tages hat es allerdings so geschüttet, dass wir die Wanderung, um den Sonnenaufgang zu sehen, absagen mussten. Wir sind stattdessen erst einige Stunden später aufgebrochen und auf direktem Wege zur Gondel gelaufen, um wieder herunterzufahren.

 

Das war es erst einmal wieder von meiner Seite. Das nächste Mal, wenn ich euch schreibe, habe ich mit Sicherheit wieder Neues zu berichten.

 

Bis dahin

Jens

 

 

 

 

Endlich Angekommen in Shanghai

Hallo zusammen aus Shanghai!

Kaum zu glauben, aber wahr – jetzt bin ich schon 2,5 Wochen hier in China und es fühlt sich so an, als wäre ich gerade erst angekommen. Ich möchte mir jetzt allerdings trotzdem einmal die Zeit nehmen und euch von meinen ersten Tagen in Shanghai berichten:

Ich bin Jens, 24 Jahre alt und werde als einer der letzten Stairway Praktikanten dieses Jahr knapp drei Monate bis Ende Juli in Shanghai in der PwC German Business Group (GBG) verbringen. Zu Hause in Münster habe ich das dritte Mastersemester in BWL, Major Accounting, bereits hinter mich gebracht. Nach meiner Rückkehr steht also „nur“ noch die Masterarbeit auf dem Programm.

Vor mittlerweile fast 1,5 Jahren habe ich mir überlegt, dass ich noch einmal einige Zeit im Ausland verbringen möchte. Da ich bereits im Bachelor ein Semester im Ausland studiert habe, wollte ich nun lieber einmal die Arbeitswelt in einer anderen Kultur kennen lernen. Durch absoluten Zufall bin ich auf das Stairway Programm aufmerksam geworden. Aus heutiger Sicht muss ich sagen, dass ich damals keine Ahnung hatte, welch unfassbares Glück ich hatte, dass ich mich durch diesen Zufall bei PwC beworben habe. Sämtliche Organisation und Formalia im Vorfeld des Praktikums (und das ist gerade bei einem Praktikum in China nicht wenig!) wurde mir durch das Stairway Team abgenommen, inklusive die Suche nach einer Unterkunft. Vielen Dank an dieser Stelle dafür! Jetzt möchte ich euch aber ein bisschen was über mein Leben hier erzählen:

Anreise

Am 6. Mai vormittags bin ich in Shanghai gelandet und habe mich durch die Einreisebestimmungen gekämpft, bevor es schon zu einem ersten persönlichen Highlight kam: Ich bin mit der Maglev, der Magnetschwebebahn, vom Internationalen Flughafen Pudong im Osten der Stadt Richtung Stadtzentrum gefahren – bzw. eher gerast.

Leider fährt die Maglev die meiste Zeit des Tages „nur“ noch 300 km/h statt den möglichen 420 km/h. Dennoch ist man so erheblich schneller als mit der U-Bahn. Ich muss allerdings zugeben, dass die Fahrt mit der Maglev weit weniger aufregend war, als ich es mir vorgestellt habe. Es ist im Prinzip wie eine Fahrt in einem etwas in die Jahre gekommenen ICE…

Im Hotel angekommen wurde ich bereits direkt mit der chinesischen Zuverlässigkeit konfrontiert: Nach einer alles in allem knapp 24 stündigen Anreise komme ich verschwitzt und erschöpft, vollgepackt mit zwei Koffern plus Rucksack, in dem Hotel an, dass für die nächsten drei Monate mein zu Hause sein sollte. Ich möchte duschen, auspacken, die Stadt erkunden – doch weit gefehlt. Im Hotel, in dem ich unterkommen sollte, war kein Zimmer für mich reserviert. Nachdem ich zumindest Valentin, den anderen Praktikanten der GBG, erreichen konnte, haben wir an der Rezeption mit vereinten Kräften versucht herauszufinden, wo ich denn nun schlafen soll. Nach langem hin und her und stetigem Beharren hat sich herausgestellt, dass im Nachbarhotel (die beiden Hotels gehören wohl zusammen) eine Reservierung für mich vorliegt. Alles zum Glück also halb so wild. Hier in China muss man einfach einen Grundsatz befolgen, den mir Sarah, die Managerin und Praktikantenbetreuerin der GBG, mit auf den Weg gegeben hat: Der stete Tropfen höhlt den Stein. Sprich: Wenn man oft genug nachfragt, findet sich immer eine Lösung.

