Printemps à Paris

Jetzt, da in Paris langsam, aber sicher, der Frühling einzieht (zumindest fühlt es sich so an und ich werte jeden Sonnenstrahl als weiteres Anzeichen) melde ich mich bei euch zurück.

Während der letzten zwei Wochen habe ich im Büro gearbeitet. Somit konnte ich von einem kurzen Arbeitsweg und dem PwC – eigenen, kleinen Park profitieren. Das PwC Gebäude in Neuilly nennt sich nicht umsonst “Crystal Park”: während es langsam wärmer wird, kann man schon den ersten Kaffee draußen in der Sonne genießen.

Nach wie vor ist aber natürlich busy season und demnach viel zu tun. Ich habe weiterhin viele verschiedene spannende Aufgaben und lerne eine Menge dazu – sowohl über die französischen Regularien, als auch über die typischen Aufgaben aus dem Prüfungsalltag. Dabei wird darauf geachtet, dass ich möglichst auch Aufgaben gestellt bekomme, die ich noch nicht kenne, damit ich Neues dazu lerne. Falls ich allerdings unsicher bin oder Fragen habe, kann ich auch jederzeit und ohne Scheu auf meine Kollegen zukommen. Sie sind äußerst hilfsbereit und unterstützen mich in meinem Lernprozess. Das ist wirklich sehr gut, denn so bin ich dazu in der Lage das Beste aus diesem Praktikum herauszuholen.

Dadurch, dass die Arbeit so abwechslungsreich ist, vergeht die Zeit allerdings gefühlt noch schneller und ich stelle mit Erschrecken fest, dass mir nur noch drei Wochen hier in Paris bleiben. Die versuche ich jetzt aber natürlich so gut wie möglich zu nutzen und noch möglichst viel vom “Erwachen” der Stadt aus der Kälte mitzubekommen.

Ein erstes Indiz dafür, dass es langsam, aber sicher, auf den Frühling zugeht, ist die täglich steigende Anzahl der Touristen. Es ist wirklich Wahnsinn, wie viele Menschen besonders an den Wochenenden in die Stadt strömen – da kann man die Angestrengtheit einiger “wahrer” Pariser durchaus in manchen Punkten nachvollziehen.

Um das gute Wetter zu nutzen, bin ich letztes Wochenende zum alten Königsschloss nach Versailles gefahren. Glücklicherweise bin ich schon früh morgens dorthin gefahren, denn als ich gegen frühen Nachmittag Versailles wieder verlassen habe, stand bereits eine riesige Menschenschlange vor dem Einlass. So ist es bei einem Großteil der Attraktionen hier, egal was ihr in Paris machen möchtet – versucht so früh wie möglich da zu sein, denn ansonsten riskiert ihr wirklich lange Wartezeiten, besonders bei gutem Wetter.

Galerie des glaces – Der Spiegelsaal

Aber zurück zum Schloss: Meiner Meinung nach ist Versailles einer der „must-see“ Orte in Paris oder besser dem Großraum Paris. Die Fahrt dauert circa eine Stunde. Das Schloss selbst ist natürlich pompös gebaut und es ist äußerst eindrucksvoll, die alten Königsgemächer sowie den berühmten Spiegelsaal wirklich einmal „live und in Farbe“ zu sehen. Zudem eignet es sich hervorragend, um die Kenntnisse aus dem Geschichtsunterricht ein wenig aufzufrischen. Es lohnt sich allerdings auch, sich die Zeit zu nehmen und nicht nur das Innere des Schlosses, sondern auch die riesigen Parkanlagen ausgiebig zu besichtigen. Ich habe gehört, dass der Park im Sommer einen noch imposanteren Eindruck hinterlässt, da dann natürlich alle Blumen blühen. Aber auch jetzt, zu Beginn des Frühlings, war der Park wunderschön.

Nach diesem kleinen Ausflug in die französische Geschichte, stand mir ein weiterer Ausflug in die französische Kultur bevor. Ich war mit einer französischen Freundin zum Essen verabredet, und diesmal ging es in ein traditionell französisches Restaurant – sie hatte mich dazu überredet, endlich Schnecken zu probieren. Ich muss zugeben, dass ich mich zuvor ein wenig davor gedrückt habe. Aber andere Länder, andere Sitten.

