Welcome from THE center of power! (Zumindest ganz nah dran)

Die Hauptstadt der USA im Wahljahr hautnah kennenzulernen und dabei in die Rolle eines amerikanischen Wirtschaftsprüfers zu schlüpfen – das klingt nach einer atemberaubenden Kombination. Und um schon einmal ein wenig vorwegzugreifen: Das ist es auch!

Vor mittlerweile schon sieben Wochen begann für mich das Abenteuer „Auslandspraktikum in Washington, D.C.“ mit einem Flug von Frankfurt am Main über Charlotte, NC zum Ronald-Reagan-National-Airport, einem der drei Flughäfen, die in der Metropolregion der Hauptstadt Amerikas liegen. Um genau zu sein begann die Vorbereitung meines halbjährigen Auslandspraktikums inklusive Visumbeantragung natürlich schon mehrere Monate vorher, allerdings wurde ich bei der Organisation meines Auslandsaufenthaltes vom Stairway-Team kräftig unterstützt. Dementsprechend entspannt trat ich meine Reise in ein Land an, das ich bereits während eines Auslandssemesters im vergangenen Jahr zu kennen und zu lieben gelernt habe.

Entspannte Ankunft in D.C.

Die Ankunft in den USA und die Zeit der Eingewöhnung wurde mir dabei so leicht wie möglich gemacht. So konnte ich mich etwa bei der Suche meiner Unterkunft für die Zeit meines Praktikums vollkommen zurücklehnen und mir wurde darüberhinaus ein sogenannter Relocation Consultant zugeteilt, der mir als lokaler Ansprechpartner am Tag nach meiner Ankunft eine kleine Führung vor Ort gab und mir etwa bei der Beantragung einer Sozialversicherungsnummer mit Rat und Tat zur Seite stand.

Vor Ort heißt in meinem Fall McLean, das in Virginia gelegen ist und sich ungefähr eine halbe Stunde Metrofahrt oder – wie ich schmerzlich feststellen musste – einen doch recht ausgedehnten Morgenlauf außerhalb vom Stadtkern Washingtons, dafür allerdings in unmittelbarer Fußnähe meines PwC-Offices befindet. Die Ausstattung meines Apartments mit Küche und Waschbereich lässt dabei keine Wünsche offen. Der Komplex, in dem sich mein Apartment befindet, beinhaltet sogar ein großes Gym und einen Outdoor-Pool, der bei den momentan winterlichen Temperaturen aber leider geschlossen ist.

Mein erster Arbeitstag im Office in McLean

Mein erster Arbeitstag Mitte November gestaltete sich dabei so entspannt wie meine Ankunft in McLean. Da mein Einstiegstermin im Bereich Assurance Mitte November off-cycle, d.h. sehr unüblich gelegt wurde, war ich an diesem Tag der Einzige, der ein kleines Orientierungsprogramm durch das PwC Office in McLean durchlief. Im Verlaufe des Tages wurde ich dann meinen zukünftigen Arbeitskollegen des Bereichs PCS (Private Client Services) vorgestellt, der zur Zeit ungefähr 100 Mitarbeiter umfasst und sich auf die Prüfung von Unternehmen im Privatbesitz konzentriert. In wechselnden Teams werde ich dabei im Laufe meines Praktikums an der Prüfung von voraussichtlich vier Unternehmen beteiligt sein.

First Year Engagement – nicht nur neu für mich

Schon während der ersten Arbeitstage wurde ich dann bei meinem ersten Mandat eingespannt und durfte bereits nach wenigen Tagen einige Prüfungshandlungen eigenverantwortlich erledigen. Besonders interessant ist dabei die Tatsache, dass es sich bei diesem Unternehmen um ein sogenanntes „first year engagement“, d.h. um ein neu gewonnenes Mandat handelt, das in diesem Jahr zum ersten Mal von PwC geprüft wird. Immerhin ist so einiges nicht nur Neuland für mich, sondern auch für meine Kollegen (zumindest was den reinen Verstehensprozess der Unternehmensabläufe betrifft). Weil die Prüfung dieses Unternehmens, welches Tochtergesellschaften in ganz Amerika hat, vorwiegend vom PwC-Office aus stattfindet, konnte ich meinen Arbeitsort trotz eines Leihfahrzeuges, das mir zur Verfügung gestellt wird, bisher auch immer zu Fuß erreichen.

