Hello and Welcome from Belfast

Mein Abenteuer in Belfast hat nun begonnen und ich freue mich auf die aufregende Zeit, die mich hier erwartet. Ich möchte die Gelegenheit meines ersten Beitrages nutzen und mich euch kurz vorstellen. Mein Name ist Lydia, ich bin 23 Jahre alt und studiere in Nürnberg. In Belfast werde ich mein sechsmonatiges Praktikum im Large Corporate Tax Team absolvieren.

Ankunft in Belfast

Am 30. August war es endlich soweit und ich bin von München über London Heathrow nach Belfast geflogen. Belfast ist die Hauptstadt von Nordirland und gehört damit zum Vereinigten Königreich. Demzufolge war meine Einreise nach Belfast sehr unkompliziert. In Belfast angekommen fuhr ich zu meinem Apartment, wo mich mein Vermieter bereits erwartete. Ich nutzte den ersten Abend um auszupacken, einzukaufen und anzukommen. So richtig fassen konnte ich es zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht, dass ich hier jetzt ein halbes Jahr leben werde. Vor meinem ersten Arbeitstag hatte ich ein paar Tage Zeit um mich einzuleben und Belfast kennenzulernen.

Ersten Tage im Office

Meine erste Woche hatte am 4. September mit einem Welcome Day für alle Neuanfänger begonnen. Wir wurden im Hilton Hotel von PwC empfangen und hatten Gelegenheit einander kennenzulernen. Es folgte Vorträge und Team-Challenges.

Am nächsten Tag erhielt ich meinen Laptop und konnte somit offiziell loslegen. Nach der IT-Einführung, wurde ich dem Team vorgestellt. Zudem lernte ich meinen Buddy kennen, der mit mir die ersten Schritte durchging und die verschiedenen Anwendungen und auch den Büroalltag erklärte. Außerdem zeigte er mir wo ich das wichtigste finden kann und stellte mir meine wichtigsten Ansprechpersonen vor. Die Kollegen sind alle wahnsinnig aufgeschlossen und haben mich warm und herzlich willkommen geheißen und helfen mir bei allem, sodass ich mich bestens zurechtzufinden kann.

Das Büro in Belfast ist ein Open Space Office, dass über die gesamte Etage verläuft. Für Besprechungen und Telefonate kann man sich in Break Out Areas zurückziehen. Des Weiteren gibt es buchbare Räume für längere Besprechungen und Teammeetings. Für mich ist es neu in einem so großen Office zu arbeiten. Auch wenn so viele Menschen in einem Raum arbeiten ist es ruhig und man kann sich gut konzentrieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich jederzeit an seine Vorgesetzten wenden kann, da diese gegenüber oder neben einem sitzen.

Ich arbeite hier in Belfast im Large Corporate Tax Team. Somit war die Aufgabe in den ersten Tagen das einlesen in das UK spezifische Steuerrecht. Die Projekte die das Team betreut, behandeln neben Consulting Themen hauptsächlich Transactions, Due Diligience oder Transfer Pricing. Ich freu mich schon darauf vielseitige Einblicke in diese Themen zu gewinnen.

Die ersten Erkundungstouren und Belfasts politischer Background

Ich habe bereits bei den ersten Gesprächen am Flughafen, im Taxi oder mit dem Vermieter festgestellt, dass der nordirische Dialekt manchmal gar nicht so einfach zu verstehen ist. Somit wollte ich die ersten Tage möglichst unter Leute kommen, um mich an den Dialekt zu gewöhnen.

Am ersten Tag ging ich in die Stadt und nahm an einer Free Walking Tour teil, um die Stadt mitsamt ihrer Geschichte kennenzulernen.

„Belfast hat sich in den letzten 40 Jahren von Terror zu Terrorismus entwickelt“

Ein Spruch den man hier häufig hört. Und um diese Aussage besser zu verstehen, nahm ich an einer politischen Führung durch Westbelfast teil. Hierbei erhielten wir die Sichtweise beider beteiligten Parteien auf den Nordirlandkonflikt. Zudem wurden wir über den Ursprung und den Verlauf des Konflikts aufgeklärt. Die Führung verlief entlang der Mauer die bis heute das Viertel trennt.

„Der Frieden in Belfast ein Prozess der noch nicht vollendet ist.“

An einem weiteren freien Tag nutzte ich die Gelegenheit und erkundete die Cityhall, St. George Market, Victoria Sqaure und Linenhall Library. Ich muss sagen es macht wahnsinnig Spaß die Stadt zu erkunden. Die Menschen hier sind wahnsinnig nett und hilfsbereit. Belfast ist recht überschaubar, sodass man die meisten Spots gut zu Fuß erreichen kann. Somit ist kann ich bisher sagen, dass ich mich hier sehr gut einlebe und wirklich wohl fühle.