Des escargots

Es war auch halb so schlimm. Der Geschmack des Fleisches basiert hauptsächlich auf Knoblauch, da die Schnecken in einem Knoblauchsud serviert werden. Die Konsistenz ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, und ich bin nicht ganz sicher, ob ich jetzt zum regelmäßigen Schneckenverkoster werde. Aber es war super, das mal ausprobiert zu haben. Irgendwo gehört es schließlich zu der französischen Kultur dazu. Eine weitere Erinnerung, die ich wohl nicht so schnell vergessen werde.

 

Außerdem habe ich noch einen kleinen Tipp für euch. Falls auch ihr euch bald an meiner Stelle wiederfindet, und Paris erkunden möchtet: Der Palais Garnier, die „alte“ Oper von Paris ist definitiv eine Führung wert. Unglaublich beeindruckend, seht selbst:

 

Bis bald!

 

Und hier noch einige weitere Bilder von Versailles:

Versailles – Blick auf das Tor des Schlosses

Blick auf den Garten

Blick auf den Garten

Der ganz normale Prüfungswahnsinn

Hallo ihr Lieben! Nun habe ich bereits den Grossteil meines Praktikums hier in Brüssel absolviert. Und ich bin mir sicher, ihr seid neugierig, wie sich der ganz normale Arbeitsalltag hier gestaltet. Welche Aufgaben bekommt ihr übertragen? Was erwarten die Kollegen von euch? Wie sind “die Belgier” eigentlich so? Was sind die Unterschiede zum Prüfungsalltag in Deutschland?

Daher will ich euch heute einen Einblick geben. Falls noch Fragen offen bleiben – schreibt mir einfach!

Am besten beginne ich vom Anfang an. Meine erste Arbeitswoche habe ich zusammen mit einem Dutzend anderen Praktikanten im Headoffice in Brüssel verbracht. Dort haben wir drei Tage lang verschiedene Prüfungszenarien durchgespielt und uns mit Aura – dem PwC Prüfungstool – vertraut gemacht.

 

Ungewohnt war für mich, dass wirklich die gesamte Prüfung in Englisch dokumentiert wird. Ich dachte zunächst, das sei nur in Belgien so, da man immer mit der Sprachbarriere zwischen Wallonen und Flamen zu tun hat. Doch Kollegen aus Frankreich und Griechenland haben mir versichert, dass wir Deutschen die odd-ones-out sind. Der Rest der Welt scheint komplett in Englisch zu dokumentieren.

Als foreigner habe ich das natürlich sehr zu schätzen gelernt. Und ich finde, man bemerkt auch, dass hier wesentlich mehr Mitarbeiter im Rahmen eines Secondments in den Teams sind. Viele von ihnen bleiben dann und tragen so zu einer sehr vielfältigen PwC-Belgium-Gemeinschaft bei. Das geniesse ich.

Wo wir schon bei Mobilität sind: Da macht den Belgiern niemand etwas vor. In Deutschland habe ich während der Arbeit in der Wirtschaftsprüfung oft in Hotels übernachtet und war über die Hälfte meiner Zeit mit dem klassischen Prüferkoffer unterwegs. Das kommt in Belgien selten vor. Dadurch, dass das Land realtiv klein ist und jeder Mitarbeiter einen Firmenwagen besitzt, fährt man jeden morgen zum Client und abends auch wieder zurück. Selbst, wenn man so drei oder vier Stunden pro Tag auf der Strasse verbringt. Diese Zeit würde aber niemand als Arbeitszeit ansehen. Hier ist das normal.

Auch ist es keine Besonderheit, mal eben für einen Tag in Amsterdam bei der Prüfung auszuhelfen. Viele meiner Teamkollegen wohnen in Antwerpen oder Ghent und haben doch den Grossteil ihrer Klienten in Brüssel.

Was die Erwartungen an euch als Praktikant/in betrifft, könnt ihr sehr entspannt sein. In Belgien ist es nicht üblich, so viele Praktika zu absolvieren wie wir es in Deutschland neben der Uni tun. Daher bin ich überall auf Begeisterung gestossen, wenn ein VLOOKUP in Excel kein Problem für mich war und mich niemand zu einem Gespräch mit dem Kunden begleiten musste.

Was den Kollegen wichtig ist, ist eine präzise Dokumentation. Hier hat es mir viel geholfen; die Person, die mein EGA reviewen sollte einfach zu fragen, wie sie sich manche Dinge vorstellt. Dabei bin ich immer auf offene Ohren gestossen und habe oft hilfreiche Tipps bekommen.