Auch meine amerikanischen Kollegen hätten mir den Einstieg in den Wirtschaftsprüfungsalltag nicht leichter machen können. Wenn ich die Arbeitsatmosphäre hier in den USA mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre das sicherlich: welcoming! So war es sehr leicht, mit meinen Kollegen ins Gespräch zu kommen – sei es auf privater oder beruflicher Ebene. Ganz unter diesem Motto steht auch der räumliche Aufbau des Offices in McLean: So hat jeder Mitarbeiter nicht etwa seinen festen Arbeitsplatz, sondern ganz im „Open-Workplace-Stile“ arbeitet man dort, wo man gerade will – sei es zusammen mit dem Team, mit dem man gerade prüft, oder einfach dort, wo gerade Platz ist. Seinen Schreibtisch kann man sich dabei im Voraus per App reservieren (wie ich feststellen durfte hat ein Praktikant allerdings nicht die Befugnis, ein Corner Office zu belegen). Ein Highlight während meiner ersten Arbeitswochen war für mich sicherlich der sogenannte „Ugly-Sweater-Day“, bei dem alle Mitarbeiter des Bereichs PCS zur Einstimmung in die Weihnachtszeit in bunten Weihnachtspullis ins Büro kamen – nach dem Motto: je schriller und hässlicher, desto besser!

Arbeitstechnisch lag mein Einstiegstermin sehr günstig: So war direkt meine zweite Arbeitswoche durch Thanksgiving um zwei Tage verkürzt und Anfang Dezember durfte ich bereits an der Weihnachtsfeier PwCs teilnehmen, die gemeinsam für alle Offices der Washington Metropolitan Area und alle Lines of Services (Assurance, Tax, Advisory) veranstaltet wurde. Zusammen mit wahrscheinlich über 2.000 Kollegen durfte ich so im Herzen von D.C. auf das (bald) vergangene Jahr anstoßen.

Unterwegs im Zentrum der Macht

Natürlich habe ich meine freie Zeit dazu genutzt, D.C. und seine Umgebung näher kennenzulernen – und ich bin damit noch längst nicht fertig! Denn die Hauptstadt Amerikas hat unendlich viel zu bieten: sei es im Kulturbereich mit seinen zahlreichen, meist kostenlosen Museen oder im Nightlifebereich. Inmitten von Lincoln Memorial und Washington Monument, zwischen Kapitol und Weißem Haus fällt es mir oft schwer zu realisieren, wie viel Macht und Einfluss von diesem Flecken Erde tagtäglich ausgeht. Und dabei durchlebt das politische Zentrum der USA ja gerade zusätzlich noch eine Phase der „presidential transition“. Von President-Elect Trump habe ich bis jetzt in D.C. zwar noch relativ wenig mitbekommen, das wird sich aber wohl spätestens am 20. Januar 2017 ändern. Washington bereitet sich auf die Feierlichkeiten der Inauguration vor!

Während meines Auslandssemesters im vergangenen Jahr hat mich die Footballbegeisterung erfasst und so konnte ich nicht anders als auch hier in Washington einmal ein Footballspiel im FedEx-Field vor Ort zu erleben. Monday Night Football zwischen den Washington Redskins und den Carolina Panthers. Flutlichtspiel. Was ein Erlebnis! Und was eine Niederlage! Klassisch im Kirk Cousins-Trikot habe ich dabei mein Heimteam angefeuert, das bei eisiger Kälte (ein Spiel dauert um die 3,5 Stunden!) aber wohl eines seiner schlechtesten Spiele der Saison bestritten hat. Immerhin konnte ich den letztjährigen Most-Valuable-Player und Quarterback der Carolina Panthers Cam Newton (aka „The Scoring Machine“) noch einmal in Bestform erleben.

Das soll es jetzt erst einmal gewesen sein für meine ersten Eindrücke hier drüben. Im kommenden Jahr werde ich mit anderen PwC-Einsteigern eine kleine Trainingseinheit durchlaufen und für mein zweites Mandat nach Atlanta reisen. Mehr dazu in meinem kommenden Blogeintrag. Bis dahin wünsche ich euch einen Guten Rutsch und ein „Happy New Year“!

More to come!

P.S.: Bitte feuert am Neujahrstag meine Washington Redskins an – gegen die New York Giants geht es um die Playoffs!

Frohe Weihnachten und Abschied aus Shanghai!

Hallo zusammen,

morgen geht es für mich bereits wieder nach Deutschland, um Weihnachten zuhause verbringen zu können – die Zeit verging wirklich unglaublich schnell! Aber vorher möchte ich euch noch von meinen letzten Wochen erzählen.