 

Küste, Titanic und Cavehill

Irland ist natürlich bekannt für grüne Wiesen und steile Küsten, und ich muss sagen die Landschaft ist hier traumhaft. Entlang der Küste bei Sonne zu wandern ist großartig. Giants Causeway und die Carrick-o-Rede Bridge standen natürlich auch auf meiner To Do Liste, was Sightseeing außerhalb von Belfast betrifft. Auf dem Weg zurück nach Belfast folgte an der Küste einige Stopps an „Game of Thrones“- Drehorten.

Belfast ist insbesondere bekannt für den Bau der Titanic. Das darauffolgende Wochenende nutzte ich, um das Titanic Viertel zu erkunden. Neben dem Titanic Museum und den Titanic Film Studios, findet man auch Samson und Goliath im Titanic Viertel. Samson und Goliath sind zwei riesige Kräne (aus Deutschland) die Harland und Wolff für den Schiffsbau nutzten. Das H&W steht natürlich für Harland and Wolff, man könnte es aber auch als Hello and Welcome interpretieren.

 

Am vergangenen Sonntag hatte ich das Glück das kein Regen gemeldet war und machte mich somit auf den Weg Cavehill zu „besteigen“. Nach einem Zwischenstopp am wunderschönen Schloss, zog ich los und suchte den Weg nach oben. Ich muss sagen ein Glück, dass an diesem Tag so viele Menschen unterwegs waren, ansonsten hätte ich mich mit Sicherheit verlaufen. Oben angekommen war die Aussicht über Belfast großartig. Da es für belfast Verhältnisse recht klar war, hatte man sogar Sicht bis nach Schottland. Das war bestimmt nicht mein letzter Besuch auf dem Cavehill und ich freu mich schon darauf beim nächsten Mal die Aussicht zu genießen.

 

Voller Spannung und Neugier freue ich mich auf die kommenden Wochen und bin schon gespannt welche neuen Einblicke und Eindrücke mich erwarten werden. Was würde euch in den nächsten Posts interessieren? Und falls ihr Geheimtipps für Irland oder UK im Allgemeinen habt hinterlasst doch ein Kommentar.

Habt eine gute Zeit und viele Grüße aus Belfast -„Cheerio!“

Lydia

 

Im Land der Comics

     

Mein erstes Frühlingswochenende in Belgien stand ganz im Zeichen der zahllosen Comicfiguren und Wandmalereien in der Hauptstadt. Sie sind in Brüssel an den unterschiedlichsten Orten zu finden.

 
Ich hatte Besuch von meinen Mädels von zu Hause. Und prompt durften wir den ersten sonnigen Frühlingstag in Brüssel dieses Jahr erleben. Daher beschlossen wir den Comic-Walk durch die Stadt abzulaufen.

 

Es gibt eine Karte mit allen Comiczeichnungen und Skulpturen in der Stadt, der man zu Fuss folgen kann. Die haben wir uns nach einem leckeren Frühstück bei der Touristeninformation abgeholt und machten uns auf den Weg.

Die Strecke führte uns an den unterschiedlichsten Comic-Scenen vorbei. Oft sind ganze Hauswände bemahlt. Das brachte uns immer wieder zum staunen.

Comics geniessen in Belgien einen hohen Stellenwert. Sie prägen die Identität des Landes und besonders der Hauptstadt. Ihre hohe Bedeutung liegt auch an der sprachlichen Teilung des Landes. Die Menschen haben schon früh bemerkt, dass man sich über Bilder auch über Sprachbarrieren hinweg verständigen kann.

Die Erfolgsgeschichte der Comics beginnt um 1920 mit Hergé. Er zeichnete unter anderem Tim und Struppi. Aber auch die Schlüpfe (Peyo) und Gaston (Fanquin) entstanden im 20. Jahrhundert in Belgien.

Wenn euch die Geschichte der Comics interessiert dann ist das Comicmuseum in Brüssel ein Must-See für euch. Hier wird die Entstehung dieser Kunst mit vielen Originalskizzen erklärt. Aufgelockert wird das Programm durch viele kleine und gross Plastikfiguren verschiedenster Comichelden. Wir konnten uns nur schlecht zusammenreissen und nicht mit jeder Figur ein Foto schiessen.

Wieder in den Strassen der Stadt gab es dann noch mehr Zeichnungen zu entdecken. Ich kann euch hier garnicht alle Malereien zeigen. Aber umso besser – dann bleibt noch viel für euch zu entdecken, wenn es euch einmal nach Brüssel verschlägt ;).