Das ist generell mein Tipp an euch: Stellt jede Frage, die euch in den Sinn kommt! Und fragt sofort, wenn ihr etwas nicht versteht. Ein Manager vergisst nach vielen Jahren Berufserfahrung, dass du als Nicht-Belgier bei der Frage ob du schon einmal in einem pp&e-EGA gearbeitet hast nur deswegen verwirrt schaust weil du nicht weisst, wofür die Abkürzung steht.

Wichtig ist es auch, klar nein zu sagen, wenn ihr mal keine Kapazität für ein weiteres EGA habt. Klar will man kurz vor der Deadline dem Team so viel wie möglich helfen und zeigen, dass sie sich auf dich verlassen können. Und wie ihr in meinen vorherigen Blogs lessen könnt, habe ich auch einige Male unser Zimmer erst verlassen, als die Strassen in Brüssel frei von Verkehr waren… 😉 Ich muss zugeben, es fühlte sich anfangs komisch an, an ruhigeren Tagen um 18 Uhr aufzustehen und zu gehen, obwohl man weiss, dass das Team noch einige Stunden bleiben wird. Doch keiner meiner Manager hat das je für anstössig befunden. Im Gegenteil – oft vergessen sie einfach im Stress dich heimzuschicken und sind dann froh wenn sie wissen, du kümmerst dich selbst darum.

Räumt man diese Verständigungsprobleme von Anfang an aus dem Weg und kommuniziert klar, dann macht es viel Spass hier zu arbeiten.

Wenn ich heute ein Resüme ziehe, dann kann ich sagen, dass ich in meiner Zeit in Brüssel gewachsen bin. Persönlich und fachlich. Und das ist genau, was ich mir von Stairway erhofft habe.

Odysée auf den Champs-Élysées, der Weihnachtsmarkt in Paris

Während der Weihnachtsmarkt auf der berühmtberüchtigten Avenue de Champs-Élysées von gebürtigen Parisern in aller Regel gemieden wird,

stellt er für Touristen und Franzosen aus anderen Städten eine enorme Attraktion beziehungsweise sogar das Highlight der Vorweihnachtszeit dar.

Ich habe mich daher für euch auf den Weihnachtsmarkt begeben und ihn aus nächster Nähe auf mich wirken lassen.

Viel Spaß!

Die Location

Métrostation – Champs-Élysées Clemenceau

An den Champs-Élysée angekommen (Linie 1) ist der Weihnachtsmarkt nicht zu übersehen, denn er scheint unendlich groß zu sein.

Auf den folgenden Bildern könnt ihr sehen, wie riesig der Weihnachtsmarkt wirklich ist.

Links und Rechts nur Stände, so weit das Auge reicht!

Im hintergrund kann man das blaue Riesenrad bewundern, das sich zusammen mit dem Obélisque de Luxor auf dem Place de la Concorde befindet.

Genau gegenüber vom Place de la Concorde, am anderen Ende der Champs-Élysées, befindet sich der berühmte Triumphbogen (Arc de Triomphe)

 

 

Genau gegenüber vom Place de la Concorde, am anderen Ende der Champs-Élysées, befindet sich der berühmte Triumphbogen (Arc de Triomphe). Fast über die gesamte Strecke sind Weihnachtsstände verteilt!

Zu den Hauptzeiten am Wochenende kann man sich quasi nicht fortbewegen und man fühlt sich wie auf dem Oktoberfest. Wirklich gemütlich ist das nicht um ehrlich zu sein und ein entspanntes Gespräch bei Glühwein in der Holzhütte, wie beim klassisch kleinen, aber dennoch charmanten Weihnachtsmarkt in der Kleinstadt, ist hier nicht so richtig möglich. Zwar gibt es hier und da einige abgetrennte Bereiche, jedoch sind die dortigen Preise wirklich nichts für Praktikanten und die Plätze sehr begrenzt.

 

Doch, was bedeutet dieser riesige Weihnachtsmarkt eigentlich für die Besucher?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Trotz meiner ausführlichen Recherchen kann ich nur erahnen, was die Menschen in der Weihnachtszeit an genau diesen Ort lockt.