Weihnachtsstimmung in Shanghai

Am vergangenen Wochenende habe ich die Zeit genutzt, um trotz Smog und relativ warmen Temperaturen in Weihnachtsstimmung zu kommen – ich war zusammen mit Freunden auf einem Weihnachtsmarkt in Shanghai. Hier gibt es in der ganzen Stadt verstreut tatsächlich eine relativ große Anzahl von Weihnachtsmärkten, die allerdings alle doch recht klein sind. Auf dem Weihnachtsmarkt, den wir besucht haben, gab es einen tollen großen Weihnachtsbaum und fast ausschließlich Stände mit Essen aus verschiedenen Regionen – von Mexiko, über Frankreich bis hin zu Indonesien. Selbst Cafés wie Starbucks und Costa Coffee hatten dort einen Stand. Durch die Weihnachtsmusik und die schöne Gestaltung des Weihnachtsmarktes kam definitiv Weihnachtsstimmung auf. Wie ihr seht kann also nicht nur Paris mit einem Weihnachtsmarkt glänzen 😉

Ausflug nach Hangzhou

Ein Wochenende zuvor habe ich noch einen letzten Ausflug unternommen und bin nach Hangzhou gefahren – diesen Trip kann ich euch definitiv empfehlen, wenn ihr einmal nach Shanghai kommen solltet. Mit dem Schnellzug war ich innerhalb von knapp 50 Minuten in der ca. 170 km entfernten Stadt. Zugfahren ist hier immer wieder ein Erlebnis, da die Bahnhöfe aufgrund ihrer Größe mehr an einen Flughafen als an einen Bahnhof erinnern. Allerdings funktioniert das Reisen mit dem Zug hier wirklich sehr gut (sogar meiner Meinung nach besser als in Deutschland), da bisher alle Züge pünktlich waren, sehr schnell sind und man automatisch einen festen Sitzplatz mit dem Zugticket zugewiesen bekommt.

Hangzhou ist vor allem für den großen See, an dem es liegt, bekannt – den Westsee. Der See war eine wirklich tolle Abwechslung zum Trubel in Shanghai, da er wirklich toll angelegt ist und es Wanderwege rund um den See gibt. Leider war das Wetter an dem Tag etwas bewölkt, aber trotzdem sah der See wirklich sehr schön aus – aber überzeugt euch selbst auf den folgenden Bildern!

Abschied von Shanghai

Zum Abschied war ich gestern Abend noch in einer Bar im 87. Stock des Jin Mao Buildings. Die Aussicht und vor allem die Höhe ist wirklich beeindruckend. Obwohl ich die Aussicht auf Shanghai nun wirklich schon oft aus verschiedenen Perspektiven gesehen habe, kann sie mich immer wieder begeistern! Aus dem 87. Stock des Jin Mao Buildings kann man sogar auf die darunterliegenden Stockwerke herunterschauen und ich habe mein Handy wirklich sehr fest umklammert, um das folgende Foto zu machen.

Ich hatte eine wirklich großartige Zeit hier und kann es euch nur empfehlen diese Stadt einmal zu besuchen, wenn ihr die Chance dazu habt. Außerdem möchte ich mich gerne beim Stairway Team für die tolle Organisation und bei der German Business Group hier in Shanghai für die unvergessliche Zeit bedanken!

Auch wenn es für mich jetzt wieder nach Deutschland geht, werdet ihr weiterhin neue Einträge über Shanghai lesen können, denn Annika, die andere Stairway Praktikantin, bleibt noch eine Weile hier. Wir haben euch außerdem direkt noch ein kurzes Video mit Weihnachtsgrüßen an diesen Blog angehängt – klickt dazu einfach auf den folgenden Link.

Weihnachtsgrüße aus Shanghai

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Rabea

 

Die Weihnachtszeit in Shanghai beginnt!

Hallo zusammen,

morgen beginnt der Dezember und es kommt langsam auch in Shanghai Weihnachtsstimmung auf, obwohl in China eigentlich kein Weihnachten gefeiert wird. Rund um das PwC Büro gibt es einige aufwändig geschmückte Weihnachtsbäume und die normalen Bäume sind sehr hübsch mit Lichterketten dekoriert. Außerdem sind die Temperaturen deutlich gefallen und aufgrund von Luftfeuchtigkeit und Wind fühlt es sich teilweise schon sehr winterlich an. Auch im PwC Büro selbst kommt Weihnachtsstimmung auf, denn ich helfe zur Zeit u.a. bei der Organisation der Weihnachtsgrüße.