Arbeit

Nachdem der Vormittag meines ersten Arbeitstages aus einem Welcome Day für alle Neueinsteiger bei PwC in Shanghai bestand, habe ich nachmittags bereits das Team der GBG kennen gelernt. Alle hier sind sehr nett und ich fühle mich bereits gut im Team aufgenommen. Vor allem Sarah, die bereits erwähnte Managerin der GBG, kümmert sich sehr super um die Praktikanten!

Die Arbeit besteht hier im Wesentlichen, wie ihr bei den vorherigen Praktikanten bereits lesen konntet, nicht aus elementarem Steuerrecht sondern vielmehr aus Organisieren, Vernetzen, Betreuen: Chinesische Tochterunternehmen von deutschen Konzernen wünschen sich häufig auch vor Ort deutschsprachige und vor allem deutsch denkende Ansprechpartner. Diese stellen die Mitglieder der GBG dar und übernehmen häufig die Kommunikation zu den Spezialteams, die aus den chinesischen Kollegen bestehen. Aber nicht nur die Art der Arbeit, auch die Räumlichkeiten hier in Shanghai stehen im Kontrast zum deutschen Pendant: Da Platz hier teuer ist, haben lediglich Direktoren und Partner eigene Büros. Alle anderen Mitarbeiter finden streng hierarchisch geordnet in einem einzigen Raum rund um die Aufzugsschächte in der Mitte Platz: Senior Manager dürfen am Fenster sitzen, Manager daneben. Die Arbeitsplätze in der Mitte des Raumes sind den (Senior) Associates, Sekretärinnen und Praktikanten vorbehalten. Ihr merkt schon: Hierarchie wird in China groß geschrieben. Dafür kann man sich aber bei Bedarf in einen Quiet Room mit fantastischer Aussicht zurückziehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Freizeit

In Shanghai kann man aber nicht nur arbeiten, sondern auch unendlich viel unternehmen und erleben: Kulinarisch gibt es hier sämtlich Geschmacksrichtungen, die man sich vorstellen kann! Da man hier für gewöhnlich sowohl mittags als auch abends im Restaurant essen geht, hat man genug Möglichkeiten alles zu entdecken. Und auch ansonsten hat Shanghai vieles zu bieten, vor allem aber extreme Gegensätze: In den einzelnen Stadtbezirken, wie zum Beispiel dem French Quarter oder Teilen der Altstadt, kann man prima erkennen, wie traditionelle, chinesische Lebensweisen auf futuristische Hochhäuser trifft. Während man im Vordergrund die niedrigen Gebäude sieht, vor denen die Bewohner die Wäsche zum Trocknen nach draußen hängen, ragt im Hintergrund schon ein moderner Glaskasten bzw. die komplette Skyline in den Himmel. Auf kurz oder lang werden aber wohl auch diese traditionellen Viertel den Hochhäusern weichen müssen…

 

 

 

 

 

 

 

Bei diesen ersten Eindrücken möchte ich es hiermit erst einmal belassen. In den kommenden Wochen werde ich mich wieder bei euch melden und noch mehr von meiner spannenden Zeit hier in China berichten!

Bis dahin

Jens

 

Farewell from London

Ein halbes Jahr ist verflogen, mein Praktikum ist vorbei und ich bin zurück in Berlin. Da ich über die Zeit in London zugegebenermaßen nicht übermäßig schreibwütig war, werde ich nun versuchen, alle versprochenen Infos und meine wichtigsten Eindrücke in einem letzten Blogpost zusammenzufassen. Beginnen wir mit der Unterkunft.