Natürlich nutzten wir unseren Spaziergang auch um bei jeder Gelegenheit das verführerische Waffelangebot zu testen und viel zu viele Pralinen zu probieren. Nach drei Stunden auf Achse waren wir dann sehr froh herzhafte belgische Pommes zu Abend zu essen und den Sonnenuntergang im Parc de Quinquantaire zu geniessen.

A tot ziens!

 

 

 

 

 

Brügge, Pralinen, Strand und Meer – In einer Stunde von der Grosstadt an den Strand

Nachdem es in den letzten Tagen langsam etwas wärmer wurde, habe ich mich entschieden, mein Wochenende am Strand zu verbringen. Belgien hat über 70 Kilometer Nordseeküste zu bieten, die man sich nicht entgehen lassen darf.

Meine Reise began am Samstag Morgen mit dem Zug. Das ist im Gegensatz zu Deutschland absolut nicht teuer. Unter 26 Jahren zahlt man hier pro Fahrt im Inland nur 6€ – egal wie lang die Strecke ist.

Zur Stärkung habe ich mir an einem der vielen Baguette Verkäufe ein Baguette belegen lassen. Die Belgier zelebrieren die Zubereitung Ihrer Baguettes. Man kann zwischen verschiedenen Brotsorten und Aufstrichen wählen und kann sich ganz individuell aussuchen welchen Belag man sich wünscht.Gewürzt wird nicht mit Salz sondern natürlich mit getrockneten Tomaten oder Rucola. Ich habe mich für Camembert mit Honig und Apfel entschieden und für mein Frühstück gerade einmal 3€ bezahlt.

Frisch gestärkt kam ich dann nach einer guten Stunde in Brügge an. Die Stadt ist sehr kompakt und kann daher wunderbar zu Fuss erschlossen werden. Nach einem kurzen Check in in meinem Airbnb habe ich erst einmal im Rahmen einer Free Walking Tour die Stadt erkundet. Unser Guide hat Geschichte studiert und kannte sich daher bestens aus.

 

Brügge lebte früher vom Handel und seinem Hafen. Dieser war der südlichste Hafen der deutschen Hanse und bescherte der Stadt hohe Steuereinnahmen und Wohlstand.

Eines der meistabgesetzten Handelsgüter war – wie so oft in Belgien – Bier. Nachdem durch Klimaeinflüsse der Zugang zur Nordsee jedoch versandete, blieben die Brügger auf Ihrem Bier sitzen und tranken es fortan selbst. Das führte zu einer enorm hohen Rate an Alkoholabhängigen und brachte Brügge einen Ruf ein, den viele Belgier noch heute gerne betonen. Das Brügger Bier „De Brugse Zot“ – was so viel bedeutet wie der Spinner aus Brügge – schmeckt dafür aber umso besser ;-).

Auf unserem Spaziergang durch die Stadt konnten wir an jeder Ecke schmale Grachten und Brücken entdecken. Nicht ohne Grund wird Brügge das Venedig des Nordens genannt.

Nach zwei Stunden im Freien hatten wir alle dann etwas Wärme nötig. Hier bieten sich die zahllosen Pralinenshops an.

Oft wird im Geschäft live aus Kakaobohnen Schokolade hergestellt und man kann – nur durch eine Glasscheibe vom Chocolatier getrennt – sehen, wie die kunstvollen Pralinen entstehen. Natürlich musste ich auch ein paar der sündhaft teuren Stücke erwerben – doch ich sollte es nicht bereuen.

Den Abend liess ich dann ganz belgisch bei Pommes und Kriek (mein neues Lieblingsbier mit Kirschgeschmack) ausklingen. Ein Highlight des Nachtlebens in Brügge ist sicherlich die „Beer-Wall“.

Der Eingang zum gleichnamigen Café in Brügge ist links und rechts gerahmt von einer dutzende Meter langen Wand aus verschiedenen belgischen Bieren und natürlich den passenden Gläsern. Einfach beeindruckend!

Sonntags war es dann soweit! Es ging an den lange ersehnten Strand. Von Brügge sind es mit dem Zug nur noch 30 Minuten. An der Küste angekommen kann man die sogenannte Kusttram nehmen und sich auf der längsten Tramstrecke Belgiens einmal komplett vom nördlichsten Ort an der Küste bis kurz vor die Französische Grenze fahren lassen. Die Strecke führt dabei immer am Meer entlang.

An einigen der zahlreichen Stops stiegen wir aus und liefen die letzten Meter zum Meer. Um diese Jahreszeit ist es hier noch unglaublich ruhig. Daher waren wir meistens die einzigen am Strand.

In den Dünen gönnten wir uns dann ein kleines Picknick und probierten die gestern erstandenen Pralinen. Von Basilikum bis Himbeere-Zitronengras schmeckte jede einzelne köstlich!

Und die Aussicht auf weitläufige Sanddünen tut dann ihr übriges.

Brügge, ik zie je graag!