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Da ich euch bisher generell wenig über das PwC Büro in Shanghai erzählt habe, möchte ich das jetzt gerne nachholen. Ich unterstütze in meinem Praktikum hauptsächlich die German Business Group in Shanghai. Diese besteht aus fünf deutschen Kollegen und einer chinesischen Kollegin aus dem Tax und Assurance Bereich. Da ich zur Zeit die einzige Praktikantin innerhalb der German Business Group bin, unterstütze ich beide Bereiche mit verschiedenen Aufgaben. Ich helfe zum Beispiel bei der Pflege von Datenbanken, bei der Organisation von Events, bei der Erstellung von Präsentationen oder Übersetzungen von deutschen Dokumenten ins Englische. Da die prüfungsrelevanten Dokumente häufig in Chinesisch sind, fallen für mich eher administrative Aufgaben an. Insgesamt gibt es aber viele verschiedene Aufgaben und es wird daher nie langweilig. Es gibt in Shanghai drei Gebäude mit Büros von PwC und da es größtenteils Großraumbüros gibt, bekommt man auch viel über die Arbeitsweise der Chinesen mit. Im Vergleich zu Deutschland werden die einzelnen Schreibtische hier zum Beispiel sehr stark mit persönlichen Dingen dekoriert – man findet eigentlich fast keinen Schreibtisch, der nicht mit persönlichen Bildern, Blumen oder anderen Dekorationen gestaltet ist. Die Schreibtische für Neuanfänger werden zudem mit bunten Luftballons in PwC Farben und einem Pappschild mit „I am fresh“ gekennzeichnet. Außerdem haben viele chinesische Kollegen Stofftiere auf ihrem Schreibtisch, die entweder dazu dienen gemütlicher zu sitzen, oder um sie in der Mittagspause als Kopfkissen für einen kurzen Mittagsschlaf zu benutzen. Es ist also sehr farbenfroh und grün im Büro und vor allem aus den höheren Stockwerken hat man eine tolle Sicht auf die Stadt.

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Die chinesischen Kollegen fangen außerdem morgens eher später an zu arbeiten, was aber auch an der Größe der Stadt und den dementsprechend teilweise langen Arbeitswegen liegt. Wenn ich beispielsweise um kurz vor 9 Uhr ins Büro komme, gehöre ich zu den Ersten, wohingegen es um 10 Uhr meist einen Stau vor den Aufzügen nach oben gibt. Es gibt sogar extra einen Angestellten, der morgens den Aufzugknopf drückt, damit die Aufzüge wenn sie voll sind auch wirklich hochfahren und nicht durch erneutes Drücken des Knopfes wieder gestoppt werden. Das Wort „voll“ muss hier noch einmal extra betont werden, da wirklich so lange Menschen in die Aufzüge steigen bis der Aufzug tatsächlich voll ist, ähnlich wie in der Metro. Zur Sicherheit hat daher hier auch wirklich fast jeder Aufzug eine Overload Anzeige, die anzeigt, wenn der Aufzug zu voll ist.

Aufzüge haben hier scheinbar generell eine wichtige Bedeutung. In Einkaufszentren oder in der Metro sieht man so gut wie nie Menschen eine normale Treppe laufen, stattdessen bilden sich häufig sogar Schlangen vor Rolltreppen. Normalerweise arbeite ich im dritten Stock und könnte daher ohne Probleme auch eine Treppe hoch laufen, allerdings sind die Treppen im Büro wirklich nur Feuertreppen und fast niemand benutzt diese, wenn es nicht nötig ist. Dies konnte ich noch einmal sehr deutlich am vergangenen Freitag feststellen. Für 15 Uhr wurde bereits einige Tage zuvor ein Feueralarm angekündigt. Um kurz vor 15 Uhr wurde das Büro bereits leerer und ich fragte mich, ob ich eine Ansage oder ähnliches verpasst hatte, blieb allerdings erst einmal an meinem Platz, der sich ausnahmsweise im 10. Stock befand. Als dann der Feueralarm um 15 Uhr startete und ich zusammen mit den übrigen Kollegen die Treppen vom 10. Stock herunterlief und sah, dass einige Kollegen bereits in der Lobby waren, wunderte ich mich, wie schnell diese heruntergekommen waren, da die Aufzüge gesperrt wurden, um eine möglichst realisistische Übung durchführen zu können. Als ein chinesischer Kollege mich irritiert fragte, warum ich erst so spät nach unten kommen würde, erfuhr ich die Antwort auf meine Frage – die Kollegen sind extra früher gegangen, um noch den Aufzug nutzen zu können bevor dieser für die Feuerübung abgestellt wurde. China schafft es einfach immer wieder mich zu erstaunen!

Morgen beginnt bereits mein letzter Monat, oder vielmehr meine letzten 23 Tage hier in Shanghai – die Zeit verfliegt wieder einmal unglaublich schnell. Ihr werdet auf jeden Fall noch einmal von mir hören!

Liebe Grüße

Rabea