Wie wohnt ein Stairway-Praktikant in London?

Die Kurzantwort (man entschuldige mir den stilistischen faux-pas): hammergeil! 6 min zum Tower of London, 10 min zur Tower Bridge, 3 min zum Monument of the Great Fire, 12 min zum Borough Market – was klingt wie der Ausgangspunkt für eine Stadtführung durch die City of London zu Fuß war tatsächlich für ein halbes Jahr mein Zuhause. Der einzige Nachteil: in der Gegend wohnt fast niemand. Es gibt hauptsächlich Büros, sodass sich die meisten umliegenden Restaurants bzgl. ihrer Öffnungszeiten an normalen Bürozeiten orientieren und entsprechend abends und am Wochenende geschlossen haben. Bei meiner Unterkunft handelte es sich um ein Serviced Apartment, also sehr ähnlich zu einem Hotel. Die kleine Zweizimmerwohnung war voll möbliert, hatte eine kleine, voll ausgestattete Küche mit Geschirrspüler, eine Waschmaschine, Klimaanlage und wurde einmal wöchentlich gereinigt. Geht es besser? Ich glaube kaum.

Die Londoner PwC-Offices

Drei Stück an der Zahl, allesamt super zentral gelegen.
Das größte Office ist jenes am Embankment Place – gegenüber vom London Eye und 5 min zu Fuß vom Trafalgar Square entfernt. Neun Stockwerke, riesengroß, mit zwei „Ecktürmen“, in denen sich Meetingräume mit einer grandiosen Aussicht über London befinden. In diesem Office war ich die meiste Zeit „stationiert“.
Das nächste Office befindet sich in More London, direkt neben dem Rathaus (der Form wegen auch „Motorradhelm“ genannt) und der Tower Bridge. Hier sitzen hauptsächlich die Kollegen aus dem Bereich Financial Services (Banken und Versicherungen).
Das dritte Londoner PwC-Office befindet sich in der Hay’s Galleria. Es ist das kleinste der drei Büros und da hier die Legal- und Tax-Kollegen arbeiten war ich nie dort.
In allen Offices gibt es hauptsächlich Open Space-Arbeitsplätze, wo die Schreibtische von Woche zu Woche neu gebucht werden müssen. Das hat den Vorteil, dass man innerhalb des Büros auch mal „herumkommt“ und auch andere Kollegen kennenlernt. Lediglich die Partner haben eigene Büros, die in deren Abwesenheit auch als Meetingräume dienen. Auf allen Etagen gibt es Breakout Areas mit Sitzgelegenheiten, Wasserspendern, sowie Kaffee- und Snackautomaten. Das Embankment Place-Office hat zudem noch eine ziemlich gute Kantine. Zwischen den beiden größeren Standorten gibt es zudem eine öffentliche Fährverbindung, für die PwC-Mitarbeiter werktags kostenlose Tickets erhalten können. So kann man den Trip zum Meeting im jeweils anderen Office gleich mit einer kostenlosen Sightseeing-Tour auf der Themse verbinden 😉
Prinzipiell ist es oft möglich, virtuell zu arbeiten – beispielsweise nach Absprache am Freitag von zu Hause. Ich persönlich fand es meistens dann doch angenehmer, das Team um sich herum zu haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgabenbereich

Wie in meinem letzten Post erwähnt, war ich in London Teil zweier Teams: Strategy & Transformation (S&T) und Emerging & Disruptive Technology (E&DT). Die Aufgabenbereiche dieser beiden Teams möchte ich euch gern erläutern und beispielhaft zwei Projekte vorstellen.

S&T hilft Kunden dabei, Risiken in ihren (Transformations-)Programmen zu identifizieren und basierend auf Good Practices entsprechende Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Das Spektrum reicht hier von der Strategiedefinition und -implementierung, über die Unterstützung bei Unternehmenszusammenschlüssen, bis hin zu Reviews von Projekten und Programmen. PwC fungiert hier quasi als „critical friend“, also als unabhängiger Berater, der die Situation des Kunden analysiert und Verbesserungspotenziale aufzeigt.