 

Die Besucher

Während die einen sich hier in Victoria’s-Secret Models verwandeln, die in der Strecke vom Arc-de-Triomphe bis zum Place de la Concorde die letzte Chance auf eine Modelkarriere wittern, erklären die anderen (oftmals Erasmusaustauschstudenten) um 15 Uhr in höchst konsequenter Ballermannmanier dem Glühweininventar den Krieg. Abgerundet wird dieses spektakuläre Rahmenprogramm durch frisch verliebte, verlobte beziehungsweise verheiratete Paare. Hinzu kommen eine Armada an Taschendieben, frisch getrennte Paare. unendlich persistente Verkäufer, übermotivierte Fotografen und ein paar ganz normale Familien.

 

Die Stände

Zu den Ständen kann ich sagen, dass es wirklich sehr viele, tolle Stände gibt. Es gibt unzählige Essensstände, die von Schnecken, Austern und Crêpes bis hin zu Rostwurst, Currywurst, Fish&Chips, Kebab, Pizza und Kartoffelauflauf wirklich fast alles verkaufen.

Viel interessanter sind meiner Meinung nach allerdings die vielen Stände, die Süßigkeiten in allen möglichen Varianten anbieten!

Barbe à Papa = Papa’s Bart = Zuckerwatte auf Französisch 

 

Speziell die Stände für Nougat, Karamell und Schokolade kann ich Euch an’s Herz legen – eine solche Vielfalt an Geschmackssorten findet man sonst wirklich nur in ganz speziellen Geschäften.

Auf Nougat und Karamell in Frankreich werde ich noch einmal genauer in einem weiteren Blog à la „die Französische Küche“ eingehen, also bleibt gespannt!

Zudem finde ich die vielen Käsestände wirklich beeindruckend. Das klingt zwar nicht unbedingt nach Weihnachtszeit, Käse ist aber schlichtweg typisch für Frankreich.

Ob Blau, Rot oder mit Trüffeln, es gibt unendlich viele Sorten und die Verkäufer lassen dich auch oftmals sehr gerne probieren!

 

Blau wird der Käse übrigens durch einen natürlichen Farbstoff, den man nur in ganz bestimmten Algen findet. Die Rote Farbe hingegen wird aus Roter Beete gewonnen.

Ich habe sowohl den Käse für 249 Euro, als auch den Käse für 199 Euro und die beiden Farbigen probiert. Alle waren wirklich sehr, sehr lecker, aber ich kann mir schlichtweg nicht vorstellen, so viel Geld für einen Käse auszugeben. Der Gedanke, dass jede Scheibe Käse ein Geldschein ist, würde mir den Appetit vermiesen . . 🙂

         

     Wer irgendwann einen Parisbesuch zur Weihnachtszeit plant, sollte sich diese Stände merken, wenn es an das Kaufen der Weihnachtsgeschenke geht :-).

 

Schlusswort

Die Qualität der Stände kann allerdings aufgrund der Größe der Champs-Élysée leider nicht konstant hoch gehalten werden. Und so kommt es, dass man zwischen all diesen Delikatessen und wirklich schönen individuellen Figuren, die üblichen Stände findet, die eigentlich überhaupt nichts auf einem Weihnachtsmarkt zu suchen haben.

Von Pfannen, Handtüchern, Postern bis hin zu ist hier wirklich für jeden noch so gut ausgestatten Haushalt etwas dabei. Leider nimmt das den Charme hin und wieder etwas raus, aber diesen Ständen muss man ja keine Beachtung schenken.

 

Ich finde die Preise hier übrigens für Pariser Verhältnisse durchaus moderat. Natürlich wirken 7 Euro für einen großen Becher Glühwein bzw. 9 Euro

für Kebab und Pommes erst einmal viel, führt man sich jedoch vor Augen, dass hier ein großes Bier in einer Bar in aller Regel auch schon 7 Euro kostet und man beim Essen fast immer über 10 Euro bezahlt, wirkt das alles schon nur noch halb so wild.

 

 

 

 

Ich hoffe, ich konnte euch den größten Weihnachtsmarkt in Paris etwas näher bringen und wünsche euch eine angenehme Weihnachtszeit, schöne Festtage und viele, tolle Momente mit den Menschen, die ihr liebt!

 

Bis bald !

Euer Kevin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

p.s. Das Weihnachtsbier „bière de noel“, kann ich euch auch nur sehr ans Herz legen 😉