Beispielsweise habe ich am Review eines IT-Transformationsprogrammes mitgearbeitet. Das Programm befand sich in einer kritischen Phase kurz vor dem ersten (von mehreren) Rollouts. Durch ein Review der Projektdokumente (wie z.B. Projektbeschreibung, Business Case, Organigramme, Statusberichte …) verschaffte sich mein Team einen ersten Überblick über das Programm und stellte Arbeitshypothesen auf. Diese wurden anschließend in Interviews mit diversen Stakeholdern – von PMO bis zum CIO – und durch Hinzuziehen ergänzender Dokumentationen entweder bestätigt oder widerlegt. Wir konnten dem Kunden somit diejenigen Risiken aufzeigen, die den Projekterfolg akut gefährdeten und haben entsprechende Handlungsvorschläge abgeleitet, um diesen Risiken zu begegnen.

Das Team E&DT war zum Zeitpunkt meines Starts in London noch brandneu. Wie der Name schon vermuten lässt, arbeitet das Team mit neuen Technologien, wie beispielsweise Künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) und Robotic Process Automation (RPA). Diese beiden stellten während meines Praktikums auch eindeutig den Fokus dar. Im Bereich Technology Risk hat dies zwei Dimensionen.
Erstens – nach außen gerichtet – geht es darum, den Kunden dabei zu helfen, diese neuen Technologien möglichst risikoarm in ihren Organisationen einzusetzen. Das stellt häufig eine Schwierigkeit dar, da in der Regel ein Kompromiss eingegangen werden muss. Um die (häufig unbekannten) Risiken zu kontrollieren, versuchen Organisationen, den Einsatz der Technologien zu reglementieren. Leider kann dies die Innovationskraft sehr einschränken und sollte daher gut durchdacht sein.
Zweitens – mit internem Fokus – sucht das Team nach Anwendungsmöglichkeiten neuer Technologien für die internen Prozesse, um diese effizienter zu gestalten oder gar neue Dienstleistungen zu ermöglichen. Als Beispiel sei hier das automatisierte Testen von SOX-Controls durch RPA-Tools genannt.

Mein spannendstes Projekt in diesem Bereich war eines, bei dessen Umsetzung ich letztlich leider gar nicht mehr unterstützen konnte. Wir wurden beauftragt, bei der Validierung von AI- und Automatisierungsinitiativen zu unterstützen. Auch wenn ich London kurz vor dem eigentlichen Projektbeginn verlassen habe, waren die Angebotserstellung und die Vorbereitungsphase überaus spannend. Das Projekt lag thematisch genau in der Schnittmenge der beiden Teams, in denen ich gearbeitet habe und beschäftigte sich grob mit der Fragestellung: „was muss beim Aufsetzen und bei der Durchführung eines AI-/Automatisierungsprogrammes beachtet werden, um die strategischen Ziele zu erfüllen?“.

Fazit

Zum Abschluss möchte ich mich bei meinen Kollegen bedanken, die mir immer mit ihrem Rat zur Seite standen. Ich weiß die Unterstützung, die ich während meiner Zeit in London erhalten habe, und die Verantwortung, die mir übertragen wurde, sehr zu schätzen. Es war mir eine Freude, mit solch hochmotivierten und kompetenten Kollegen zu arbeiten, die sich zudem immer die Zeit genommen haben, jegliche Fragen zu beantworten und ihr Wissen zu teilen. Ich stehe weiterhin mit den Kollegen im Kontakt und bin gespannt, wie sich Emerging and Disruptive Technology Risk in den kommenden Monaten entwickeln wird.

Ob ich das Stairway-Programm weiterempfehlen würde? Uneingeschränkt! Es war für mich wirklich eine Opportunity of a Lifetime!